SXDL31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST
SXEU31 DWAV 241800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 24.02.2016 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Nachts und am Donnerstag im Süden teils markante Schneefälle, dabei örtlich über
20 cm Neuschnee.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... liegt Deutschland an der Südwestflanke eines umfangreichen
Höhentroges über Nordeuropa, wobei von Nordwesten her maritime Luft polaren
Ursprungs in den Vorhersagebereich gelangt. Dabei verlagert sich im Laufe der
Nacht ein kurzwelliger Randtrog von England über Frankreich bis nach
Südwestdeutschland. Vorderseitig sorgt vor allem WLA für Hebung und somit für
Aufgleitprozesse, die im Laufe der Nacht auf den Süden Deutschlands übergreifen.
Im Bodenfeld manifestiert sich diese Entwicklung in Form eines flachen
Tiefdruckgebietes, das sich im Laufe der Nacht unter leichter Vertiefung von der
bretonischen Küste ostsüdostwärts verlagert und in der Früh als langgestreckte
Tiefdruckrinne etwa vom Schweizer Mittelland bis ins Tiroler Oberland verläuft.
Entlang und vor allem nördlich dieser Rinne setzen im Laufe der Nacht von Westen
her Niederschläge ein, die sich über weite Teile Baden-Württembergs und über den
Westen und Süden Bayerns ausbreiten und in der Früh in etwa eine Linie Nordbaden
- Mittelfranken - Oberpfalz - östliches Oberbayern erreichen.
ICON_EU simuliert vor allem südlich der Donau bis ins westliche Oberbayern
reichend Mengen zwischen 8 und 15 mm in 12 Stunden, am Hochrhein sowie vom
Bodensee bis ins Unterallgäu sogar bis zu 18 mm. Die externen Modelle haben
meist etwas geringere Mengen auf der Karte bei allerdings ähnlicher
Schwerpunktsetzung.
Überwiegend sollten die Niederschläge auch als Schnee fallen. Lediglich der
äußerste Süden (Hochrhein, Bodensee, Oberallgäu) gelangt vorübergehend in den
Einflussbereich der etwas milderen Luftmasse im Bereich der Tiefdruckrinne. Dort
steigt die Schneefallgrenze auf etwa 600 m.
Ansonsten fallen recht verbreitet 1 bis 10 cm Neuschnee, südlich der Donau vor
allem in Lagen oberhalb von 600 m auch bis 15 cm, im Südschwarzwald, in
Oberschwaben und im westlichen Allgäu bis an die 20 cm (SNOW12 dort mit mehr als
15 mm in fester Phase in 12 Stunden). Entsprechend ist auch für einige Regionen
bereits eine markante Schneefallwarnung aktiv.
Ruhiger verläuft die Nacht in den übrigen Regionen. Tagesgangbedingt lässt die
Schaueraktivität nach und beschränkt sich weitgehend auf die Küstenregionen
sowie auf die Nordränder der Mittelgebirge, dazu fächert der Gradient ein wenig
auf, so dass auch die starken Windböen an den Küsten kaum mehr auftreten
dürften.
Ein weiterer kurzwelliger Randtrog erreicht in der Früh die Deutsche Bucht und
mit ihm auch eine höhenkältere Luftmasse (-34 Grad in 500 hPa), was im
Nordseeumfeld eventuell zu einem leichten Aufleben der Schauertätigkeit führt,
kurze Gewitter nicht ausgeschlossen.
Verbreitet gibt es leichten, im Bergland oder bei längerem Aufklaren auch
mäßigen Frost und vor allem dort, wo es vorher geschauert hat, auch Glätte, im
Nordweststau der Mittelgebirge können die Schauer auch noch wenige Zentimeter
Neuschnee bringen.
Donnerstag ... verlagern sich der Randtrog über Südwestdeutschland und mit ihm
die Aufgleitprozesse rasch ostwärts, der Kurzwellentrog über der Nordsee greift
auf Norddeutschland über und zieht ebenfalls ostwärts.
Im Bodenfeld zieht die Tiefdruckrinne über den Nordalpen rasch ostwärts und
füllt sich auf, von Westen her steigt im Vorhersagegebiet der Luftdrucketwas an
und in den Südwesten Deutschlands schiebt sich ein flacher Höhenrücken.
Somit lassen die am Vormittag noch teils mäßigen Schneefälle (GFS hat sogar am
Vormittag die höchsten Mengen auf der Karte) im Tagesverlauf von Nordwesten her
allmählich wieder nach, dauern aber im südlichen Alpenvorland und an den Alpen
noch bis weit in die Nacht zum Freitag mit nur noch leichter Intensität an.
SNOW12 simuliert zwischen 06 und 18 UTC im südlichen Alpenvorland von
Oberschwaben bis zur Mangfall nochmals 8 bis 12 mm in fester Form, im Stau des
Oberallgäus auch mehr, die externen Modelle habe ähnliche bzw. etwas geringere
Mengen auf der Karte. Somit sind allgemein entlang und südlich der Donau
nochmals 1 bis 5 cm, im südlichen Alpenvorland 5 bis 15 cm Neuschnee zu
erwarten, in Staulagen des Oberallgäus bis an die 20 cm.
In den Norden und in die mittleren Landesteile gelangt mit dem Trog erneut ein
Schwall höhenkälterer und somit auch bis in 450 bis 500 hPa labil geschichteter
Luft. Dort lebt im Tagesverlauf die Schauertätigkeit wieder auf, wobei die
Schauer meist als Schneeregen, Schnee oder Graupel fallen und vereinzelt auch
von kurzen Gewittern mit starken Windböen begleitet sein können. Im Bergland
können - vor allem im Nordweststau - ein paar Zentimeter Neuschnee fallen, in
tiefen Lagen reicht es aufgrund der bodennah einströmenden milden Nordseeluft
nur vorübergehend für Glätte durch Schnee- und Graupelmatsch.
Die Sonne zeigt sich vor allem in einem Streifen von Rheinland-Pfalz bis nach
Ostsachsen, dort bleibt es auch überwiegend trocken. Die Höchstwerte liegen bei
Dauerschneefall im Süden um 0 Grad, sonst zwischen 2 und 6 Grad, mit Sonne auch
knapp darüber.
In der Nacht zum Freitag zieht der Kurzwellentrog rasch ostwärts ab und wir
gelangen auf die Vorderseite eines Höhenrückens, der bis Freitagfrüh die
Britischen Inseln überquert.
Im Bodenfeld kommt es ebenfalls zu Druckanstieg ein flaches Hochdruckgebiet
verlagert sich bis Freitagfrüh von Frankreich her nach Bayern.
Somit klingen die Schauer im Norden und in der Mitte allmählich ab und
beschränken sich später weitgehend auf die Küstenregionen, wo die "warme"
Unterlage noch länger für eine Labilisierung der Luftmasse sorgt.
Auch an den Alpen und im Alpenvorland kommen die Schneefälle mehr und mehr zum
Erliegen, dabei reicht es am unmittelbaren Alpenrand noch für einige Zentimeter
Neuschnee.
Die Wolken lockern verstärkt auf, teilweise klart es auch auf. Dabei gibt es
verbreitet leichten bis mäßigen Frost. Im Schwarzwald, in der Schwäbischen Alb
und in den Allgäuer Alpen ist bei Aufklaren über Schnee auch strenger Frost
nicht ausgeschlossen.
Glätte durch Überfrieren tritt vor allem dort auf, wo es tagsüber Schauer gab,
stellenweise kann es auch Reifglätte geben. Örtlich bildet sich Nebel.
Freitag ... verlagert sich der Höhenrücken ins westliche Mitteleuropa, während
es westlich der Britischen Inseln zu einer Austrogung bis zur Iberischen
Halbinsel kommt.
Im Bodenfeld verlagert sich das flache Hochdruckgebiet allmählich nach
Südosteuropa, dabei reicht weiterhin eine ebenfalls flache Hochdruckbrücke über
die Mitte des Landes hinweg nach Nordwestdeutschland.
An deren Nordostflanke gelangt nach wie vor maritime und labil geschichtete
Polarluft in den Norden und Nordosten des Landes, so dass es dort im
Tagesverlauf erneut einzelne Schneeregen-, Schnee- und Graupelschauer gibt. Auch
im Mittelgebirgsraum kann es mit orographischer Unterstützung noch für einzelne
unergiebige Schauer reichen. Für Gewitter dürfte die Labilität nicht mehr
ausreichend sein, zumal im Tagesverlauf auch von Südwesten her mit
Keilannäherung Stabilisierung einsetzt.
Vor allem entlang und südlich des Mains scheint unter Hochdruckeinfluss dagegen
häufig die Sonne, vielleicht abgesehen vom Alpenrand, wo es auch noch ein paar
Schneeflocken geben kann.
Die Höchstwerte ändern sich in der kalten Meeresluft gegenüber dem Vortag kaum
und bewegen sich weiterhin zwischen 2 und 7 Grad, im Bergland um 0 Grad.
In der Nacht zum Samstag wird der Höhenrücken über dem westlichen Mitteleuropa
von einem flachen Randtrog überlaufen, der von Nordwesten her nach
Norddeutschland zieht, sich aber mangels Hebungsantrieb als kaum wetterwirksam
erweist. Währenddessen tropft der westeuropäische Höhentrog über der Iberischen
Halbinsel ab, dabei wird der Rücken aufgrund von WLA gestützt und kann sich noch
etwas verstärken.
Im Bodenfeld kommt es im Rahmen des Abtropfprozesses aufgrund markanter Hebung
(WLA und PVA- Induziert) zu einer kräftigen Zyklogenese im Süden der Biskaya.
Dabei setzt auch im Südwesten Deutschlands Druckfall ein, während sich die
Hochdruckbrücke allmählich nach Norddeutschland verlagert.
Das hat eine leichte Gradientverschärfung zur Folge. Somit frischt der Wind aus
Ost bis Südost auf, in den östlichen und südöstlichen Mittelgebirgen setzt der
"Böhmische" ein. Wahrscheinlich reicht es aber auch in den Kammlagen noch nicht
für warnwürdige Böen.
Mit der Nordwärtsverlagerung der Hochdruckbrücke wird auch an den Küsten mehr
und mehr die Advektion der maritimen Polarluft gekappt und die Schauer klingen
rasch ab. Die Nacht verläuft allgemein ruhig, wobei sich bei klarem Himmel
stellenweise Nebel bilden kann. Verbreitet gibt es leichten bis mäßigen, in
einigen Alpentälern über Schnee eventuell auch strengen Frost. Glätte durch
Überfrieren tritt nur ganz vereinzelt auf, da die meisten Straßenbeläge wohl
abgetrocknet sein dürften.
Samstag ... zieht der nicht wirklich wetterwirksame Randtrog über Nord- und
Ostdeutschland hinweg nach Polen. Das kräftige Höhentief über der Iberischen
Halbinsel verlagert sein Drehzentrum allmählich Richtung Balearen. Der
Höhenrücken an dessen Nordostflanke nimmt dadurch mehr und mehr eine horizontale
Neigung ein und kann sich aufgrund der WLA noch verstärken. Seine Achse
erstreckt sich am Samstag, 18 UTC von der Adria über Südwestdeutschland und
Belgien bis nach Südengland.
Im Bodenfeld weitet sich - ausgehend vom kräftigen Tief vor der französischen
Biskayaküste - eine Tiefdruckrinne bis nach Süddeutschland aus, während die
flache Hochdruckbrücke über dem äußersten Norden Deutschlands noch etwas nach
Norden verdrängt wird. Dabei dreht die Bodenströmung auf Südost bis Ost, wobei
vor allem in den Norden und Osten zunehmend recht kühle Festlandsluft, an den
Alpen wird es föhnig.
Mit der weiteren Gradientverschärfung ist in den kamm- und Gipfellagen mit
ersten stürmischen Böen aus Südost bis Ost zu rechnen, auf exponierten Gipfeln
kann es auch Sturmböen geben, auf den Alpengipfeln sind Sturmböen aus Süd
möglich.
Im Nordosten ist es noch locker bewölkt, auch in den Südwesten ziehen später
erste hohe Wolkenfelder. Ansonsten scheint aber verbreitet die Sonne.
Die Temperaturen steigen im Norden und Osten auf 3 bis 7 Grad, im Südwesten und
Süden werden 5 bis 9 Grad erreicht, an den Alpen und im südlichen Vorland mit
Föhnunterstützung auch zweistellige Werte.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Die externen Modelle simulieren eine der deutschen Modellkette ähnliche
Wetterentwicklung. Die Unterschiede - vor allem die Intensität der Niederschläge
in der kommenden Nacht und am Donnerstag betreffend - wurden bereits im Text
besprochen und sind im Großen und Ganzen nicht warnrelevant.
Genau genommen werden seitens ICON_EU Schneemengen simuliert, die bei idealen
Bedingungen (Frost von Beginn an und Pulverschnee) auch Unwetterkriterien
überschreiten könnten. Von einer entsprechenden Warnung wurde aber abgesehen, da
sich die Temperaturen nur um den Gefrierpunkt bewegen dürften und somit der
Schnee relativ feucht bleiben sollte, entsprechend dürfte eine RR-Menge von 1 mm
kaum mehr als 1 cm Neuschnee produzieren.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 24.02.2016 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Nachts und am Donnerstag im Süden teils markante Schneefälle, dabei örtlich über
20 cm Neuschnee.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... liegt Deutschland an der Südwestflanke eines umfangreichen
Höhentroges über Nordeuropa, wobei von Nordwesten her maritime Luft polaren
Ursprungs in den Vorhersagebereich gelangt. Dabei verlagert sich im Laufe der
Nacht ein kurzwelliger Randtrog von England über Frankreich bis nach
Südwestdeutschland. Vorderseitig sorgt vor allem WLA für Hebung und somit für
Aufgleitprozesse, die im Laufe der Nacht auf den Süden Deutschlands übergreifen.
Im Bodenfeld manifestiert sich diese Entwicklung in Form eines flachen
Tiefdruckgebietes, das sich im Laufe der Nacht unter leichter Vertiefung von der
bretonischen Küste ostsüdostwärts verlagert und in der Früh als langgestreckte
Tiefdruckrinne etwa vom Schweizer Mittelland bis ins Tiroler Oberland verläuft.
Entlang und vor allem nördlich dieser Rinne setzen im Laufe der Nacht von Westen
her Niederschläge ein, die sich über weite Teile Baden-Württembergs und über den
Westen und Süden Bayerns ausbreiten und in der Früh in etwa eine Linie Nordbaden
- Mittelfranken - Oberpfalz - östliches Oberbayern erreichen.
ICON_EU simuliert vor allem südlich der Donau bis ins westliche Oberbayern
reichend Mengen zwischen 8 und 15 mm in 12 Stunden, am Hochrhein sowie vom
Bodensee bis ins Unterallgäu sogar bis zu 18 mm. Die externen Modelle haben
meist etwas geringere Mengen auf der Karte bei allerdings ähnlicher
Schwerpunktsetzung.
Überwiegend sollten die Niederschläge auch als Schnee fallen. Lediglich der
äußerste Süden (Hochrhein, Bodensee, Oberallgäu) gelangt vorübergehend in den
Einflussbereich der etwas milderen Luftmasse im Bereich der Tiefdruckrinne. Dort
steigt die Schneefallgrenze auf etwa 600 m.
Ansonsten fallen recht verbreitet 1 bis 10 cm Neuschnee, südlich der Donau vor
allem in Lagen oberhalb von 600 m auch bis 15 cm, im Südschwarzwald, in
Oberschwaben und im westlichen Allgäu bis an die 20 cm (SNOW12 dort mit mehr als
15 mm in fester Phase in 12 Stunden). Entsprechend ist auch für einige Regionen
bereits eine markante Schneefallwarnung aktiv.
Ruhiger verläuft die Nacht in den übrigen Regionen. Tagesgangbedingt lässt die
Schaueraktivität nach und beschränkt sich weitgehend auf die Küstenregionen
sowie auf die Nordränder der Mittelgebirge, dazu fächert der Gradient ein wenig
auf, so dass auch die starken Windböen an den Küsten kaum mehr auftreten
dürften.
Ein weiterer kurzwelliger Randtrog erreicht in der Früh die Deutsche Bucht und
mit ihm auch eine höhenkältere Luftmasse (-34 Grad in 500 hPa), was im
Nordseeumfeld eventuell zu einem leichten Aufleben der Schauertätigkeit führt,
kurze Gewitter nicht ausgeschlossen.
Verbreitet gibt es leichten, im Bergland oder bei längerem Aufklaren auch
mäßigen Frost und vor allem dort, wo es vorher geschauert hat, auch Glätte, im
Nordweststau der Mittelgebirge können die Schauer auch noch wenige Zentimeter
Neuschnee bringen.
Donnerstag ... verlagern sich der Randtrog über Südwestdeutschland und mit ihm
die Aufgleitprozesse rasch ostwärts, der Kurzwellentrog über der Nordsee greift
auf Norddeutschland über und zieht ebenfalls ostwärts.
Im Bodenfeld zieht die Tiefdruckrinne über den Nordalpen rasch ostwärts und
füllt sich auf, von Westen her steigt im Vorhersagegebiet der Luftdrucketwas an
und in den Südwesten Deutschlands schiebt sich ein flacher Höhenrücken.
Somit lassen die am Vormittag noch teils mäßigen Schneefälle (GFS hat sogar am
Vormittag die höchsten Mengen auf der Karte) im Tagesverlauf von Nordwesten her
allmählich wieder nach, dauern aber im südlichen Alpenvorland und an den Alpen
noch bis weit in die Nacht zum Freitag mit nur noch leichter Intensität an.
SNOW12 simuliert zwischen 06 und 18 UTC im südlichen Alpenvorland von
Oberschwaben bis zur Mangfall nochmals 8 bis 12 mm in fester Form, im Stau des
Oberallgäus auch mehr, die externen Modelle habe ähnliche bzw. etwas geringere
Mengen auf der Karte. Somit sind allgemein entlang und südlich der Donau
nochmals 1 bis 5 cm, im südlichen Alpenvorland 5 bis 15 cm Neuschnee zu
erwarten, in Staulagen des Oberallgäus bis an die 20 cm.
In den Norden und in die mittleren Landesteile gelangt mit dem Trog erneut ein
Schwall höhenkälterer und somit auch bis in 450 bis 500 hPa labil geschichteter
Luft. Dort lebt im Tagesverlauf die Schauertätigkeit wieder auf, wobei die
Schauer meist als Schneeregen, Schnee oder Graupel fallen und vereinzelt auch
von kurzen Gewittern mit starken Windböen begleitet sein können. Im Bergland
können - vor allem im Nordweststau - ein paar Zentimeter Neuschnee fallen, in
tiefen Lagen reicht es aufgrund der bodennah einströmenden milden Nordseeluft
nur vorübergehend für Glätte durch Schnee- und Graupelmatsch.
Die Sonne zeigt sich vor allem in einem Streifen von Rheinland-Pfalz bis nach
Ostsachsen, dort bleibt es auch überwiegend trocken. Die Höchstwerte liegen bei
Dauerschneefall im Süden um 0 Grad, sonst zwischen 2 und 6 Grad, mit Sonne auch
knapp darüber.
In der Nacht zum Freitag zieht der Kurzwellentrog rasch ostwärts ab und wir
gelangen auf die Vorderseite eines Höhenrückens, der bis Freitagfrüh die
Britischen Inseln überquert.
Im Bodenfeld kommt es ebenfalls zu Druckanstieg ein flaches Hochdruckgebiet
verlagert sich bis Freitagfrüh von Frankreich her nach Bayern.
Somit klingen die Schauer im Norden und in der Mitte allmählich ab und
beschränken sich später weitgehend auf die Küstenregionen, wo die "warme"
Unterlage noch länger für eine Labilisierung der Luftmasse sorgt.
Auch an den Alpen und im Alpenvorland kommen die Schneefälle mehr und mehr zum
Erliegen, dabei reicht es am unmittelbaren Alpenrand noch für einige Zentimeter
Neuschnee.
Die Wolken lockern verstärkt auf, teilweise klart es auch auf. Dabei gibt es
verbreitet leichten bis mäßigen Frost. Im Schwarzwald, in der Schwäbischen Alb
und in den Allgäuer Alpen ist bei Aufklaren über Schnee auch strenger Frost
nicht ausgeschlossen.
Glätte durch Überfrieren tritt vor allem dort auf, wo es tagsüber Schauer gab,
stellenweise kann es auch Reifglätte geben. Örtlich bildet sich Nebel.
Freitag ... verlagert sich der Höhenrücken ins westliche Mitteleuropa, während
es westlich der Britischen Inseln zu einer Austrogung bis zur Iberischen
Halbinsel kommt.
Im Bodenfeld verlagert sich das flache Hochdruckgebiet allmählich nach
Südosteuropa, dabei reicht weiterhin eine ebenfalls flache Hochdruckbrücke über
die Mitte des Landes hinweg nach Nordwestdeutschland.
An deren Nordostflanke gelangt nach wie vor maritime und labil geschichtete
Polarluft in den Norden und Nordosten des Landes, so dass es dort im
Tagesverlauf erneut einzelne Schneeregen-, Schnee- und Graupelschauer gibt. Auch
im Mittelgebirgsraum kann es mit orographischer Unterstützung noch für einzelne
unergiebige Schauer reichen. Für Gewitter dürfte die Labilität nicht mehr
ausreichend sein, zumal im Tagesverlauf auch von Südwesten her mit
Keilannäherung Stabilisierung einsetzt.
Vor allem entlang und südlich des Mains scheint unter Hochdruckeinfluss dagegen
häufig die Sonne, vielleicht abgesehen vom Alpenrand, wo es auch noch ein paar
Schneeflocken geben kann.
Die Höchstwerte ändern sich in der kalten Meeresluft gegenüber dem Vortag kaum
und bewegen sich weiterhin zwischen 2 und 7 Grad, im Bergland um 0 Grad.
In der Nacht zum Samstag wird der Höhenrücken über dem westlichen Mitteleuropa
von einem flachen Randtrog überlaufen, der von Nordwesten her nach
Norddeutschland zieht, sich aber mangels Hebungsantrieb als kaum wetterwirksam
erweist. Währenddessen tropft der westeuropäische Höhentrog über der Iberischen
Halbinsel ab, dabei wird der Rücken aufgrund von WLA gestützt und kann sich noch
etwas verstärken.
Im Bodenfeld kommt es im Rahmen des Abtropfprozesses aufgrund markanter Hebung
(WLA und PVA- Induziert) zu einer kräftigen Zyklogenese im Süden der Biskaya.
Dabei setzt auch im Südwesten Deutschlands Druckfall ein, während sich die
Hochdruckbrücke allmählich nach Norddeutschland verlagert.
Das hat eine leichte Gradientverschärfung zur Folge. Somit frischt der Wind aus
Ost bis Südost auf, in den östlichen und südöstlichen Mittelgebirgen setzt der
"Böhmische" ein. Wahrscheinlich reicht es aber auch in den Kammlagen noch nicht
für warnwürdige Böen.
Mit der Nordwärtsverlagerung der Hochdruckbrücke wird auch an den Küsten mehr
und mehr die Advektion der maritimen Polarluft gekappt und die Schauer klingen
rasch ab. Die Nacht verläuft allgemein ruhig, wobei sich bei klarem Himmel
stellenweise Nebel bilden kann. Verbreitet gibt es leichten bis mäßigen, in
einigen Alpentälern über Schnee eventuell auch strengen Frost. Glätte durch
Überfrieren tritt nur ganz vereinzelt auf, da die meisten Straßenbeläge wohl
abgetrocknet sein dürften.
Samstag ... zieht der nicht wirklich wetterwirksame Randtrog über Nord- und
Ostdeutschland hinweg nach Polen. Das kräftige Höhentief über der Iberischen
Halbinsel verlagert sein Drehzentrum allmählich Richtung Balearen. Der
Höhenrücken an dessen Nordostflanke nimmt dadurch mehr und mehr eine horizontale
Neigung ein und kann sich aufgrund der WLA noch verstärken. Seine Achse
erstreckt sich am Samstag, 18 UTC von der Adria über Südwestdeutschland und
Belgien bis nach Südengland.
Im Bodenfeld weitet sich - ausgehend vom kräftigen Tief vor der französischen
Biskayaküste - eine Tiefdruckrinne bis nach Süddeutschland aus, während die
flache Hochdruckbrücke über dem äußersten Norden Deutschlands noch etwas nach
Norden verdrängt wird. Dabei dreht die Bodenströmung auf Südost bis Ost, wobei
vor allem in den Norden und Osten zunehmend recht kühle Festlandsluft, an den
Alpen wird es föhnig.
Mit der weiteren Gradientverschärfung ist in den kamm- und Gipfellagen mit
ersten stürmischen Böen aus Südost bis Ost zu rechnen, auf exponierten Gipfeln
kann es auch Sturmböen geben, auf den Alpengipfeln sind Sturmböen aus Süd
möglich.
Im Nordosten ist es noch locker bewölkt, auch in den Südwesten ziehen später
erste hohe Wolkenfelder. Ansonsten scheint aber verbreitet die Sonne.
Die Temperaturen steigen im Norden und Osten auf 3 bis 7 Grad, im Südwesten und
Süden werden 5 bis 9 Grad erreicht, an den Alpen und im südlichen Vorland mit
Föhnunterstützung auch zweistellige Werte.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Die externen Modelle simulieren eine der deutschen Modellkette ähnliche
Wetterentwicklung. Die Unterschiede - vor allem die Intensität der Niederschläge
in der kommenden Nacht und am Donnerstag betreffend - wurden bereits im Text
besprochen und sind im Großen und Ganzen nicht warnrelevant.
Genau genommen werden seitens ICON_EU Schneemengen simuliert, die bei idealen
Bedingungen (Frost von Beginn an und Pulverschnee) auch Unwetterkriterien
überschreiten könnten. Von einer entsprechenden Warnung wurde aber abgesehen, da
sich die Temperaturen nur um den Gefrierpunkt bewegen dürften und somit der
Schnee relativ feucht bleiben sollte, entsprechend dürfte eine RR-Menge von 1 mm
kaum mehr als 1 cm Neuschnee produzieren.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff