SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 230800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 23.02.2015 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang zu TrM

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
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Montag... lag in 300 hPa um 00 UTC ein von der Antizyklone im Azorenraum
ausgehender Rücken über den Südteilen Frankreichs und Deutschlands. Nördlich
daran schloss sich über dem Ostatlantik ein breiter Trog südlich des Höhentiefs
bei Island an. Im Tagesverlauf intensiviert sich dieser Trog bei seiner
Verlagerung nach Westeuropa; er nimmt um 24 UTC eine Position entlang des
Greenwich-Meridians ein. Die über Deutschland von West auf Südwest
zurückdrehende Höhenströmung nimmt im Verlauf der ersten Tageshälfte deutlich
zu.

Das Frontensystem des Zentraltiefs südlich von Island überquert weitgehend
okkludiert unser Land bis zum Abend.
Das Niederschlagsgebiet über der Nordwesthälfte (teils Schnee, teils Regen)
breitet sich im Verlauf des Tages weiter nach Osten und Südosten aus, wobei
nachmittags und abends Schneefall meist nur noch etwa oberhalb 400 mm (in den
mittleren Teilen) bis 900 m (im Süden) anzunehmen ist. Die aktuellen Temps
deuten nicht zwingend auf die Möglichkeit gefrierenden Regens hin; dieser ist
auch in den Pseudo-Synops des COSMO-EUs nicht enthalten, wohl aber in jenen des
OOGs über Süddeutschland, da dort die Erdbodentemperaturen markant tiefer liegen
als im Westen. Ab 07 UTC gab es im Südwesten auch die ersten -FZRA-Meldungen
(Freudenstadt). Allerdings sorgt der Temperaturtagesgang dafür, dass die
Wahrscheinlichkeit für gefrierenden Niederschlag zumindest in Bayern recht
gering ist.

Die 24stündigen Mengen nach C-EU (00 bis 24 UTC) erreichen die höchsten Werte im
Schwarzwald, in NRW und am Südwestrand des Harzes mit 21 bis 23 mm. ICON gibt
bis zu 23 mm in NRW, GFS bis 18 mm in NRW und ECMF16 bis 16 mm in NRW. Der
6stündige Schneeanteil gemäß C-EU liegt gebietsweise über 5 mm; von 06 bis 12
UTC mit teils über 10 mm in den mittleren Teilen Deutschlands (Stau am
Rothaargebirge, Harz und in Südosthessen), von 12 bis 18 UTC im Südschwarzwald
und im nördlichen Bayern und von 18 bis 24 UTC im südlichen Allgäu. ICON zeigt
diesbezüglich recht ähnliche Ergebnisse bei etwas geringeren Mengen. Das kann
man auch für das GFS konstatieren, das ebenfalls die intensivsten Schneefälle am
Vormittag simuliert, bis 9 cm Neuschnee im Bereich NRW/Hessen. Auf dieser Linie
liegen auch WRF und EURO4, wobei letzteres Modell bis 16 mm in NRW bis 12 UTC
annimmt. C-DE EPS von 00 UTC gibt von 06 bis 12 UTC im Bereich NRW/Hessen und
Westharz 100% Wahrscheinlichkeit für über 5 mm Schnee; der 03 UTC-Lauf
vergrößert diese 100%-Gebiete noch. Aus der Darstellung des Zeitraums 09 bis 15
UTC kann man gut das Ansteigen der Schneefallgrenze im mittleren Deutschland
ableiten. In den Sechsstundenzeiträumen ab 12 UTC bestehen nur noch sehr geringe
Wahrscheinlichkeiten für das Überschreiten dieser 5 mm-Schwelle.

Die relativ stärkste PVA herrscht im Westen vormittags und mittags, während dann
aber bereits KLA überlagert ist, die den PVA-Hebungsantrieb wiederum dämpft.
Mittags ist im wesentlichen nur noch in Bayern und im nordöstlichen
Baden-Württemberg WLA wirksam, abends nur noch über dem Südosten Bayerns.

Der Wind lässt im Tagesverlauf mit Frontpassage wieder nach; mittags und
nachmittags kommt es vor allem in den mittleren Teilen noch zu einzelnen Böen
Bft 7, das gleiche gilt für die Küsten, wobei mittags auch noch einzelne
stürmische Böen dort auftreten können. Auf dem Brocken bleibt es bis zum Mittag
bei orkanartigen Böen oder Orkanböen. Abends gibt es nur noch in den exponierten
Mittelgebirgslagen (Brocken, Fichtelberg, Arber, Feldberg) sowie auf der
Zugspitze Sturmböen. An der Nordsee nimmt allerdings abends mit Annäherung einer
Konvergenzlinie der SSW-Wind wieder zu und frischt mitternachts auf Bft 7 auf.



Dienstag... verlagert sich der neue Langwellentrog allmählich von West- nach
Mitteleuropa, wobei es am Abend etwa über Korsika zu einem Cut-Off-Prozess
kommt. Die Trogvorderseite ist über Deutschland strömungstechnisch ganztägig
konfluent gestaltet, wobei die Stärke der Strömung permanent abnimmt. Daher ist
nicht mit intensiven trogvorderseitigen Hebungsvorgängen zu rechnen. Die
Trogachse liegt um 24 UTC über der Westgrenze Deutschlands.

Die um 00 UTC über Großbritannien gelegene Konvergenz verlagert sich bis Mittag
nach Benelux, so dass nach vorübergehender Wetterberuhigung in der zweiten
Nachthälfte und morgens dann am Vormittag von Westen her erneut Niederschlag
aufkommt, meist Regen, oberhalb etwa 600 bis 700 Meter Schnee. Hinter der
Konvergenz lässt C-EU in der zunehmend kälteren Luft in 500 hPa (teils unter -35
Grad) ab Mittag im Westen und Südwesten auch einzelne kurze Gewitter zu.
Generell ist mit Passage der Konvergenzlinie von Westen her zunehmend
Schauerniederschlag (meist Regen, teils auch Graupel) anzunehmen.

C-EU simuliert den meisten Niederschlag im Allgäu (bis 20 mm), ICON hat im
Berchtesgadener Land bis 14 mm, GFS am Alpenrand bis 14 mm und ECMF16 bis 13 mm
im BGL.

Der südliche bis südwestliche Wind nimmt vor der Konvergenz bis Mittag bzw.
frühem Nachmittag zu, so dass dann in NRW verbreitet Böen Bft 7, vereinzelt Bft
8 erreicht werden. Im Nordwesten, vor allem um die Nordseeküsten, ist ebenfalls
mit Böen Bft 7 bis 8 zu rechnen, ebenso in vielen Mittelgebirgen. Auf dem
Brocken sind schwere Sturmböen zu erwarten. Abends ist im Flachland kaum noch
mit Böen Bft 7 zu rechnen; auf den exponierten Berggipfeln gibt es noch
Sturmböen.


Mittwoch... verlagert sich das Cut-Off-Höhentief südostwärts zum Tyrrhenischen
Meer, während der Nordteil des Troges unter Abschwächung bis zum Tagesende
Deutschland weitestgehend überquert. Ein Rücken südwestlich der Britischen
Inseln kräftigt sich und erstreckt sich um 24 UTC über England und die südliche
Nordsee nach Dänemark und Südskandinavien.

Im Trogbereich dominiert noch kalte Luft in 500 hPa und somit ist bis zum
Nachmittag noch lokal Schauerniederschlag, teils Regen, teils Graupel, in etwas
höheren Lagen auch Schnee, anzunehmen. Kurze Gewitter sind ebenfalls nicht
auszuschließen. Die östlichen Bundesländer bleiben nach C-EU weitgehend
niederschlagsfrei. Den meisten Niederschlag nehmen C-EU und ICON im Südostzipfel
Bayerns an (10 bis 15 mm). GFS sieht primär in der Südwesthälfte Niederschlag,
bis etwa 8 mm und ECMF16 bis 9 mm am Alpenrand.
Warnrelevante Windböen sind nicht in Aussicht (sich kräftigender Hochkeil über
dem Süden und auch der Mitte Deutschlands).

Modellvergleich und -einschätzung
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ICON, GFS und ECMF zeigen grundsätzlich bis 7+72h die gleiche Entwicklung über
Mitteleuropa; für Donnerstag 00 UTC fällt allerdings auf, dass der verkleinerte
Resttrog im ECMF noch direkt über Deutschland liegt (und damit langsamer ist als
im ICON und GFS) und auch noch tiefer von den Geopotentialwerten her.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch.

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