SXDL33 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 26.03.2016 um 10.30 UTC
Am Dienstag böiger Südwestwind, im Bergland und bei Gewittern Sturmböen. Von
Mittwoch bis Donnerstag länger anhaltender Regen über der Mitte, in den Alpen ab
Donnerstag Föhn.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 02.04.2016
Ein Blick auf die Bereiche der oberen Troposphäre/unteren Stratosphäre zeigt
einen noch recht kräftige Polarwirbel zwischen der östlichen Karasee und der
westlichen Laptewsee. Ein weiteres Minimum im Geopotentialfeld, jedoch deutlich
schwächer ausgeprägt, ist über Nordkanada zu finden. Europa gelangt im Verlauf
der Mittelfrist daher nun zunehmend in den Randbereich beider Wirbel und das
niedrige Geopotential über Nordeuropa schwächt sich sukzessive ab. Das hat zur
Folge, dass sich die über Europa liegenden Langwellentröge abschwächen oder gar
abtropfen und dies prognostisch eine nicht leicht zu handhabende Wetterlage
ergibt.
Beginnen wir die Mittelfrist mit dem Dienstag, den 29.03.2016. Zu diesem Termin
zeigt sich die bekannte Druckverteilung mit einem ausgeprägten Höhentrog über
dem Nordostatlantik. Kleinere Randtröge zirkulieren um den Trog und einer von
diesen überquert Deutschland von Südwest nach Nordost. Von daher gestaltet sich
der Dienstag sehr wechselhaft mit zahlreichen Schauern und einzelnen Gewittern.
Bei geringer Schichtdicke verwundert es nicht, dass wir besonders auf dem Kamm
der Mittelgebirge und in den Alpen noch etwas Schnee erwarten können, doch die
Schneefallgrenze steigt allmählich auf deutlich über 1000 m an. Markant sollte
der Südwestwind sein, der im Bergland mit Sturmstärke weht und auch im Tiefland
wird sich der Wind böig bemerkbar machen. Besonders in Verbindung mit Gewittern
können bei dem starken Oberwind auch stürmische Böen im Tiefland nicht
ausgeschlossen werden.
Während der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch tagsüber kommt es über der
Biskaya dann zur richtungsweisenden Entwicklung. Im Zuge einer kräftigen
Keilaufwölbung südlich von Grönland wird per "downstream development" die
Amplifikation eines Troges weit nach Süden in Richtung Marokko unterstützt.
Diese Entwicklung hat zur Folge, dass sich über dem zentralen Mittelmeer ein
kräftiger Keil nordwärts in Richtung Alpen ausdehnen kann. Derweilen schwächt
sich der bereits am Dienstag besprochene kräftige zyklonale Wirbel (nun über dem
Europäischen Nordmeer gelegen) nur zögernd ab und wirkt als ein Art "Bollwerk"
gegenüber des sich aufwölbenden Keils über dem Mittelmeer. Deutschland liegt
genau im Übergangsbereich und vieles deutet darauf hin, dass sich eine
Luftmassengrenze ausbilden wird. Wo genau dies der Fall sein wird, ist noch
etwas unsicher, doch aus heutiger Sicht wären am Mittwoch die Bereiche vom
Schwarzwald bis zur Ostsee betroffen. Etwas trockenere bleibt es im Nordwesten
und am Alpenrand. An den Alpen könnte leichter Föhn für etwas stabileres Wetter
sorgen. Zusammengefasst wird aber auch der Mittwoch in vielen Bereichen
Deutschlands eher trüb und nass ausfallen.
Zum Donnerstag ändert sich an der großräumigen Strömungslage nur wenig. Der Trog
nistet sich regelrecht über der Iberischen Halbinsel ein und ist bereits im
Begriff von der Frontalzone abzutropfen. Die Luftmassengrenze über Deutschland
verschärft sich weiter und somit muss in deren Grenzbereich erneut quer über
Deutschland mit teils länger anhaltenden Niederschlägen gerechnet werden. Über
Nordwest- und Norddeutschland sorgt etwas kältere und trockenere Luft für nur
einzelne Schauer und südlich der Donau sollte leichter Föhn für trockenes und
wechselnd bewölktes Wetter sorgen. Die Stärke des Föhns ist jedoch aus heutiger
Sicht nur sehr schwer abzuschätzen und somit noch mit großen Unsicherheiten
behaftet.
Am Freitag verlagert sich das mittlerweile abgetropfte Höhentief über Spanien
weiter südostwärts nach Algerien, während sich das Tief über Fennoskandien
ebenfalls abschwächt und weiter nach Osten zieht. Somit kann sich der Keil vom
zentralen Mittelmeer zügig nordwestwärts ausweiten und erfasst ganz Deutschland.
Trotz des steigenden Drucks in allen Höhenbereichen der Troposphäre darf jedoch
die alternde/sich auflösende Luftmassengrenze nicht vergessen werden, deren
Restfeuchte am Freitag sicherlich noch für dichte Bewölkung mit letzten Tropfen
sorgen wird. Wie rasch sich die Wolkendecke auch mithilfe der nun recht starken
Sonneneinstrahlung auflockern wird, bleibt jedoch abzuwarten.
Auch der Samstag zeigt keine große Verlagerungstendenzen von Trögen und Keilen.
Von daher wird sich der Keil auch an diesem Tag über Deutschland nicht großartig
verlagern. Allerdings liegen wir eher an dessen Randbereich und somit muss auch
weiterhin mit teils ausgedehnten Wolkenfeldern gerechnet werden, die von
Südwesten auf Deutschland übergreifen. Regen sollte im Großteil von Deutschland
jedoch keiner mehr fallen.
Während der Mittelfrist beschränkt sich örtlicher Luftfrost nur noch auf die
Kammlagen der Mittelgebirge, Bodenfrost kann jedoch bei längerem Aufklaren
gebietsweise auch weiterhin noch in tieferen Lagen auftreten.
Während die 850 hPa Temperatur über Norddeutschland bis einschließlich Freitag
meist um 0 Grad pendelt, ist besonders über Süddeutschland mit einer beständigen
Erwärmung auf teils über +10 Grad in 850 hPa zum Ende der Mittelfrist zu
rechnen. Dies würde südlich der Donau für das Erreichen der 20-Grad-Marke
sprechen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zusammengefasst kann man sagen, dass bis einschließlich Donnerstag in 500 hPa
(grob 5.5 km über Grund) eine recht gute Übereinstimmung der Lage und Intensität
von Trögen und Keilen zu erkennen ist. Hingegen verschwimmen die vorhergesagten
Bodendruckkontouren zusehends, was einer eher schwachgradientigen Gesamtlage
geschuldet ist. Dennoch sind auch hier die für Deutschland wichtigsten
Bodentiefs relativ gut erfasst. Die größte Unsicherheit ist weiterhin die Lage
einer Luftmassengrenze, die von Dienstag bis einschließlich Donnerstag über
Deutschland liegt und aus heutiger Sicht vor allem die Bereiche vom Schwarzwald
bis zur Ostsee erfasst. Bei der anschließenden Keilaufwölbung am Wochenende
unterscheiden sich die letzten Läufe noch hinsichtlich der Stärke und exakten
Ausrichtung der Keilachse. Doch mit Blick auf das Wetter sorgen die
unterschiedlichen Läufe insgesamt doch für ähnliches Wetter, wobei mit einer
zunehmend stärkeren Keilachse das Wetter von Lauf zu Lauf etwas besser gerechnet
wird.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Donnerstag besteht bei den diversen Modellen eine gute
Übereinstimmung mit der Bildung des Troges über Südwesteuropa und einer
Luftmassengrenze quer über Deutschland. Dabei beträgt z.B. der Unterschied der
Lage der 0-Grad-Isotherme in 850 hPa zum Vorhersagetermin t+126 h
(Donnerstagfrüh) gerade einmal 100 km, was für diesen Zeitraum bei einer
Grenzwetterlage wirklich bemerkenswert gering ist. Von daher wird auch das
Übergreifen der Niederschläge entlang der Luftmassengrenze auf Deutschland recht
einheitlich gerechnet. Kleinere Wellenstörungen, die entlang der
Luftmassengrenze nach Nordosten ziehen, sorgen jedoch für temporär zunehmende
Unsicherheiten, da diese doch noch unterschiedlich gut erfasst werden.
Zum Freitag hin nimmt die Unsicherheit innerhalb der Globalmodelle deutlich zu,
da im Zuge des Abtropfprozesses über Südwesteuropa und dem nach Fennoskandien
ziehenden Tiefdruckgebietes über Mitteleuropa ein sehr gradientarmer Bereich
entsteht. Wann genau ein Keil von Südosten in welcher Stärke auch Deutschland
beeinflusst ist noch mit Unsicherheiten behaftet. GFS zeigen z.B. am Freitag
noch eine Troglage über Deutschland, während EZMW und ICON bereits einen Keil
über Deutschland erwarten. Zwar würde nach allen Modellen der Samstag ein
insgesamt recht freundlicher Tag werden, doch aus synoptisch vollkommen anderen
Gründen. Während GFS kühles Rückseitenwetter mit letzten Schauern zeigt, würde
sich bei ICON und EZMW zum Freitag und Samstag mit einem Keil von Süden milde
Luft in weite Bereiche Deutschlands ausbreiten. Eine sinnvolle Aussage kann
daher für das kommende Wochenende noch nicht getroffen werden.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die EPS Meteogramme zeigen in Süddeutschland eine stetige Erwärmung im Verlauf
der Mittelfrist an. Der vorläufige Höhepunkt dürfte der Donnerstag werden, wo
die Höchstwerte bis nahe 20 Grad steigen könnten. Ansonsten wird nach letzten
Niederschlägen am Dienstag ein überwiegend trockener Wetterabschnitt erwartet.
Im Südwesten und der Mitte Deutschlands hingegen deuten die Meteogramme von
Dienstag bis einschließlich Donnerstag leichten bis mäßigen Regen an und das
alles bei meist bedecktem Himmel und Maxima von 12-14 Grad. Nördlich der
Luftmassengrenze lassen die Niederschlagssignale zwar ab Mittwoch deutlich nach,
doch auch das Temperaturniveau bleibt mit Maxima von nur knapp über 10 Grad
gedämpfter. Hier wiederum ist das Windmaximum am Dienstag am deutlichsten
ausgeprägt (Median bei 6-8 m/s).
Entsprechend der Umstellung der großräumigen Wetterlage werden auch entsprechend
viele Cluster angeboten, was unter anderem dem Zerfall der Tröge in kleinere
Anteile geschuldet sein dürfte. Am Dienstag werden 5 Cluster angeboten, 3 mit
negativer und 2 mit positiver NAO, wobei die ersten drei am stärksten besetzt
sind und das Verhältnis negativ zu positiv 2/1 beträgt. Deutschland liegt bei
diesen Clustern am Südostrand eines kräftigen Troges und hat mit der Passage
einer "Kurzwelle" zu kämpfen. Jedoch sind noch geringe zeitliche Unterschiede zu
erkennen, die sowohl den Beginn als auch das Ende des Windfeldes etwas unsicher
machen.
Von Mittwoch bis Freitag werden 4 Cluster angeboten, wobei die negative NAO
zurückgeht und die positive NAO wieder an Boden gewinnt. Der größte Unterschied
am Mittwoch und Donnerstag besteht bei der Intensität und Ausrichtung der
Luftmassengrenze über Deutschland, da die entsprechenden Anomalien über dem
Mittelmeer (positive) und Fennoskandien(negative) abweichend berechnet werden.
Zum Freitag nehmen allgemein die Unsicherheiten zu, wobei die Cluster 1 und 4
Deutschland stärker von einem Trog beeinflussen lassen, während dies bei Cluster
2 kein Thema ist. Zum Samstag nimmt die Unsicherheit wieder ab, da nach allen
Clustern (nun 2 relativ gleich besetzte) ein Keil über Deutschland vorhergesagt
wird.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Beim Blick auf die EFIs fällt hinsichtlich des Parameters "Temperatur" besonders
der Donnerstag ins Auge, wo südlich der Donau deutlich erhöhte Werte zu finden
sind. Dort könnte leichter Föhn in Verbindung mit Warmluftadvektion und
zeitweiliger Einstrahlung für milde Temperaturen bis 20 Grad sorgen. Ansonsten
sind hier keine weiteren Ausschläge zu erkennen.
Beim Wind fällt vor allem der Beginn der Mittelfrist - Dienstag - ins Auge. Hier
erreicht in der Nacht zum Dienstag den Nordwesten ein sehr kräftiges Windfeld,
wo der EFI besonders an die an Belgien/Niederlande grenzenden Bereiche Werte von
über 0.8 aufweist. Am Dienstag breiten sich das Windfeld und somit auch die
erhöhten EFIS unter allmählicher Abschwächung auf weite Bereiche Deutschlands
aus (0.6-0.8). Besonders im Bergland sind dann Sturmböen wahrscheinlich, aber
auch in tieferen Lagen weht der Südwestwind teils sehr böig und in Gewitternähe
sind auch hier stürmische Böen möglich.
Beim Parameter "Niederschlag" sind im Bereich der Luftmassengrenze nur
geringfügige Ausschläge zu erkennen. Dies deutet zwar auf einen nassen
Witterungsabschnitt vom Schwarzwald bis zur Ostsee hin, außergewöhnlich hohe
Niederschlagsmengen werden aus heutiger Sicht jedoch nicht erwartet. Besonders
im Südwest-/Weststau des Schwarzwaldes und der Mittelgebirge kann jedoch
markanter Dauerregen nicht ausgeschlossen werden.
Bleibt noch abschließend zu erwähnen, dass am Dienstag im Zuge der
eingeflossenen maritimen Luftmasse und kalter Höhenluft und starker Windscherung
bei EZMW der CAPE/shear Parameter für den Westen Deutschlands anspringt und auf
die Möglichkeit erster, etwas kräftigerer Schauer/Gewitter mit Sturmböen
hinweist. Die Signale sind jedoch noch sehr gering.
COSMO-LEPS zeigt für den Dienstag besonders im Bergland moderate
Wahrscheinlichkeiten (40-50 %) für Sturmböen (Bft 8-9) aus Südwest. Im Tiefland
sind über West-Nordwest- und Norddeutschland verbreitet sehr hohe
Wahrscheinlichkeiten für Windböen (Bft 7) aus Südwest auszumachen mit
punktuellen Signalen von Bft 8. Diese sind realistisch, wenn man die
tageszeitliche Durchmischung in Verbindung mit kräftigen Schauern und einzelnen
Gewittern mit ins Kalkül zieht. Bis weit in den Mittwoch hinein bleiben die
Wahrscheinlichkeiten für Windböen (Bft 7) über Norddeutschland erhöht, bevor der
Luftdruckgradient allmählich auffächert. Zum Donnerstag bringt COSMO-LEPS erste
Föhnsignale entlang des Alpenkamms, die sich jedoch eher auf die Gipfellagen
beschränken. Ähnliches kann beim EZMW-EPS ausgemacht werden.
Beim Niederschlag zeigt EZMW-EPS von Dienstag bis Donnerstag sporadisch
geringfügige Wahrscheinlichkeiten für Dauerregen (24-std.), dies würde jedoch
aus heutiger Sicht mehr die direkten Südweststaulagen des Schwarzwaldes und der
Mittelgebirge betreffen, wo gebietsweise das Erreichen der Schwellwerte für
markanten Dauerregen nicht ausgeschlossen werden kann.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mos-MIX und EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy
ausgegeben am Samstag, den 26.03.2016 um 10.30 UTC
Am Dienstag böiger Südwestwind, im Bergland und bei Gewittern Sturmböen. Von
Mittwoch bis Donnerstag länger anhaltender Regen über der Mitte, in den Alpen ab
Donnerstag Föhn.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 02.04.2016
Ein Blick auf die Bereiche der oberen Troposphäre/unteren Stratosphäre zeigt
einen noch recht kräftige Polarwirbel zwischen der östlichen Karasee und der
westlichen Laptewsee. Ein weiteres Minimum im Geopotentialfeld, jedoch deutlich
schwächer ausgeprägt, ist über Nordkanada zu finden. Europa gelangt im Verlauf
der Mittelfrist daher nun zunehmend in den Randbereich beider Wirbel und das
niedrige Geopotential über Nordeuropa schwächt sich sukzessive ab. Das hat zur
Folge, dass sich die über Europa liegenden Langwellentröge abschwächen oder gar
abtropfen und dies prognostisch eine nicht leicht zu handhabende Wetterlage
ergibt.
Beginnen wir die Mittelfrist mit dem Dienstag, den 29.03.2016. Zu diesem Termin
zeigt sich die bekannte Druckverteilung mit einem ausgeprägten Höhentrog über
dem Nordostatlantik. Kleinere Randtröge zirkulieren um den Trog und einer von
diesen überquert Deutschland von Südwest nach Nordost. Von daher gestaltet sich
der Dienstag sehr wechselhaft mit zahlreichen Schauern und einzelnen Gewittern.
Bei geringer Schichtdicke verwundert es nicht, dass wir besonders auf dem Kamm
der Mittelgebirge und in den Alpen noch etwas Schnee erwarten können, doch die
Schneefallgrenze steigt allmählich auf deutlich über 1000 m an. Markant sollte
der Südwestwind sein, der im Bergland mit Sturmstärke weht und auch im Tiefland
wird sich der Wind böig bemerkbar machen. Besonders in Verbindung mit Gewittern
können bei dem starken Oberwind auch stürmische Böen im Tiefland nicht
ausgeschlossen werden.
Während der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch tagsüber kommt es über der
Biskaya dann zur richtungsweisenden Entwicklung. Im Zuge einer kräftigen
Keilaufwölbung südlich von Grönland wird per "downstream development" die
Amplifikation eines Troges weit nach Süden in Richtung Marokko unterstützt.
Diese Entwicklung hat zur Folge, dass sich über dem zentralen Mittelmeer ein
kräftiger Keil nordwärts in Richtung Alpen ausdehnen kann. Derweilen schwächt
sich der bereits am Dienstag besprochene kräftige zyklonale Wirbel (nun über dem
Europäischen Nordmeer gelegen) nur zögernd ab und wirkt als ein Art "Bollwerk"
gegenüber des sich aufwölbenden Keils über dem Mittelmeer. Deutschland liegt
genau im Übergangsbereich und vieles deutet darauf hin, dass sich eine
Luftmassengrenze ausbilden wird. Wo genau dies der Fall sein wird, ist noch
etwas unsicher, doch aus heutiger Sicht wären am Mittwoch die Bereiche vom
Schwarzwald bis zur Ostsee betroffen. Etwas trockenere bleibt es im Nordwesten
und am Alpenrand. An den Alpen könnte leichter Föhn für etwas stabileres Wetter
sorgen. Zusammengefasst wird aber auch der Mittwoch in vielen Bereichen
Deutschlands eher trüb und nass ausfallen.
Zum Donnerstag ändert sich an der großräumigen Strömungslage nur wenig. Der Trog
nistet sich regelrecht über der Iberischen Halbinsel ein und ist bereits im
Begriff von der Frontalzone abzutropfen. Die Luftmassengrenze über Deutschland
verschärft sich weiter und somit muss in deren Grenzbereich erneut quer über
Deutschland mit teils länger anhaltenden Niederschlägen gerechnet werden. Über
Nordwest- und Norddeutschland sorgt etwas kältere und trockenere Luft für nur
einzelne Schauer und südlich der Donau sollte leichter Föhn für trockenes und
wechselnd bewölktes Wetter sorgen. Die Stärke des Föhns ist jedoch aus heutiger
Sicht nur sehr schwer abzuschätzen und somit noch mit großen Unsicherheiten
behaftet.
Am Freitag verlagert sich das mittlerweile abgetropfte Höhentief über Spanien
weiter südostwärts nach Algerien, während sich das Tief über Fennoskandien
ebenfalls abschwächt und weiter nach Osten zieht. Somit kann sich der Keil vom
zentralen Mittelmeer zügig nordwestwärts ausweiten und erfasst ganz Deutschland.
Trotz des steigenden Drucks in allen Höhenbereichen der Troposphäre darf jedoch
die alternde/sich auflösende Luftmassengrenze nicht vergessen werden, deren
Restfeuchte am Freitag sicherlich noch für dichte Bewölkung mit letzten Tropfen
sorgen wird. Wie rasch sich die Wolkendecke auch mithilfe der nun recht starken
Sonneneinstrahlung auflockern wird, bleibt jedoch abzuwarten.
Auch der Samstag zeigt keine große Verlagerungstendenzen von Trögen und Keilen.
Von daher wird sich der Keil auch an diesem Tag über Deutschland nicht großartig
verlagern. Allerdings liegen wir eher an dessen Randbereich und somit muss auch
weiterhin mit teils ausgedehnten Wolkenfeldern gerechnet werden, die von
Südwesten auf Deutschland übergreifen. Regen sollte im Großteil von Deutschland
jedoch keiner mehr fallen.
Während der Mittelfrist beschränkt sich örtlicher Luftfrost nur noch auf die
Kammlagen der Mittelgebirge, Bodenfrost kann jedoch bei längerem Aufklaren
gebietsweise auch weiterhin noch in tieferen Lagen auftreten.
Während die 850 hPa Temperatur über Norddeutschland bis einschließlich Freitag
meist um 0 Grad pendelt, ist besonders über Süddeutschland mit einer beständigen
Erwärmung auf teils über +10 Grad in 850 hPa zum Ende der Mittelfrist zu
rechnen. Dies würde südlich der Donau für das Erreichen der 20-Grad-Marke
sprechen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zusammengefasst kann man sagen, dass bis einschließlich Donnerstag in 500 hPa
(grob 5.5 km über Grund) eine recht gute Übereinstimmung der Lage und Intensität
von Trögen und Keilen zu erkennen ist. Hingegen verschwimmen die vorhergesagten
Bodendruckkontouren zusehends, was einer eher schwachgradientigen Gesamtlage
geschuldet ist. Dennoch sind auch hier die für Deutschland wichtigsten
Bodentiefs relativ gut erfasst. Die größte Unsicherheit ist weiterhin die Lage
einer Luftmassengrenze, die von Dienstag bis einschließlich Donnerstag über
Deutschland liegt und aus heutiger Sicht vor allem die Bereiche vom Schwarzwald
bis zur Ostsee erfasst. Bei der anschließenden Keilaufwölbung am Wochenende
unterscheiden sich die letzten Läufe noch hinsichtlich der Stärke und exakten
Ausrichtung der Keilachse. Doch mit Blick auf das Wetter sorgen die
unterschiedlichen Läufe insgesamt doch für ähnliches Wetter, wobei mit einer
zunehmend stärkeren Keilachse das Wetter von Lauf zu Lauf etwas besser gerechnet
wird.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Donnerstag besteht bei den diversen Modellen eine gute
Übereinstimmung mit der Bildung des Troges über Südwesteuropa und einer
Luftmassengrenze quer über Deutschland. Dabei beträgt z.B. der Unterschied der
Lage der 0-Grad-Isotherme in 850 hPa zum Vorhersagetermin t+126 h
(Donnerstagfrüh) gerade einmal 100 km, was für diesen Zeitraum bei einer
Grenzwetterlage wirklich bemerkenswert gering ist. Von daher wird auch das
Übergreifen der Niederschläge entlang der Luftmassengrenze auf Deutschland recht
einheitlich gerechnet. Kleinere Wellenstörungen, die entlang der
Luftmassengrenze nach Nordosten ziehen, sorgen jedoch für temporär zunehmende
Unsicherheiten, da diese doch noch unterschiedlich gut erfasst werden.
Zum Freitag hin nimmt die Unsicherheit innerhalb der Globalmodelle deutlich zu,
da im Zuge des Abtropfprozesses über Südwesteuropa und dem nach Fennoskandien
ziehenden Tiefdruckgebietes über Mitteleuropa ein sehr gradientarmer Bereich
entsteht. Wann genau ein Keil von Südosten in welcher Stärke auch Deutschland
beeinflusst ist noch mit Unsicherheiten behaftet. GFS zeigen z.B. am Freitag
noch eine Troglage über Deutschland, während EZMW und ICON bereits einen Keil
über Deutschland erwarten. Zwar würde nach allen Modellen der Samstag ein
insgesamt recht freundlicher Tag werden, doch aus synoptisch vollkommen anderen
Gründen. Während GFS kühles Rückseitenwetter mit letzten Schauern zeigt, würde
sich bei ICON und EZMW zum Freitag und Samstag mit einem Keil von Süden milde
Luft in weite Bereiche Deutschlands ausbreiten. Eine sinnvolle Aussage kann
daher für das kommende Wochenende noch nicht getroffen werden.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die EPS Meteogramme zeigen in Süddeutschland eine stetige Erwärmung im Verlauf
der Mittelfrist an. Der vorläufige Höhepunkt dürfte der Donnerstag werden, wo
die Höchstwerte bis nahe 20 Grad steigen könnten. Ansonsten wird nach letzten
Niederschlägen am Dienstag ein überwiegend trockener Wetterabschnitt erwartet.
Im Südwesten und der Mitte Deutschlands hingegen deuten die Meteogramme von
Dienstag bis einschließlich Donnerstag leichten bis mäßigen Regen an und das
alles bei meist bedecktem Himmel und Maxima von 12-14 Grad. Nördlich der
Luftmassengrenze lassen die Niederschlagssignale zwar ab Mittwoch deutlich nach,
doch auch das Temperaturniveau bleibt mit Maxima von nur knapp über 10 Grad
gedämpfter. Hier wiederum ist das Windmaximum am Dienstag am deutlichsten
ausgeprägt (Median bei 6-8 m/s).
Entsprechend der Umstellung der großräumigen Wetterlage werden auch entsprechend
viele Cluster angeboten, was unter anderem dem Zerfall der Tröge in kleinere
Anteile geschuldet sein dürfte. Am Dienstag werden 5 Cluster angeboten, 3 mit
negativer und 2 mit positiver NAO, wobei die ersten drei am stärksten besetzt
sind und das Verhältnis negativ zu positiv 2/1 beträgt. Deutschland liegt bei
diesen Clustern am Südostrand eines kräftigen Troges und hat mit der Passage
einer "Kurzwelle" zu kämpfen. Jedoch sind noch geringe zeitliche Unterschiede zu
erkennen, die sowohl den Beginn als auch das Ende des Windfeldes etwas unsicher
machen.
Von Mittwoch bis Freitag werden 4 Cluster angeboten, wobei die negative NAO
zurückgeht und die positive NAO wieder an Boden gewinnt. Der größte Unterschied
am Mittwoch und Donnerstag besteht bei der Intensität und Ausrichtung der
Luftmassengrenze über Deutschland, da die entsprechenden Anomalien über dem
Mittelmeer (positive) und Fennoskandien(negative) abweichend berechnet werden.
Zum Freitag nehmen allgemein die Unsicherheiten zu, wobei die Cluster 1 und 4
Deutschland stärker von einem Trog beeinflussen lassen, während dies bei Cluster
2 kein Thema ist. Zum Samstag nimmt die Unsicherheit wieder ab, da nach allen
Clustern (nun 2 relativ gleich besetzte) ein Keil über Deutschland vorhergesagt
wird.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Beim Blick auf die EFIs fällt hinsichtlich des Parameters "Temperatur" besonders
der Donnerstag ins Auge, wo südlich der Donau deutlich erhöhte Werte zu finden
sind. Dort könnte leichter Föhn in Verbindung mit Warmluftadvektion und
zeitweiliger Einstrahlung für milde Temperaturen bis 20 Grad sorgen. Ansonsten
sind hier keine weiteren Ausschläge zu erkennen.
Beim Wind fällt vor allem der Beginn der Mittelfrist - Dienstag - ins Auge. Hier
erreicht in der Nacht zum Dienstag den Nordwesten ein sehr kräftiges Windfeld,
wo der EFI besonders an die an Belgien/Niederlande grenzenden Bereiche Werte von
über 0.8 aufweist. Am Dienstag breiten sich das Windfeld und somit auch die
erhöhten EFIS unter allmählicher Abschwächung auf weite Bereiche Deutschlands
aus (0.6-0.8). Besonders im Bergland sind dann Sturmböen wahrscheinlich, aber
auch in tieferen Lagen weht der Südwestwind teils sehr böig und in Gewitternähe
sind auch hier stürmische Böen möglich.
Beim Parameter "Niederschlag" sind im Bereich der Luftmassengrenze nur
geringfügige Ausschläge zu erkennen. Dies deutet zwar auf einen nassen
Witterungsabschnitt vom Schwarzwald bis zur Ostsee hin, außergewöhnlich hohe
Niederschlagsmengen werden aus heutiger Sicht jedoch nicht erwartet. Besonders
im Südwest-/Weststau des Schwarzwaldes und der Mittelgebirge kann jedoch
markanter Dauerregen nicht ausgeschlossen werden.
Bleibt noch abschließend zu erwähnen, dass am Dienstag im Zuge der
eingeflossenen maritimen Luftmasse und kalter Höhenluft und starker Windscherung
bei EZMW der CAPE/shear Parameter für den Westen Deutschlands anspringt und auf
die Möglichkeit erster, etwas kräftigerer Schauer/Gewitter mit Sturmböen
hinweist. Die Signale sind jedoch noch sehr gering.
COSMO-LEPS zeigt für den Dienstag besonders im Bergland moderate
Wahrscheinlichkeiten (40-50 %) für Sturmböen (Bft 8-9) aus Südwest. Im Tiefland
sind über West-Nordwest- und Norddeutschland verbreitet sehr hohe
Wahrscheinlichkeiten für Windböen (Bft 7) aus Südwest auszumachen mit
punktuellen Signalen von Bft 8. Diese sind realistisch, wenn man die
tageszeitliche Durchmischung in Verbindung mit kräftigen Schauern und einzelnen
Gewittern mit ins Kalkül zieht. Bis weit in den Mittwoch hinein bleiben die
Wahrscheinlichkeiten für Windböen (Bft 7) über Norddeutschland erhöht, bevor der
Luftdruckgradient allmählich auffächert. Zum Donnerstag bringt COSMO-LEPS erste
Föhnsignale entlang des Alpenkamms, die sich jedoch eher auf die Gipfellagen
beschränken. Ähnliches kann beim EZMW-EPS ausgemacht werden.
Beim Niederschlag zeigt EZMW-EPS von Dienstag bis Donnerstag sporadisch
geringfügige Wahrscheinlichkeiten für Dauerregen (24-std.), dies würde jedoch
aus heutiger Sicht mehr die direkten Südweststaulagen des Schwarzwaldes und der
Mittelgebirge betreffen, wo gebietsweise das Erreichen der Schwellwerte für
markanten Dauerregen nicht ausgeschlossen werden kann.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mos-MIX und EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy