SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 24.09.2015 um 10.30 UTC
Stabile Hochdrucklage, daher kaum signifikante Wettererscheinungen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 01.10.2015
Am Sonntag hat sich in der zuvor nach ganz Deutschland eingeflossenen kühlen
Meeresluft Hochdruckeinfluss durchgesetzt, der in der Höhe durch einen kräftigen
Keil über den Britischen Inseln und der Nordsee gestützt wird. In den Folgetagen
verstärkt sich dieser Keil und bildet bis Montag ein abgeschlossenes Höhenhoch
mit mehreren Keilachsen. Dadurch weitet sich das Hoch am Boden ab Dienstag
deutlich Richtung Osteuropa aus, wodurch sich die bodennahe Strömung zonalisiert
und damit auf eine ost-nordöstliche Richtung dreht. Die eigentlich zu erwartende
Abkühlung durch Advektion kälterer Luft wird jedoch durch verstärkte
Einstrahlung tagsüber kompensiert. Diese vom Ursprung her kältere Luft über Ost-
und Nordosteuropa tropft am Mittwoch über dem Balkan ab und wandert anschließend
als Katlufttropfen westwärts. Damit verbundene Niederschläge betreffen dabei
vorwiegend Oberitalien und den Alpenraum und somit kaum den äußersten Süden
Deutschlands. Für das Temperaturregime bedeutet der Durchzug des
Kaltlufttropfens einen Temperaturrückgang in der unteren Troposphäre und zwar in
der Südosthälfte Deutschlands. Dort ist eine Temperatur von 0°C in 850 hPa
zumindest in "Sichtweite".
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der neue EZMW-Lauf bestätigt bis Dienstag für den mitteleuropäischen Bereich die
Ergebnisse der beiden vorangegangenen Modellläufe. Über dem östlichen
Mitteleuropa fällt zu dieser Zeit aber bereits auf, dass die im weiteren Verlauf
erwartete Abtropfung eines Höhentiefs aus einem Höhentrog über Nordosteuropa
etwa 24 Stunden später auftreten wird als im gestrigen 00 UTC-Lauf. Außerdem
liegt das dann abgetropfte Höhentief am Mittwoch mittag mit Kern über Ungarn
wesentlich weiter östlich als im 00 UTC Lauf von Mittwoch und zieht darüber
hinaus im weiteren Verlauf auf einer südlicheren Bahn. Man kann daraus
schlussfolgern, dass eventuelle Niederschläge am Donnerstag wohl nur die Alpen
und vereinzelt den Alpenrand betreffen werden. Auf das Temperaturregime in 850
hPa hat der Durchzug des Höhentiefs südlich von uns von Ost nach West einen
gewissen Einfluss. Sie erreichen in der Nordwesthälfte mit 5 bis 8°C höhere
Werte als in der Südosthälfte mit 1 bis 4°C.
Generell herrscht im Mittelfristzeitraum aber Hochdruckeinfluss bei einer
ost-nordöstlichen Bodenströmung.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Entwicklung hin zu einer persistenten Hochdrucklage über Deutschland und
Mitteleuropa ist auch das Ergebnis von ICON und GFS. Unterschiede ergeben sich
zum Ende des Mittelfristzeitraumes hinsichtlich der Frage, wieweit sich der
Einfluss des Kaltlufttropfens in Abhängigkeit von der Zugbahn über den Alpenraum
hinaus nach Norden ausdehnt. Mit Abstand am Weitesten nach Norden weitet GFS
diesen Einfluss aus. Hiernach wäre im Laufe des Mittwochs und am Donnerstag bis
nach Norddeutschland hinauf mit zeitweiligen Regenfällen zu rechnen, wobei der
Kaltlufttropfen überall für eine Abkühlung auf Temperaturen deutlich unter 5°C
in 850 hPa sorgt. Bei ICON sind zumindest größerer Gebiete in der Südhälfte von
Niederschlägen betroffen, wobei auch da die Temperaturen in 850 hPa deutlich
unter die von ECMF prognostizierten absinken (teilweise knapp unter 0°C).
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Im Zeitraum von 72 bis 96 Stunden werden 4 Cluster angeboten mit Haupt- und
Kontrolllauf in Cluster 1. Für Mitteleuropa sind die Unterschiede der Cluster
untereinander unerheblich.
Im Zeitraum 120 bis 168 Stunden liegen 6 Cluster vor mit Haupt- und Kontrolllauf
in Cluster 4, der allerdings nur 7 Modellläufe repräsentiert. Dieser Cluster
zeigt den Kaltlufttropfen, der seinen Einfluss gegenüber dem Hauptlauf etwas
weiter über die Alpen nach Norden ausdehnen kann. Dagegen lässt Cluster 1, der
mit 14 Läufen besetzt ist, den Kaltlufttropfen weit über Osteuropa und somit
ohne Einfluss auf unser Wetter.
Die Rauchfahne für Offenbach zeigt für den Temperaturverlauf in 850 hPa einen
leichten Rückgang bis zum Sonntag, der wegen der engen Bündelung der Ergebnisse
gut gesichert ist. Danach fächern die Ergebnisse stark auf mit einer Streuung
von 13 bis 15 K ab Dienstag. Der Hauptlauf liegt dann ziemlich genau im
Mittelfeld, die Mehrzahl der Ergebnisse favorisiert aber einen kälteren Verlauf
mit Temperaturen zwischen 0 und 3°C. Bei den Niederschlägen steigt hier das
Risiko hierfür ab Mittwoch geringfügig an. Bei den EPS- Meteogrammen zeigt das
Niederschlagsrisiko keine ab Mittwoch auf den Kaltlufttropfen zurückzuführenden
deutlichen Signale.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Cosmo-Leps gibt von Sonntag bis Montag Hinweise auf stürmische Böen in den
höchsten Berglagen Süddeutschlands, hauptsächlich Schwarzwald. Andere
signifikante Wettererscheinungen sind nicht zu erwarten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, oper. Modelle, EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. R. Hering-Zieringer
ausgegeben am Donnerstag, den 24.09.2015 um 10.30 UTC
Stabile Hochdrucklage, daher kaum signifikante Wettererscheinungen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 01.10.2015
Am Sonntag hat sich in der zuvor nach ganz Deutschland eingeflossenen kühlen
Meeresluft Hochdruckeinfluss durchgesetzt, der in der Höhe durch einen kräftigen
Keil über den Britischen Inseln und der Nordsee gestützt wird. In den Folgetagen
verstärkt sich dieser Keil und bildet bis Montag ein abgeschlossenes Höhenhoch
mit mehreren Keilachsen. Dadurch weitet sich das Hoch am Boden ab Dienstag
deutlich Richtung Osteuropa aus, wodurch sich die bodennahe Strömung zonalisiert
und damit auf eine ost-nordöstliche Richtung dreht. Die eigentlich zu erwartende
Abkühlung durch Advektion kälterer Luft wird jedoch durch verstärkte
Einstrahlung tagsüber kompensiert. Diese vom Ursprung her kältere Luft über Ost-
und Nordosteuropa tropft am Mittwoch über dem Balkan ab und wandert anschließend
als Katlufttropfen westwärts. Damit verbundene Niederschläge betreffen dabei
vorwiegend Oberitalien und den Alpenraum und somit kaum den äußersten Süden
Deutschlands. Für das Temperaturregime bedeutet der Durchzug des
Kaltlufttropfens einen Temperaturrückgang in der unteren Troposphäre und zwar in
der Südosthälfte Deutschlands. Dort ist eine Temperatur von 0°C in 850 hPa
zumindest in "Sichtweite".
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der neue EZMW-Lauf bestätigt bis Dienstag für den mitteleuropäischen Bereich die
Ergebnisse der beiden vorangegangenen Modellläufe. Über dem östlichen
Mitteleuropa fällt zu dieser Zeit aber bereits auf, dass die im weiteren Verlauf
erwartete Abtropfung eines Höhentiefs aus einem Höhentrog über Nordosteuropa
etwa 24 Stunden später auftreten wird als im gestrigen 00 UTC-Lauf. Außerdem
liegt das dann abgetropfte Höhentief am Mittwoch mittag mit Kern über Ungarn
wesentlich weiter östlich als im 00 UTC Lauf von Mittwoch und zieht darüber
hinaus im weiteren Verlauf auf einer südlicheren Bahn. Man kann daraus
schlussfolgern, dass eventuelle Niederschläge am Donnerstag wohl nur die Alpen
und vereinzelt den Alpenrand betreffen werden. Auf das Temperaturregime in 850
hPa hat der Durchzug des Höhentiefs südlich von uns von Ost nach West einen
gewissen Einfluss. Sie erreichen in der Nordwesthälfte mit 5 bis 8°C höhere
Werte als in der Südosthälfte mit 1 bis 4°C.
Generell herrscht im Mittelfristzeitraum aber Hochdruckeinfluss bei einer
ost-nordöstlichen Bodenströmung.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Entwicklung hin zu einer persistenten Hochdrucklage über Deutschland und
Mitteleuropa ist auch das Ergebnis von ICON und GFS. Unterschiede ergeben sich
zum Ende des Mittelfristzeitraumes hinsichtlich der Frage, wieweit sich der
Einfluss des Kaltlufttropfens in Abhängigkeit von der Zugbahn über den Alpenraum
hinaus nach Norden ausdehnt. Mit Abstand am Weitesten nach Norden weitet GFS
diesen Einfluss aus. Hiernach wäre im Laufe des Mittwochs und am Donnerstag bis
nach Norddeutschland hinauf mit zeitweiligen Regenfällen zu rechnen, wobei der
Kaltlufttropfen überall für eine Abkühlung auf Temperaturen deutlich unter 5°C
in 850 hPa sorgt. Bei ICON sind zumindest größerer Gebiete in der Südhälfte von
Niederschlägen betroffen, wobei auch da die Temperaturen in 850 hPa deutlich
unter die von ECMF prognostizierten absinken (teilweise knapp unter 0°C).
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Im Zeitraum von 72 bis 96 Stunden werden 4 Cluster angeboten mit Haupt- und
Kontrolllauf in Cluster 1. Für Mitteleuropa sind die Unterschiede der Cluster
untereinander unerheblich.
Im Zeitraum 120 bis 168 Stunden liegen 6 Cluster vor mit Haupt- und Kontrolllauf
in Cluster 4, der allerdings nur 7 Modellläufe repräsentiert. Dieser Cluster
zeigt den Kaltlufttropfen, der seinen Einfluss gegenüber dem Hauptlauf etwas
weiter über die Alpen nach Norden ausdehnen kann. Dagegen lässt Cluster 1, der
mit 14 Läufen besetzt ist, den Kaltlufttropfen weit über Osteuropa und somit
ohne Einfluss auf unser Wetter.
Die Rauchfahne für Offenbach zeigt für den Temperaturverlauf in 850 hPa einen
leichten Rückgang bis zum Sonntag, der wegen der engen Bündelung der Ergebnisse
gut gesichert ist. Danach fächern die Ergebnisse stark auf mit einer Streuung
von 13 bis 15 K ab Dienstag. Der Hauptlauf liegt dann ziemlich genau im
Mittelfeld, die Mehrzahl der Ergebnisse favorisiert aber einen kälteren Verlauf
mit Temperaturen zwischen 0 und 3°C. Bei den Niederschlägen steigt hier das
Risiko hierfür ab Mittwoch geringfügig an. Bei den EPS- Meteogrammen zeigt das
Niederschlagsrisiko keine ab Mittwoch auf den Kaltlufttropfen zurückzuführenden
deutlichen Signale.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Cosmo-Leps gibt von Sonntag bis Montag Hinweise auf stürmische Böen in den
höchsten Berglagen Süddeutschlands, hauptsächlich Schwarzwald. Andere
signifikante Wettererscheinungen sind nicht zu erwarten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, oper. Modelle, EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. R. Hering-Zieringer