DWD -> WARNLAGEBERICHT für Deutschland -

VHDL30 DWOG 211800
Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Dienstag, 21.02.2017, 21:17 Uhr

In der zweiten Nachthälfte von Westen/Nordwesten neuerliche deutliche
Windzunahme mit starken bis stürmische Böen im Tiefland, Sturmböen im
Bergland und an der Nordsee. Im Bergland gebietsweise Tauwetter und
Dauerregen, im Harz Unwetter.

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden
bis Mittwoch, 22.02.2017, 21:00 Uhr:

Mit einer westlichen Strömung werden wiederholt Tiefausläufer über
Deutschland hinweg geführt, die das Wettergeschehen wechselhaft
gestalten. Es wird sehr windig und innerhalb der milden Meeresluft
herrscht bis in Gipfellagen der Mittelgebirge Tauwetter.

Wind:
In der ersten Nachthälfte gibt es nur in höheren Berglagen
warnwürdige Windgeschwindigkeiten (starke und stürmische Böen, Bft
7/8).
Im Laufe der zweiten Nachthälfte frischt der Wind von Westen und
Nordwesten her wieder deutlich auf. Mit dem südwestlichen Wind werden
bis zur Mitte vorankommend starke Böen (Bft 7, bis 60 km/h) aus
Südwest erwartet. Im höheren Bergland und an der Nordsee sind
stürmische Böen (Bft 8, bis 70 km/h), exponiert auch Sturmböen (Bft
9, bis 85 km/h) möglich, auf dem Brocken gibt es orkanartige Böen
(Bft 11, bis 115 km/h).
Am Mittwoch gibt es recht verbreitet starke bis stürmische Böen (Bft
7/8), in freien Lagen auch Sturmböen (Bft9). Auf den Berggipfeln und
an der See gibt es Sturmböen, exponiert auch schwere Sturmböen, auf
einzelnen Gipfeln auch Orkanböen (Bft 12) aus West bis Südwest.

In der Nacht auf Donnerstag nimmt der Wind vorübergehend ab. Vor
allem über der Mitte, teils aber auch im Süden und im Küstenbereich
sind aber weiter starke bis stürmische Böen möglich, in freien Lagen
und im höheren Bergland auch Sturmböen. Auf einzelnen Berggipfeln
sind Orkanböen möglich.

Am Donnerstag wird der Höhepunkt der Windentwicklung erwartet mit
einer markanten, teils auch unwetterartigen Sturmlage vor allem für
die Nordhälfte.

Dauerniederschläge und Tauwetter:
In der Nacht lassen die Niederschläge im Süden allmählich nach. Bis
Mittwochfrüh werden aufsummiert in den vergangenen 36 h Mengen
zwischen 20 und 40 mm erwartet, was zusammen mit dem Schmelzwasser
ein Niederschlagsdargebot zwischen 30 und 60 mm ergibt.
In der zweiten Nachthälfte breiten sich neue Regenfälle über der
Mitte und dem Norden ostwärts aus.
Am Mittwoch regnet es zunächst über dem Norden und der Mitte. Während
die Niederschläge im Norden zum Nachmittag nachlassen, regnet es über
der Mitte weiter länger anhaltend und teils ergiebig. Die
Niederschläge halten in den mittleren Landesteilen auch in der Nacht
auf Donnerstag an und intensivieren sich zum Teil noch. Bis
Donnerstagabend werden in Staulagen 48 h Mengen zwischen 40 und 60 mm
erwartet. In den ostdeutschen Mittelgebirgslagen sind die Mengen zwar
geringer, dort liegt aber noch Schnee der abschmelzen kann, sodass
sich vergleichbare Abflussmengen ergeben. Für den Harz ergeben sich
damit sogar Abflussmengen (Kombination auch fallendem Niederschlag
und Schmelzwasser) zwischen 70 und 90 mm (Unwetter).


Aktuell sind folgende Warnungen in Kraft:

DAUERREGEN: Im Süden in Staulagen 30 bis 50 mm Niederschlag bis
Mittwoch früh.
Im Westen und in der Mitte des Landes in den Staulagen der
Mittelgebirge bis Donnerstagabend Dauerregen mit Mengen zwischen 40
und 60 mm, in exponierten Lagen auch mehr.

TAUWETTER (teils UNWETTER): In Staulagen des Südens bis Mittwoch früh
40 bis 60 mm Niederschlagsdargebot (Summe aus Regen und tauender
Schneedecke). Im Thüringer Wald und Erzgebirge bis Donnerstag 50 bis
90 mm Niederschlagsdargebot, im Harz auch mehr (Unwetter).

WIND:
Vorübergehende Windabschwächung. In der zweiten Nachthälfte von
Westen und Nordwesten deutliche Windzunahme mit Sturmböen an der
Nordseeküste.

Nächste Aktualisierung: spätestens Mittwoch, 22.02.2017, 05:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Marcus Beyer

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