SXDL31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 251800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 25.01.2016 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Ruhige Hochdruckrandlage. Sturmböen auf höheren Berggipfeln und ab der Nacht zum
Mittwoch auch an der Nordseeküste. Ansonsten vorerst keine markant zu
bewarnenden Wetterereignisse.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland zunächst noch unter einem Höhenkeil. Dieser wird
durch Warmluftadvektion an dessen Ostflanke nur noch wenig gestützt und
verabschiedet sich nach Osten. Absinken in dessen Bereich hat bereits im Westen
und in weiten Teilen Süddeutschlands zu Aufheiterungen geführt. Im äußersten
Osten hält sich noch mehrschichtige Bewölkung mit geringen Niederschlägen, die
aus der noch vorhandenen Warmluftadvektion resultieren. Dabei fällt deutlich
weniger Niederschlag, als von COSMO-EU prognostiziert wird. Unterhalb dieser
Bewölkung hat sich bereits verbreitet Mischungsnebel gebildet.
Im Süden hält sich antizyklonaler Einfluss, der aus einem ausgedehnten Bodenhoch
über dem Alpenraum resultiert. Aufgrund der dort vorhandenen geringen
Luftdruckgegensätze dürfte sich dort, wo es zunächst noch klar ist, wieder
verbreitet Nebel bilden. In diesen Gebieten ist auch noch einmal leichter Frost
möglich, wobei die vor allem in den Mittelgebirgen und in Alpennähe noch
vorhandene Schneedecke zusätzlich abkühlend wirkt. Ansonsten bleibt es
weitgehend frostfrei.
In der Nacht zum Dienstag greift eine schwache Kaltfront auf den Norden
Deutschlands über; nennenswerte Niederschläge sind nicht zu erwarten. Mit der
Annäherung der Front und deren Passage erfolgt eine Gradientzunahme, wodurch
zunächst an der Nordseeküste und ausgangs der Nacht auch an der Ostseeküste
Windböen sowie etwas weiter im Binnenland und mit Durchgang der Front an der in
exponierten Küstenlagen auch stürmische Böen auftreten können. Auf höheren
Berggipfeln kann es dann zu Böen bis Sturmstärke kommen.

Dienstag ... gelangt die Kaltfront über dem Mittelgebirgsraum ins Schleifen.
Antizyklonaler Einfluss, der zudem durch einen breiten Höhenrücken gestützt
wird, macht den Rest an Wetterwirksamkeit dieser Front zunichte. Somit dürfte es
im Frontbereich bei einigen mehrschichtigen Wolkenfeldern bleiben. An diesen ist
auch die Warmluftadvektion beteiligt, die den Höhenrücken an dessen Nordflanke
stützt. Nennenswerte Niederschläge sind nicht zu erwarten.
Nach Süden hin dürften sich Nebel und Hochnebel weitgehend auflösen, so dass
dann längere sonnige Abschnitte möglich sind.
Dabei wird es mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 8 und 14 Grad sehr mild. In
leicht föhnig begünstigten Gebieten, wie dem Rheinland, in tieferen Lagen
Südwestdeutschlands und im Alpenvorland, sind auch noch höhere Maxima möglich.
Der Wind ist in weiten Teilen Deutschlands warntechnisch kaum relevant.
Allenfalls an der Küste und auf höheren Berggipfeln könnten Windböen auftreten
(anfangs an Teilen der Ostseeküste, später am Tag an der Nordseeküste). Zum
Abend hin erfolgt mit der Annäherung eines weiteren Frontensystems eine
Gradientzunahme, so dass dann an der Nordseeküste stürmische Böen und auf
höheren Berggipfeln vor allem der nördlichen Mittelgebirge Böen bis Sturmstärke
aufkommen können.
In der Nacht zum Mittwoch greift eine in die antizyklonale Westströmung
eingelagerte Warmfront auf Deutschland über. Der damit verbundene Niederschlag
erfasst zunächst den Nordwesten und später den gesamten Norden. Wesentlich mehr
als 5 mm sollten aber nur stellenweise zusammenkommen.
Mit Annäherung und Passage der Warmfront erfolgt im Norden und in der Mitte eine
weitere Gradientzunahme, so dass bis weit ins nordwestliche und nördliche
Binnenland hinein Windböen auftreten können. An der Küste und im Bergland sind
stürmische Böen, an der nordfriesischen Küste Sturmböen und auf exponierten
Berggipfeln der nördlichen Mittelgebirge teils schwere Sturmböen möglich.
Im Süden hält sich antizyklonaler Einfluss; vor allem zu den Alpen hin kann es
noch einmal aufklaren und somit auch leichten Frost geben. Da auch in den Süden
mehr und mehr Bewölkung gelangt, ist die Nebelneigung geringer als in den
Nächten zuvor.

Mittwoch ... verbleibt das Vorhersagegebiet unter einem breiten Warmsektor.
Dieser wird durch einen Höhenrücken, der sich allmählich über Mitteleuropa
hinweg ostwärts verlagert, gestützt. Aufgrund der Nähe zur Frontalzone fällt im
Norden mitunter etwas Niederschlag, woran auch etwas Warmluftadvektion beteiligt
ist. Im späteren Tagesverlauf greift eine Kaltfront auf die mittlere Nordsee
über, so dass sich die Niederschläge im Nordwesten etwas intensivieren können.
Da der Gradient kräftig bleibt, sind im Norden und in der Mitte Windböen, an der
Küste und im Bergland zeitweise stürmische Böen und auf exponierten Berggipfeln
teils schwere Sturmböen zu erwarten. Lediglich in der Donauregion und südlich
davon bleiben die Luftdruckgegensätze noch schwach. Bedingt durch den dort noch
vorhandenen antizyklonalen Einfluss sind dort (wenn sich ggf. vorhandene
Nebelfelder aufgelöst haben) Auflockerungen und zu den Alpen hin auch
Aufheiterungen zu erwarten.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 9 bis 14 Grad. Im Alpenvorland und in den
tieferen Lagen Südwestdeutschlands sind bei leicht föhnigem Einfluss noch höhere
Maxima möglich.
In der Nacht zum Donnerstag greift von Nordwesten her leicht schleifend die o.g.
Kaltfront auf Deutschland über. Hierdurch intensivieren sich im Nordwesten und
Westen die Niederschläge. In den Staulagen der westlichen Mittelgebirge können
auch mehr als 20 mm innerhalb von 12 Stunden zusammenkommen. Eine Überschreitung
warnrelevanter Schwellenwerte zeichnet sich jedoch nicht ab.
Mit Passage der Front fächert der Gradient auf, so dass dann warnrelevante Böen
auf die Nordseeküste und die Mittelgebirgslagen beschränkt bleiben, In
exponierten Berglagen sind vor allem präfrontal und bei Frontpassage noch Böen
bis Sturmstärke möglich.
In der Donauniederung und südlich davon bleibt die schwachgradientige Lage
bestehen. Dort, wo es noch längere Zeit klar ist, kann sich noch einmal Nebel
bilden. Leichter Frost sollte allerdings auf den unmittelbaren Alpenrand und
dort vor allem schneebedeckte Alpentäler beschränkt bleiben.

Donnerstag ... greift ein in die westliche Strömung eingelagerter schwacher Trog
auf Deutschland über. Während dessen nördlicher Teil bis zum Abend bereits bis
nach Ostpolen vorankommt, hängt der südliche Teil dieses Troges über der
Iberischen Halbinsel zurück. Somit bleibt die west- bis südwestliche Strömung
über Deutschland noch bestehen, wodurch die Kaltfront nur sehr zögernd weiter
südostwärts vordringt. Hierdurch kann es vor allem über dem Mittelgebirgsraum
längere Zeit regnen. In Staulagen sind durchaus um 10 mm Niederschlag möglich.
Südlich der Donau dürfte es noch weitgehend trocken bleiben. Aber auch dort
zieht mehrschichtige Bewölkung auf, so dass Auflockerungen wahrscheinlich auf
den unmittelbaren Alpenrand beschränkt bleiben.
Nach Frontpassage gehen die Temperaturen in der unteren Troposphäre deutlich
zurück, so dass zum Abend hin in den Kammlagen der nördlichen und östlichen
Mittelgebirge die Niederschläge in Schnee übergehen können oder zumindest mit
Schnee vermischt sind.
Postfrontal schiebt sich der Keil des Azorenhochs in den Südwesten und Westen
Deutschlands, was eine weitere Gradientabnahme bewirkt. Allenfalls an der Küste
kann es dann noch zu einzelnen Windböen kommen.
Im Norden und in der Mitte setzt auch in Bodennähe ein leichter
Temperaturrückgang ein; dort bewegen sich die Temperaturen zwischen 8 und 12,
unmittelbar an der See um 6 Grad. Nach Süden hin sind noch einmal 9 bis 14 Grad
zu erwarten.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle zeigen eine weitgehend ähnliche Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten.
Auch die probabilistischen Produkte liefern keine anderen Erkenntnisse. Die
Wahrscheinlichkeit eines Dauerregenereignisses in den Staulagen der westlichen
Mittelgebirge am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag wird von Modelllauf zu
Modelllauf geringer. Nachdem bereits COSMO-EU bei weiter zurückliegenden
Modellläufen von einer Überschreitung warnrelevanter Schwellenwerte abgerückt
ist, werden auch bei COSMO-LEPS entsprechende Signale von Modelllauf zu
Modelllauf immer schwächer. Ohnehin zeigt nur das 90 Prozent-Perzentil schwache
Signale für mehr als 30 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden im Bereich des
Oberbergischen Landes.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

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