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Thema des Tages
Weiße Weihnachten? Oft ein unerfüllter Wunsch!
Einige werden sich beim Blick auf den Kalender erschrecken - es ist
nur noch ein knapper Monat bis Weihnachten. Langsam aber sicher
sollte man daher damit anfangen, die Geschenkideen für die Liebsten
auch umzusetzen, um Enttäuschungen unter dem Weihnachtsbaum zu
vermeiden. Wir Meteorologen erfahren diesen "Schreckmoment" in der
Regel nicht. Warum? Ganz einfach! Für uns fungiert die Frage nach
weißen Weihnachten nämlich als ziemlich verlässlicher "Weckruf",
ganz besonders für die notorischen Spätzünder im Besorgen der
Weihnachtsgeschenke. Oft erreicht uns diese Frage schon einige Wochen
vor dem Weihnachtsfest.
Eines schon mal vorne weg: Eine seriöse, verlässliche Aussage
darüber, ob wir Weihnachten im Schnee feiern können oder nicht, kann
zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden. Erste, verlässliche
Prognosen sind häufig erst binnen Wochenfrist möglich. Vorhersagen
der genauen Wetterentwicklung über Weihnachten, die derzeit schon die
Runde machen, kann man getrost als tollkühn und unglaubwürdig abtun.
Das einzige Werkzeug, das uns Meteorologen bei der Beantwortung der
Frage nach weißer Weihnacht aktuell schon zur Verfügung steht, ist
die sogenannte Klimatologie oder auch Statistik. Blickt man in die
Vergangenheit, lassen sich über die Häufigkeit weißer Weihnachten
Wahrscheinlichkeiten für eben diese ableiten. Eine Übersichtskarte
(zu finden auf
http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2015/11/26.html) zeigt
die Wahrscheinlichkeit für eine schneebedeckte Landschaft über das
gesamte Weihnachtsfest (24.12 bis 26.12.) auf Grundlage der Jahre
1951 bis 2008. So herrscht beispielsweise in den Flussniederungen im
Westen und Südwesten sowie im nordwestdeutschen Tiefland nur etwa
alle 10 Jahre eine geschlossene Schneedecke über Weihnachten vor.
Nach Norden und Nordosten zu ist das durchschnittlich etwa alle 5
Jahre der Fall. In den Mittelgebirgen sieht die Situation aus Sicht
der Schneefans etwas rosiger aus, die Wahrscheinlichkeit für durchweg
verschneite Weihnachten liegt dort meist zwischen 30 und 50 %. In den
Kammlagen der Mittelgebirge sowie in den Alpen (ab etwa 800 bis 1000
Meter Höhe) verläuft statistisch gesehen das Gros der Feiertage weiß.
Alles in allem lässt sich also festhalten, dass in den meisten
Regionen Deutschlands ein weißes Weihnachtsfest häufig ein
unerfüllter Wunsch bleibt. Und es kommt noch "schlimmer": das
berühmte "Weihnachtstauwetter" gehört zu den verlässlichsten
Witterungsregelfällen in Deutschland. Ersten Kaltluftvorstößen mit
Schneefällen bis in tiefere Lagen zwischen November und Mitte
Dezember folgt oft ein Wetterwechsel, bei dem milde Atlantikluft von
Westen herangeführt wird. Regenfälle zehren dabei den noch
vorhandenen Schnee rasch auf. Wenigstens lässt sich die Aussage, dass
es früher "zu Großmutters Zeiten" viel öfter weiße Weihnachten
gegeben hat, entkräften. Die Häufigkeiten haben sich bis heute nicht
signifikant verändert.
Dass sich das sehr variable Wetter selten an statistisch ermittelte
Mittelwerte hält, sollte allerdings noch Anlass zur Hoffnung geben.
Wenn sich ein verlässlicher Trend abzeichnet, wird an dieser Stelle
sicherlich darüber berichtet werden. Wir halten Sie auf dem
Laufenden.
Dipl.-Met. Adrian Leyser
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.11.2015
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Diesen Artikel und das Archiv der "Themen des Tages"
finden Sie unter www.dwd.de/tagesthema
Weitere interessante Themen zu Wetter und Klima finden
Sie auch im DWD-Wetterlexikon unter: www.dwd.de/lexikon
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Mit freundlichen Grüßen
Ihre Pressestelle des DWD
Telefon: 069 8062 4501
Fax: 069 8062 4509
E-Mail: pressestelle@dwd.de
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Weiße Weihnachten? Oft ein unerfüllter Wunsch!
Einige werden sich beim Blick auf den Kalender erschrecken - es ist
nur noch ein knapper Monat bis Weihnachten. Langsam aber sicher
sollte man daher damit anfangen, die Geschenkideen für die Liebsten
auch umzusetzen, um Enttäuschungen unter dem Weihnachtsbaum zu
vermeiden. Wir Meteorologen erfahren diesen "Schreckmoment" in der
Regel nicht. Warum? Ganz einfach! Für uns fungiert die Frage nach
weißen Weihnachten nämlich als ziemlich verlässlicher "Weckruf",
ganz besonders für die notorischen Spätzünder im Besorgen der
Weihnachtsgeschenke. Oft erreicht uns diese Frage schon einige Wochen
vor dem Weihnachtsfest.
Eines schon mal vorne weg: Eine seriöse, verlässliche Aussage
darüber, ob wir Weihnachten im Schnee feiern können oder nicht, kann
zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden. Erste, verlässliche
Prognosen sind häufig erst binnen Wochenfrist möglich. Vorhersagen
der genauen Wetterentwicklung über Weihnachten, die derzeit schon die
Runde machen, kann man getrost als tollkühn und unglaubwürdig abtun.
Das einzige Werkzeug, das uns Meteorologen bei der Beantwortung der
Frage nach weißer Weihnacht aktuell schon zur Verfügung steht, ist
die sogenannte Klimatologie oder auch Statistik. Blickt man in die
Vergangenheit, lassen sich über die Häufigkeit weißer Weihnachten
Wahrscheinlichkeiten für eben diese ableiten. Eine Übersichtskarte
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die Wahrscheinlichkeit für eine schneebedeckte Landschaft über das
gesamte Weihnachtsfest (24.12 bis 26.12.) auf Grundlage der Jahre
1951 bis 2008. So herrscht beispielsweise in den Flussniederungen im
Westen und Südwesten sowie im nordwestdeutschen Tiefland nur etwa
alle 10 Jahre eine geschlossene Schneedecke über Weihnachten vor.
Nach Norden und Nordosten zu ist das durchschnittlich etwa alle 5
Jahre der Fall. In den Mittelgebirgen sieht die Situation aus Sicht
der Schneefans etwas rosiger aus, die Wahrscheinlichkeit für durchweg
verschneite Weihnachten liegt dort meist zwischen 30 und 50 %. In den
Kammlagen der Mittelgebirge sowie in den Alpen (ab etwa 800 bis 1000
Meter Höhe) verläuft statistisch gesehen das Gros der Feiertage weiß.
Alles in allem lässt sich also festhalten, dass in den meisten
Regionen Deutschlands ein weißes Weihnachtsfest häufig ein
unerfüllter Wunsch bleibt. Und es kommt noch "schlimmer": das
berühmte "Weihnachtstauwetter" gehört zu den verlässlichsten
Witterungsregelfällen in Deutschland. Ersten Kaltluftvorstößen mit
Schneefällen bis in tiefere Lagen zwischen November und Mitte
Dezember folgt oft ein Wetterwechsel, bei dem milde Atlantikluft von
Westen herangeführt wird. Regenfälle zehren dabei den noch
vorhandenen Schnee rasch auf. Wenigstens lässt sich die Aussage, dass
es früher "zu Großmutters Zeiten" viel öfter weiße Weihnachten
gegeben hat, entkräften. Die Häufigkeiten haben sich bis heute nicht
signifikant verändert.
Dass sich das sehr variable Wetter selten an statistisch ermittelte
Mittelwerte hält, sollte allerdings noch Anlass zur Hoffnung geben.
Wenn sich ein verlässlicher Trend abzeichnet, wird an dieser Stelle
sicherlich darüber berichtet werden. Wir halten Sie auf dem
Laufenden.
Dipl.-Met. Adrian Leyser
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.11.2015
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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