SXDL33 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 26.12.2015 um 10.30 UTC



Überwiegend Hochdruckeinfluss. Allmählich etwas kälter mit Frost in den Nächten.
Vor allem im östlichen Bergland und in den Alpen etwas Neuschnee.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 02.01.2016


Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums am Dienstag liegt Deutschland
im Bereich eines Höhenrückens, der vom Mittelmeer bis nach Skandinavien reicht.
Dieser stützt ein kräftiges Hochdruckgebiet mit Schwerpunkt über Finnland und
dem Baltikum. Dabei herrscht in 850 hPa zunächst noch relativ milde Luft mit
Temperaturen zwischen 1 und 6 Grad. Bodennah macht sich allerdings auf der
Südwestflanke des Hochs schon die auf Ost drehende Strömung bemerkbar, mit der
kältere Luft einfließt.
Am Mittwoch ändert sich an der Strömungskonstellation in der Höhe wenig. Das
Hoch kann sich noch etwas kräftigen und verlagert seinen Schwerpunkt Richtung
Ost- und Nordosteuropa, wobei Deutschland in dessen Einflussbereich verbleibt.
Die südöstliche Strömung hält bodennah weiter an, so dass die Höchstwerte noch
etwas niedriger liegen dürften als am Vortag.

Am Donnerstag (Silvester) verlagert sich der Höhenrücken unter Abschwächung
weiter ostwärts. Dadurch kann in der Nacht zum Freitag ein Kurzwellentrog über
den Nordwesten Deutschlands hinwegschwenken. Damit verbunden ist ein
Frontensystem, dass in der Nacht zunächst die Westhälfte überquert und am
Freitag schließlich den Osten und Südosten Deutschlands erreicht. Postfrontal
fließt auch in der Höhe kältere Luft ein (850-Temperaturen zwischen -1 und -3
Grad). Ein nachfolgender Höhenrücken sorgt auch bei uns wieder für steigenden
Luftdruck am Boden. Somit sind mit dem durchziehenden Frontensystem meist nur
leichte Niederschläge verbunden. Diese können aufgrund der
Temperaturverhältnisse im Osten, im östlichen Bergland und in den Alpen als
Schnee, teilweise auch als gefrierender Regen fallen.

Am Samstag dominiert Hochdruckeinfluss weiter unser Wetter. Erst in der
erweiterten Mittelfrist gelangen wir in den Einflussbereich eines Sturmtiefs mit
Kern nördlich von Schottland, dessen Frontensystem am Sonntag und Montag über
uns hinweg zieht.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Der heutige 00 UTC Lauf des EZMW weist ein paar Unterschiede im Vergleich zum
gestrigen Lauf auf. So ist beispielsweise der im mittelfristigen
Vorhersagezeitraum dominierende Hochdruckeinfluss im heutigen 00 UTC Lauf des
EZMW stärker ausgeprägt als im gestrigen 00 UTC Lauf. Somit greifen
Frontensysteme auch nur in abgeschwächter Form von Westen auf uns über. Die mit
der auf Ost drehenden Bodenströmung einhergehende Abkühlung wurde auch in den
gestrigen Läufen schon angedeutet.
Das im gestrigen 00 UTC Lauf am Samstag nördlich von Schottland prognostizierte
Orkantief wird mit dem neuen Lauf deutlich schwächer gerechnet. Zudem wird
dessen Frontensystem durch eine neue Tiefentwicklung im Bereich der Biskaya
rückläufig und hat somit entgegen der gestrigen Vorhersage noch keinen Einfluss
auf unser Wetter.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die Wetterentwicklung in Deutschland wird von den betrachteten Globalmodellen im
mittelfristigen Vorhersagezeitraum sehr ähnlich prognostiziert. Einzig die
Frontpassage zum Jahreswechsel läuft nach GFS etwas langsamer ab, als nach EZMW
und ICON. Somit ist die Gefahr für gefrierenden Regen etwas geringer. Die
Niederschlagssummen und somit die Neuschneemengen fallen dagegen etwas höher
aus.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusterung des EZMW zeigt im Zeitraum 72 bis 96 Stunden sechs Cluster und
für den Zeitraum 120 bis 168 Stunden fünf Cluster, allerdings sind über
Mitteleuropa keine signifikanten Unterschiede zu erkennen.
Interessant wird es vor allem in der erweiterten Mittelfrist bezüglich der
Temperaturentwicklung. Dabei ist bei den vier vorhandenen Clustern von einer
kräftigen Kaltluftzufuhr bis hin zur milden Westlage alles möglich. Die
Kaltluftzufuhr zwischen einem Tief über dem Mittelmeer und hohem Luftdruck über
Nord- und Osteuropa ist auch bei dem kanadischen Modell GEM zu finden. EZMW
vertritt hingegen eine mildere Lösung.

Die Rauchfahne für Offenbach zeigt ebenfalls ein Absinken der Temperaturen in
850 hPa. Nur sehr wenige Member zeigen aber in der erweiterten Mittelfrist ein
Absinken unter minus fünf Grad. Die Mehrheit der Member pendelt sich zwischen 0
und -5 Grad ein, wobei Haupt- und Kontrolllauf etwas wärmer sind.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum sind in exponierten Küsten und Gipfellagen
zeitweise stürmische Böen aus Südost möglich.
In der Nacht zum Freitag und am Freitag sind vor allem im östlichen Bergland und
in den Alpen Schneefälle zu erwarten. Hinweise auf markante Niederschlagsmengen
gibt es derzeit nur seitens GFS. Je nach Zeitpunkt der Frontpassage ist
vorübergehend auch gefrierender Regen nicht ausgeschlossen.

EFI zeigt zu Beginn des Vorhersagezeitraums noch leicht erhöhte Werte für die 2m
Temperatur im Nordwesten Deutschlands. Nachfolgend sind keine Signifikanzen
vorhanden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Johanna Anger

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