SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 270800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 27.12.2014 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
N a
Von Westen aufkommend und rasch auf den Süden und zum Teil auch die Mitte
ausgreifend Schneefälle, unterhalb von 200 Metern anfangs noch Schneeregen oder
Regen. Oberhalb davon 10 bis 15 Zentimeter Schnee, in Staulagen auch deutlich
mehr, in freien Lagen mit teils unwetterartigen Schneeverwehungen. Außerdem
auffrischender Wind mit Windböen in tieferen Lagen und Böen bis Sturmstärke im
Bergland; auf höheren Berggipfeln schwere Sturmböen. Streckenweise Glätte.


Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
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Samstag... liegt Deutschland unter einem breiten Trog, dessen Hauptachse
zunächst nach Südosteuropa gerichtet ist. Die Frontalzone verläuft westlich an
Island vorbei und über Irland und die Pyrenäen ins westliche Mittelmeer. Darin
ist ein kleinräumiges Tief eingelagert, das aktuell über Nordfrankreich liegt
und über den Westen Deutschlands zum Schwarzwald gesteuert wird. Dieses Tief
liegt entwicklungsgünstig; zudem erfolgt an dessen Vorderseite kräftige
Warmluftadvektion, so dass an eine Abschwächung dieses Tiefs vorerst nicht zu
denken ist. Dies wird auch durch Drucktendenzen bis 8 hPa innerhalb von 3
Stunden bestätigt. Der kräftige Hebungsantrieb, der durch positive
Vorticityadvektion zustande kommt, wird zudem durch Warmluftadvektion gestützt.
Diese wird erst im späteren Tagesverlauf schwächer und verlagert sich danach in
den Südosten Deutschlands.
Da abgesehen vom äußersten Westen Deutschland an der kalten Ost- und Nordflanke
dieses Tiefs verbleibt, fallen die durch dieses Tief ausgelösten Niederschläge
meist als Schnee. Lediglich in tieferen Lagen, d.h. unterhalb von etwa 200
Metern, ist ein vorübergehender Übergang in die flüssige oder Mischphase
vorstellbar. Aktuell haben diese Schneefälle bereits den Westen Deutschlands
erfasst und kommen rasch weiter ost- und südwärts voran. Bis heute Abend werden
10 bis 15, in Staulagen auch mehr als 20 Zentimeter Neuschnee erwartet. In den
Hochlagen des Schwarzwaldes sind auch mehr als 25 Zentimeter Neuschnee möglich.
Da der Wind oberhalb von 400 bis 600 Metern trocken ist, muss in freien Lagen
mit teils unwetterartigen Schneeverwehungen gerechnet werden. In mittleren und
höheren Lagen besteht außerdem die Gefahr von Schneebruch. Entsprechende
(Unwetter)warnungen sind bereits aktiv und müssen im Tagesverlauf ggf. weiter
ost- und südwärts ausgeweitet werden.
Außerdem hat im Randbereich dieses Tiefs der Wind bereits aufgefrischt, wodurch
im Westen und Süden und zum Teil auch in den mittleren Gebieten verbreitet
Windböen, im Bergland Sturmböen und auf höheren Berggipfeln schwere Sturmböen
auftreten.
Der Norden und Osten wird von dieser Entwicklung nicht beeinflusst. Am Rande
eines Hochkeils über Skandinavien sind dort sogar Auflockerungen vorstellbar.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 0 bis 3, am südlichen Oberrhein bis 5
Grad. Im Nordosten, Osten und im Bergland herrscht auch tagsüber leichter
Dauerfrost.
In der Nacht zum Sonntag verlagert sich das Tief über die Alpen hinweg südwärts.
Von Nordwesten her setzt dann Kaltluftadvektion ein. Im Bereich der westlichen
Mittelgebirge lässt die Intensität der Schneefälle allmählich nach. Bis
Sonntagfrüh können aber in Staulagen der Mittelgebirge noch einmal 5 bis knapp
10 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Dabei gehen im Laufe der Nacht auch in
tieferen Lagen die Niederschläge in Schnee über. Im Schwarzwald und an den Alpen
sind bedingt durch Stau noch 10 bis über 15 Zentimeter Neuschnee möglich. Da der
Wind nur allmählich schwächer wird und am Rande zu einem Hoch über Nordeuropa
ein kräftiger Gradient bestehen bleibt, muss nach wie vor mit Schneeverwehungen
gerechnet werden.
Im Norden und Nordosten und später auch im Nordwesten klart es verbreitet auf.
Es sind Tiefsttemperaturen zwischen 0 und -5 Grad zu erwarten. Bei klarem Himmel
und an den Alpen gibt es mäßigen Frost bis -9 Grad. In den Hochlagen der
östlichen Mittelgebirge kann es bei Aufklaren strengen Frost geben.

Sonntag... wird der infolge der heutigen Entwicklung nunmehr über Mitteleuropa
liegende Trog durch einen Vorstoß arktischer Polarluft aus dem ostgrönländischen
Raum regeneriert. Dies äußert sich in Form von kräftiger Kaltluftadvektion, die
sich nahezu überall durchsetzt. Das hieraus resultierende Absinken stützt den
Hochkeil, der sich von einem Bodenhoch über den Britischen Inseln nach
Mitteleuropa ausweitet. Hierdurch lockern dann auch in den mittleren Gebieten
und südlich der Mittelgebirge die Wolken auf. Allerdings zieht es sich, bedingt
durch schwache Warmluftadvektion, die ganz im Norden einsetzt, dort der Himmel
im Tagesverlauf wieder zu.
An der Ostflanke dieses Hochs gelangt von Skandinavien her Luft arktischen
Ursprungs nach Mitteleuropa. Diese Luftmasse ist entsprechend trocken, so dass
nur im Bereich der süddeutschen Mittelgebirge leichte Schneefälle auftreten. An
den Alpen sind staubedingt auch noch einmal 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee
möglich. Im Tagesverlauf rückt jedoch ein Höhenkeil über Island hinweg nach
Osten vor, was jedoch später der weiteren Kaltluftzufuhr vorerst den Weg
abschneidet. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen -5 bis 0 Grad. Lediglich am
Oberrhein und in Nordseenähe sind bis +2 Grad möglich. In den Hochlagen der
östlichen Mittelgebirge herrscht auch tagsüber mäßiger Dauerfrost.
In der Nacht zum Montag wird der über Mitteleuropa liegende Trog durch den
nachrückenden Höhenkeil etwas nach Osten gedrückt. In der hieraus von
Skandinavien über Deutschland hinweg nach Südeuropa eingelagerten nördlichen
Strömung ist ein weiteres kleinräumiges Tief eingelagert. Vorderseitig erfasst
erneut kräftige Warmluftadvektion weite Teile Deutschlands. Auch wenn es sich
hierbei um eine deutlich weniger heftige Entwicklung handelt als im aktuellen
Fall, so dürften hierdurch die Schneefälle von Norden her einsetzen und auch auf
den Nordosten übergreifen (wo es bisher kaum geschneit hat) und von dort aus die
mittleren Regionen Deutschlands erfassen. Dabei können durchaus bis 10, in
Staulagen auch mehr Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Allerdings ist die
genaue Zugbahn und Intensität dieses Tiefs noch etwas unsicher.
Die Temperaturen gehen auf -2 bis -8, im Bergland auf -9 bis -13 Grad zurück. Im
Süden kann es bei Aufklaren über Schnee noch kälter werden.

Montag... verlagert sich der wetterbestimmende Trog etwas nach Osten und setzt
zum Austropfen an. Mit der Ausweitung des Höhenrückens nach Skandinavien kippt
die Strömung über Mitteleuropa auf Nord-Nordost. Hierdurch strömt in den Osten
und Süden weiterhin hoch reichende Kaltluft, während sich im Nordwesten
mitteltroposphärisch etwas wärmere Luft durchsetzt.
In der niederen Troposphäre bleibt die Kaltluft jedoch überall bestehen. Mit der
Ausweitung des Bodenhochkeils nach Osten bis zum Finnischen Meerbusen dauert in
Bodennähe die nördliche bis leicht nordöstliche Strömung an. Das kleinräumige
Bodentief füllt sich über dem Nordosten Deutschlands rasch auf. Die Reste dieses
Tiefs werden von dort über die Ostalpen südwärts gesteuert. Die hierdurch
ausgelösten Schneefälle werden durch (in höheren Niveaus erfolgende)
Warmluftadvektion gestützt. Bis Montagabend sind weitere 5 bis 10, in den
Staulagen der östlichen Mittelgebirge und an den Alpen auch um 15 Zentimeter
Neuschnee möglich. Eine unwetterartige Entwicklung deutet sich in Verbindung mit
diesem Tief jedoch nicht an. Im Bereich der westlichen Mittelgebirge sollte es
jedoch nur für wenige bis etwa 5 Zentimeter Neuschnee reichen. Später lockert de
Bewölkung im Küstenbereich und im Nordosten Deutschlands auf.
An der Süd- und Westflanke dieses Tiefs frischt der Wind noch einmal auf.
Aufgrund der weniger heftigen Entwicklung sollten Windböen auf freie Lagen
beschränkt bleiben. In den Kamm- und Gipfellagen sind jedoch einzelne Sturmböen
möglich.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 0 bis -4, in Nordseenähe bis +3 Grad. Im
Südosten und im Bergland herrscht auch tagsüber mäßiger Dauerfrost um -6 Grad.
In der Nacht zum Dienstag kräftigt sich über Mitteleuropa der antizyklonale
Einfluss, wobei die nördliche Strömung am Rande des Bodenhochs mit Schwerpunkt
über Südengland und Nordfrankreich vorerst noch bestehen bleibt. Dabei stellt
sich eine zunehmend schwachgradientige Lage ein, so dass die Luftmasse zur Ruhe
kommt. Erneut von Norden einsetzende leichte Warmluftadvektion lässt jedoch von
der Nordsee her leichte Schneefälle einsetzen. Diese gehen ganz im Nordwesten in
Regen über. An den Alpen kann es noch kräftiger schneien; vor allem zu den
Ostalpen hin sind weitere 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee möglich.
Gebietsweise, d.h. vor allem südlich der Mittelgebirge und im Nordosten, kann es
jedoch aufklaren. In schneebedeckten Gebieten ist bei klarem Himmel strenger
Frost unter -10 Grad zu erwarten.

Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle zeigen eine weitgehend ähnliche Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten. So wird auch das kleinräumige Tief, das am Montag die Schneefälle
erneut aufleben lässt, von den verfügbaren Modellen ähnlich behandelt. Die oben
getroffenen Aussagen werden dabei durch probabilistische Produkte gestützt.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

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