DWD -> WARNLAGEBERICHT für Deutschland -

VHDL30 DWOG 270200
Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Samstag, 27.12.2014, 05:00 Uhr

Örtlich Glätte. Ab den Frühstunden im Westen und Südwesten teils
unwetterartige Schneefälle, in Hochlagen starke Schneeverwehungen.
Dabei starke Windböen, im Bergland Sturmböen.

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden
bis Sonntag, 28.12.2014, 05:00 Uhr:

Ein Tiefdruckgebiet verlagert sich vom Ärmelkanal kommend über
Belgien Richtung Schwarzwald. Dabei kommt es im Westen und Süden zu
teils kräftigen Schneefällen. Im Norden und Osten gerät die
eingeflossene Polarluft unter schwachen Hochdruckeinfluss.

Heute Früh gibt es gebietsweise Glätte durch überfrorene Nässe, an
den Alpen schneit es noch etwas. Im Westen und Südwesten setzt
kräftiger Schneefall ein, dabei bildet sich in den Frühstunden
zumindest oberhalb von etwa 200 bis 300 m rasch eine nennenswerte
Schneedecke, lediglich in den Niderungen Südwest- und
Westdeutschlands fällt auch Schneeregen oder Regen.
Der Wind frischt im Südwesten allmählich aus südlichen Richtungen
auf, ab den Frühstunden gibt es in freien Lagen starke Windböen Bft.
7, in den Kamm- und Gipfellagen der südwest- und westdeutschen
Mittelgebirge auch stürmische Böen oder Sturmböen Bft. 8 bis 9. Dabei
kommt es oberhalb von etwa 600 bis 800 m zunehmend zu
Schneeverwehungen.
In einigen Erzgebirgstälern kann es bei längerem Aufklaren strengen
Frost unter -10 Grad geben.

Tagsüber schneit es im Westen und Südwesten, am Nachmittag auch im
gesamten Süden teils kräftig. Im Südwesten fällt in tiefen Lagen
vorübergehend auch Schneeregen oder Regen. Dabei gibt es in
Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Südhessen
oberhalb von etwa 100 bis 400 m um 10 cm, stellenweise auch über 15
cm Neuschnee. Im höheren Bergland sind Neuschneemengen über 20 cm
möglich mit unwetterartigen Schneeverwehungen. In mittleren
Höhenlagen kann es auch zu Schneebruch kommen.
Der Wind weht im Westen und Südwesten weiterhin mäßig, in freien
Lagen auch mit starken Windböen Bft. 6 bis 7. Im Bergland West- und
Süddeutschland und auf den Alpengipfeln gibt es stürmische Böen oder
Sturmböen Bft. 8 bis 9, auf exponierten Gipfeln (Feldberg, Zugspitze)
eventuell auch mal schwere Sturmböen oder orkanartige Böen Bft. 10
bis 11. Er kommt im Südwesten und auf den Gipfeln der Alpen bzw. des
Schwarzwaldes aus West, sonst aus Südost bis Ost.
Im Norden und Osten ist, abgesehen von vereinzelter Glätte, nicht mit
Warnungen zu rechnen.

In der Nacht zum Sonntag zieht sich der Schwerpunkt der Schneefälle
mehr und mehr in die Südhälfte zurück, wobei die Intensität deutlich
nachlässt. In Südostbayern fallen dabei, wenn überhaupt, nur wenige
Zentimeter. Sonst kommen nochmals 2 bis 10 cm zusammenvor allem im
Schwarzwald, in der Schwäbischen Alb und im Allgäu auch noch bis 15
cm.
Der Wind weht im Süden und Südwesten in freien Lagen in Böen noch
stark, nach Süden zu anfangs noch aus West, sonst aus Ost bis
Nordost. In den Kamm- und Gipfellagen kann es stürmische Böen oder
Sturmböen und Schneeverwehungen geben.
In der Nordhälfte und zunehmend auch in der Mitte bleibt es trocken
und nur gebietsweise gibt es Glätte durch überfrorene Nässe. Im
Erzgebirge kann es erneut stellenweise strengen Frost geben.


Unwetterwarnung vor starkem Schneefall/starken Schneeverwehungen:
Im Westen und Südwesten aktuell einsetzender starker Schneefall,
dabei Neuschneemengen von 10 cm, oberhalb von 400 m teilweise über 15
cm innerhalb von 12 Stunden. Oberhalb 600 m gibt es starke
Schneeverwehungen im Zusammenhang mit Böen um 70 km/h (Bft 8). In
tiefen Lagen Südwestdeutschlands kann es vorübergehend auch Regen
oder Schneeregen geben.
Am frühen Vormittag auch im Bereich des Schwarzwaldes (oberhalb 800
Meter) Unwetter durch starke Schneefälle mit 20 bis 30 cm Neuschnee.
Bei zeitweisen Sturm- und schweren Sturmböen starke Schneeverwehungen
und Schneebruch.

Warnung vor Glätte:
Gebietsweise Glätte durch Schnee oder überfrierende Nässe.
.

Warnung vor Wind-/Sturmböen:
Im Westen und Süden auffrischender Südost, im Südwesten später
Südwestwind. Dabei in freien Lagen starke Windböen Bft. 7. Im
Bergland stürmische Böen oder Sturmböen Bft. 8 bis 9, auf exponierten
Gipfeln des Schwarzwaldes auch schwere Sturmböen Bft. 10.

Aktuelle Informationen zur Unwetterlage und zu den herausgegebenen
Unwetterwarnungen präsentiert Diplom-Meteorologe Christoph Hartmann
in
einem Video aus dem DWD TV-Studio (Stand: 26.12.2014 14:00 Uhr)
http://youtu.be/N6YJ6ypPcOI
Nächste Aktualisierung: spätestens Samstag, 27.12.2014, 07:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Jens Winninghoff


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