SXDL31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST
SXEU31 DWAV 251800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.12.2015 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Keine.
Synoptische Entwicklung bis Montag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... lag um 12 UTC in 300 hPa Deutschland in einer westlichen
Höhenströmung auf der warmen Seite der Frontalzone. Mit Annäherung eines sehr
flach ausgeprägten Rückens steigt das Geopotential über unserem Gebiet leicht
an.
Der derzeit über dem mittleren Deutschland befindliche Frontenzug wird vor einer
Welle südwestlich Irlands wieder als Warmfront rückläufig. In den nächsten
Stunden kommt die Warmfront nun beschleunigt nach Norden voran; sie liegt am
Tagesende entlang einer Linie Sylt-Ostholstein-Uckermark.
Die WLA ist vor allem abends im Nordwesten und Norden Deutschlands kräftig.
Die Niederschlagsaktivität intensiviert sich abends (18 bis 24 UTC) nach
COSMO-EU im Nordseeumfeld auf teils etwas mehr als 10 mm.
Der südwestliche Wind an der See lässt zunächst weiter nach, so dass ab dem
späteren Abend dort dann vorübergehend keine Warnungen nötig sein dürften. Bis
dahin ist aber an den Küsten noch mit Böen Bft 7 zu rechnen. Exponierte
Berggipfel weisen Böen meist im Bereich Bft 8 bis 9 auf. Im weiteren Laufe des
Abends nimmt in Höhenlagen der Südwestwind wieder zu und die Mittelgebirgsgipfel
erreichen vielfach Bft 8 bis 10, der Brocken dann auch Bft 11 oder 12.
In der Nacht zum zweiten Feiertag ist abermals primär im windschwachen Süden mit
Nebel zu rechnen. Leichter Frost ist wieder in Alpennähe möglich.
Samstag ... Am zweiten Weihnachtstag verändert sich in der meist leicht
antizyklonal gekrümmten westlichen Höhenströmung kaum etwas.
Die Warmfront zieht in den frühen Morgenstunden rasch nordwärts ab und den
ganzen Tag über bleiben Fronten nördlich des Bundesgebietes.
Niederschlag beschränkt sich demzufolge nur auf etwa das nördlichste Fünftel
unseres Landes. C-EU prognostiziert schnell nordwärts ansteigende Werte, die in
einer 24stündigen Menge von knapp 20 mm an der dänischen Grenze gipfeln. ICON
simuliert dort sogar etwa 35 mm. GFS prognostiziert bis 25 mm, ECMF16 bis über
30 mm.
Es wird im ganzen Land sehr mild mit Höchsttemperaturen von meist 12 bis 17
Grad. Lediglich einstellige Werte sind durch eine späte Nebelauflösung im
Donautal östlich von Regensburg und in Niederbayern wahrscheinlich.
Der Südwestwind nimmt bereits in der Nacht im Norden von Westen her zu und
erreicht früh an den Küsten vielfach Bft 7 bis 8, teilweise 9, sonst im Norden
und in der Mitte meist Bft 6. Auch schwere Sturmböen liegen im Bereich des
Möglichen; immerhin gibt C-DE EPS von 12 UTC ab 01 UTC Wahrscheinlichkeiten für
Bft 10 an der nordfriesischen Küste und insbesondere auf den vorgelagerten
Inseln, die sich bis 06 UTC auf teilweise 100% steigern (Amrum).
Ähnlich verhält es sich den ganzen weiteren Tag: Küstenbereich plus 50 bis 100
km binnenwärts Bft 7 bis 8, im äußersten Norden auch Bft 9. Im mittleren
Deutschland sind einzelne Böen Bft 7 möglich. Auf den Bergen weht der Wind in
Böen mit Bft 8 bis 10, auf dem Brocken durchweg mit orkanartiger oder
Orkanstärke.
In der Nacht zum Sonntag kann es im Süden hier und da wieder leichten Frost und
auch Nebel geben, vereinzelt ist Glätte durch Reif möglich.
Sonntag ... beginnt sich der Langwellenrücken über Südwesteuropa deutlich nach
Norden hin auszuweiten, so dass dieser am Abend auch ganz Großbritannien und die
westliche Nordsee erfasst. Um 24 UTC liegt die Achse des Rückens - ausgehend von
einer Antizyklone über der Schweiz - über Westdeutschland und den Niederlanden
und erstreckt sich weiter über die Nordsee zum Seegebiet östlich von Island.
Der knapp nördlich des Bundesgebietes zonal angeordnete wellende Frontenzug
erfasst allenfalls mal vorübergehend den äußersten Norden Deutschlands, so dass
- wie am Vortag - nur dort mit Regen gerechnet werden muss. Dabei geht C-EU bis
12 mm im zentralen Schleswig-Holstein und in Vorpommern (00 bis 24 UTC); ICON
hat sehr ähnliche Werte. GFS bleibt bei maximal 4 mm im dänischen Grenzgebiet
und auch ECMF16 rechnet mit kaum mehr als 3 mm im deutschen Norden.
Eine nördlich des Frontenzuges über Skandinavien liegende Antizyklone kräftigt
sich im Tagesverlauf von 1025 auf 1037 hPa (C-EU) und verlagert dabei ihren
Schwerpunkt nach Lettland.
Die Windsituation entspannt sich besonders in der ersten Tageshälfte im
Küstenbereich deutlich, nachmittags und abends sind dort keine Warnungen mehr
erforderlich. Hauptsächlich in der Mitte kommt es noch zu Böen Bft 6, ebenfalls
mit abnehmender Tendenz. In der ersten Tageshälfte kann im mittleren Teil auch
vereinzelt nochmals eine steife Bö dabei sein. Auf den Bergen nehmen die
maximalen Böengeschwindigkeiten gleichermaßen sukzessive ab; abends weisen nur
der Brocken und der Fichtelberg noch Sturmböen auf. Bis in den Nachmittag hinein
sind allerdings auf dem Brocken auch noch orkanartige Böen möglich.
Auch in der Nacht zum Montag ist im Süden lokal leichter Frost möglich; die
Nebelwahrscheinlichkeit ist gegenüber den Vornächten erhöht und betrifft jetzt
auch Gebiete des Nordens und Nordwestens.
Montag ... verlagert sich bis 12 UTC die Höhenantizyklone zum westlichen
Österreich und der von ihr nordwärts weisende markante Langwellenrücken liegt
über Deutschland, Dänemark und Südnorwegen.
Das sehr starke baltische Hochdruckgebiet kräftigt sich bis Mittag weiter auf
1044 hPa im lettisch-litauischen Grenzgebiet. Die anfangs eher südliche
Bodenströmung wird im Lauf der ersten Tageshälfte stärker und dreht auf SSE bis
SE zurück. Damit kann vor allem in den Nordosten Deutschlands allmählich etwas
kältere Luft kontinentalen Ursprungs einfließen.
Im Bereich einer Warmfront über dem Norden und Nordosten fallen bis zu 7 mm
Regen von 00 bis 12 UTC (C-EU). ICON simuliert deutlich weniger und bleibt unter
2 mm, GFS nimmt nahezu keinen Niederschlag an, ähnlich auch ECMF16 (maximal 1
mm).
Warnrelevante Windböen sind in der ersten Tageshälfte über unserem Gebiet nicht
zu erwarten.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
In der kurzfristigen Prognose unterscheiden sich die Modelle für Deutschland
nicht gravierend. Einige Unterschiede in der Niederschlagsmenge wurden bereits
im Text angesprochen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch.
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.12.2015 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Keine.
Synoptische Entwicklung bis Montag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... lag um 12 UTC in 300 hPa Deutschland in einer westlichen
Höhenströmung auf der warmen Seite der Frontalzone. Mit Annäherung eines sehr
flach ausgeprägten Rückens steigt das Geopotential über unserem Gebiet leicht
an.
Der derzeit über dem mittleren Deutschland befindliche Frontenzug wird vor einer
Welle südwestlich Irlands wieder als Warmfront rückläufig. In den nächsten
Stunden kommt die Warmfront nun beschleunigt nach Norden voran; sie liegt am
Tagesende entlang einer Linie Sylt-Ostholstein-Uckermark.
Die WLA ist vor allem abends im Nordwesten und Norden Deutschlands kräftig.
Die Niederschlagsaktivität intensiviert sich abends (18 bis 24 UTC) nach
COSMO-EU im Nordseeumfeld auf teils etwas mehr als 10 mm.
Der südwestliche Wind an der See lässt zunächst weiter nach, so dass ab dem
späteren Abend dort dann vorübergehend keine Warnungen nötig sein dürften. Bis
dahin ist aber an den Küsten noch mit Böen Bft 7 zu rechnen. Exponierte
Berggipfel weisen Böen meist im Bereich Bft 8 bis 9 auf. Im weiteren Laufe des
Abends nimmt in Höhenlagen der Südwestwind wieder zu und die Mittelgebirgsgipfel
erreichen vielfach Bft 8 bis 10, der Brocken dann auch Bft 11 oder 12.
In der Nacht zum zweiten Feiertag ist abermals primär im windschwachen Süden mit
Nebel zu rechnen. Leichter Frost ist wieder in Alpennähe möglich.
Samstag ... Am zweiten Weihnachtstag verändert sich in der meist leicht
antizyklonal gekrümmten westlichen Höhenströmung kaum etwas.
Die Warmfront zieht in den frühen Morgenstunden rasch nordwärts ab und den
ganzen Tag über bleiben Fronten nördlich des Bundesgebietes.
Niederschlag beschränkt sich demzufolge nur auf etwa das nördlichste Fünftel
unseres Landes. C-EU prognostiziert schnell nordwärts ansteigende Werte, die in
einer 24stündigen Menge von knapp 20 mm an der dänischen Grenze gipfeln. ICON
simuliert dort sogar etwa 35 mm. GFS prognostiziert bis 25 mm, ECMF16 bis über
30 mm.
Es wird im ganzen Land sehr mild mit Höchsttemperaturen von meist 12 bis 17
Grad. Lediglich einstellige Werte sind durch eine späte Nebelauflösung im
Donautal östlich von Regensburg und in Niederbayern wahrscheinlich.
Der Südwestwind nimmt bereits in der Nacht im Norden von Westen her zu und
erreicht früh an den Küsten vielfach Bft 7 bis 8, teilweise 9, sonst im Norden
und in der Mitte meist Bft 6. Auch schwere Sturmböen liegen im Bereich des
Möglichen; immerhin gibt C-DE EPS von 12 UTC ab 01 UTC Wahrscheinlichkeiten für
Bft 10 an der nordfriesischen Küste und insbesondere auf den vorgelagerten
Inseln, die sich bis 06 UTC auf teilweise 100% steigern (Amrum).
Ähnlich verhält es sich den ganzen weiteren Tag: Küstenbereich plus 50 bis 100
km binnenwärts Bft 7 bis 8, im äußersten Norden auch Bft 9. Im mittleren
Deutschland sind einzelne Böen Bft 7 möglich. Auf den Bergen weht der Wind in
Böen mit Bft 8 bis 10, auf dem Brocken durchweg mit orkanartiger oder
Orkanstärke.
In der Nacht zum Sonntag kann es im Süden hier und da wieder leichten Frost und
auch Nebel geben, vereinzelt ist Glätte durch Reif möglich.
Sonntag ... beginnt sich der Langwellenrücken über Südwesteuropa deutlich nach
Norden hin auszuweiten, so dass dieser am Abend auch ganz Großbritannien und die
westliche Nordsee erfasst. Um 24 UTC liegt die Achse des Rückens - ausgehend von
einer Antizyklone über der Schweiz - über Westdeutschland und den Niederlanden
und erstreckt sich weiter über die Nordsee zum Seegebiet östlich von Island.
Der knapp nördlich des Bundesgebietes zonal angeordnete wellende Frontenzug
erfasst allenfalls mal vorübergehend den äußersten Norden Deutschlands, so dass
- wie am Vortag - nur dort mit Regen gerechnet werden muss. Dabei geht C-EU bis
12 mm im zentralen Schleswig-Holstein und in Vorpommern (00 bis 24 UTC); ICON
hat sehr ähnliche Werte. GFS bleibt bei maximal 4 mm im dänischen Grenzgebiet
und auch ECMF16 rechnet mit kaum mehr als 3 mm im deutschen Norden.
Eine nördlich des Frontenzuges über Skandinavien liegende Antizyklone kräftigt
sich im Tagesverlauf von 1025 auf 1037 hPa (C-EU) und verlagert dabei ihren
Schwerpunkt nach Lettland.
Die Windsituation entspannt sich besonders in der ersten Tageshälfte im
Küstenbereich deutlich, nachmittags und abends sind dort keine Warnungen mehr
erforderlich. Hauptsächlich in der Mitte kommt es noch zu Böen Bft 6, ebenfalls
mit abnehmender Tendenz. In der ersten Tageshälfte kann im mittleren Teil auch
vereinzelt nochmals eine steife Bö dabei sein. Auf den Bergen nehmen die
maximalen Böengeschwindigkeiten gleichermaßen sukzessive ab; abends weisen nur
der Brocken und der Fichtelberg noch Sturmböen auf. Bis in den Nachmittag hinein
sind allerdings auf dem Brocken auch noch orkanartige Böen möglich.
Auch in der Nacht zum Montag ist im Süden lokal leichter Frost möglich; die
Nebelwahrscheinlichkeit ist gegenüber den Vornächten erhöht und betrifft jetzt
auch Gebiete des Nordens und Nordwestens.
Montag ... verlagert sich bis 12 UTC die Höhenantizyklone zum westlichen
Österreich und der von ihr nordwärts weisende markante Langwellenrücken liegt
über Deutschland, Dänemark und Südnorwegen.
Das sehr starke baltische Hochdruckgebiet kräftigt sich bis Mittag weiter auf
1044 hPa im lettisch-litauischen Grenzgebiet. Die anfangs eher südliche
Bodenströmung wird im Lauf der ersten Tageshälfte stärker und dreht auf SSE bis
SE zurück. Damit kann vor allem in den Nordosten Deutschlands allmählich etwas
kältere Luft kontinentalen Ursprungs einfließen.
Im Bereich einer Warmfront über dem Norden und Nordosten fallen bis zu 7 mm
Regen von 00 bis 12 UTC (C-EU). ICON simuliert deutlich weniger und bleibt unter
2 mm, GFS nimmt nahezu keinen Niederschlag an, ähnlich auch ECMF16 (maximal 1
mm).
Warnrelevante Windböen sind in der ersten Tageshälfte über unserem Gebiet nicht
zu erwarten.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
In der kurzfristigen Prognose unterscheiden sich die Modelle für Deutschland
nicht gravierend. Einige Unterschiede in der Niederschlagsmenge wurden bereits
im Text angesprochen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch.