SXDL31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST
SXEU31 DWAV 250800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.03.2016 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Wz, Übergang zu SWz
Unbeständig, anfangs oberhalb von 800 bis 1000m noch Schneefall möglich, ab
Samstag aber deutlich milder. In höheren Lagen zeitweise stürmische Böen.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Freitag... befindet sich Deutschland unterhalb einer leicht mäandrierenden
westlichen Höhenströmung. Darin eingebettet, überquert uns bis in die kommende
Nacht von Westen her ein Kurzwellentrog. Auf dessen Vorderseite führen PVA -
unterstützt auch von WLA - zu recht verbreiteter, allerdings nicht allzu
markanter Hebung.
Im Bodenfeld überquert uns im Tagesverlauf - korrespondierend zum Kurzwellentrog
- das weitgehend okkludierte Frontensystem eines Tiefdruckgebietes knapp
westlich von Island.
Im Vorfeld haben bereits recht verbreitet leichte Niederschläge eingesetzt, die
mehr oder weniger den ganzen Tag über anhalten und erst im Laufe des Nachmittags
im Nordwesten wieder nachlassen.
Die bis heute Abend simulierten zwölfstündigen Mengen betragen nach ICON-EU,
aber auch nach Lesart der meisten externen Modelle meist zwischen 2 und 10 mm,
in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge auch darüber (Nordschwarzwald bis
19 mm). Die Schneefallgrenze bewegt sich bei Temperaturen von knapp unter 0 Grad
in 850 hPa zwischen 800 und 1000 m, nennenswerte Neuschneemengen sind aber
aufgrund der recht warmen Böden wohl erst oberhalb von 1000 m zu erwarten, im
Schwarzwald in Staulagen bis zum späteren Abend auch bis über 10 cm.
Mit Frontannäherung bzw. -passage frischt der West- bis Südwestwind ein wenig
auf, für warnwürdige Böen (Bft. 8 bis 9) dürfte es aber wohl nur in den
Hochlagen des Schwarzwaldes und auf den Alpengipfeln reichen. COSMO_EU und GFS
simulieren präfrontal im schwäbischen Alpenvorland am Nachmittag und Abend
vorübergehend einzelne starke Böen Bft. 7, die wohl dem Leitplankeneffekt durch
die Alpen geschuldet sind.
Ansonsten steht warntechnisch aber ein ruhiger Tag an. Die Sonne zeigt sich am
ehesten am späten Nachmittag noch postfrontal im Nordwesten und die Höchstwerte
bewegen sich zwischen 5 und 11 Grad.
In der Nacht zum Samstag zieht der Kurzwellentrog südostwärts ab, gefolgt von
einem Höhenrücken, der sich - unterstützt durch WLA auf der Vorderseite eines
weiteren Langwellentroges über dem nahen Ostatlantik - über Nord- und
Westdeutschland bis nach Skandinavien nordwärts aufwölbt.
Auch im Bodenfeld weitet sich nach Abzug des Frontensystems ein Hochdruckgebiet
von Frankreich her bis nach Süddeutschland aus. Vorderseitig verstärkt sich die
bodennahe nordwestliche Anströmung vor allem im Südosten des Landes
vorübergehend, was zu stärkeren Staueffekten an den Alpen führt. ICON-EU
simuliert dort verbreitet 10 bis 15 mm, westlich des Inns in Staulagen auch bis
nahe 20 mm in 12 Stunden, im Oberallgäu in exponierten Staulagen bis 25 mm. Die
externen Modelle haben nur geringfügig geringere Mengen auf der Karte. Zumindest
im 24-Stundenzeitraum (von heute Vormittag bis Samstagvormittag) wären somit vor
allem im Oberallgäu die Kriterien für eine Dauerregenwarnung (über 40 mm) in den
Staulagen erfüllt. Auch COSMO-LEPS (von gestern, 12 UTC) zeigt schwache Signale
dafür. Allerdings dürften die Niederschläge dort weitgehend in fester Form
fallen, da sich gerade im Oberallgäu die Staulagen meist oberhalb von 800 m
befinden.
Ansonsten werden im Süden und Osten des Landes recht verbreitet nochmals Mengen
zwischen 1 und 5 mm simuliert, im Schwarzwald und südlich der Donau darüber, in
den Staulagen des Schwarzwaldes auch bis über 15 mm (allerdings nur nach
ICON-EU, die externen Modelle haben dort unter 10 mm auf der Karte). Oberhalb
von 800 m fällt meist Schnee, so dass in den süddeutschen Mittelgebirgen 1 bis 5
cm Neuschnee möglich sind, in Staulagen eventuell auch mehr. An den Alpen fallen
meist 5 bis 10 cm Neuschnee, in den höheren Staulagen (oberhalb von 1000 m) bis
15 cm, nach Westen zu (Oberallgäu) auch bis 20 cm.
Der Wind lässt mit Annäherung des Hochdruckgebietes auch auf den Bergen
Süddeutschlands allmählich wieder nach, vor allem auf den Alpengipfeln kann es
aber bis weit in die Nacht hinein noch stürmische Böen oder Sturmböen aus
Nordwest geben.
Im Nordwesten lockern die Wolken postfrontal zeitweise stärker auf, wobei sich
in der feuchten Luft dort aber gebietsweise dichter Bodennebel bilden kann. In
ungünstigen Lagen muss dort auch mit leichtem Frost und ganz vereinzelt mit
Glätte durch Überfrieren gerechnet werden.
Samstag... weitet sich der ostatlantische Langwellentrog allmählich zu den
Britischen Inseln aus. Vorderseitig kommt es zu markanter WLA, wodurch sich der
Höhenrücken über Mitteleuropa und Skandinavien noch weiter kräftigen kann,
gleichzeitig wird er aber etwas nach Osten abgedrängt, abends verläuft dessen
Achse über Südwestdeutschland hinweg nordostwärts bis zur mittleren Ostsee.
Dadurch dreht die Höhenströmung über Nordwestdeutschland auf Südwest.
Der mit dem Langwellentrog korrespondierende Tiefdruckkomplex über dem nahen
Ostatlantik weist mehrere Kerne auf, wovon einer bis zum Abend auf die Hebriden
übergreift. Die zugehörige Kaltfront überquert abends die Britischen Inseln.
Vorderseitig gelangt auch niedertroposphärisch deutlich mildere Meeresluft
subtropischen Ursprungs in den Vorhersagebereich. Die Temperatur in 850 hPa
steigt bis zum Abend auf Werte zwischen +1 Grad in Südostbayern und nahe +10
Grad am Nordrand der Eifel (sicherlich auch der föhnigen Anströmung geschuldet),
wobei ICON-EU hier die höchsten Werte simuliert, GFS hat zum 18 UTC-Termin z.B.
Werte zwischen 2 und 8 Grad auf der Karte. Das Bodenhoch über Süddeutschland
verlagert sich ostwärts, von Westen her setzt wieder leichter Druckfall ein und
die Bodenströmung dreht auf Süd bis Südwest.
Die Niederschläge im Südosten klingen bis zum frühen Nachmittag endgültig ab,
bis dahin fallen lediglich an den Alpen und im Vorland mehr als 1 mm (bis 5 mm
nach ICON-EU), wobei die Schneefallgrenze am Vormittag rasch ansteigt.
Mit Frontannäherung verschärft sich der Druckgradient im Nordwesten am
Nachmittag und Abend, im Nordseeumfeld kann es zum Abend hin erste starke
Windböen (Bft. 7) aus Süd bis Südost geben. GFS simuliert dann sogar bereits
auch im nordwestdeutschen Binnenland starke Böen und über der Nordsee erste
stürmische Böen (Bft. 8).
Vor allem im Westen und Norden dürfte sich vielerorts die Sonne durchsetzen, im
Südosten bleibt es noch länger bewölkt. Die Höchstwerte liegen im Süden und
Osten bei 7 bis 13 Grad, im Westen und Nordwesten werden 11 bis 16 Grad
erreicht, mit Föhnunterstützung am Nordrand der westlichen Mittelgebirge auch
Werte um 18 Grad.
In der Osternacht wird der Höhenrücken weiter nach Osten abgedrängt und ein
erster kurzwelliger Anteil des umfangreichen Westeuropatroges kann am
Sonntagfrüh auf Nordfrankreich und Benelux übergreifen. Vorderseitig verstärkt
sich vor allem aufgrund von PVA in der diffluent konturierten Höhenströmung die
Hebung und greift Sonntagfrüh auf den Westen und Nordwesten Deutschlands über.
Das korrespondierende Bodentief zieht allmählich über den Norden Schottlands
hinweg nordostwärts, die zugehörige Kaltfront erreicht Sonntagfrüh den Westen
Deutschlands, wobei erst in unmittelbaren Frontbereich Regen einsetzt. Recht
übereinstimmend werden bis zum 06 UTC- Termin etwa westlich einer Linie
Nordfriesland - Pfalz wenige mm simuliert, lediglich GFS lässt die Niederschläge
bereits auf den Schwarzwald übergreifen.
Der Wind frischt mit der präfrontalen Gradientverschärfung noch etwas auf. Im
Nordseeumfeld und in den Kammlagen einiger Mittelgebirge gibt es starke bis
stürmische Böen, auf exponierten Gipfeln auch Sturmböen aus Süd, auch im Lee
einiger Mittelgebirge sind starke Windböen möglich.
Vor allem im Osten und Süden, anfangs auch in den mittleren Landesteilen, bleibt
der Himmel länger klar, so dass sich örtlich dichter Nebel bilden kann. Nach
Südosten zu gibt es leichten Frost und stellenweise auch Glätte durch
Überfrieren.
Sonntag... greift der kurzwellige Randtrog am Nachmittag auf Deutschland über.
Insgesamt schwächen sich die trogvorderseitigen Hebungsprozesse über dem
Vorhersagegebiet allgemein allmählich ab, da der Trog aufgrund des vorgelagerten
Höhenrückens abgebremst und zunehmend von KLA überlaufen wird.
Rückseitig stellt sich eine westsüdwestliche Höhenströmung ein, in der ein
weiterer Kurzwellentrog bis zum Abend das Seegebiet südwestlich der Britischen
Inseln erreicht.
Das Bodentief zieht bis zum Abend allmählich weiter zur Norwegischen See, die
Kaltfront überquert Deutschland ostwärts und erreicht abends die polnische
Grenze. Dabei schwächen sich die frontgebundenen Niederschläge im Tagesverlauf
deutlich ab, im Osten und Südosten bleibt es - zumindest abseits der Alpen -
sogar vielerorts trocken. Auch sonst dürften mit Frontpassage kaum mehr als 1
bis 5 mm zusammenkommen, lediglich im Nordwesten etwas mehr.
Rückseitig gelangt allerdings am Nachmittag und Abend ein thermischer Trog mit
einem Schwall höhenkalter Meeresluft (knapp unter -30 Grad in 500 hPa und um -1
Grad in 850 hPa) in den Westen und Nordwesten des Landes. Dabei lebt dort die
Schauertätigkeit auf, auch einzelne Gewitter mit Graupel sind möglich und
tauchen entsprechend auch in den Modellinterpretationen auf.
Vor allem mit Frontpassage frischt der Wind vorübergehend stärker auf und dreht
auch West bis Nordwest. In den Niederungen kann es dann starke Windböen geben,
im Bergland stürmische Böen oder Sturmböen. Postfrontal nimmt der Wind aber
zumindest in den Niederungen rasch wieder ab. Lediglich im Westen und Nordwesten
kann es mit Aufleben der Schauer- und Gewittertätigkeit am Nachmittag und Abend
erneut starke Böen geben.
Die Sonne zeigt sich am ehesten noch präfrontal im Osten und Südosten, dort wird
es mit 15 bis 19 Grad auch am wärmsten. Postfrontal lockern die Wolken
allerdings auch wieder auf, so dass es noch für sonnige Abschnitte vor und
zwischen den Schauern reicht. Mit 8 bis 14 Grad bleibt es dort allerdings etwas
kühler.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die externen Modelle zeigen eine der deutschen Modellkette sehr ähnliche
Entwicklung. Differenzen bzgl. der simulierten Niederschläge wurden bereits im
Text diskutiert und sind weitgehend nicht warnrelevant.
Die in den Staulagen der Alpen simulierten Schneemengen entsprechen vereinzelt
auch markanten Warnkriterien. Allerdings kommen diese Mengen erst oberhalb von
1000 m zusammen, so dass im Rahmen der Einzelfallentscheidung "gelbe" Warnungen
ausreichend sein dürften.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.03.2016 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Wz, Übergang zu SWz
Unbeständig, anfangs oberhalb von 800 bis 1000m noch Schneefall möglich, ab
Samstag aber deutlich milder. In höheren Lagen zeitweise stürmische Böen.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
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Freitag... befindet sich Deutschland unterhalb einer leicht mäandrierenden
westlichen Höhenströmung. Darin eingebettet, überquert uns bis in die kommende
Nacht von Westen her ein Kurzwellentrog. Auf dessen Vorderseite führen PVA -
unterstützt auch von WLA - zu recht verbreiteter, allerdings nicht allzu
markanter Hebung.
Im Bodenfeld überquert uns im Tagesverlauf - korrespondierend zum Kurzwellentrog
- das weitgehend okkludierte Frontensystem eines Tiefdruckgebietes knapp
westlich von Island.
Im Vorfeld haben bereits recht verbreitet leichte Niederschläge eingesetzt, die
mehr oder weniger den ganzen Tag über anhalten und erst im Laufe des Nachmittags
im Nordwesten wieder nachlassen.
Die bis heute Abend simulierten zwölfstündigen Mengen betragen nach ICON-EU,
aber auch nach Lesart der meisten externen Modelle meist zwischen 2 und 10 mm,
in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge auch darüber (Nordschwarzwald bis
19 mm). Die Schneefallgrenze bewegt sich bei Temperaturen von knapp unter 0 Grad
in 850 hPa zwischen 800 und 1000 m, nennenswerte Neuschneemengen sind aber
aufgrund der recht warmen Böden wohl erst oberhalb von 1000 m zu erwarten, im
Schwarzwald in Staulagen bis zum späteren Abend auch bis über 10 cm.
Mit Frontannäherung bzw. -passage frischt der West- bis Südwestwind ein wenig
auf, für warnwürdige Böen (Bft. 8 bis 9) dürfte es aber wohl nur in den
Hochlagen des Schwarzwaldes und auf den Alpengipfeln reichen. COSMO_EU und GFS
simulieren präfrontal im schwäbischen Alpenvorland am Nachmittag und Abend
vorübergehend einzelne starke Böen Bft. 7, die wohl dem Leitplankeneffekt durch
die Alpen geschuldet sind.
Ansonsten steht warntechnisch aber ein ruhiger Tag an. Die Sonne zeigt sich am
ehesten am späten Nachmittag noch postfrontal im Nordwesten und die Höchstwerte
bewegen sich zwischen 5 und 11 Grad.
In der Nacht zum Samstag zieht der Kurzwellentrog südostwärts ab, gefolgt von
einem Höhenrücken, der sich - unterstützt durch WLA auf der Vorderseite eines
weiteren Langwellentroges über dem nahen Ostatlantik - über Nord- und
Westdeutschland bis nach Skandinavien nordwärts aufwölbt.
Auch im Bodenfeld weitet sich nach Abzug des Frontensystems ein Hochdruckgebiet
von Frankreich her bis nach Süddeutschland aus. Vorderseitig verstärkt sich die
bodennahe nordwestliche Anströmung vor allem im Südosten des Landes
vorübergehend, was zu stärkeren Staueffekten an den Alpen führt. ICON-EU
simuliert dort verbreitet 10 bis 15 mm, westlich des Inns in Staulagen auch bis
nahe 20 mm in 12 Stunden, im Oberallgäu in exponierten Staulagen bis 25 mm. Die
externen Modelle haben nur geringfügig geringere Mengen auf der Karte. Zumindest
im 24-Stundenzeitraum (von heute Vormittag bis Samstagvormittag) wären somit vor
allem im Oberallgäu die Kriterien für eine Dauerregenwarnung (über 40 mm) in den
Staulagen erfüllt. Auch COSMO-LEPS (von gestern, 12 UTC) zeigt schwache Signale
dafür. Allerdings dürften die Niederschläge dort weitgehend in fester Form
fallen, da sich gerade im Oberallgäu die Staulagen meist oberhalb von 800 m
befinden.
Ansonsten werden im Süden und Osten des Landes recht verbreitet nochmals Mengen
zwischen 1 und 5 mm simuliert, im Schwarzwald und südlich der Donau darüber, in
den Staulagen des Schwarzwaldes auch bis über 15 mm (allerdings nur nach
ICON-EU, die externen Modelle haben dort unter 10 mm auf der Karte). Oberhalb
von 800 m fällt meist Schnee, so dass in den süddeutschen Mittelgebirgen 1 bis 5
cm Neuschnee möglich sind, in Staulagen eventuell auch mehr. An den Alpen fallen
meist 5 bis 10 cm Neuschnee, in den höheren Staulagen (oberhalb von 1000 m) bis
15 cm, nach Westen zu (Oberallgäu) auch bis 20 cm.
Der Wind lässt mit Annäherung des Hochdruckgebietes auch auf den Bergen
Süddeutschlands allmählich wieder nach, vor allem auf den Alpengipfeln kann es
aber bis weit in die Nacht hinein noch stürmische Böen oder Sturmböen aus
Nordwest geben.
Im Nordwesten lockern die Wolken postfrontal zeitweise stärker auf, wobei sich
in der feuchten Luft dort aber gebietsweise dichter Bodennebel bilden kann. In
ungünstigen Lagen muss dort auch mit leichtem Frost und ganz vereinzelt mit
Glätte durch Überfrieren gerechnet werden.
Samstag... weitet sich der ostatlantische Langwellentrog allmählich zu den
Britischen Inseln aus. Vorderseitig kommt es zu markanter WLA, wodurch sich der
Höhenrücken über Mitteleuropa und Skandinavien noch weiter kräftigen kann,
gleichzeitig wird er aber etwas nach Osten abgedrängt, abends verläuft dessen
Achse über Südwestdeutschland hinweg nordostwärts bis zur mittleren Ostsee.
Dadurch dreht die Höhenströmung über Nordwestdeutschland auf Südwest.
Der mit dem Langwellentrog korrespondierende Tiefdruckkomplex über dem nahen
Ostatlantik weist mehrere Kerne auf, wovon einer bis zum Abend auf die Hebriden
übergreift. Die zugehörige Kaltfront überquert abends die Britischen Inseln.
Vorderseitig gelangt auch niedertroposphärisch deutlich mildere Meeresluft
subtropischen Ursprungs in den Vorhersagebereich. Die Temperatur in 850 hPa
steigt bis zum Abend auf Werte zwischen +1 Grad in Südostbayern und nahe +10
Grad am Nordrand der Eifel (sicherlich auch der föhnigen Anströmung geschuldet),
wobei ICON-EU hier die höchsten Werte simuliert, GFS hat zum 18 UTC-Termin z.B.
Werte zwischen 2 und 8 Grad auf der Karte. Das Bodenhoch über Süddeutschland
verlagert sich ostwärts, von Westen her setzt wieder leichter Druckfall ein und
die Bodenströmung dreht auf Süd bis Südwest.
Die Niederschläge im Südosten klingen bis zum frühen Nachmittag endgültig ab,
bis dahin fallen lediglich an den Alpen und im Vorland mehr als 1 mm (bis 5 mm
nach ICON-EU), wobei die Schneefallgrenze am Vormittag rasch ansteigt.
Mit Frontannäherung verschärft sich der Druckgradient im Nordwesten am
Nachmittag und Abend, im Nordseeumfeld kann es zum Abend hin erste starke
Windböen (Bft. 7) aus Süd bis Südost geben. GFS simuliert dann sogar bereits
auch im nordwestdeutschen Binnenland starke Böen und über der Nordsee erste
stürmische Böen (Bft. 8).
Vor allem im Westen und Norden dürfte sich vielerorts die Sonne durchsetzen, im
Südosten bleibt es noch länger bewölkt. Die Höchstwerte liegen im Süden und
Osten bei 7 bis 13 Grad, im Westen und Nordwesten werden 11 bis 16 Grad
erreicht, mit Föhnunterstützung am Nordrand der westlichen Mittelgebirge auch
Werte um 18 Grad.
In der Osternacht wird der Höhenrücken weiter nach Osten abgedrängt und ein
erster kurzwelliger Anteil des umfangreichen Westeuropatroges kann am
Sonntagfrüh auf Nordfrankreich und Benelux übergreifen. Vorderseitig verstärkt
sich vor allem aufgrund von PVA in der diffluent konturierten Höhenströmung die
Hebung und greift Sonntagfrüh auf den Westen und Nordwesten Deutschlands über.
Das korrespondierende Bodentief zieht allmählich über den Norden Schottlands
hinweg nordostwärts, die zugehörige Kaltfront erreicht Sonntagfrüh den Westen
Deutschlands, wobei erst in unmittelbaren Frontbereich Regen einsetzt. Recht
übereinstimmend werden bis zum 06 UTC- Termin etwa westlich einer Linie
Nordfriesland - Pfalz wenige mm simuliert, lediglich GFS lässt die Niederschläge
bereits auf den Schwarzwald übergreifen.
Der Wind frischt mit der präfrontalen Gradientverschärfung noch etwas auf. Im
Nordseeumfeld und in den Kammlagen einiger Mittelgebirge gibt es starke bis
stürmische Böen, auf exponierten Gipfeln auch Sturmböen aus Süd, auch im Lee
einiger Mittelgebirge sind starke Windböen möglich.
Vor allem im Osten und Süden, anfangs auch in den mittleren Landesteilen, bleibt
der Himmel länger klar, so dass sich örtlich dichter Nebel bilden kann. Nach
Südosten zu gibt es leichten Frost und stellenweise auch Glätte durch
Überfrieren.
Sonntag... greift der kurzwellige Randtrog am Nachmittag auf Deutschland über.
Insgesamt schwächen sich die trogvorderseitigen Hebungsprozesse über dem
Vorhersagegebiet allgemein allmählich ab, da der Trog aufgrund des vorgelagerten
Höhenrückens abgebremst und zunehmend von KLA überlaufen wird.
Rückseitig stellt sich eine westsüdwestliche Höhenströmung ein, in der ein
weiterer Kurzwellentrog bis zum Abend das Seegebiet südwestlich der Britischen
Inseln erreicht.
Das Bodentief zieht bis zum Abend allmählich weiter zur Norwegischen See, die
Kaltfront überquert Deutschland ostwärts und erreicht abends die polnische
Grenze. Dabei schwächen sich die frontgebundenen Niederschläge im Tagesverlauf
deutlich ab, im Osten und Südosten bleibt es - zumindest abseits der Alpen -
sogar vielerorts trocken. Auch sonst dürften mit Frontpassage kaum mehr als 1
bis 5 mm zusammenkommen, lediglich im Nordwesten etwas mehr.
Rückseitig gelangt allerdings am Nachmittag und Abend ein thermischer Trog mit
einem Schwall höhenkalter Meeresluft (knapp unter -30 Grad in 500 hPa und um -1
Grad in 850 hPa) in den Westen und Nordwesten des Landes. Dabei lebt dort die
Schauertätigkeit auf, auch einzelne Gewitter mit Graupel sind möglich und
tauchen entsprechend auch in den Modellinterpretationen auf.
Vor allem mit Frontpassage frischt der Wind vorübergehend stärker auf und dreht
auch West bis Nordwest. In den Niederungen kann es dann starke Windböen geben,
im Bergland stürmische Böen oder Sturmböen. Postfrontal nimmt der Wind aber
zumindest in den Niederungen rasch wieder ab. Lediglich im Westen und Nordwesten
kann es mit Aufleben der Schauer- und Gewittertätigkeit am Nachmittag und Abend
erneut starke Böen geben.
Die Sonne zeigt sich am ehesten noch präfrontal im Osten und Südosten, dort wird
es mit 15 bis 19 Grad auch am wärmsten. Postfrontal lockern die Wolken
allerdings auch wieder auf, so dass es noch für sonnige Abschnitte vor und
zwischen den Schauern reicht. Mit 8 bis 14 Grad bleibt es dort allerdings etwas
kühler.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die externen Modelle zeigen eine der deutschen Modellkette sehr ähnliche
Entwicklung. Differenzen bzgl. der simulierten Niederschläge wurden bereits im
Text diskutiert und sind weitgehend nicht warnrelevant.
Die in den Staulagen der Alpen simulierten Schneemengen entsprechen vereinzelt
auch markanten Warnkriterien. Allerdings kommen diese Mengen erst oberhalb von
1000 m zusammen, so dass im Rahmen der Einzelfallentscheidung "gelbe" Warnungen
ausreichend sein dürften.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff