SXDL33 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 24.02.2016 um 10.30 UTC



Weitestgehender Zwischenhocheinfluss am Wochenende, im Norden kühl, im Süden
milder und an den Alpen Föhn. Zu Beginn der kommenden Woche vielerorts
unbeständig, teils bis in tiefe Lagen Schnee.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 02.03.2016


Am Samstag weitet sich der umfangreiche Langwellentrog in seinem westlichen Teil
über dem Atlantik südwärts in Richtung Iberische Halbinsel aus und tropft dort
dann auch ab. In diesem Zusammenhang intensiviert sich über der Biskaya ein
Bodentief. Höhen- und Bodentief verlagern sich im weiteren Verlauf Richtung
westliches Mittelmeer. Deutschland ist zunächst von diesem Entwicklungen noch
nicht betroffen, hier herrscht im Einflussbereich einer Hochdruckbrücke zwischen
einem Keil des Atlantikhochs, der von den Britischen Inseln bis nach Island
reicht, und der Hochdruckzone über Osteuropa/Russland ruhiges, trockenes und
häufig auch freundliches Wetter. An den Alpen stellt sich eine Föhnsituation mit
Föhnsturm auf den Alpengipfeln ein. Während damit im Süden eher milde Luftmassen
vorherrschen, gelangt in die mittleren und nördlichen Landesteile mit einer
östlichen Bodenströmung eher kühlere Luft.

Am Sonntag verlagern sich Höhentrog und Bodentief ins westliche Mittelmeer, an
dessen Vorderseite sorgt durchaus markante Warmluftadvektion für zunehmende
Bewölkung nicht nur südlich der Alpen sondern auch im Süden Deutschlands, die im
Tagesverlauf mit teils leichten Niederschläge (im Bergland Schnee) auch auf die
Mitte Deutschlands übergreifen kann, am direkten Alpenrand bleibt es bei
südlicher Anströmung noch teils föhnig. Im Norden Deutschlands herrscht mit der
Nähe zur Hochdruckbrücke, die sich allerdings etwas Richtung Skandinavien
zurückzieht, weiterhin störungsfreies und gebietsweise recht freundliches
Wetter.

Am Montag und Dienstag hängt der Langwellentrog in seinem Südteil zunehmend
zurück und erstreckt sich dann von der westafrikanischen Mittelmeerregion bis
ins Baltikum. Die korrespondierende Bodentiefzone verlagert ihren Schwerpunkt
dabei vom westlichen Mittelmeer/Golf von Genua nordostwärts über die Alpen und
den Südosten Deutschlands Richtung Baltikum/Westrussland. Es kommt somit zu
einer Vb-ähnlichen Situation, bei der Aufgleitniederschläge vor allem auf den
Süden und Südosten, teils auch den Osten des Vorhersagegebietes übergreifen.
Dabei fließt dann mit einer allmählich auf Nordost bis Nord drehenden
Bodenströmung zunehmend kältere Festlandsluft ein. Die im Süden und Osten
gebietsweise auch kräftigen bzw. andauernden Niederschläge können dann
voraussichtlich bis in recht tiefe Lagen als Schnee fallen. Der Nordwesten
bleibt von dieser Entwicklung durch die Hochdruckbrücke ausgehend vom Azorenhoch
über Teilen Westeuropas bis nach Skandinavien weitestgehend unberührt. Zum
Dienstag weitet sich der Keil des Azorenhochs aus und sorgt in weiten Teilen
Deutschlands für Wetterberuhigung, auch im Südosten klingen die Niederschläge
zunehmend ab. Die Achse des Höhentroges verlagert sich auch in ihrem Südteil im
Laufe des Dienstages über dem Mittelmeer allmählich ostwärts und macht Platz für
einen Höhenkeil, der sich von Westeuropa und dem westlichen Südeuropa in
Richtung Nordeuropa streckt.

Am Mittwoch nähert sich von Nordwesten bereits wieder ein eher kurzwelliger
Anteil des Langwellentroges über dem nördlichen Europa, nach Süden hin kann der
Höhen- und Bodenhochkeil anfangs noch etwas dagegen halten, im weiteren
Tagesverlauf greift dann aber auch dort das Frontensystem des dazugehörenden
Bodentiefs, dessen Zentrum sich dann vor der norwegischen Westküste befindet,
über. Postfrontal fließen hochreichend kalte, labile und damit zu Schauern
neigende Luftmassen ein.

Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum deutet sich eine zyklonale
West- bis Nordwestlage an, die allgemein mit eher unbeständigem, im Nordosten
kühlerem, im Südwesten eher milderem Wetter einhergehen würde.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des aktuellen 00 UTC-Laufes des EZWM zu seinen Vorläufern ist bis
einschließlich Montag sehr gut, die Trog-Keil-Strukturen sowie die
Bodendruckvorhersage sind nahezu identisch. Nachfolgend treten leichte
Phasenunterschiede auf, so wird z.B. auch das Tief, das sich ab Sonntag vom Golf
von Genua nordostwärts in Richtung Baltikum bzw. Westrussland verlagert, am
Dienstag etwas schwächer vorhergesagt. Des Weiteren wird der Keil des
Azorenhochs, der sich am Mittwoch bereits nach den Vorläufen Richtung Alpen
ausweiten und als Zwischenhocheinfluss eine vorübergehende Wetterberuhigung
bringen sollte, im aktuellsten EZMW-Lauf deutlich markanter auch in der
Südhälfte Deutschlands simuliert. Demnach würde das Übergreifen eines neuen
Troges bzw. Frontensystems am Mittwoch von Nordwesten/Westen verzögert.

Im erweiterten Mittelfristzeitraum vom Donnerstag bis zum darauffolgenden
Samstag werden die Unterschiede dann recht deutlich und die Vorhersage ist
demnach noch sehr unsicher.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Im Vergleich zum EZMW zeigen auch die anderen Globalmodelle (ICON und GFS) zum
Wochenende keine signifikanten, d.h. prognoserelevanten Unterschiede. Zu
Wochenbeginn zeigen sich Abweichungen in der Simulation des Tiefs nördlich der
Alpen, das dann weiter in Richtung Nordosten ziehen soll. Dieses Tief wird
sowohl von ICON als auch vom GFS etwas kräftiger entwickelt (ICON um ca. 5 hPa,
GFS sogar um knapp 10 hPa tiefer), GFS verlagert es zudem zeitweise weiter
westlich, also mit weniger Ostkomponente. Damit läge auch der
Niederschlagsschwerpunkt am Montag/Dienstag weiter westlich. Nachfolgend ähneln
sich die Prognosen von EZMW und ICON wieder recht gut, GFS dagegen regeneriert
den Langwellentrog schneller und der vom EZMW "geplante" Bodenhochkeil wird so
nicht simuliert.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse des EZMW zeigt für den ersten Vorhersagezeitraum von Samstag
und Sonntag (+72 bis +96 h), wobei keine prognoserelevanten Unterschiede für
Deutschland zu erkennen sind. Im Folgezeitraum von Montag bis Mittwoch (+120 bis
++168 h) wird nur ein Cluster angeboten, so dass die Prognose der Vb-artigen
Tiefentwicklung und die nachfolgende Wetterberuhigung unter Zwischenhocheinfluss
als recht sicher angesehen werden kann. Im erweiterten Mittelfristzeitraum
(Donnerstag bis Samstag, +192 bis +240 h) werden zwar erneut 3 Cluster
angeboten, für Deutschland ergibt sich aber aus allem eine zyklonale West- bis
Nordwestlage.

Die Betrachtung der Rauchfahnen zeigt ebenfalls eine relativ gut Bündelung der
Einzellösungen bis einschließlich Dienstag, natürlich nimmt der Spread bereits
ab Sonntag allmählich zu, aber wenn man sich die Mehrheit der Einzellösungen
anschaut, ergeben sich keine größeren Unterschiede und sowohl der
deterministische als auch der Kontrolllauf sind gut im "Ensembleschwerpunkt"
platziert. Ab Mittwoch weitet sich der Spread dann deutlich, der Schwerpunkt
tendiert allerdings eher nach tieferem Geopotenzial. Insgesamt sind Aussagen im
erweiterten Mittelfristzeitraum recht unsicher.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Samstag und zunächst auch am Sonntag Föhn in den Alpen, dabei in höheren
Lagen starke bis stürmische Böen, auf den Alpengipfeln teils schwere Sturmböen
(Bft 10), mit zunehmenden Tiefdruckeinfluss im Laufe des Sonntags bzw. zu
Wochenbeginn im Bergland und an den Küsten starke bis stürmische Böen (Bft 7 bis
8).

Am Montag voraussichtlich im Süden und Osten teils bis in recht tiefe Lagen
Schnee, teils auch andauernd und gebietsweise kräftig. Daher gebietsweise
mäßiger Schneefall möglich, nach derzeitigem Kenntnisstand wären davon Teile
Thüringens und Sachsens, Baden-Württembergs oder auch der Alpenrand betroffen.
Diese Aussagen sind aber noch mit größeren Unsicherheiten behaftet. Am Dienstag
klingen die Schneefälle allmählich ab.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW, EZMW-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger

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