SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 250800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.09.2015 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Oft ruhiges, zu Nebel neigendes Herbstwetter, lokal Bodenfrostgefahr.
NEz
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Freitag... liegt Deutschland noch im Einflussbereich eines Langwellentroges, der
sich von Grönland und dem Nordmeer bis zur Nordsee erstreckt. Obwohl die
Trogstruktur insgesamt bis zum zentralen Mittelmeer ausgreift, bleibt der Trog
in weiten Teilen Deutschlands nur schwach wirksam, da der Geopotentialgradient
über Mittel- und Südeuropa nur schwach ausgeprägt ist. Über Skandinavien dagegen
ist der Trog auch an dem dort stärkeren Geopotentialgradienten zu erkennen,
darüber hinaus korreliert dieser mit einem schwach ausgeprägten Jet über
Südskandinavien. Im Bodendruckfeld ist das trogvorderseitige Tief vor der Küste
Norwegens zu erkennen. Von ihm ausgehend erstreckt sich eine teilokkludiere
Front in einem weiten Bogen über Finnland, die Ostsee und die Mitte Deutschlands
bis nach Frankreich. Die Front verlagert sich im Tagesverlauf allmählich ost-
bzw. südostwärts, wobei sie nur wenig wetterwirksam ist. ICON simuliert in der
zweiten Tageshälfte 6-stündige Regenmengen von maximal 1 mm, was sich aber nur
auf einen Streifen von der Oder bis nach Baden und in die Pfalz bezieht.
Praktisch gänzlich trocken bleiben COSMO-EU und GFS. Auf jeden Fall gilt: Der
Regen, so er denn kommt, bleibt weit weg von jeder warntechnischen Relevanz. Am
Nachmittag und Abend macht sich dann im Norden und Nordwesten schon der
steigende Luftdruck von Hoch NETTI bemerkbar, so dass es dort zu längeren
sonnigen Abschnitten kommt.
In der Nacht zu Samstag wandert der Trog weiter nach Osten, seine Achse verläuft
am Morgen etwa entlang der Oder-Neiße Linie. Von Westen her macht sich zunehmend
hoher Luftdruck mit entsprechendem Absinken und Wolkenauflockerungen bemerkbar,
auch ist über den Britischen Inseln ein Höhenrücken zu erkennen, der sich
kräftigt und im Norden bis nach Island ausgreift. Die Front erreicht dann den
Südosten unseres Landes, wobei ihre Wetterwirksamkeit weiterhin nur sehr
gedämpft ist. Ob die von den Modellen dort angedeuteten sehr geringen
Niederschläge denn tatsächlich kommen, bleibt abzuwarten. Klar ist aber, dass
die aus der Front resultierende Wolkendecke den nächtlichen Temperaturrückgang
dämpft, so dass von der Lausitz bis zum Oberrhein sowie südlich dieser Linie die
Temperaturen kaum unter 8 Grad fallen dürften. Noch etwas wärmer bleibt es bei
auflandigem Wind an der See. Am kühlsten wird es somit in den wolkenarmen
Gebieten, die sich vom Münsterland und dem Emsland bis zur Uckermark erstrecken.
Dort sinken die Werte auf etwa 5 Grad, was bei Taupunkten von 7 bis 8 Grad
dichten Nebel bedeutet. Aber auch in den übrigen Landesteilen kann sich Nebel
bilden.
Samstag... liegt das gesamte Land im Einflussbereich von Hoch NETTI, wobei der
Schwerpunkt des Hochs allmählich nach Nordosten wandert. Liegt er am Tage noch
über England, so ist er in der Nacht zu Sonntag schon über der zentralen Nordsee
zu finden. Das entsprechende Absinken, aus der Höhe auch von dem sich nähernden
und in der Nacht zu Sonntag sogar noch intensivierenden Höhenrücken gestützt,
sorgt für verbreitet freundliches Wetter, wobei die Modelle den Norden von der
Sonne begünstigt sehen. Ob dies tatsächlich so kommt, darf angezweifelt werden,
speziell im Nordseeumfeld scheint bei Nordwestwind aufziehender tiefer Stratus
denkbar. Bezüglich des Warnwesens sollte ein Auge auf die Windentwicklung
geworfen werden. Da der nach Südosten gerichtete Bodenkeil etwas nach Süden
kippt, verschärft sich in der Südhälfte der Gradient. Nicht dramatisch, aber mit
ageostrophischer Unterstützung sind in höheren Lagen einzelne starke Böen
möglich, auf dem Feldberg im Schwarzwald sogar Sturmböen. Bezüglich der
Höchstwerte ist zu sagen, dass bei 850er Temperaturen zwischen 2 Grad im Norden
und 6 Grad im Süden zwischen 15 und 19 Grad erwartet werden. Im Südwesten kann
lokal, speziell in Leegebieten mit Wolkenauflösung, die 20-Grad-Marke fallen. In
den Gipfellagen der höheren Mittelgebirge bleiben die Tagesmaxima einstellig.
In der Nacht bleibt warntechnisch wieder die Nebel- und Bodenfrostproblematik.
Bezüglich der Sichtbehinderungen ist der Nordwesten mit einsickernder feuchter
Meeresluft wieder ein ganz heißer Kandidat. Aber auch in den übrigen
Landesteilen wird sich sicher Nebel bilden, hier sind dann - bei aller Vorsicht
- Mulden- und Tallagen, speziell in Mittelgebirgen, in der Pol-Position.
Bodenfrost erscheint in der feuchten Luft eher unwahrscheinlich, allenfalls in
höheren Mittelgebirgslagen ist dieser denkbar - wenn nicht vorher aufkommender
Nebel die Ausstrahlung entsprechend dämpft.
Sonntag... Ändert sich an der Gesamtsituation nur wenig. Weiterhin bleibt das
Hoch über der Nordsee wetterbestimmend, der korrespondierende Höhenrücken
kräftigt sich weiter, eine Achse greift von den Britischen Inseln bis in den
nordwestlichen Balkan aus. Damit ist auch keine durchgreifende Änderung bei den
Temperaturen zu erwarten, erst in der Nacht zu Montag kommt es von Westen her im
850er Niveau zu einer zögerlichen Erwärmung. Auf der Südflanke des Hochs bleibt
der Blick auf den Druckgradienten gerichtet, kann es hier doch nach jetziger
Lesart der Modelle weiterhin zu starken Böen, im Schwarzwald auch zu Sturmböen
kommen. Hierbei fällt auf, dass ICON bezüglich der Maximalböen etwas forscher zu
Werke geht als COSMO-EU. In der Nacht zu Montag bildet sich wieder Nebel, erneut
mit Schwerpunkt im Norden, und im Süden ist Bodenfrost denkbar.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die synoptisch eher unspektakuläre Lage erfassen die Modelle alle ähnlich. Auf
einzelne Details der geringen Unterschiede wurde im Text eingegangen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.09.2015 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Oft ruhiges, zu Nebel neigendes Herbstwetter, lokal Bodenfrostgefahr.
NEz
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
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Freitag... liegt Deutschland noch im Einflussbereich eines Langwellentroges, der
sich von Grönland und dem Nordmeer bis zur Nordsee erstreckt. Obwohl die
Trogstruktur insgesamt bis zum zentralen Mittelmeer ausgreift, bleibt der Trog
in weiten Teilen Deutschlands nur schwach wirksam, da der Geopotentialgradient
über Mittel- und Südeuropa nur schwach ausgeprägt ist. Über Skandinavien dagegen
ist der Trog auch an dem dort stärkeren Geopotentialgradienten zu erkennen,
darüber hinaus korreliert dieser mit einem schwach ausgeprägten Jet über
Südskandinavien. Im Bodendruckfeld ist das trogvorderseitige Tief vor der Küste
Norwegens zu erkennen. Von ihm ausgehend erstreckt sich eine teilokkludiere
Front in einem weiten Bogen über Finnland, die Ostsee und die Mitte Deutschlands
bis nach Frankreich. Die Front verlagert sich im Tagesverlauf allmählich ost-
bzw. südostwärts, wobei sie nur wenig wetterwirksam ist. ICON simuliert in der
zweiten Tageshälfte 6-stündige Regenmengen von maximal 1 mm, was sich aber nur
auf einen Streifen von der Oder bis nach Baden und in die Pfalz bezieht.
Praktisch gänzlich trocken bleiben COSMO-EU und GFS. Auf jeden Fall gilt: Der
Regen, so er denn kommt, bleibt weit weg von jeder warntechnischen Relevanz. Am
Nachmittag und Abend macht sich dann im Norden und Nordwesten schon der
steigende Luftdruck von Hoch NETTI bemerkbar, so dass es dort zu längeren
sonnigen Abschnitten kommt.
In der Nacht zu Samstag wandert der Trog weiter nach Osten, seine Achse verläuft
am Morgen etwa entlang der Oder-Neiße Linie. Von Westen her macht sich zunehmend
hoher Luftdruck mit entsprechendem Absinken und Wolkenauflockerungen bemerkbar,
auch ist über den Britischen Inseln ein Höhenrücken zu erkennen, der sich
kräftigt und im Norden bis nach Island ausgreift. Die Front erreicht dann den
Südosten unseres Landes, wobei ihre Wetterwirksamkeit weiterhin nur sehr
gedämpft ist. Ob die von den Modellen dort angedeuteten sehr geringen
Niederschläge denn tatsächlich kommen, bleibt abzuwarten. Klar ist aber, dass
die aus der Front resultierende Wolkendecke den nächtlichen Temperaturrückgang
dämpft, so dass von der Lausitz bis zum Oberrhein sowie südlich dieser Linie die
Temperaturen kaum unter 8 Grad fallen dürften. Noch etwas wärmer bleibt es bei
auflandigem Wind an der See. Am kühlsten wird es somit in den wolkenarmen
Gebieten, die sich vom Münsterland und dem Emsland bis zur Uckermark erstrecken.
Dort sinken die Werte auf etwa 5 Grad, was bei Taupunkten von 7 bis 8 Grad
dichten Nebel bedeutet. Aber auch in den übrigen Landesteilen kann sich Nebel
bilden.
Samstag... liegt das gesamte Land im Einflussbereich von Hoch NETTI, wobei der
Schwerpunkt des Hochs allmählich nach Nordosten wandert. Liegt er am Tage noch
über England, so ist er in der Nacht zu Sonntag schon über der zentralen Nordsee
zu finden. Das entsprechende Absinken, aus der Höhe auch von dem sich nähernden
und in der Nacht zu Sonntag sogar noch intensivierenden Höhenrücken gestützt,
sorgt für verbreitet freundliches Wetter, wobei die Modelle den Norden von der
Sonne begünstigt sehen. Ob dies tatsächlich so kommt, darf angezweifelt werden,
speziell im Nordseeumfeld scheint bei Nordwestwind aufziehender tiefer Stratus
denkbar. Bezüglich des Warnwesens sollte ein Auge auf die Windentwicklung
geworfen werden. Da der nach Südosten gerichtete Bodenkeil etwas nach Süden
kippt, verschärft sich in der Südhälfte der Gradient. Nicht dramatisch, aber mit
ageostrophischer Unterstützung sind in höheren Lagen einzelne starke Böen
möglich, auf dem Feldberg im Schwarzwald sogar Sturmböen. Bezüglich der
Höchstwerte ist zu sagen, dass bei 850er Temperaturen zwischen 2 Grad im Norden
und 6 Grad im Süden zwischen 15 und 19 Grad erwartet werden. Im Südwesten kann
lokal, speziell in Leegebieten mit Wolkenauflösung, die 20-Grad-Marke fallen. In
den Gipfellagen der höheren Mittelgebirge bleiben die Tagesmaxima einstellig.
In der Nacht bleibt warntechnisch wieder die Nebel- und Bodenfrostproblematik.
Bezüglich der Sichtbehinderungen ist der Nordwesten mit einsickernder feuchter
Meeresluft wieder ein ganz heißer Kandidat. Aber auch in den übrigen
Landesteilen wird sich sicher Nebel bilden, hier sind dann - bei aller Vorsicht
- Mulden- und Tallagen, speziell in Mittelgebirgen, in der Pol-Position.
Bodenfrost erscheint in der feuchten Luft eher unwahrscheinlich, allenfalls in
höheren Mittelgebirgslagen ist dieser denkbar - wenn nicht vorher aufkommender
Nebel die Ausstrahlung entsprechend dämpft.
Sonntag... Ändert sich an der Gesamtsituation nur wenig. Weiterhin bleibt das
Hoch über der Nordsee wetterbestimmend, der korrespondierende Höhenrücken
kräftigt sich weiter, eine Achse greift von den Britischen Inseln bis in den
nordwestlichen Balkan aus. Damit ist auch keine durchgreifende Änderung bei den
Temperaturen zu erwarten, erst in der Nacht zu Montag kommt es von Westen her im
850er Niveau zu einer zögerlichen Erwärmung. Auf der Südflanke des Hochs bleibt
der Blick auf den Druckgradienten gerichtet, kann es hier doch nach jetziger
Lesart der Modelle weiterhin zu starken Böen, im Schwarzwald auch zu Sturmböen
kommen. Hierbei fällt auf, dass ICON bezüglich der Maximalböen etwas forscher zu
Werke geht als COSMO-EU. In der Nacht zu Montag bildet sich wieder Nebel, erneut
mit Schwerpunkt im Norden, und im Süden ist Bodenfrost denkbar.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die synoptisch eher unspektakuläre Lage erfassen die Modelle alle ähnlich. Auf
einzelne Details der geringen Unterschiede wurde im Text eingegangen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas