SXDL31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 261800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 26.12.2015 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Auf einigen Bergen und an den Küsten noch teils stürmisch. Ansonsten recht
ruhige Wetterlage.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 12 UTC
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Aktuell ... herrscht weiterhin eine antizyklonale Westlage, wobei allmählich
auch ein Hoch über der Nordsee und Südskandinavien in den Fokus des Geschehens
rückt. Ein Frontensystem liegt über Dänemark und wird aktuell auf der
Vorderseite eines Tiefs über den Britischen Inseln nordwärts geführt, so dass
die zugehörigen Regenfälle allmählich nordostwärts aus Deutschland abziehen. Nur
auf Rügen regnet es noch länger, so dass dort Warnschwellen erreicht werden.
Nach Süden zu werden die Wolken immer weniger und in der gesamten Südhälfte
herrscht unter Hochdruckeinfluss oft klarer oder gering bewölkter Himmel. Da im
Norden der Druckgradient noch recht ausgeprägt ist, kommt es zu warnwürdigen
Böen, wobei am Abend und in der Nacht im Küstenumfeld noch mit steifen Böen aus
Südwest, an der Nordsee und vereinzelt an der Ostsee auch noch mit stürmischen
Böen gerechnet werden muss. Auch im nördlichen Bergland ist der Wind noch recht
kräftig. Dort kommt es in höheren Lagen zu stürmischen Böen oder Sturmböen, auf
dem Brocken zu orkanartigen Böen. Im Süden ist der Wind dagegen schwach und bei
klarem Himmel kann die Temperatur stellenweise in den Frostbereich sinken, an
den Alpen auch bis zu -5 Grad. Örtlich ist Reifglätte zu erwarten, auch
Nebelfelder bilden sich im Verlauf der Nacht gebietsweise. Im Norden ist dagegen
bei mehr Bewölkung Frost und Glätte kein Thema. Das Tief zieht unter Verstärkung
von England in die nördliche Nordsee. Es verdrängt das Hoch etwas nach
Nordosten. Da das Tief recht kleinräumig simuliert wird, ist aber in Deutschland
mit keiner nennenswerten Windzunahme zu rechnen. Die Regenfälle an der Warmfront
ziehen im Verlauf der Nacht endgültig nordostwärts ab, am längsten regnet es
noch auf Rügen. Die Regenfälle an der Kaltfront des Tiefs erreichen bis zum Ende
der Nacht den Nordwesten Deutschlands voraussichtlich noch nicht. Somit bleibt
es auch im Norden überwiegend trocken.

Sonntag ... zieht das Nordseetief - nunmehr wieder unter Abschwächung - nach
Südskandinavien. Die Kaltfront dringt dabei in das nördliche Deutschland ein.
Hinter ihr wird wieder aber nur geringfügig kühlere Luft herangeführt. Es bleibt
bei der bekannten Zweiteilung des Wetters. Im Norden ist es weiterhin bewölkt,
es fällt an der Kaltfront aber nur geringfügiger Regen. Im Süden scheint dagegen
vor allem in höheren Lagen durchweg die Sonne, in tieferen Lagen muss erst mal
der Nebel weggeheizt werden, was zur aktuellen Jahreszeit und bei sehr
windschwachen Verhältnissen länger dauern kann. Vor allem an Bodensee und
unterer Donau könnte sich der Nebel auch ganztags halten. In der Mitte ist es
heiter bis wolkig. Die Temperaturen werden wieder verbreitet zweistellig, nur
bei Nebel bleibt es teils unter 5 Grad kühl. Der Wind weht in der ersten
Tageshälfte noch etwa in gleicher Stärke wie in der Nacht. An den Küsten muss
mit steifen Böen aus Südwest gerechnet werden, an der Nordsee auch noch mit
einzelnen stürmischen Böen. Auf höheren Bergen (in der Nordhälfte) kommt es
weiter zu stürmischen Böen oder Sturmböen, auf dem Brocken zu orkanartigen Böen.


In der Nacht zum Montag wölbt sich - nachdem rückseitig der Kaltfront noch ein
schwacher Trog über die Ostsee gezogen ist - ein Rücken über Westmitteleuropa
auf. Dieser wird durch WLA auf der Vorderseite eines Troges, der Iberische
Halbinsel erreicht, gestützt. Über Westeuropa stellt sich dabei eine kräftige
Südströmung ein. Diese führt die Kaltfront, die anfangs noch über dem Norden
Deutschlands liegt, wieder auf die Nordsee hinaus. Allerdings werden kaum noch
Niederschläge erwartet, am ehesten noch in der ersten Nachthälfte im Nordosten.
Der sich aufwölbende Keil lässt auch das Skandinavienhoch stärker werden. Es
erreicht bis zum Morgen schon eine Kernisobare von 1035 hPa und unterstützt
damit die Südströmung über Westeuropa. Im Süden, wo die Nacht wieder meist klar
beginnt, kann es leichten Frost geben. Zudem können sich bei sehr schwachem Wind
gebietsweise Nebelfelder ausbreiten. Wegen des Skandinavienhochs nimmt auch der
Druckgradient im Norden ab, so dass dort keine Windwarnungen mehr nötig sind.
Zudem dreht der Wind im Westen auf südöstliche Richtung.

Montag ... verstärkt sich der Keil über Deutschland noch, wohingegen Tröge über
dem nahen Atlantik und Osteuropa liegen. Das immer stärker werdende Hoch
verlagert sich zur Ostsee, während über Westeuropa tiefer Druck weit nach Süden
ausgreift. Damit stellt sich eine Südlage ein. Damit ist aber keine Erwärmung
verbunden. Zwar steigt oberhalb der Grenzschicht das Temperaturniveau leicht an,
in Bodennähe dreht der Wind dagegen auf Ost und führt etwas kältere Luft ins
Land. Damit wird das Temperaturniveau des Vortags nicht mehr erreicht, vor allem
in der Osthälfte Deutschlands wird es deutlich kühler. Abseits einiger wieder
recht zäher Nebelfelder im Süden dürfte es aber recht sonnig werden.
Möglichweise zieht auch etwas tiefe Bewölkung von Osten heran. Es bleibt aber
meist niederschlagsfrei. Der Wind bleibt wohl allgemein unter den Warnschwellen,
dürfte aber unangenehm böig sein.
In der Nacht zum Dienstag steigt der Druck über Osteuropa weiter an, während
sich ein kräftiges Tief auf dem Atlantik noch deutlich vertieft. Damit nimmt vor
allem im Norden Deutschlands der Gradient zu, so dass es an den Küsten zu
starken bis stürmischen Böen aus Südost kommen kann, an der
Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste auch zu Sturmböen. Ansonsten verläuft die
teils klare, teils wolkige Nacht ruhig. Vor allem im Süden und Osten gibt es
gebietsweise Frost, teils kann sich auch wieder Nebel bilden, vor allem im
windärmeren Süden.

Dienstag ... ändert sich nicht viel an der Wetterlage. Das Hoch erreicht im
Bereich des Baltikums einen Kerndruck von 1050 hPa. Der bodennahe Wind kommt
weiterhin aus südöstlicher Richtung, so dass unter dem Einfluss kontinentaler
Luftmassen die Abkühlung fortschreitet, auch wenn es in unseren östlichen
Nachbarländern bisher auch sehr mild war. Nur noch im Westen werden dann auch
mittels Föhnunterstützung 10 Grad erreicht, bei länger anhaltendem Nebel kann es
dann schon vereinzelt leichten Dauerfrost geben, vor allem im Süden. Abgesehen
von den teils zähen Nebelfeldern und gebietsweise durchziehender tiefer
Wolkenfelder wird es aber wieder oft sonnig. Frontales Wettergeschehen ist nicht
zu erwarten. Der böige Südostwind kann an den Küsten nach wie vor stark bis
stürmisch auffrischen.


Modellvergleich und -einschätzung
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Das Tief, das von der Nordsee Richtung Osten ziehen soll, wird von den externen
Modellen in seiner Stärke teils etwas anders gesehen, vor allem bei EZMW (noch
00-UTC-Lauf) stärker. Dies hat aber keine direkten Auswirkungen auf unser
Wetter. GFS und EZMW zeigen am Dienstag im Westen Deutschlands schon wieder eine
schwache Front, die bei ICON noch außen vor bleibt.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Peter Hartmann

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