SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 221800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 22.09.2014 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Dienstag meist ruhiges Zwischenhochwetter. Mittwoch vor allem an den Küsten
wieder stürmische Böen, im Norden auch einzelne Gewitter.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... befindet sich Deutschland an der Westflanke eines markanten
Langwellentroges, der sich von der Barentssee bis zum nördlichen Balkan
erstreckt. Ein im Lee des Norwegischen Gebirges generierter Randtrog, dessen
Drehzentrum sich inzwischen über Polen befindet, hat das Vorhersagegebiet
südwärts überquert. Im Laufe der Nacht verlagert sich das ganze Gebilde weiter
nach Osten und weitet sich Richtung Süden aus. Weiter westlich erreicht ein
flacher Höhenrücken im Laufe der Nacht die Deutsche Bucht und Südnorwegen.
Deutschland verbleibt unterhalb einer straffen nordnordwestlichen Höhenströmung,
wobei trogrückseitig Absinken dominiert.
Auch im Bodendruckfeld weitet sich ein Keil des Hochdruckgebietes über England
rasch nach Mitteleuropa aus und sorgt somit für eine deutliche Wetterberuhigung.
Somit klingen im Laufe des Abends und der ersten Nachthälfte auch im Süden und
Osten die schauerartigen Niederschläge und Gewitter rasch ab, in den Frühstunden
hört es dann auch am Erzgebirge und am östlichen Alpenrand auf zu regnen.
Mit Ausweitung des Hochkeils nach Mitteleuropa fächert auch der Druckgradient
rasch auf, somit flaut der lebhafte Nordwest- bis Nordwind ab. In der zweiten
Nachthälfte gibt es lediglich an der Ostsee und in Vorpommern noch starke
Windböen, in den Kamm- und Gipfellagen der östlichen Mittelgebirge und der Alpen
auch Sturmböen, ab den Frühstunden dürften dann auch diese Vergangenheit sein.
Ansonsten lockern die Wolken vor allem im Westen und Südwesten auf, teilweise
ist der Himmel klar. Angesichts der einströmenden trockenen polaren Meeresluft
sollte sich die Nebelbildung aber in Grenzen halten. Dafür spielt das Thema
Frost bereits eine gewisse Rolle. Zumindest Frost in Bodennähe kann in einigen
Senken und Tälern der südwestdeutschen Mittelgebirge nicht ausgeschlossen
werden. Im Nordwesten macht sich bereits Warmluftadvektion auf der Vorderseite
eines Troges westlich der Britischen Inseln, die den flachen Höhenkeil
problemlos überläuft, in Form dichterer Wolkenfelder bemerkbar, es bleibt aber
trocken.
Dienstag ... verlagert sich der Höhenrücken noch etwas nach Osten und wölbt sich
ein wenig auf. Der Höhentrog weiter westlich erreicht bis zum Abend die
Britischen Inseln. Im diffluenten Geopotentialfeld vorderseitig des Troges wird
aufgrund von PVA auch etwas Hebung generiert, weiter östlich sorgt WLA auch im
Bereich des Höhenrückens für schwache Hebungsvorgänge.
Im Bodendruckfeld verlagert sich das Frontensystem eines Tiefs nordöstlich von
Irland im Tagesverlauf bis zur mittleren Nordsee und Südnorwegen, ein weiteres,
teilokkludiertes Frontensystem erreicht Schottland und Irland. Der nach
Mitteleuropa gerichtete Bodenhochkeil wird allmählich nach Südosten abgedrängt.
Während die WLA- induzierte Hebung lediglich für den Durchzug dichterer
Wolkenfelder über die Nordhälfte Deutschlands ausreicht, gibt es im Frontbereich
- unterstützt durch die PVA- getriggerte Hebung, schauerartige Niederschläge,
die abends etwa die mittlere Nordsee erfassen.
Somit dominiert im Vorhersagegebiet störungs- und warnfreies Wetter. Vor allem
im Süden und Westen, aber auch in der Osthälfte scheint meist die Sonne. Stärker
bewölkt bleibt es im Nordwesten und äußersten Norden, für Regen sollte es aber
kaum reichen. Aber auch im Südosten ist es zeitweise bewölkt, dort können sich
unterhalb der recht hochreichenden Absinkinversion noch flache Quellwolken
bilden, die sich am "Deckel" eher in die Horizontale ausbreiten und sich am
Erzgebirge etwas stauen.
Vor allem in den Südwesten wird wieder etwas wärmere Luft advehiert bzw. durch
Absinken generiert, in 850 hPa bewegt sich die Temperatur am Abend zwischen 9
Grad im Südwesten und 0 Grad auf Rügen. Somit dürften sich die Höchstwerte
zwischen 12 Grad am Erzgebirge und knapp 20 Grad im südlichen Oberrheingraben
bewegen.
Der Wind spielt keine Rolle mehr, er weht im Norden mäßig, an der Nordsee später
frisch aus West bis Südwest, im Süden kommt er aus Ost.
In der Nacht zum Mittwoch erreicht der Höhentrog die Nordsee, wobei er eine
immer zyklonalere Struktur annimmt und im diffluent konturierten
Geopotentialfeld auf dessen Vorderseite über der mittleren Nordsee und der
Deutschen Bucht vor allem in der zweiten Nachthälfte recht markante Hebung
simuliert wird.
Im Bodendruckfeld bildet sich über dem Oslofjord ein Teiltief, dessen
okkludiertes Frontensystem in den Frühstunden die deutsche Nordseeküste
erreicht. Das Bodenhoch wird mehr und mehr nach Südosteuropa abgedrängt.
Ausgangs der Nacht erreichen die der Front etwas vorgelagerten schauerartigen
Regenfälle das Nordseeumfeld und eventuell auch das Emsland. Mit Annäherung der
höhenkalten Luft im Trogbereich (bis -23 Grad) wird die Luftmasse zunehmend
labilisiert, so dass es vereinzelt auch kurze Gewitter geben kann. Mit Einsetzen
der Niederschläge nimmt aufgrund der Gradientverschärfung im unmittelbaren
Frontbereich auch der Wind zu, so dass es zumindest im Küstengebiet starke
Windböen, in exponierten Küstenabschnitten der Nordsee auch stürmische Böen
gibt.
Im übrigen Vorhersagegebiet verläuft die Nacht ruhig, wobei sich vor allem im
Süden und eventuell auch noch in der Mitte bei gering bewölktem Himmel örtlich
Nebel bilden kann. Zudem geht in der allmählich alternden Polarluft die
Temperatur vor allem im Süden deutlich zurück, wobei noch unsicher ist, wie weit
sich die Bewölkung nach Süden ausweitet. COSMO_EU lässt dichtere mittlere
Wolkenfelder Mittwochfrüh bis fast zur Mainlinie vorankommen.
In den Regionen, wo der Himmel länger klar bleibt, muss jedenfalls in
ungünstigen Lagen mit Bodenfrost, in einigen höher gelegenen Senken und Tälern
eventuell auch mit Luftfrost gerechnet werden.
Mittwoch ... schwenkt der Trog vor allem über Nordwestdeutschland hinweg
ostwärts, verliert aber ein wenig an Struktur, so dass die Hebungsvorgänge
abklingen. Im Bodendruckfeld verlagert sich das Tief nach Südschweden, das
Frontensystem zieht rasch ostwärts über die Nordhälfte hinweg. Die damit
verbundenen Schauer und Gewitter können sich etwa bis in den nördlichen und
westlichen Mittelgebirgsraum und ostwärts bis zur Lausitz ausweiten. Die recht
gute bodennahe Windscherung (über 10 m/s 0 bis 1 km) lässt eventuell auch
linienhaft organisierte Strukturen zu, wobei es dann lokal eng begrenzt
stürmische Böen und auch Graupel oder kleinkörnigen Hagel geben kann. Starkregen
dürfte dagegen nach wie vor meist kein Thema sein. Lediglich im Bereich der
Deutschen Bucht und den angrenzenden Küstengebieten, insbesondere in
Ostfriesland, werden sowohl seitens der Deutschen Modellkette als auch vom ECMWF
punktuell Mengen über 20 mm in 12 Stunden simuliert, was wohl Schauerstraßen
geschuldet ist, die immer wieder dieselbe Region treffen. Entsprechend scheint
ein lokal eng begrenztes Überschreiten der Warnschwellen für Stark- (über 20
mm/6 h) oder Dauerregen (über 25 mm/12 h) nicht ganz ausgeschlossen.
Der Wind nimmt allgemein noch etwas zu. An den Küsten gibt es starke bis
stürmische Böen, auch in den Kammlagen insbesondere der ostdeutschen
Mittelgebirge und später auf den Alpengipfeln kann es stürmische Böen,
vereinzelt Sturmböen geben. Im Norddeutschen Tiefland sind außerhalb der Schauer
zumindest in freien Lagen starke Windböen möglich.
Die Südhälfte verbleibt noch unter schwachen Hochdruckeinfluss. Hier scheint
recht häufig die Sonne, zeitweise ziehen mittelhohe Wolkenfelder durch und
lediglich im Schwarzwald bzw. in Alpennähe könnte es für kurze Schauer reichen.
Während in die Nordhälfte mit der Front wieder etwas kühlere Meeresluft gelangt,
bleiben vor allem südlich des Mains recht milde Luftmassen wetterbestimmend. Die
Höchstwerte bewegen sich somit in der Nordhälfte zwischen 13 und 17 Grad,
während im Süden 15 bis 20 Grad, im Alpenvorland und im südlichen
Oberrheingraben vielleicht auch knapp über 20 Grad erreicht werden.
In der Nacht zum Donnerstag zieht der Höhentrog rasch ostwärts ab. Ihm folgt ein
breit angelegter Höhenrücken, der sich Donnerstagfrüh etwa über den Britischen
Inseln befindet und bereits wieder von WLA überlaufen wird. Dem Rücken
vorgelagert, dominiert unterhalb einer kräftigen nordwestlichen Höhenströmung
über dem Vorhersagegebiet somit zunächst Absinken, ehe dann über der Nordhälfte
aufgrund der WLA wieder Hebung einsetzt.
Im Bodendruckfeld kann sich somit ein Azorenhochkeil bis nach Süddeutschland
ausweiten. Über in die Nordhälfte schwenkt mit der auch am Boden kräftigen
westnordwestlichen Strömung nur ein flach ausgeprägter Hochkeil hinweg, gefolgt
von Druckfall auf der Vorderseite einer Warmfront, die im Laufe der Nacht rasch
auf die Nordsee übergreift und in der Früh bereits die Deutsche Bucht erreicht.
Sie macht sich zunächst nur in Form dichter Wolkenfelder bemerkbar, die bereits
in der zweiten Nachthälfte weit im Vorfeld der Warmfront weite Teile
Norddeutschlands überziehen. Dabei kann es an den Küsten eventuell auch etwas
regnen.
Der Wind spielt nach wie vor eine Rolle. Im Binnenland schwächt er sich zwar
tagesgangbedingt ab, an den Küsten kann es aber nach wie vor starke, vereinzelt
auch stürmische Böen aus West bis Nordwest geben. Auch in den Kamm- und
Gipfellagen der ostdeutschen Mittelgebirge und der Alpen sind stürmische Böen
möglich.
Ansonsten beruhigt sich das Wetter rasch, die letzten Schauer klingen am Abend
rasch ab und die Wolken lockern vor allem im Südwesten und in der Mitte auf,
dabei kann sich gebietsweise wieder Nebel bilden.
Frost in 2 Meter Höhe dürfte im Großen und Ganzen kein Thema mehr sein,
allerdings kann es im Südwesten zumindest im Bergland ganz vereinzelt noch
einmal Frost in Bodennähe geben.
Donnerstag ... wandert der von einem Höhenhoch über der Biskaya ausgehende breit
angelegte, aber flache Höhenrücken noch etwas weiter ostwärts und verläuft mit
seiner Achse abends etwa von England bis zur Norwegischen See. Weiter westlich
stellt sich eine für diese Jahreszeit schon recht kräftige, zonal ausgerichtete
Höhenströmung ein mit einem hochreichenden Zentraltief knapp westlich von
Island.
Entsprechend findet dort auch im Bodendruckfeld eine markante Zyklogenese statt
mit einem Kerndruck von deutlich unter 970 hPa. Dabei werden immer wieder
Frontensysteme über den Nordatlantik nach Skandinavien und dann weiter nach
Nordosteuropa geführt, die auch den Norden und Nordosten des Vorhersagegebietes
streifen. Diese Situation erfüllt somit den Tatbestand einer antizyklonalen
West- bis Nordwestlage.
Im Zuge dessen werden die Nord- und Osthälfte im Tagesverlauf von einer
Warmfront überquert, wobei es dort auch dichten Wolkenfeldern immer wieder
leichte Regen- oder Nieselregenfälle gibt. Dabei lassen GFS und ECMWF Wolken und
Niederschläge etwas weiter nach Südwesten ausgreifen als die deutsche
Modellkette. Aufgrund des scharf ausgeprägten Druckgradienten gibt es an den
Küsten von Nord- und Ostsee weiterhin stürmische Böen, COSMO_EU simuliert in
exponierten Lagen bzw. über der freien See auch Sturmböen, die durchaus im
Bereich des Möglichen liegen. Auch im östlichen Bergland kann es stürmische Böen
geben. Im Binnenland spielt der Wind dagegen aufgrund der stabilen Schichtung
und mangels Einstrahlung kaum eine Rolle, lediglich in küstennahen Regionen sind
starke Böen aus Südwest bis West möglich.
Im Südwesten dominiert dagegen unter dem Einfluss eines bis dorthin gerichteten
Hochkeils freundliches und trockenes Wetter. Die Höchstwerte bewegen sich meist
zwischen 14 und 17 Grad unter den dichten Wolken im Norden und Osten und bis
knapp über 20 Grad am Oberrhein.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Im Großen und Ganzen simulieren die externen Modelle eine der deutschen
Modellkette ähnliche Wetterentwicklung. ECMWF und GFS lassen den Trog am
Mittwoch etwas weiter nach Süden ausgreifen und ECMWF (von 00 UTC) zeigt
zusätzlich eine etwas langsamere Verlagerungstendenz. Auch bzgl. des Ausgreifens
der Warmfrontbewölkung und der leichten Niederschläge nach Südwesten am
Donnerstag bestehen noch leichte Unsicherheiten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 22.09.2014 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Dienstag meist ruhiges Zwischenhochwetter. Mittwoch vor allem an den Küsten
wieder stürmische Böen, im Norden auch einzelne Gewitter.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC
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Aktuell ... befindet sich Deutschland an der Westflanke eines markanten
Langwellentroges, der sich von der Barentssee bis zum nördlichen Balkan
erstreckt. Ein im Lee des Norwegischen Gebirges generierter Randtrog, dessen
Drehzentrum sich inzwischen über Polen befindet, hat das Vorhersagegebiet
südwärts überquert. Im Laufe der Nacht verlagert sich das ganze Gebilde weiter
nach Osten und weitet sich Richtung Süden aus. Weiter westlich erreicht ein
flacher Höhenrücken im Laufe der Nacht die Deutsche Bucht und Südnorwegen.
Deutschland verbleibt unterhalb einer straffen nordnordwestlichen Höhenströmung,
wobei trogrückseitig Absinken dominiert.
Auch im Bodendruckfeld weitet sich ein Keil des Hochdruckgebietes über England
rasch nach Mitteleuropa aus und sorgt somit für eine deutliche Wetterberuhigung.
Somit klingen im Laufe des Abends und der ersten Nachthälfte auch im Süden und
Osten die schauerartigen Niederschläge und Gewitter rasch ab, in den Frühstunden
hört es dann auch am Erzgebirge und am östlichen Alpenrand auf zu regnen.
Mit Ausweitung des Hochkeils nach Mitteleuropa fächert auch der Druckgradient
rasch auf, somit flaut der lebhafte Nordwest- bis Nordwind ab. In der zweiten
Nachthälfte gibt es lediglich an der Ostsee und in Vorpommern noch starke
Windböen, in den Kamm- und Gipfellagen der östlichen Mittelgebirge und der Alpen
auch Sturmböen, ab den Frühstunden dürften dann auch diese Vergangenheit sein.
Ansonsten lockern die Wolken vor allem im Westen und Südwesten auf, teilweise
ist der Himmel klar. Angesichts der einströmenden trockenen polaren Meeresluft
sollte sich die Nebelbildung aber in Grenzen halten. Dafür spielt das Thema
Frost bereits eine gewisse Rolle. Zumindest Frost in Bodennähe kann in einigen
Senken und Tälern der südwestdeutschen Mittelgebirge nicht ausgeschlossen
werden. Im Nordwesten macht sich bereits Warmluftadvektion auf der Vorderseite
eines Troges westlich der Britischen Inseln, die den flachen Höhenkeil
problemlos überläuft, in Form dichterer Wolkenfelder bemerkbar, es bleibt aber
trocken.
Dienstag ... verlagert sich der Höhenrücken noch etwas nach Osten und wölbt sich
ein wenig auf. Der Höhentrog weiter westlich erreicht bis zum Abend die
Britischen Inseln. Im diffluenten Geopotentialfeld vorderseitig des Troges wird
aufgrund von PVA auch etwas Hebung generiert, weiter östlich sorgt WLA auch im
Bereich des Höhenrückens für schwache Hebungsvorgänge.
Im Bodendruckfeld verlagert sich das Frontensystem eines Tiefs nordöstlich von
Irland im Tagesverlauf bis zur mittleren Nordsee und Südnorwegen, ein weiteres,
teilokkludiertes Frontensystem erreicht Schottland und Irland. Der nach
Mitteleuropa gerichtete Bodenhochkeil wird allmählich nach Südosten abgedrängt.
Während die WLA- induzierte Hebung lediglich für den Durchzug dichterer
Wolkenfelder über die Nordhälfte Deutschlands ausreicht, gibt es im Frontbereich
- unterstützt durch die PVA- getriggerte Hebung, schauerartige Niederschläge,
die abends etwa die mittlere Nordsee erfassen.
Somit dominiert im Vorhersagegebiet störungs- und warnfreies Wetter. Vor allem
im Süden und Westen, aber auch in der Osthälfte scheint meist die Sonne. Stärker
bewölkt bleibt es im Nordwesten und äußersten Norden, für Regen sollte es aber
kaum reichen. Aber auch im Südosten ist es zeitweise bewölkt, dort können sich
unterhalb der recht hochreichenden Absinkinversion noch flache Quellwolken
bilden, die sich am "Deckel" eher in die Horizontale ausbreiten und sich am
Erzgebirge etwas stauen.
Vor allem in den Südwesten wird wieder etwas wärmere Luft advehiert bzw. durch
Absinken generiert, in 850 hPa bewegt sich die Temperatur am Abend zwischen 9
Grad im Südwesten und 0 Grad auf Rügen. Somit dürften sich die Höchstwerte
zwischen 12 Grad am Erzgebirge und knapp 20 Grad im südlichen Oberrheingraben
bewegen.
Der Wind spielt keine Rolle mehr, er weht im Norden mäßig, an der Nordsee später
frisch aus West bis Südwest, im Süden kommt er aus Ost.
In der Nacht zum Mittwoch erreicht der Höhentrog die Nordsee, wobei er eine
immer zyklonalere Struktur annimmt und im diffluent konturierten
Geopotentialfeld auf dessen Vorderseite über der mittleren Nordsee und der
Deutschen Bucht vor allem in der zweiten Nachthälfte recht markante Hebung
simuliert wird.
Im Bodendruckfeld bildet sich über dem Oslofjord ein Teiltief, dessen
okkludiertes Frontensystem in den Frühstunden die deutsche Nordseeküste
erreicht. Das Bodenhoch wird mehr und mehr nach Südosteuropa abgedrängt.
Ausgangs der Nacht erreichen die der Front etwas vorgelagerten schauerartigen
Regenfälle das Nordseeumfeld und eventuell auch das Emsland. Mit Annäherung der
höhenkalten Luft im Trogbereich (bis -23 Grad) wird die Luftmasse zunehmend
labilisiert, so dass es vereinzelt auch kurze Gewitter geben kann. Mit Einsetzen
der Niederschläge nimmt aufgrund der Gradientverschärfung im unmittelbaren
Frontbereich auch der Wind zu, so dass es zumindest im Küstengebiet starke
Windböen, in exponierten Küstenabschnitten der Nordsee auch stürmische Böen
gibt.
Im übrigen Vorhersagegebiet verläuft die Nacht ruhig, wobei sich vor allem im
Süden und eventuell auch noch in der Mitte bei gering bewölktem Himmel örtlich
Nebel bilden kann. Zudem geht in der allmählich alternden Polarluft die
Temperatur vor allem im Süden deutlich zurück, wobei noch unsicher ist, wie weit
sich die Bewölkung nach Süden ausweitet. COSMO_EU lässt dichtere mittlere
Wolkenfelder Mittwochfrüh bis fast zur Mainlinie vorankommen.
In den Regionen, wo der Himmel länger klar bleibt, muss jedenfalls in
ungünstigen Lagen mit Bodenfrost, in einigen höher gelegenen Senken und Tälern
eventuell auch mit Luftfrost gerechnet werden.
Mittwoch ... schwenkt der Trog vor allem über Nordwestdeutschland hinweg
ostwärts, verliert aber ein wenig an Struktur, so dass die Hebungsvorgänge
abklingen. Im Bodendruckfeld verlagert sich das Tief nach Südschweden, das
Frontensystem zieht rasch ostwärts über die Nordhälfte hinweg. Die damit
verbundenen Schauer und Gewitter können sich etwa bis in den nördlichen und
westlichen Mittelgebirgsraum und ostwärts bis zur Lausitz ausweiten. Die recht
gute bodennahe Windscherung (über 10 m/s 0 bis 1 km) lässt eventuell auch
linienhaft organisierte Strukturen zu, wobei es dann lokal eng begrenzt
stürmische Böen und auch Graupel oder kleinkörnigen Hagel geben kann. Starkregen
dürfte dagegen nach wie vor meist kein Thema sein. Lediglich im Bereich der
Deutschen Bucht und den angrenzenden Küstengebieten, insbesondere in
Ostfriesland, werden sowohl seitens der Deutschen Modellkette als auch vom ECMWF
punktuell Mengen über 20 mm in 12 Stunden simuliert, was wohl Schauerstraßen
geschuldet ist, die immer wieder dieselbe Region treffen. Entsprechend scheint
ein lokal eng begrenztes Überschreiten der Warnschwellen für Stark- (über 20
mm/6 h) oder Dauerregen (über 25 mm/12 h) nicht ganz ausgeschlossen.
Der Wind nimmt allgemein noch etwas zu. An den Küsten gibt es starke bis
stürmische Böen, auch in den Kammlagen insbesondere der ostdeutschen
Mittelgebirge und später auf den Alpengipfeln kann es stürmische Böen,
vereinzelt Sturmböen geben. Im Norddeutschen Tiefland sind außerhalb der Schauer
zumindest in freien Lagen starke Windböen möglich.
Die Südhälfte verbleibt noch unter schwachen Hochdruckeinfluss. Hier scheint
recht häufig die Sonne, zeitweise ziehen mittelhohe Wolkenfelder durch und
lediglich im Schwarzwald bzw. in Alpennähe könnte es für kurze Schauer reichen.
Während in die Nordhälfte mit der Front wieder etwas kühlere Meeresluft gelangt,
bleiben vor allem südlich des Mains recht milde Luftmassen wetterbestimmend. Die
Höchstwerte bewegen sich somit in der Nordhälfte zwischen 13 und 17 Grad,
während im Süden 15 bis 20 Grad, im Alpenvorland und im südlichen
Oberrheingraben vielleicht auch knapp über 20 Grad erreicht werden.
In der Nacht zum Donnerstag zieht der Höhentrog rasch ostwärts ab. Ihm folgt ein
breit angelegter Höhenrücken, der sich Donnerstagfrüh etwa über den Britischen
Inseln befindet und bereits wieder von WLA überlaufen wird. Dem Rücken
vorgelagert, dominiert unterhalb einer kräftigen nordwestlichen Höhenströmung
über dem Vorhersagegebiet somit zunächst Absinken, ehe dann über der Nordhälfte
aufgrund der WLA wieder Hebung einsetzt.
Im Bodendruckfeld kann sich somit ein Azorenhochkeil bis nach Süddeutschland
ausweiten. Über in die Nordhälfte schwenkt mit der auch am Boden kräftigen
westnordwestlichen Strömung nur ein flach ausgeprägter Hochkeil hinweg, gefolgt
von Druckfall auf der Vorderseite einer Warmfront, die im Laufe der Nacht rasch
auf die Nordsee übergreift und in der Früh bereits die Deutsche Bucht erreicht.
Sie macht sich zunächst nur in Form dichter Wolkenfelder bemerkbar, die bereits
in der zweiten Nachthälfte weit im Vorfeld der Warmfront weite Teile
Norddeutschlands überziehen. Dabei kann es an den Küsten eventuell auch etwas
regnen.
Der Wind spielt nach wie vor eine Rolle. Im Binnenland schwächt er sich zwar
tagesgangbedingt ab, an den Küsten kann es aber nach wie vor starke, vereinzelt
auch stürmische Böen aus West bis Nordwest geben. Auch in den Kamm- und
Gipfellagen der ostdeutschen Mittelgebirge und der Alpen sind stürmische Böen
möglich.
Ansonsten beruhigt sich das Wetter rasch, die letzten Schauer klingen am Abend
rasch ab und die Wolken lockern vor allem im Südwesten und in der Mitte auf,
dabei kann sich gebietsweise wieder Nebel bilden.
Frost in 2 Meter Höhe dürfte im Großen und Ganzen kein Thema mehr sein,
allerdings kann es im Südwesten zumindest im Bergland ganz vereinzelt noch
einmal Frost in Bodennähe geben.
Donnerstag ... wandert der von einem Höhenhoch über der Biskaya ausgehende breit
angelegte, aber flache Höhenrücken noch etwas weiter ostwärts und verläuft mit
seiner Achse abends etwa von England bis zur Norwegischen See. Weiter westlich
stellt sich eine für diese Jahreszeit schon recht kräftige, zonal ausgerichtete
Höhenströmung ein mit einem hochreichenden Zentraltief knapp westlich von
Island.
Entsprechend findet dort auch im Bodendruckfeld eine markante Zyklogenese statt
mit einem Kerndruck von deutlich unter 970 hPa. Dabei werden immer wieder
Frontensysteme über den Nordatlantik nach Skandinavien und dann weiter nach
Nordosteuropa geführt, die auch den Norden und Nordosten des Vorhersagegebietes
streifen. Diese Situation erfüllt somit den Tatbestand einer antizyklonalen
West- bis Nordwestlage.
Im Zuge dessen werden die Nord- und Osthälfte im Tagesverlauf von einer
Warmfront überquert, wobei es dort auch dichten Wolkenfeldern immer wieder
leichte Regen- oder Nieselregenfälle gibt. Dabei lassen GFS und ECMWF Wolken und
Niederschläge etwas weiter nach Südwesten ausgreifen als die deutsche
Modellkette. Aufgrund des scharf ausgeprägten Druckgradienten gibt es an den
Küsten von Nord- und Ostsee weiterhin stürmische Böen, COSMO_EU simuliert in
exponierten Lagen bzw. über der freien See auch Sturmböen, die durchaus im
Bereich des Möglichen liegen. Auch im östlichen Bergland kann es stürmische Böen
geben. Im Binnenland spielt der Wind dagegen aufgrund der stabilen Schichtung
und mangels Einstrahlung kaum eine Rolle, lediglich in küstennahen Regionen sind
starke Böen aus Südwest bis West möglich.
Im Südwesten dominiert dagegen unter dem Einfluss eines bis dorthin gerichteten
Hochkeils freundliches und trockenes Wetter. Die Höchstwerte bewegen sich meist
zwischen 14 und 17 Grad unter den dichten Wolken im Norden und Osten und bis
knapp über 20 Grad am Oberrhein.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Im Großen und Ganzen simulieren die externen Modelle eine der deutschen
Modellkette ähnliche Wetterentwicklung. ECMWF und GFS lassen den Trog am
Mittwoch etwas weiter nach Süden ausgreifen und ECMWF (von 00 UTC) zeigt
zusätzlich eine etwas langsamere Verlagerungstendenz. Auch bzgl. des Ausgreifens
der Warmfrontbewölkung und der leichten Niederschläge nach Südwesten am
Donnerstag bestehen noch leichte Unsicherheiten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff