SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 25.11.2015 um 10.30 UTC



Erneut wechselhaft, mild und windig, ab Sonntag teils mit Sturmböen bis in
tiefere Lagen, an der See und im Bergland schwere Sturmböen möglich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 02.12.2015


Nach vorübergehendem antizyklonalen Einfluss greift am Wochenende vom
Ostatlantik kommend ein breiter Trog auf Mitteleuropa über. Das dem Trog
vorgelagerte Frontensystem überquert bereits am Samstag nahezu das gesamte
Vorhersagegebiet. Während in tieferen Lagen die Niederschläge alsbald in die
flüssige Phase übergehen bzw. (was vor allem im Nordwesten und Westen der Fall
ist) von Beginn an als Regen fallen, liegt in den Mittelgebirgen die
Schneefallgrenze bei etwa 600 Metern. Mit Passage der Front erfolgt ein
Luftmassenwechsel und somit eine Milderung. Leichter Dauerfrost bleibt auf die
Kammlagen der östlichen Mittelgebirge beschränkt. Postfrontal frischt zudem der
Wind auf, so dass an der Nordseeküste und auf höheren Berggipfeln Sturmböen
auftreten können.
Nach einer kurzzeitigen Wetterberuhigung, die im Wesentlichen nur in
Süddeutschland wetterwirksam ist, greifen ab Sonntag weitere Frontensysteme in
rascher Folge auf Deutschland über. Hierdurch gehen bis Montag die Niederschläge
selbst in den Kammlagen der Mittelgebirge in die flüssige Phase über. Es erfolgt
eine durchgreifende Milderung mit einem Anstieg der Temperaturen auf zum Teil
über 10 Grad. In den Nächten bleibt es dann weitgehend frostfrei. Dies geht mit
einer weiteren Gradientzunahme einher. Während anfangs Böen bis Sturmstärke
wahrscheinlich noch auf die Küste und höhere Berglagen beschränkt sind, können
am Montag auch in tieferen Lagen Sturmböen auftreten. An der See sind dann
schwere Sturmböen, auf höheren Berggipfeln und zum Teil auch an der Nordseeküste
orkanartige Böen möglich.
Erst im Laufe des Dienstags beginnt der Gradient etwas aufzufächern, wobei an
der See und im Bergland jedoch weiterhin Sturmböen vorstellbar sind. Am Mittwoch
kann ein Schnellläufer-Tief den Norden Deutschlands streifen. Dabei ist die
Intensität und Zugbahn dieses Tiefs noch unsicher.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum stellt sich im Süden und zum
Teil auch in den mittleren Gebieten vorübergehend antizyklonaler Einfluss ein,
wogegen nach Norden hin eine westliche bis leicht südwestliche Strömung bestehen
bleibt. Zum ersten Dezemberwochenende hin setzt sich möglicherweise über dem
gesamten Vorhersagegebiet wieder eine westliche Strömung durch.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis einschließlich Sonntag ergeben sich keine prognoserelevanten Unterschiede
zwischen dem aktuellen Modelllauf und weiter zurückliegenden Läufen.
Danach wird eine straffere westliche Strömung simuliert, was ein rascheres
Durchsetzen der Zonalzirkulation nach Osten hin bedeutet. Dies hat nach dem
aktuellsten Modelllauf vor allem am Montag auch einen kräftigeren Gradienten zur
Folge, so dass auch in tieferen Lagen stürmische oder gar Sturmböen vorstellbar
sind.
Zur Wochenmitte hin wird nach dem aktuellsten Lauf die Wetterberuhigung durch
das o.g. Schnellläufer-Tief verzögert. Die beiden gestrigen Modellläufe hatten
dieses Tief noch nicht im Programm. Sehr wahrscheinlich beschränkt sich der
antizyklonale Einfluss auf den Süden Deutschlands.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum zeigte der 00 UTC-Lauf des
Vortages einen Höhenkeil, der auf Mitteleuropa übergreift. Dies hätte eine
ruhige Hochdrucklage zur Folge. Von diesem Konzept hatte der gestrige 12
UTC-Lauf sich bereits verabschiedet und stattdessen einen Trog simuliert, der
auf Westeuropa übergreift. Dieser Idee blieb der aktuellste Lauf weitgehend
treu, allerdings wird dieser Trog flacher simuliert, was auf ein erneutes
Durchsetzen einer straffen Westströmung hindeutet.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Bis einschließlich Dienstag zeigen sich zwischen den Modellen der einzelnen
Wetterzentren keine prognoserelevanten Unterschied. Die synoptischen Basisfelder
werden weitgehend ähnlich simuliert.
Erst am Mittwoch ergeben sich Unterschiede. Das oben beschriebene
Schnellläufer-Tief wird lediglich von EZMW und vom Modell des kanadischen
Wetterdienstes simuliert, wobei letzteres dieses Tief über der Nordsee auffüllt.

Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum entwickelt sich nach GFS über
Mitteleuropa ein kräftiges Hoch, das frontale Prozesse fernhält. Nach dem
kanadischen Modell positioniert sich das Hoch weiter südlich, d.h. dieses Modell
nimmt eine Zwischenstellung zwischen EZMW und GFS ein.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Bis einschließlich Sonntag ist der Spread des EPS des GFS noch relativ gering.
Danach beginnen die Einzellösungen deutlicher zu divergieren. Während ab
Wochenbeginn die übergroße Mehrzahl der Lösungen von einer Erwärmung ausgeht,
gibt es Einzellösungen, die es bei einem relativ niedrigen Temperaturniveau (um
ca. -5 Grad in 850 hPa) belassen. Im erweiterten mittelfristigen
Vorhersagezeitraum wird die Blockierung vom EPS nicht gestützt. Der
deterministische Lauf betont den antizyklonalen Einfluss am deutlichsten.
Stattdessen dürfte ein schwacher Trog auf den Norden Deutschlands übergreifen,
der aber längst nicht von allen EPS-Membern erwartet wird. Demnach wäre über
Südosteuropa am ehesten ein Hoch zu erwarten.
Das ENS des EZMW zeigt ein weitgehend ähnliches Verhalten. Allerdings nimmt
bereits ab dem Wochenende der Spread rascher zu als beim EPS des GFS. Die
Mehrzahl der Lösungen zeigt einen ansteigenden Temperaturtrend, allerdings
belassen es einige Lösungen bei einem tiefen Temperaturniveau. Ein ähnliches
Verhalten zeigten auch die weiter zurückliegenden Modellläufe. Der Übergang zu
einer straffen Westströmung wird von etwa 80 Prozent der Einzellösungen
mitgetragen. Nur ein Fünftel der Member (und damit deutlich weniger als es noch
bei weiter zurückliegenden Modellläufen der Fall war) betonen den antizyklonalen
Einfluss stärker.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum sind 5 von 6 Clustern eher
antizyklonal geprägt, wobei eines dieser Cluster (in welchem der Kontrolllauf
eingeordnet wird) eine straffe Nordwestströmung zeigt. Damit betont das ENS die
Antizyklonalität stärker als der deterministische Lauf.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Nach dem EFI des EZMW ist das Maximum der Windentwicklung am Sonntag und am
Montag zu erwarten.
Am Samstag sind Böen bis Sturmstärke sehr wahrscheinlich noch auf die
Nordseeküste und höhere Berglagen beschränkt. Am Sonntag und Montag sind im
Norden und in der Mitte auch in tieferen Lagen stürmische und vereinzelt
Sturmböen möglich. An der Küste und im Bergland kann es dann zu schweren
Sturmböen, auf höheren Berggipfeln und zum Teil auch an der Nordseeküste zu
orkanartigen Böen kommen. Am Montag wird wahrscheinlich der Höhepunkt der
Windentwicklung erreicht, dann sind stürmische Böen in tieferen Lagen auch
südlich der Mittelgebirge möglich. Danach erfolgt von Westen und Südwesten her
ein Abflauen des Windes. Bis in den Mittwoch hinein sind jedoch an der Küste und
im höheren Bergland Böen bis Sturmstärke möglich.
Am Sonntag kommt es in Verbindung mit einem Frontensystem zu zeitweisen
Niederschlägen, die bedingt durch eine auf Nordwest drehende Strömung an den
Alpen auch länger andauern können; Im Schwarzwald und zum Teil auch am Alpenrand
(besonders im Allgäu) ist eine Überschreitung warnrelevanter Schwellenwerte
vorstellbar. Diese Niederschläge fallen zunächst oberhalb von etwa 600 Metern
meist als Schnee. In Staulagen sind durchaus 10 bis über 15 Zentimeter Neuschnee
möglich. Im Laufe des Sonntags steigt jedoch von Westen her die Schneefallgrenze
deutlich an. In den Staulagen der östlichen und süddeutschen Mittelgebirge sowie
an den Alpen sind erneut 10 bis über 15 Zentimeter Neuschnee möglich. In freien
Lagen besteht zudem Gefahr von Verwehungen. In der Nacht zum Montag sollten
derartige Neuschneezuwächse auf den Alpenrand und vielleicht den Bayerischen
Wald und ab Montag einzig auf den Alpennordrand beschränkt bleiben.
Zu Wochenbeginn können, bedingt durch schleifende Fronten, vor allem in den
Staulagen der Mittelgebirge die Warnschwellen für Dauerregen überschritten
werden. Eine unwetterartige Dauerregenlage zeichnet sich jedoch nicht ab.
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Basis für Mittelfristvorhersage
ENS (EZMW)
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann

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