SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 250800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 25.08.2014 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
West zyklonal, Ab Montagabend bis Mittwoch früh vor allem im Westen und
Südwesten sowie in der Mitte zeit- und gebietsweise Dauerregen, Andauer,
Verteilung und Intensität im Detail noch unsicher.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Montag... herrscht über Deutschland eine westnordwestliche Höhenströmung, in
der von England und Frankreich ein flacher Rücken herangeführt wird, der sich
aber bei weiterer Ostverlagerung zusehends abschwächt.
Die Nordosthälfte Deutschlands liegt großenteils unter leichtem Absinken, so
dass es dort weitgehend trocken bleibt, teils mit sonnigen Abschnitten.
Ausgenommen davon ist der äußerste Nordosten, wo sich noch Reste höhenkalter
Luft befinden und wo von Jütland ein Randtrog bzw. ein kleinräumiges Höhentief
heranzieht, so dass sich etwa von SH zur Ostseeküste noch Schauer und örtlich
kurze Gewitter entwickeln.
Das über Frankreich heranziehende Frontensystem erreicht am späten Abend bzw. in
der Nacht zu Dienstag den Südwesten und Westen Deutschlands, wobei sich
Ostfrankreich und Benelux ein Randtief abspaltet. Die präfrontal weit
ausgreifende WLA verstärkt sich im Tagesverlauf deutlich, so dass ab Mittag oder
frühem Nachmittag im Südwesten und Westen Regen einsetzt, der sich in den
Abendstunden verstärkt und rasch ostwärts ausdehnt und bis Dienstag früh fast
den gesamten Süden und die Mitte Deutschlands erfasst. Zudem wird die WLA im
Laufe der Nacht von PVA überlagert die von kurzwelligen Troganteilen in der
allmählich auf W bis SW rückdrehenden Höhenströmung. Ausgenommen davon bleiben
wohl die Gebiete nördlich der Mittelgebirge.
Die deutsche Modellkette liefert dabei vor allem im südwestlichen Bergland
Summen um oder auch über 25 mm in 12h, was eine Dauerregenwarnung rechtfertigen
würde(für den Schwarzwald werden eng begrenz sogar Summen über 40 mm berechnet.
NAE liefert Summen um 30 mm für den Schwarzwald, aber auch für die Bereiche
Hunsrück-Eifel. Die weniger hoch auflösenden Modelle GFS und EZMW setzen die
Schwerpunkte allerdings etwas weiter im Norden an.
Darüber hinaus verschärft sich an der Südflanke des nach Deutschland ziehenden
Teiltiefs der Gradient, so dass in der zweiten nachthälfte der Südwestwind im SW
und Süden deutlich auffrischt mit Böen Bft 7(8), in Berglagen Bft 8-9, auf
exponierten Gipfeln auch Bft 10.
Dienstag... nimmt die westliche Höhenströmung bei etwas fallendem Potential
eine mehr zyklonale Struktur an. Das an der Front zumindest angedeutete erste
Teiltief verlagert sich unter Abschwächung ostwärts, ihm folgt aber von Benelux
später ein weiteres schlecht definiertes Teiltief.
Entscheidend ist dabei aber die Ausbildung einer horizontal orientierten
Tiefdruckrinne etwa über der Mitte Deutschlands bei zunehmender Frontogenese,
wobei an der markant ausgeprägten, grob über die Mitte Deutschlands verlaufenden
Fronalzone einzelne Wellen entlanglaufen. Wenngleich sie die anfangs massive
WLA, die für den ersten Niederschlagsschub sorgte, im Tagesverlauf bei der
Ostverlagerung deutlich abschwächt, so wird die Hebung, die schwerpunktmäßig
weiterhin besonders die Mitte und den Süden betrifft, nun vor allem durch die
Frontogenese und einzelne Randtröge am im Gang gehalten.
Während die deutsche Modellkette für die Mitte und den Süden bis Dienstagabend
teils 12h summen von 15 bis 25 mm liefert, bringt es GFS vom nördlichen. NRW
über den Harz bis nach Sachsen-Anhalt auf 25 bis 30 mm.
Ab den Mittagsstunden erfolgt im warmen Bereich der Luftmassengrenze von
Frankreich her eine zunehmende Labilisierung der Schichtung, bei CAPE bis 300
J/Kg und ppw um 30 mm, nimmt dann der Niederschlag im Süden mehr konvektiven
Charakter an, so dass es bei Schauern und Gewittern lokal auch Starkregen
möglich ist.
Nördlich der Mittelgebirge bleibt es großenteiils niederschlagsfrei
Im Hochschwarzwald und in den Alpen sowie auf den vorgelagerten Gipfeln sind
Böen Bft 8 bis 10 aus West bis Südwest zu erwarten.
Dienstagabend und in der Nacht zu Mittwoch verschärft sich die Situation
insbesondere nach der deutschen Modellkette.
Es schwenkt ein doppelstrukturiertes Trogsystem heran, einmal von Nordwesten,
dann von Frankreich. Vorderseitig wird kräftige dynamische Hebung induziert, die
über der starken Konfluenzzone über der Mitte die Regenintensität noch einmal
deutlich anwachsen lässt! GME,COS-DE teils 30 bis über 40 mm/12h im westl. u.
südwestl Mittelgebirgsraum, NAE RLP und mittleres BW und Bayern. Für die
Herausgabe diesbezüglicher Dauerregenwarnungen, die auch die Einbeziehung
konvektiver Ereignisse beinhaltet, werden noch weitere Modelläufe abzuwarten
sein!
Mittwoch... schwenkt der doppelstrukturierte Höhentrog nach Südosten. Damit
wird die Tiefdruckrinne, in deren Bereich es zu weiteren, teils konvektiv
durchsetzten, aber laut Numerik nicht mehr so intensiven Regenfällen kommt,
langsam nach Süden "gedrückt" und schwächt sich ab. Warnschwellen werden
vermutlich nicht mehr überschritten. Der Norden bleibt weitgehend
niederschlagsfrei Der anfangs im Süden noch mäßige bis frische, in Böen starke
bis stürmische SW-Wind lässt im Tagesverlauf nach.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die Kernfrage bleibt, wie genau die Teiltiefbildungen und wellenartigen
Entwicklungen in der Frontalzone genau ablaufen und welche Niederschlagsprozesse
letztlich daraus resultieren. Im Kurzfritzzeitraum bestehen immer noch deutliche
Differenzen hinsichtlich Intensität, Verteilung und zeitlichem Ablauf.
Aufgrund der Unsicherheiten wurden zunächst für die südwestlichen und westlichen
Gebiete aufgrund der halbwegs brauchbaren Übereinstimmung von COS-EU,GME und NAE
hinsichtlich des Dauerregenkriteriums erst einmal 12h-Dauerregenwarnungen
herausgegeben, wenngleich die Statistik hier noch zurückhaltend ist.
Für weitere Entscheidunge müssten aber die numerischen Prognosen erst einmal
stabiler werden, und auch die Probabilistik deutlichere Signale aussenden.
Inwieweit Unwettermöglich sein werden, steht noch in den Sternen.
Zumindest PEPS liefert Dienstag bis Mittwoch früh
Überschreitungswahrscheinlichkeiten von 40-50% für mehr als 30mm/24h.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Michael Goethel
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 25.08.2014 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
West zyklonal, Ab Montagabend bis Mittwoch früh vor allem im Westen und
Südwesten sowie in der Mitte zeit- und gebietsweise Dauerregen, Andauer,
Verteilung und Intensität im Detail noch unsicher.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Montag... herrscht über Deutschland eine westnordwestliche Höhenströmung, in
der von England und Frankreich ein flacher Rücken herangeführt wird, der sich
aber bei weiterer Ostverlagerung zusehends abschwächt.
Die Nordosthälfte Deutschlands liegt großenteils unter leichtem Absinken, so
dass es dort weitgehend trocken bleibt, teils mit sonnigen Abschnitten.
Ausgenommen davon ist der äußerste Nordosten, wo sich noch Reste höhenkalter
Luft befinden und wo von Jütland ein Randtrog bzw. ein kleinräumiges Höhentief
heranzieht, so dass sich etwa von SH zur Ostseeküste noch Schauer und örtlich
kurze Gewitter entwickeln.
Das über Frankreich heranziehende Frontensystem erreicht am späten Abend bzw. in
der Nacht zu Dienstag den Südwesten und Westen Deutschlands, wobei sich
Ostfrankreich und Benelux ein Randtief abspaltet. Die präfrontal weit
ausgreifende WLA verstärkt sich im Tagesverlauf deutlich, so dass ab Mittag oder
frühem Nachmittag im Südwesten und Westen Regen einsetzt, der sich in den
Abendstunden verstärkt und rasch ostwärts ausdehnt und bis Dienstag früh fast
den gesamten Süden und die Mitte Deutschlands erfasst. Zudem wird die WLA im
Laufe der Nacht von PVA überlagert die von kurzwelligen Troganteilen in der
allmählich auf W bis SW rückdrehenden Höhenströmung. Ausgenommen davon bleiben
wohl die Gebiete nördlich der Mittelgebirge.
Die deutsche Modellkette liefert dabei vor allem im südwestlichen Bergland
Summen um oder auch über 25 mm in 12h, was eine Dauerregenwarnung rechtfertigen
würde(für den Schwarzwald werden eng begrenz sogar Summen über 40 mm berechnet.
NAE liefert Summen um 30 mm für den Schwarzwald, aber auch für die Bereiche
Hunsrück-Eifel. Die weniger hoch auflösenden Modelle GFS und EZMW setzen die
Schwerpunkte allerdings etwas weiter im Norden an.
Darüber hinaus verschärft sich an der Südflanke des nach Deutschland ziehenden
Teiltiefs der Gradient, so dass in der zweiten nachthälfte der Südwestwind im SW
und Süden deutlich auffrischt mit Böen Bft 7(8), in Berglagen Bft 8-9, auf
exponierten Gipfeln auch Bft 10.
Dienstag... nimmt die westliche Höhenströmung bei etwas fallendem Potential
eine mehr zyklonale Struktur an. Das an der Front zumindest angedeutete erste
Teiltief verlagert sich unter Abschwächung ostwärts, ihm folgt aber von Benelux
später ein weiteres schlecht definiertes Teiltief.
Entscheidend ist dabei aber die Ausbildung einer horizontal orientierten
Tiefdruckrinne etwa über der Mitte Deutschlands bei zunehmender Frontogenese,
wobei an der markant ausgeprägten, grob über die Mitte Deutschlands verlaufenden
Fronalzone einzelne Wellen entlanglaufen. Wenngleich sie die anfangs massive
WLA, die für den ersten Niederschlagsschub sorgte, im Tagesverlauf bei der
Ostverlagerung deutlich abschwächt, so wird die Hebung, die schwerpunktmäßig
weiterhin besonders die Mitte und den Süden betrifft, nun vor allem durch die
Frontogenese und einzelne Randtröge am im Gang gehalten.
Während die deutsche Modellkette für die Mitte und den Süden bis Dienstagabend
teils 12h summen von 15 bis 25 mm liefert, bringt es GFS vom nördlichen. NRW
über den Harz bis nach Sachsen-Anhalt auf 25 bis 30 mm.
Ab den Mittagsstunden erfolgt im warmen Bereich der Luftmassengrenze von
Frankreich her eine zunehmende Labilisierung der Schichtung, bei CAPE bis 300
J/Kg und ppw um 30 mm, nimmt dann der Niederschlag im Süden mehr konvektiven
Charakter an, so dass es bei Schauern und Gewittern lokal auch Starkregen
möglich ist.
Nördlich der Mittelgebirge bleibt es großenteiils niederschlagsfrei
Im Hochschwarzwald und in den Alpen sowie auf den vorgelagerten Gipfeln sind
Böen Bft 8 bis 10 aus West bis Südwest zu erwarten.
Dienstagabend und in der Nacht zu Mittwoch verschärft sich die Situation
insbesondere nach der deutschen Modellkette.
Es schwenkt ein doppelstrukturiertes Trogsystem heran, einmal von Nordwesten,
dann von Frankreich. Vorderseitig wird kräftige dynamische Hebung induziert, die
über der starken Konfluenzzone über der Mitte die Regenintensität noch einmal
deutlich anwachsen lässt! GME,COS-DE teils 30 bis über 40 mm/12h im westl. u.
südwestl Mittelgebirgsraum, NAE RLP und mittleres BW und Bayern. Für die
Herausgabe diesbezüglicher Dauerregenwarnungen, die auch die Einbeziehung
konvektiver Ereignisse beinhaltet, werden noch weitere Modelläufe abzuwarten
sein!
Mittwoch... schwenkt der doppelstrukturierte Höhentrog nach Südosten. Damit
wird die Tiefdruckrinne, in deren Bereich es zu weiteren, teils konvektiv
durchsetzten, aber laut Numerik nicht mehr so intensiven Regenfällen kommt,
langsam nach Süden "gedrückt" und schwächt sich ab. Warnschwellen werden
vermutlich nicht mehr überschritten. Der Norden bleibt weitgehend
niederschlagsfrei Der anfangs im Süden noch mäßige bis frische, in Böen starke
bis stürmische SW-Wind lässt im Tagesverlauf nach.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die Kernfrage bleibt, wie genau die Teiltiefbildungen und wellenartigen
Entwicklungen in der Frontalzone genau ablaufen und welche Niederschlagsprozesse
letztlich daraus resultieren. Im Kurzfritzzeitraum bestehen immer noch deutliche
Differenzen hinsichtlich Intensität, Verteilung und zeitlichem Ablauf.
Aufgrund der Unsicherheiten wurden zunächst für die südwestlichen und westlichen
Gebiete aufgrund der halbwegs brauchbaren Übereinstimmung von COS-EU,GME und NAE
hinsichtlich des Dauerregenkriteriums erst einmal 12h-Dauerregenwarnungen
herausgegeben, wenngleich die Statistik hier noch zurückhaltend ist.
Für weitere Entscheidunge müssten aber die numerischen Prognosen erst einmal
stabiler werden, und auch die Probabilistik deutlichere Signale aussenden.
Inwieweit Unwettermöglich sein werden, steht noch in den Sternen.
Zumindest PEPS liefert Dienstag bis Mittwoch früh
Überschreitungswahrscheinlichkeiten von 40-50% für mehr als 30mm/24h.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Michael Goethel