SXDL31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 251800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.03.2016 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Nachts nachlassende Niederschläge, an den Alpen oberhalb 1000m anfangs kräftiger
Schneefall. Ostersonntag und Ostermontag wechselhaft, im Westen teilweise windig
mit Schauern und Gewittern.

Synoptische Entwicklung bis Montag 12 UTC
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Aktuell ... liegen wir in einer zyklonalen westlichen Strömung. Einem Bodentrog
mit eingelagerter Okklusion, die uns nachts von West nach Ost überqueren, folgt
rasch ein Keil nach unter dessen Vorderseite sich ein Bodenhoch nach
Süddeutschland verlagert.
Die frontalen Hebungsvorgänge werden von einem Kurzwellentrog gestützt, der uns
ebenfalls passiert, dabei aber zu den Ostalpen hin abtropft. Damit wird der
Abzug der Niederschläge nach Südosten hin gebremst, nicht zuletzt durch den sich
einstellenden Stau am Alpenrand und es regnet dort noch längere Zeit. In der
postfrontal einfließenden frischen Meeresluft mit 850 hPa Temperaturen von 0 bis
-2 Grad fällt oberhalb von 1000m Schnee, bei stärkeren Intensitäten sinkt die
Schneefallgrenze bis 800m ab.

Vor allem im Alpenstau sind größere Niederschlagsmengen möglich, teilweise 10
bis 20 mm, die aber in den entsprechend hoch gelegenen Lagen meist, oder
wenigstens teilweise als Schnee fallen, so dass dort 5 bis 10 cm, örtlich auch
um 20 cm Neuschnee möglich sind. Angesichts der Höhenlage kann mit
Einzelfallentscheidung es bei gelben Schneefallwarnungen belassen werden.

Ansonsten lockern die Wolken vor allem im Nordwesten unter dem nachfolgenden
Keil zunehmend auf, so dass sich dort in der feuchten Luft gebietsweise Nebel
bildet. Wo es längere Zeit gering bewölkt bleibt, kann es leichten Frost geben
mit lokaler Glättegefahr.

Der Südwest- bis Westwind, später teilweise nordwestliche Wind erreicht zunächst
in Kamm- und Gipfellagen in Böen teilweise Sturmstärke, flaut aber im Laufe der
Nacht ab. Die Böen beschränken sich ausgangs der Nacht wahrscheinlich auf einige
Alpengipfel, sonst ist es windschwach.

Samstag ... schwenkt der Rücken nach Deutschland herein und liegt mit seiner
Achse abends genau über uns. Er amplifiziert sich noch, was an fortgesetzter
Warmluftadvektion auf der Vorderseite des nächsten Langwellentroges über dem
Atlantik liegt, der sich langsam dem Kontinent nähert. Das Bodenhoch
verabschiedet sich schon wieder nach Österreich.

An seiner Westflanke gelangt deutlich wärmere Luft zu mit Temperaturen von rund
+5 Grad in 850 hPa, gleichzeitig legt der Gradient nach Westen hin schon wieder
etwas zu, ohne dass es zu warnwürdigen Böen reicht. Höchstens an der Nordsee,
einigen windanfälligen Regionen im Westen und auf einigen Berggipfeln sind Böen
an die Bft 7 möglich.

Die Temperaturen steigen gegenüber den Vortagen deutlich an, mit Sonne sind in
der Westhälfte und im Norden um 15 Grad zu erwarten, stellenweise auch mehr,
unter den Wolken im Südosten um 10 Grad.

Wie rasch sich die Wolken auflösen ist noch etwas fraglich, obwohl sich die
Modelle schon angeglichen haben. Im Westen und Norden dürfte, nachdem sich der
Nebel gelichtet hat, schon in der ersten Tageshälfte die Sonne häufiger zu sehen
sein, nach Südosten hin hält sich längere Zeit starke Bewölkung aus der nahe dem
abziehenden Trog auch noch Niederschläge fallen, die staubedingt verstärkt
werden. Vor allem in der ersten Tageshälfte sind am östlichen Alpenrand oberhalb
von 1000m noch 1 bis 5 cm Neuschnee möglich, nachmittags gibt es auch im
Südosten keine nennenswerten Niederschläge mehr.

In der Nacht zum Ostersonntag wird der Höhenkeil nach Osten abgedrängt. Wir
gelangen auf die Vorderseite des Langwellentroges, aus dem sich ein kurzwelliger
Anteil löst und nach Nordosten zieht. Unter dessen Vorderseite bildet sich ein
Sturmtief, das zu den Färöern zieht und dessen Kaltfront mit starker Bewölkung
und Niederschlägen den Westen erreicht. Erst unmittelbar an der Kaltfront setzt
der postfrontale Niederschlag ein, Stichwort: Anafront.
Mit Annäherung des Tiefausläufers frischt der Wind auf. An der Nordsee und im
Bergland sind starke bis stürmische Böen zu erwarten, auf dem Brocken sind
schwere Sturmböen möglich, aber auch in tiefergelegenen Regionen sind vereinzelt
7er Böen möglich.
Im Südosten kann die Temperatur auch in den leichten Frostbereich sinken,
nennenswerte Glätte gibt es aber nicht. Ansonsten ist bei klarem Himmel Nebel
möglich.

Sonntag ... greift ein weiterer Troganteil am Nachmittag und Abend auf
Deutschland über, während der Bodentrog mit eingelagerter Kaltfront zügig nach
Osten weiter zieht und abends die deutsch-polnische Grenze bereits passiert hat.

Die daran geknüpften Hebungsprozesse schwächen sich ab, da der Trog aufgrund des
vorgelagerten Höhenrückens abgebremst und der frontalen Bereich von
Kaltluftadvektion überlaufen wird.
Dabei schwächen sich auch die frontgebundenen Niederschläge im Tagesverlauf
deutlich ab, im Osten und Südosten bleibt es - zumindest abseits der Alpen -
sogar vielerorts trocken. Auch sonst dürften mit Frontpassage kaum mehr als 1
bis 5 mm zusammenkommen, lediglich im Nordwesten und Westen etwas mehr.

Rückseitig gelangt mit dem Trog ein Schwall höhenkalter Meeresluft (knapp unter
-30 Grad in 500 hPa und um -1 Grad in 850 hPa) in den Westen und Nordwesten des
Landes. Dabei lebt dort die Schauertätigkeit auf, auch einzelne Gewitter mit
Graupel sind möglich und tauchen entsprechend auch in den Modellinterpretationen
auf.

Vor allem mit Frontpassage frischt der Wind stärker auf und dreht auf West bis
Nordwest. In den Niederungen kann es starke Windböen geben, im Bergland
stürmische Böen oder Sturmböen. Postfrontal nimmt der Wind in den Niederungen
rasch wieder ab. Lediglich im Westen und Nordwesten kann es mit Aufleben der
Schauer- und Gewittertätigkeit am Nachmittag und Abend erneut starke Böen geben.


Die Sonne zeigt sich am ehesten präfrontal im Osten und Südosten, dort wird es
mit 15 bis 19 Grad auch am wärmsten. Postfrontal lockern die Wolken
allerdings auch auf, so dass es für kurze sonnige Abschnitte zwischen den
Schauern reicht. Mit 8 bis 14 Grad bleibt es dort aber kühler.

In der Nacht zum Montag zieht der Trog nach Osten durch, vor allem im Südosten
werden auf seiner Vorderseite von Niederschläge ausgelöst, sonst lassen die
Schauer tagesgangbedingt nach und es lockert stärker auf, da vor dem nächsten
Trog vorübergehend ein flacher Rücken über uns nach Osten schwenkt. Abgesehen
von vereinzeltem Frost im südlichen Bergland liegen die Minima über 0 Grad und
örtlich bildet sich dichter Nebel.

Montag ... bleibt der Langwellentrog über dem Nordatlantik erhalten. Auf seiner
Vorderseite läuft der o.e. Randtrog nach Nordosten ab mit Zyklogenese unter der
Vorderseite. Das entsprechende Sturmtief zieht über die Nordsee nach Nordosten,
während seine großteils okkludierte Front von Westen her auf Deutschland
übergreift.

Präfrontal gelangt milde Luft nach Deutschland mit +5 Grad im Südosten, während
auf der Rückseite vor allem in den Nordwesten eine etwas kühlere Meeresluftmasse
einströmt in der die Temperatur in 850 hPa auf etwas unter 0 Grad sinkt.

Auf der diffluenten Trogvorderseite werden Regenfälle ausgelöst, die sich nach
Osten ausbreiten, während es nachmittags in der postfrontal von Westen her
einfließenden erwärmten Meeresluft verstärkt instabil wird, mit Schauern und
Gewittern.
Wie weit die Niederschläge nach Osten ausgreifen, wird noch unterschiedlich
simuliert. Wahrscheinlich bleibt der Osten und Südosten außen vor, dort bleibt
es freundlicher unter leichtem Absinken.

Auf jeden Fall dürfte der Wind wieder eine größere Rolle spielen. Er frischt
schon im Laufe der Nacht im Westen auf mit ersten stärkeren Böen.
Tagsüber sind in der Westhälfte zunächst mit Annäherung der Front starke bis
stürmische Böen zu erwarten, im Bergland (schwere) Sturmböen.
Dann dürfte es mit den Schauern und Gewittern im Westen eine erneute Windzunahme
geben. Bei instabiler Schichtung und großer Scherung sind organisierte
Strukturen möglich. Bei Oberwinden von rund 45 kt in 850 hPa sind in den
Gewittern Sturmböen zu erwarten.
Entsprechend diesen Verhältnissen staffeln sich die Temperaturen.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren meist ähnlich mit den üblichen Unschärfen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner

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