SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 231800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 23.02.2015 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
In den Hochlagen und an der Nordsee vorübergehend stürmische Böen. Im Bergland
etwas Neuschnee, nachts auch in den Niederungen Glättegefahr.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... befindet sich Deutschland vorderseitig eines umfangreichen und
langwelligen Höhentroges, der sich vom Seegebiet südöstlich Islands bis zur
Iberischen Halbinsel erstreckt. Im Laufe der Nacht verlagert er sich nur noch
zögernd ostwärts, weitet sich aber nach Süden, in den westlichen Mittelmeerraum
aus.
Am Südostrand des Troges zieht - eingebettet in die recht kräftige südwestliche
Höhenströmung - ein flacher Kurzwellentrog von England bis Dienstagfrüh zur
südwestlichen Nordsee. Die vorderseitigen Hebungsprozesse halten sich aber in
Grenzen, da KLA bereits die Advektion zyklonaler Vorticity dämpft. Ein weiterer
Kurzwellentrog, der in den Frühstunden den Ärmelkanal erreicht und in etwa auch
die Trogachse markiert, weist auf seiner diffluent konturierten Vorderseite -
unterstützt noch durch leichte WLA - mehr Hebungspotential auf.
Im Bodendruckfeld überquert das inzwischen weitgehend okkludierte Frontensystem
des mit dem Trog korrespondierenden Sturmtiefs knapp nördlich bzw. nordöstlich
von Schottland aktuell Deutschland und befindet sich um Mitternacht bereits
östlich von uns. Mit dem auffächernden Gradienten (aufgrund von KLA) im Bereich
der Front haben die frontalen Niederschläge deutlich nachgelassen. Lediglich im
Alpenraum und auch in Südostbayern wird noch etwas stärkere Hebung simuliert -
einerseits orographisch getriggert, andererseits aber auch dynamisch auf der
Vorderseite eines Kurzwellentroges, der sich Dienstagfrüh über Ostfrankreich
befindet.
Somit kommt es vor allem an den Alpen, anfangs auch noch im Bayerischen Wald zu
länger anhaltenden, aber meist nur leichten Niederschlägen, die sich in der
zweiten Nachthälfte im Allgäu auch noch etwas verstärken. COSMO_EU simuliert in
12 Stunden in den Regionen meist bis zu 5 mm, in den Staulagen der Alpen auch
etwas mehr, im Oberallgäu gar bis über 15 mm. Auch die externen Modelle zeigen
dort das Niederschlagsmaximum, allerdings mit etwas geringeren Mengen, lediglich
GFS simuliert ebenfalls bis an die 15 mm.
Die Schneefallgrenze sinkt mit der einsickernden Polarluft allmählich auf 400
bis 500 m. Darüber fallen somit meist 1 bis 5 cm, in Staulagen bis 10 cm, im
Oberallgäu gar stellenweise bis nahe 20 cm Neuschnee.
In der Osthälfte hören die sowieso nur noch leichten Niederschläge im Laufe der
Nacht ganz auf. In die West- und Nordwesthälfte ziehen mit dem oben erwähnten
flachen Kurzwellentrog in der recht hochreichend labil geschichteten Polarluft
(unter -35 Grad in 500 hPa) einzelne Schauer, teils mit Graupel, im Bergland
oberhalb von etwa 400 m als Schnee. Die Neuschneehöhen bleiben aber auch dort
meist um oder unter 5 cm, lediglich im Schwarzwald simuliert zumindest COSMO_EU
etwas höhere Mengen. Im Westen und im Nordseeumfeld sind anfangs auch kurze
Gewitter möglich.
Im Laufe der zweiten Nachthälfte lockern die Wolken auch mal stärker auf und die
nur noch leichten Schauer ziehen sich in die Südhälfte zurück bzw. lösen sich
auf.
Vor allem dort, wo die Wolken länger auflockern, kann es auch in den Niederungen
leichten Frost oder Bodenfrost und Glätte durch überfrorene Nässe geben.
Der Wind schwächt sich zunächst weiter ab, starke bis stürmische Böen (Bft. 7
bis 8) gibt es anfangs nur noch in den Gipfellagen der süd- und ostdeutschen
Mittelgebirge. Mit Annäherung des nächsten Kurzwellentrog, der sich auch im
Bodendruckfeld in Form einer leichten Austrogung bemerkbar macht, verschärft
sich im Nordwesten der Druckgradient wieder und vor allem ausgangs der Nacht
gibt es dort erste stark Windböen, im Nordseeumfeld und im Bergland auch
stürmische Böen aus Südwest.
Dienstag ... weitet sich der Langwellentrog weiter südwärts aus, wobei es zum
Abend hin erneut zu einem Cut-Off Prozess etwa über Sardinien kommt. Die
Trogachse kommt nur allmählich ostwärts voran, wobei der Trog auch bereits
leichte Abschwächungstendenzen zeigt. Der kurzwellige Anteil über dem Ärmelkanal
kommt zunächst rasch, später langsamer ostwärts voran und befindet sich abends
etwa über dem mittleren Deutschland. Er wird zunehmend von KLA überlaufen und
verliert somit zusehends an Struktur, die vorderseitigen Hebungsprozesse
schwächen sich allmählich ab. Auch die höhenkälteste Luftmasse kommt nur noch
wenig ostwärts voran.
Im Bodendruckfeld verlagert sich das Tief allmählich zur südwestnorwegischen
Küste und füllt sich langsam auf. Eine von ihm ausgehende Troglinie erreicht
mittags oder nachmittags den Nordwesten Deutschlands. Im Vorfeld dieser
Konvergenz lebt die Schauertätigkeit etwa vom späten Vormittag ab im Westen und
Nordwesten des Vorhersagegebietes wieder auf. Dabei sind in der labil
geschichteten Luftmasse erneut einzelne Schneeregen- und Graupelschauer mit
kurzen Gewittern möglich. Oberhalb von etwa 300 bis 400 m kann es auch etwas
schneien. Dabei werden aber von den Modellen recht unisono lediglich Mengen
zwischen 0 und 3 mm simuliert, ICON im Bergischen Land auch bis 5 mm. Somit
dürften die Neuschneehöhen in den westlichen Mittelgebirgen meist nur wenige
Zentimeter betragen, maximal 5 cm.
Auch an den Alpen und in Südostbayern schneit es anfangs noch, resultierend aus
den Hebungsprozessen an der Ost- bzw. Nordflanke des sich bildenden Höhentiefs
im Mittelmeerraum. Allerdings klingen die Schneefälle im Tagesverlauf von Westen
her ab. COSMO_EU simuliert nochmals bis zu 5 mm, im Berchtesgadener Land auch
mehr, ICON zeigt etwas höhere Mengen. In Staulagen können somit nach Osten zu
nochmals bis nahe 10 cm zusammen kommen.
Mit Übergreifen des Bodentroges frischt der Wind am Vormittag und Mittag noch
etwas auf. In den Niederungen West- und Norddeutschlands kann es starke
Windböen, in Schauer- und Gewitternähe kurzzeitig vereinzelt auch stürmische
Böen aus Südwest, später West geben. Im Nordseeumfeld und in einigen
Mittelgebirgslagen gibt es stürmische Böen oder Sturmböen. Bis zum Abend nimmt
der Wind aber wieder ab und beschränkt sich dann nur noch auf die Küstenregionen
und einige Mittelgebirgsgipfel.
In der Osthälfte bleibt es weitgehend trocken und vor allem dort kann sich auch
mal länger die Sonne durchsetzen, während es im Südosten Bayerns wohl ganztägig
trüb bleibt. Die Höchstwerte liegen zwischen 4 und 9 Grad mit den höchsten
werten am Oberrhein. Im Bergland und an den Alpen werden etwa 1 bis 4 Grad
erreicht.
In der Nacht zum Mittwoch wird der Trog mehr und mehr zwischen dem umfangreichen
Höhenhoch über Osteuropa und einem nachfolgenden Höhenrücken, der sich
Mittwochfrüh über den Britischen Inseln befindet, eingezwängt und befindet sich
dann mit seiner Achse ziemlich genau über dem Vorhersagegebiet. Ein weiterer
kurzwelliger Troganteil verlagert sich dabei rückseitig des Troges südostwärts
und befindet sich Mittwochfrüh über der westlichen Nordsee, wobei auf dessen
zunehmend diffluent konturierter Vorderseite vor allem über der südwestlichen
Nordsee und Benelux auch Hebung simuliert wird.
Über dem Vorhersagegebiet steigt der Luftdruck dagegen, von Westen her schiebt
sich ein flacher Hochkeil in die Südhälfte des Landes. Im Bereich des
Höhentroges bleibt aber nach wie vor eine hochreichend recht labil geschichtete
Luftmasse wetterbestimmend. Somit gibt es vor allem in der ersten Nachthälfte
und bevorzugt im Westen und Süden noch einzelne Schauer, ab etwa 200 bis 400 m
als Schnee, wobei COSMO_EU in Ostwestfalen sogar Mengen bis an die 10 mm
simuliert, die anderen, auch externen Modelle aber deutlich weniger.
Nichtsdestotrotz könnte es für Glätte und im Bergland auch für wenige Zentimeter
Neuschnee reichen.
Der Alpenraum wird zeitweise noch von Hebungsvorgängen an der Nordflanke des
Mittelmeertiefs beeinflusst. COSMO_EU simuliert dort Mengen bis über 5 mm, die
anderen Modelle allerdings weniger.
In der Früh lebt dann eventuell schon im Nordseeumfeld mit Annäherung des
nächsten Kurzwellentrog die Schauertätigkeit wieder auf. Vor allem GFS simuliert
diesen recht progressiv und entsprechend auch vom Niederrhein bis nach
Nordfriesland in den Frühstunden bereits wieder Schauer.
Der Wind spielt keine große Rolle mehr, lediglich in Schauern, in exponierten
Nordseelagen und in den Kammlagen einzelne Mittelgebirge reicht es eventuell für
starke Windböen aus West bis Südwest.
Ansonsten kann es natürlich bei länger aufgelockerter Bewölkung auch in den
Niederungen wieder Glätte durch überfrorene Nässe geben.
Mittwoch ... läuft der oben erwähnte Kurzwellentrog rückseitig in den Haupttrog
und regeneriert diesen ein wenig, so dass sich dessen Achse wieder etwas weiter
nach Westen verschiebt und sich Mittwochabend über der Westhälfte Deutschlands
befindet. Unmittelbar vorderseitig des Kurzwellentroges wird vor allem
vormittags und mittags noch einiges an Hebung simuliert, nachmittags und abends
schwinden die Hebungsprozesse mehr und mehr.
Auch im Bodendruckfeld macht sich der Kurzwellentrog in Form einer zyklonalen
Ausbuchtung bemerkbar, die mittags auf Benelux übergreift, sich dann aber
beginnt aufzufüllen und abends über Nordwestdeutschland kaum mehr auszumachen
ist.
Somit weiten sich die schauerartigen Niederschläge im Nordseeumfeld im
Vormittagsverlauf recht rasch, nachmittags dann aber kaum mehr südostwärts aus
und erreichen bis zum Abend etwa eine Linie Ostholstein-Pfälzer Wald. GFS lässt
die Niederschläge noch etwas weiter ostwärts vorankommen.
Die simulierten Niederschläge bewegen sich meist zwischen 1 und 8 mm, lediglich
GFS zeigt sogar Mengen bis an die 20 mm in den Staulagen des Bergischen Landes,
nimmt damit aber eine Außenseiterrolle ein, synoptische damit zu erklären, dass
die Bodentrogentwicklung deutlich stärker simuliert wird. Die Schneefallgrenze
dürfte etwa zwischen 200 und 500 m liegen, auch abhängig von der Intensität der
Niederschläge. In den höheren Lagen der westdeutschen Mittelgebirge sind somit
bis zu 10 cm Neuschnee (nach GFS natürlich deutlich mehr) möglich. In der
labilen Luftmasse sind auch noch einzelne kurze Gewitter möglich, bevorzugt im
Norden.
Leichte Niederschläge, ab 400 bis 500 m in Form von Schnee, gibt es wohl auch
noch direkt am Alpenrand, diese stehen noch immer in Zusammenhang mit dem
Höhentief über dem Mittelmeer, klingen aber allmählich ab und bringen nur noch
wenige Zentimeter Neuschnee, wenn überhaupt.
Ansonsten steht aber ein ruhiger Tag ins Haus. Vor allem in der Osthälfte und im
Nordosten, aber auch im Südwesten scheint auch zeitweise die Sonne. Die
Höchstwerte bewegen sich zwischen 3 und 8 Grad, am Oberrhein auch etwas darüber.
In der Nacht zum Donnerstag verlagert sich der Höhenrücken - gestützt durch WLA
auf der Vorderseite eines umfangreichen Höhentroges mit Drehzentrum bei Island -
von den Britischen Inseln weiter südostwärts und befindet sich in der Früh über
Benelux bzw. der Deutschen Bucht. Der vorgelagerte "Resttrog" über dem
Vorhersagegebiet wird somit mehr und mehr eingezwängt und füllt sich über der
Osthälfte Deutschlands allmählich auf.
Im Bodendruckfeld kann sich südwestlich von Island ein veritables Orkantief
entwickeln und erreicht am Mittwochabend um 18 UTC mit knapp 934 hPa Kerndruck
(COSMO_EU) den Höhepunkt seiner Entwicklung. Das zugehörige Frontensystem
erreicht in der Früh die westliche bzw. nördliche Nordsee und tangiert den
Vorhersagebereich noch nicht weiter.
Dort kommt es vorderseitig des Höhenrückens zu einer Wetterberuhigung. Auch im
Bodendruckfeld steigt der Luftdruck vor allem im Süden und Osten, während im
Nordwesten später allmählich Druckfall einsetzt. In der ersten Nachthälfte gibt
es im Westen noch einzelne Schauer, die im Bergland auch ein paar Zentimeter
Neuschnee geben können. Auch an den Alpen schneit es noch etwas. Ansonsten zeigt
sich der Himmel aufgelockert, teils auch gering bewölkt. Dabei kann es
verbreitet leichten, nach Süden zu auch mäßigen Frost und örtlich Glätte durch
Überfrieren geben. Vereinzelt bildet sich auch Nebel.
Mit Annäherung des Frontensystems frischt im Nordseeumfeld ausgangs der Nacht
der Wind aus Süd bis Südwest auf.
Donnerstag ... schwenkt der Höhenrücken weiter ostwärts, wird allmählich
"abgehobelt" und verläuft abends mit seiner Achse von Baden-Württemberg bis zur
Ostsee. Somit geraten der Westen und Nordwesten bereits wieder auf die
Vorderseite des nordatlantischen Höhentroges. Vorderseitige WLA sorgt dort für
Hebung.
Im Bodendruckfeld überquert das Frontensystem des abends knapp östlich von
Island gelegenen Orkantiefs unter fortschreitendem Okklusionsprozess die Nordsee
und erreicht gegen Abend den Nordwesten Deutschlands. Somit setzen dort im Laufe
des Nachmittags schauerartige Regenfälle ein, die abends etwa eine Linie
Ostholstein - Eifel erreichen. Dabei regnet es auch bis in die höchsten Lagen
der Mittelgebirge. Die Mengen betragen bis zum Abend 1 bis 6 mm.
Mit Annäherung des Frontensystems verschärft sich der Druckgradient weiter und
im Norden und Westen frischt der Wind aus Süd bis Südwest auf. Dabei kann es in
freien Lagen einzelne starke Windböen, im Nordseeumfeld und in den Kammlagen der
westlichen Mittelgebirge auch stürmische Böen geben.
Im übrigen Land herrscht unter schwachen Zwischenhocheinfluss meist ruhiges und
nach Auslaufen der Glätte- und Nebelwarnungen weitgehend warnfreies Wetter.
Länger neblig kann es vor allem im Donauraum bleiben, im Südosten Bayerns halten
sich noch dichtere Wolkenfelder. Ansonsten zeigt sich aber auch häufiger die
Sonne. Die Höchstwerte liegen zwischen 5 und 9 Grad, bei Dauernebel und in
Südostbayern bleibt es kälter.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Im Großen und Ganzen simulieren die externen Modelle eine der deutschen
Modellkette ähnliche Wetterentwicklung. Vor allem bzgl. des Bodentroges am
Mittwoch bestehen noch größere Unsicherheiten, wobei GFS dabei eine
Außenseiterrolle einnimmt.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 23.02.2015 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
In den Hochlagen und an der Nordsee vorübergehend stürmische Böen. Im Bergland
etwas Neuschnee, nachts auch in den Niederungen Glättegefahr.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... befindet sich Deutschland vorderseitig eines umfangreichen und
langwelligen Höhentroges, der sich vom Seegebiet südöstlich Islands bis zur
Iberischen Halbinsel erstreckt. Im Laufe der Nacht verlagert er sich nur noch
zögernd ostwärts, weitet sich aber nach Süden, in den westlichen Mittelmeerraum
aus.
Am Südostrand des Troges zieht - eingebettet in die recht kräftige südwestliche
Höhenströmung - ein flacher Kurzwellentrog von England bis Dienstagfrüh zur
südwestlichen Nordsee. Die vorderseitigen Hebungsprozesse halten sich aber in
Grenzen, da KLA bereits die Advektion zyklonaler Vorticity dämpft. Ein weiterer
Kurzwellentrog, der in den Frühstunden den Ärmelkanal erreicht und in etwa auch
die Trogachse markiert, weist auf seiner diffluent konturierten Vorderseite -
unterstützt noch durch leichte WLA - mehr Hebungspotential auf.
Im Bodendruckfeld überquert das inzwischen weitgehend okkludierte Frontensystem
des mit dem Trog korrespondierenden Sturmtiefs knapp nördlich bzw. nordöstlich
von Schottland aktuell Deutschland und befindet sich um Mitternacht bereits
östlich von uns. Mit dem auffächernden Gradienten (aufgrund von KLA) im Bereich
der Front haben die frontalen Niederschläge deutlich nachgelassen. Lediglich im
Alpenraum und auch in Südostbayern wird noch etwas stärkere Hebung simuliert -
einerseits orographisch getriggert, andererseits aber auch dynamisch auf der
Vorderseite eines Kurzwellentroges, der sich Dienstagfrüh über Ostfrankreich
befindet.
Somit kommt es vor allem an den Alpen, anfangs auch noch im Bayerischen Wald zu
länger anhaltenden, aber meist nur leichten Niederschlägen, die sich in der
zweiten Nachthälfte im Allgäu auch noch etwas verstärken. COSMO_EU simuliert in
12 Stunden in den Regionen meist bis zu 5 mm, in den Staulagen der Alpen auch
etwas mehr, im Oberallgäu gar bis über 15 mm. Auch die externen Modelle zeigen
dort das Niederschlagsmaximum, allerdings mit etwas geringeren Mengen, lediglich
GFS simuliert ebenfalls bis an die 15 mm.
Die Schneefallgrenze sinkt mit der einsickernden Polarluft allmählich auf 400
bis 500 m. Darüber fallen somit meist 1 bis 5 cm, in Staulagen bis 10 cm, im
Oberallgäu gar stellenweise bis nahe 20 cm Neuschnee.
In der Osthälfte hören die sowieso nur noch leichten Niederschläge im Laufe der
Nacht ganz auf. In die West- und Nordwesthälfte ziehen mit dem oben erwähnten
flachen Kurzwellentrog in der recht hochreichend labil geschichteten Polarluft
(unter -35 Grad in 500 hPa) einzelne Schauer, teils mit Graupel, im Bergland
oberhalb von etwa 400 m als Schnee. Die Neuschneehöhen bleiben aber auch dort
meist um oder unter 5 cm, lediglich im Schwarzwald simuliert zumindest COSMO_EU
etwas höhere Mengen. Im Westen und im Nordseeumfeld sind anfangs auch kurze
Gewitter möglich.
Im Laufe der zweiten Nachthälfte lockern die Wolken auch mal stärker auf und die
nur noch leichten Schauer ziehen sich in die Südhälfte zurück bzw. lösen sich
auf.
Vor allem dort, wo die Wolken länger auflockern, kann es auch in den Niederungen
leichten Frost oder Bodenfrost und Glätte durch überfrorene Nässe geben.
Der Wind schwächt sich zunächst weiter ab, starke bis stürmische Böen (Bft. 7
bis 8) gibt es anfangs nur noch in den Gipfellagen der süd- und ostdeutschen
Mittelgebirge. Mit Annäherung des nächsten Kurzwellentrog, der sich auch im
Bodendruckfeld in Form einer leichten Austrogung bemerkbar macht, verschärft
sich im Nordwesten der Druckgradient wieder und vor allem ausgangs der Nacht
gibt es dort erste stark Windböen, im Nordseeumfeld und im Bergland auch
stürmische Böen aus Südwest.
Dienstag ... weitet sich der Langwellentrog weiter südwärts aus, wobei es zum
Abend hin erneut zu einem Cut-Off Prozess etwa über Sardinien kommt. Die
Trogachse kommt nur allmählich ostwärts voran, wobei der Trog auch bereits
leichte Abschwächungstendenzen zeigt. Der kurzwellige Anteil über dem Ärmelkanal
kommt zunächst rasch, später langsamer ostwärts voran und befindet sich abends
etwa über dem mittleren Deutschland. Er wird zunehmend von KLA überlaufen und
verliert somit zusehends an Struktur, die vorderseitigen Hebungsprozesse
schwächen sich allmählich ab. Auch die höhenkälteste Luftmasse kommt nur noch
wenig ostwärts voran.
Im Bodendruckfeld verlagert sich das Tief allmählich zur südwestnorwegischen
Küste und füllt sich langsam auf. Eine von ihm ausgehende Troglinie erreicht
mittags oder nachmittags den Nordwesten Deutschlands. Im Vorfeld dieser
Konvergenz lebt die Schauertätigkeit etwa vom späten Vormittag ab im Westen und
Nordwesten des Vorhersagegebietes wieder auf. Dabei sind in der labil
geschichteten Luftmasse erneut einzelne Schneeregen- und Graupelschauer mit
kurzen Gewittern möglich. Oberhalb von etwa 300 bis 400 m kann es auch etwas
schneien. Dabei werden aber von den Modellen recht unisono lediglich Mengen
zwischen 0 und 3 mm simuliert, ICON im Bergischen Land auch bis 5 mm. Somit
dürften die Neuschneehöhen in den westlichen Mittelgebirgen meist nur wenige
Zentimeter betragen, maximal 5 cm.
Auch an den Alpen und in Südostbayern schneit es anfangs noch, resultierend aus
den Hebungsprozessen an der Ost- bzw. Nordflanke des sich bildenden Höhentiefs
im Mittelmeerraum. Allerdings klingen die Schneefälle im Tagesverlauf von Westen
her ab. COSMO_EU simuliert nochmals bis zu 5 mm, im Berchtesgadener Land auch
mehr, ICON zeigt etwas höhere Mengen. In Staulagen können somit nach Osten zu
nochmals bis nahe 10 cm zusammen kommen.
Mit Übergreifen des Bodentroges frischt der Wind am Vormittag und Mittag noch
etwas auf. In den Niederungen West- und Norddeutschlands kann es starke
Windböen, in Schauer- und Gewitternähe kurzzeitig vereinzelt auch stürmische
Böen aus Südwest, später West geben. Im Nordseeumfeld und in einigen
Mittelgebirgslagen gibt es stürmische Böen oder Sturmböen. Bis zum Abend nimmt
der Wind aber wieder ab und beschränkt sich dann nur noch auf die Küstenregionen
und einige Mittelgebirgsgipfel.
In der Osthälfte bleibt es weitgehend trocken und vor allem dort kann sich auch
mal länger die Sonne durchsetzen, während es im Südosten Bayerns wohl ganztägig
trüb bleibt. Die Höchstwerte liegen zwischen 4 und 9 Grad mit den höchsten
werten am Oberrhein. Im Bergland und an den Alpen werden etwa 1 bis 4 Grad
erreicht.
In der Nacht zum Mittwoch wird der Trog mehr und mehr zwischen dem umfangreichen
Höhenhoch über Osteuropa und einem nachfolgenden Höhenrücken, der sich
Mittwochfrüh über den Britischen Inseln befindet, eingezwängt und befindet sich
dann mit seiner Achse ziemlich genau über dem Vorhersagegebiet. Ein weiterer
kurzwelliger Troganteil verlagert sich dabei rückseitig des Troges südostwärts
und befindet sich Mittwochfrüh über der westlichen Nordsee, wobei auf dessen
zunehmend diffluent konturierter Vorderseite vor allem über der südwestlichen
Nordsee und Benelux auch Hebung simuliert wird.
Über dem Vorhersagegebiet steigt der Luftdruck dagegen, von Westen her schiebt
sich ein flacher Hochkeil in die Südhälfte des Landes. Im Bereich des
Höhentroges bleibt aber nach wie vor eine hochreichend recht labil geschichtete
Luftmasse wetterbestimmend. Somit gibt es vor allem in der ersten Nachthälfte
und bevorzugt im Westen und Süden noch einzelne Schauer, ab etwa 200 bis 400 m
als Schnee, wobei COSMO_EU in Ostwestfalen sogar Mengen bis an die 10 mm
simuliert, die anderen, auch externen Modelle aber deutlich weniger.
Nichtsdestotrotz könnte es für Glätte und im Bergland auch für wenige Zentimeter
Neuschnee reichen.
Der Alpenraum wird zeitweise noch von Hebungsvorgängen an der Nordflanke des
Mittelmeertiefs beeinflusst. COSMO_EU simuliert dort Mengen bis über 5 mm, die
anderen Modelle allerdings weniger.
In der Früh lebt dann eventuell schon im Nordseeumfeld mit Annäherung des
nächsten Kurzwellentrog die Schauertätigkeit wieder auf. Vor allem GFS simuliert
diesen recht progressiv und entsprechend auch vom Niederrhein bis nach
Nordfriesland in den Frühstunden bereits wieder Schauer.
Der Wind spielt keine große Rolle mehr, lediglich in Schauern, in exponierten
Nordseelagen und in den Kammlagen einzelne Mittelgebirge reicht es eventuell für
starke Windböen aus West bis Südwest.
Ansonsten kann es natürlich bei länger aufgelockerter Bewölkung auch in den
Niederungen wieder Glätte durch überfrorene Nässe geben.
Mittwoch ... läuft der oben erwähnte Kurzwellentrog rückseitig in den Haupttrog
und regeneriert diesen ein wenig, so dass sich dessen Achse wieder etwas weiter
nach Westen verschiebt und sich Mittwochabend über der Westhälfte Deutschlands
befindet. Unmittelbar vorderseitig des Kurzwellentroges wird vor allem
vormittags und mittags noch einiges an Hebung simuliert, nachmittags und abends
schwinden die Hebungsprozesse mehr und mehr.
Auch im Bodendruckfeld macht sich der Kurzwellentrog in Form einer zyklonalen
Ausbuchtung bemerkbar, die mittags auf Benelux übergreift, sich dann aber
beginnt aufzufüllen und abends über Nordwestdeutschland kaum mehr auszumachen
ist.
Somit weiten sich die schauerartigen Niederschläge im Nordseeumfeld im
Vormittagsverlauf recht rasch, nachmittags dann aber kaum mehr südostwärts aus
und erreichen bis zum Abend etwa eine Linie Ostholstein-Pfälzer Wald. GFS lässt
die Niederschläge noch etwas weiter ostwärts vorankommen.
Die simulierten Niederschläge bewegen sich meist zwischen 1 und 8 mm, lediglich
GFS zeigt sogar Mengen bis an die 20 mm in den Staulagen des Bergischen Landes,
nimmt damit aber eine Außenseiterrolle ein, synoptische damit zu erklären, dass
die Bodentrogentwicklung deutlich stärker simuliert wird. Die Schneefallgrenze
dürfte etwa zwischen 200 und 500 m liegen, auch abhängig von der Intensität der
Niederschläge. In den höheren Lagen der westdeutschen Mittelgebirge sind somit
bis zu 10 cm Neuschnee (nach GFS natürlich deutlich mehr) möglich. In der
labilen Luftmasse sind auch noch einzelne kurze Gewitter möglich, bevorzugt im
Norden.
Leichte Niederschläge, ab 400 bis 500 m in Form von Schnee, gibt es wohl auch
noch direkt am Alpenrand, diese stehen noch immer in Zusammenhang mit dem
Höhentief über dem Mittelmeer, klingen aber allmählich ab und bringen nur noch
wenige Zentimeter Neuschnee, wenn überhaupt.
Ansonsten steht aber ein ruhiger Tag ins Haus. Vor allem in der Osthälfte und im
Nordosten, aber auch im Südwesten scheint auch zeitweise die Sonne. Die
Höchstwerte bewegen sich zwischen 3 und 8 Grad, am Oberrhein auch etwas darüber.
In der Nacht zum Donnerstag verlagert sich der Höhenrücken - gestützt durch WLA
auf der Vorderseite eines umfangreichen Höhentroges mit Drehzentrum bei Island -
von den Britischen Inseln weiter südostwärts und befindet sich in der Früh über
Benelux bzw. der Deutschen Bucht. Der vorgelagerte "Resttrog" über dem
Vorhersagegebiet wird somit mehr und mehr eingezwängt und füllt sich über der
Osthälfte Deutschlands allmählich auf.
Im Bodendruckfeld kann sich südwestlich von Island ein veritables Orkantief
entwickeln und erreicht am Mittwochabend um 18 UTC mit knapp 934 hPa Kerndruck
(COSMO_EU) den Höhepunkt seiner Entwicklung. Das zugehörige Frontensystem
erreicht in der Früh die westliche bzw. nördliche Nordsee und tangiert den
Vorhersagebereich noch nicht weiter.
Dort kommt es vorderseitig des Höhenrückens zu einer Wetterberuhigung. Auch im
Bodendruckfeld steigt der Luftdruck vor allem im Süden und Osten, während im
Nordwesten später allmählich Druckfall einsetzt. In der ersten Nachthälfte gibt
es im Westen noch einzelne Schauer, die im Bergland auch ein paar Zentimeter
Neuschnee geben können. Auch an den Alpen schneit es noch etwas. Ansonsten zeigt
sich der Himmel aufgelockert, teils auch gering bewölkt. Dabei kann es
verbreitet leichten, nach Süden zu auch mäßigen Frost und örtlich Glätte durch
Überfrieren geben. Vereinzelt bildet sich auch Nebel.
Mit Annäherung des Frontensystems frischt im Nordseeumfeld ausgangs der Nacht
der Wind aus Süd bis Südwest auf.
Donnerstag ... schwenkt der Höhenrücken weiter ostwärts, wird allmählich
"abgehobelt" und verläuft abends mit seiner Achse von Baden-Württemberg bis zur
Ostsee. Somit geraten der Westen und Nordwesten bereits wieder auf die
Vorderseite des nordatlantischen Höhentroges. Vorderseitige WLA sorgt dort für
Hebung.
Im Bodendruckfeld überquert das Frontensystem des abends knapp östlich von
Island gelegenen Orkantiefs unter fortschreitendem Okklusionsprozess die Nordsee
und erreicht gegen Abend den Nordwesten Deutschlands. Somit setzen dort im Laufe
des Nachmittags schauerartige Regenfälle ein, die abends etwa eine Linie
Ostholstein - Eifel erreichen. Dabei regnet es auch bis in die höchsten Lagen
der Mittelgebirge. Die Mengen betragen bis zum Abend 1 bis 6 mm.
Mit Annäherung des Frontensystems verschärft sich der Druckgradient weiter und
im Norden und Westen frischt der Wind aus Süd bis Südwest auf. Dabei kann es in
freien Lagen einzelne starke Windböen, im Nordseeumfeld und in den Kammlagen der
westlichen Mittelgebirge auch stürmische Böen geben.
Im übrigen Land herrscht unter schwachen Zwischenhocheinfluss meist ruhiges und
nach Auslaufen der Glätte- und Nebelwarnungen weitgehend warnfreies Wetter.
Länger neblig kann es vor allem im Donauraum bleiben, im Südosten Bayerns halten
sich noch dichtere Wolkenfelder. Ansonsten zeigt sich aber auch häufiger die
Sonne. Die Höchstwerte liegen zwischen 5 und 9 Grad, bei Dauernebel und in
Südostbayern bleibt es kälter.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Im Großen und Ganzen simulieren die externen Modelle eine der deutschen
Modellkette ähnliche Wetterentwicklung. Vor allem bzgl. des Bodentroges am
Mittwoch bestehen noch größere Unsicherheiten, wobei GFS dabei eine
Außenseiterrolle einnimmt.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff