SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 241800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 24.09.2015 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Übergang zu ruhiger Hochdrucklage mit Nebel.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 12 UTC
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Aktuell ... befinden sich große Teile des Vorhersageraums im Bereich einer
Hochdruckbrücke, die das Azorenhoch mit einem Hoch über Russland verbindet. Nach
Nordwesten hin weist die Brücke allerdings eine Schwachstelle in Form eines
okkludierenden Frontensystems auf, das zu einem vom Seegebiet nördlich
Schottlands zur Norwegischen See ziehenden Tief gehört. Das Frontensystem kommt
im Laufe der Nacht unter weiterer Okkludierung südostwärts voran, wobei es
zunehmend an Wetterwirksamkeit verliert. Ursache dafür ist die Tatsache, dass
der rückseitig über der Nordsee positionierte Höhentrog nicht nachrückt und die
Front zunehmend in "antizyklonales Gelände" gelangt. Entsprechend schwächen sich
die ohnehin nicht gerade üppigen frontalen Regenfälle mit jedem Kilometer weiter
landeinwärts ab. Allerdings können sich an der Nordsee in der rückseitig
einfließenden subpolaren Meeresluft vereinzelte Schauer entwickeln. Dafür lässt
dort der anfänglich in Böen noch steife (Bft 7) S-SW-Wind mehr und mehr nach.
Im Süden und Osten klart es vielerorts auf, so dass sich gebietsweise teils
dichter Nebel bildet. Bei längerem Aufklaren kann es am den Alpen sowie einigen
Tal- und Muldenlagen der süd- und südostdeutschen Mittelgebirge vereinzelt
leichten Bodenfrost geben.
Freitag ... kommt die Okklusion bzw. Kaltfront über die mittleren Landesteile
bis nach Süddeutschland voran, wobei sie aber zunehmend unter Absinken gerät,
was ihrer Lebensdauer nicht besonders zuträglich ist. Irgendwann in der 2.
Tageshälfte, spätestens in der Nacht zum Samstag dürfte sie sich aufgelöst haben
bzw. nicht mehr analysiert werden. Bis dahin bleiben einige Wolkenfelder übrig,
aus denen anfangs auch noch ein paar Tropfen Regen fallen können, bevor es
später trocken bleibt. Einzig im äußersten Norden, quasi am Südrand des langsam
nach Osten schwenkenden Höhentroges, sind dann noch vereinzelte leichte Schauer
möglich.
Die Chancen auf Sonnenschein bzw. sonnige Abschnitte stehen im Norden (NO etwas
besser als NW) sowie im Südwesten am besten. Ansonsten ist es unterschiedlich
bewölkt, wobei es in den Regionen mit Nebel und Hochnebel zum Teil etwas dauern
kann, bis dieser sich lichtet respektive auflöst. Das macht sich freilich auch
bei den Temperaturen bemerkbar, die bei zähem "Grau" nicht über 12 oder 13°C
hinauskommen, während man am Oberrhein mit Sonnenunterstützung lokal auf 20°C
kommt.
In der Nacht zum Samstag wölbt sich über UK und Umgebung ein Höhenrücken auf,
der auch am Boden den Luftdruck steigen lässt. So etabliert sich über England
und der südwestlichen Nordsee ein eigenständiges Bodenhoch von über 1025 hPa.
Auf seiner Ost-Nordostflanke gelangt Nordseeluft zu uns, in der sich bei
längerem Aufklaren gebietsweise wieder Nebel bildet. Am prädestiniertesten dafür
scheinen sowohl nach MOS-Mix als auch nach dem polnischen UM der NW und die
Mitte zu sein. Im Osten ist es möglicherweise etwas zu trocken (was örtlichen
Nebel nicht ausschließt) und im Süden könnten Restwolken die Nebelbildung
dämpfen bzw. verhindern.
Samstag ... verstärkt sich der Hochdruckeinfluss über Westeuropa und auch bei
uns steigt der Luftdruck noch etwas an. Wir verbleiben aber auf der "kalten"
Seite des Hochs, so dass die Zufuhr von Nordseeluft andauert. Nach zum Teil
zäher Auflösung von Nebel oder Hochnebel setzt sich aber vielerorts die Sonne
durch, teilweise begleitet von einigen Wolken. Am schwersten hat es die Sonne im
Südosten, sprich in Teilen Bayerns und Sachsens, wo auch noch Staueffekte (z.B.
am Erzgebirge) dazukommen, sich gegen die Bewölkung oder den Hochnebel
durchzusetzen. Vereinzelt kann es dabei sogar etwas nieseln. Die Temperatur
erreicht Höchstwerte von etwa 13°C am Fuß des Erzgebirges und örtlich 20°C im
Oberrheingraben.
In der Nacht zum Sonntag verbleibt Deutschland unter Hochdruckeinfluss.
Gebietsweise bildet sich Nebel.
Sonntag ... verlagert das Hoch unter weiterer Kräftigung auf über 1035 hPa
seinen Schwerpunkt zur Nordsee, wo es von einem abgeschlossenen Höhenhoch
gestützt wird. Die Grundströmung dreht etwas nach rechts auf nördliche bis
östliche Richtungen. Damit gelangt weiterhin recht kühle, aber etwas trockenere
Luft zu uns mit der Folge, dass sich nach Auflösung von Nebel und Hochnebel
vielerorts die Sonne durchsetzt bei einem meist nur locker bewölkten Himmel.
Auch im Süden und Südosten nimm die Sonnenscheindauer zu. Einzig in einigen
Staulagen wie z.B. dem Thüringer Wald könnte sich für längere Zeit dichte, teils
hochnebelartige Bewölkung halten, aus der es hier und da sogar etwas nieselt.
Trotz höherer Sonnenanteile bleibt die Temperatur recht konservativ mit
Höchstwerten von 13 bis 19°C. Im äußersten SW sowie in der benachbarten Schweiz
stellt sich eine Bisenlage ein, bei der der NO-Wind im Schwarzwald stetig
zulegt. Zum Abend sind in exponierten Kamm- und Gipfellagen stürmische Böen
möglich.
Modellvergleich und -einschätzung
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An der sich einstellenden Hochdrucklage bestehen keine Zweifel. Dabei wird die
genaue Prognose der Bewölkung bzw. von Nebel und Hochnebel die größte
Herausforderung. Mal sehen, welche Modelle in der Kategorie
"Grenzschichtmeteorologie" am meisten punkten können.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 24.09.2015 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Übergang zu ruhiger Hochdrucklage mit Nebel.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 12 UTC
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Aktuell ... befinden sich große Teile des Vorhersageraums im Bereich einer
Hochdruckbrücke, die das Azorenhoch mit einem Hoch über Russland verbindet. Nach
Nordwesten hin weist die Brücke allerdings eine Schwachstelle in Form eines
okkludierenden Frontensystems auf, das zu einem vom Seegebiet nördlich
Schottlands zur Norwegischen See ziehenden Tief gehört. Das Frontensystem kommt
im Laufe der Nacht unter weiterer Okkludierung südostwärts voran, wobei es
zunehmend an Wetterwirksamkeit verliert. Ursache dafür ist die Tatsache, dass
der rückseitig über der Nordsee positionierte Höhentrog nicht nachrückt und die
Front zunehmend in "antizyklonales Gelände" gelangt. Entsprechend schwächen sich
die ohnehin nicht gerade üppigen frontalen Regenfälle mit jedem Kilometer weiter
landeinwärts ab. Allerdings können sich an der Nordsee in der rückseitig
einfließenden subpolaren Meeresluft vereinzelte Schauer entwickeln. Dafür lässt
dort der anfänglich in Böen noch steife (Bft 7) S-SW-Wind mehr und mehr nach.
Im Süden und Osten klart es vielerorts auf, so dass sich gebietsweise teils
dichter Nebel bildet. Bei längerem Aufklaren kann es am den Alpen sowie einigen
Tal- und Muldenlagen der süd- und südostdeutschen Mittelgebirge vereinzelt
leichten Bodenfrost geben.
Freitag ... kommt die Okklusion bzw. Kaltfront über die mittleren Landesteile
bis nach Süddeutschland voran, wobei sie aber zunehmend unter Absinken gerät,
was ihrer Lebensdauer nicht besonders zuträglich ist. Irgendwann in der 2.
Tageshälfte, spätestens in der Nacht zum Samstag dürfte sie sich aufgelöst haben
bzw. nicht mehr analysiert werden. Bis dahin bleiben einige Wolkenfelder übrig,
aus denen anfangs auch noch ein paar Tropfen Regen fallen können, bevor es
später trocken bleibt. Einzig im äußersten Norden, quasi am Südrand des langsam
nach Osten schwenkenden Höhentroges, sind dann noch vereinzelte leichte Schauer
möglich.
Die Chancen auf Sonnenschein bzw. sonnige Abschnitte stehen im Norden (NO etwas
besser als NW) sowie im Südwesten am besten. Ansonsten ist es unterschiedlich
bewölkt, wobei es in den Regionen mit Nebel und Hochnebel zum Teil etwas dauern
kann, bis dieser sich lichtet respektive auflöst. Das macht sich freilich auch
bei den Temperaturen bemerkbar, die bei zähem "Grau" nicht über 12 oder 13°C
hinauskommen, während man am Oberrhein mit Sonnenunterstützung lokal auf 20°C
kommt.
In der Nacht zum Samstag wölbt sich über UK und Umgebung ein Höhenrücken auf,
der auch am Boden den Luftdruck steigen lässt. So etabliert sich über England
und der südwestlichen Nordsee ein eigenständiges Bodenhoch von über 1025 hPa.
Auf seiner Ost-Nordostflanke gelangt Nordseeluft zu uns, in der sich bei
längerem Aufklaren gebietsweise wieder Nebel bildet. Am prädestiniertesten dafür
scheinen sowohl nach MOS-Mix als auch nach dem polnischen UM der NW und die
Mitte zu sein. Im Osten ist es möglicherweise etwas zu trocken (was örtlichen
Nebel nicht ausschließt) und im Süden könnten Restwolken die Nebelbildung
dämpfen bzw. verhindern.
Samstag ... verstärkt sich der Hochdruckeinfluss über Westeuropa und auch bei
uns steigt der Luftdruck noch etwas an. Wir verbleiben aber auf der "kalten"
Seite des Hochs, so dass die Zufuhr von Nordseeluft andauert. Nach zum Teil
zäher Auflösung von Nebel oder Hochnebel setzt sich aber vielerorts die Sonne
durch, teilweise begleitet von einigen Wolken. Am schwersten hat es die Sonne im
Südosten, sprich in Teilen Bayerns und Sachsens, wo auch noch Staueffekte (z.B.
am Erzgebirge) dazukommen, sich gegen die Bewölkung oder den Hochnebel
durchzusetzen. Vereinzelt kann es dabei sogar etwas nieseln. Die Temperatur
erreicht Höchstwerte von etwa 13°C am Fuß des Erzgebirges und örtlich 20°C im
Oberrheingraben.
In der Nacht zum Sonntag verbleibt Deutschland unter Hochdruckeinfluss.
Gebietsweise bildet sich Nebel.
Sonntag ... verlagert das Hoch unter weiterer Kräftigung auf über 1035 hPa
seinen Schwerpunkt zur Nordsee, wo es von einem abgeschlossenen Höhenhoch
gestützt wird. Die Grundströmung dreht etwas nach rechts auf nördliche bis
östliche Richtungen. Damit gelangt weiterhin recht kühle, aber etwas trockenere
Luft zu uns mit der Folge, dass sich nach Auflösung von Nebel und Hochnebel
vielerorts die Sonne durchsetzt bei einem meist nur locker bewölkten Himmel.
Auch im Süden und Südosten nimm die Sonnenscheindauer zu. Einzig in einigen
Staulagen wie z.B. dem Thüringer Wald könnte sich für längere Zeit dichte, teils
hochnebelartige Bewölkung halten, aus der es hier und da sogar etwas nieselt.
Trotz höherer Sonnenanteile bleibt die Temperatur recht konservativ mit
Höchstwerten von 13 bis 19°C. Im äußersten SW sowie in der benachbarten Schweiz
stellt sich eine Bisenlage ein, bei der der NO-Wind im Schwarzwald stetig
zulegt. Zum Abend sind in exponierten Kamm- und Gipfellagen stürmische Böen
möglich.
Modellvergleich und -einschätzung
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An der sich einstellenden Hochdrucklage bestehen keine Zweifel. Dabei wird die
genaue Prognose der Bewölkung bzw. von Nebel und Hochnebel die größte
Herausforderung. Mal sehen, welche Modelle in der Kategorie
"Grenzschichtmeteorologie" am meisten punkten können.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann