SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 220800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 22.09.2014 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
Nz, übergehend zu Wa

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
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Montag... lag um 00 UTC in 300 hPa ein Langwellentrog über Skandinavien (mit
einem Cut-Off-Tief bei Göteborg), das sich bis nach Deutschland hinein
erstreckte. Das Höhentief tropft weiter südsüdostwärts ab und liegt mittags über
Brandenburg und am Tagesende über Südpolen. Rückseitig steigt besonders in der
zweiten Tageshälfte das Geopotential über Deutschland deutlich an, wobei sich
die Höhenströmung auch abschwächt.

Die Kaltfront des Tiefs bei Gotland, die in Deutschland einen markanten
Luftmassenwechsel einleitete, liegt mittlerweile südlich der Alpen. Am
Alpennordrand gibt es noch letzte staubedingte Regenfälle, so dass dort die
Dauerregenwarnung am Vormittag auslaufen kann.
Im Trogbereich haben sich über Norddeutschland - bei 500 hPa-Temperaturen unter
-25 Grad Schauer und besonders im Nordosten auch Gewitter entwickelt. Mit dem
abtropfenden Höhentief verlagert sich an dessen Westflanke ein Kaltluftkörper in
500 hPa mit Temperaturen teilweise unter -28 Grad über die mittleren Teile
unseres Landes südwärts, womit im Tagesverlauf verbreitet Schauer und Gewitter
auftreten werden. Lediglich im äußersten Westen und Südwesten bleibt es
weitgehend niederschlagsfrei. Im Vergleich zum gestrigen 00 UTC-Lauf greift
COSMO-EU mit den Niederschlägen damit wesentlich weiter nach Westen aus. Die
größten Mengen sind am Alpenrand und in Mecklenburg zu erwarten (über 20 mm).
Die Verteilung im GME und im ECMF16 sieht sehr ähnlich aus.
Ein weiteres wichtiges Warnkriterium sind die Wind- und Sturmböen. Aktuell gibt
es an den Küsten der Nord- und auch bereits der Ostsee Böen Bft 8 bis 9 aus
Nordwest. Nach OOG ist im weiteren Tagesverlauf an den Küsten mit Böen Bft 8,
vereinzelt Bft 9 zu rechnen. Im Binnenland kommt es verbreitet zu Böen Bft 6 bis
7, in den Gebirgen zu Böen Bft 8 bis 9, auf exponierten Gipfeln auch zu schweren
Sturmböen. C-EU gibt in der zweiten Tageshälfte in den Alpen und im Erzgebirge
sogar Böen Bft 11 bis 12.
Im Umfeld der Schauer und Gewitter im Bereich des südwärts wandernden
Kaltluftkörpers simuliert C-EU Böen Bft 8, vereinzelt auch 9. Angesichts der 700
hPa-Geschwindigkeiten von bis zu 40/45 kt sind diese Böen wohl durchaus
realistisch.
In der ersten Hälfte der Nacht zum Dienstag lässt der Wind nach und es gibt um
24 UTC nur noch an der Ostsee und am Erzgebirge Böen Bft 7, in Gipfellagen der
Osthälfte weiterhin Böen Bft 8 bis 9.
Im Südwesten und Westen, also in den windschwächsten Gebieten, ist Nebelbildung
möglich. Dort kann es in ungünstiger Lage auch zu Bodenfrost kommen, gemäß
MOS-MIX am ehesten in den RZ-Bereichen Offenbach und Stuttgart.


Dienstag... passiert in der ersten Hälfte des Tages ein flacher Rücken unser
Land von Nordwest nach Südost, gefolgt von einem weiteren Rücken, der um 24 UTC
über der Osthälfte liegt. Derweil wird ein kurzwelliger Trog bis zur westlichen
Nordsee vorgedrungen sein.

Der Keil des starken Atlantikhochs kräftigt sich über Deutschland, womit die
Wind- und Böengeschwindigkeiten in der ersten Tageshälfte weiter abnehmen und
dann ab Mittag keine Warnungen mehr nötig sein werden, auch nicht im Bergland.
In den Nordweststaulagen vornehmlich der östlichen Mittelgebirge halten sich
noch längere Zeit Wolken, sonst ist es vielfach heiter. Im Vorfeld des abends
zur Nordsee vordringenden Troges nimmt die Bewölkung im Westen und Nordwesten,
später auch in der Mitte, abends zu. Bis auf einzelne Schauer in Nordseenähe
bleibt es aber trocken. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 13 und 19 Grad.
Nebelbildung in der Nacht auf Mittwoch bleibt im wesentlichen auf die Gebiete
südlich einer Linie Münster-Chemnitz beschränkt. Die Gefahr von Bodenfrost ist
in der Südhälfte, vor allem aber in Baden-Württemberg und Bayern gegeben. In
exponierten Lagen ist vereinzelt auch Luftfrost nicht auszuschließen.


Mittwoch... schwenkt der Trog bis zum Abend über Deutschland hinweg,
anschließend erreicht abends ein flacher Randtrog unser Gebiet von Westen her.

Vorderseitig des Troges dringen von der Nordsee her zwei schwache Kaltfronten in
unser Vorhersagegebiet ein, die im Norden zu etwas Regen, später auch Schauern
führen. In der Trogkaltluft sind vor allem um die Mittags- und die frühe
Nachmittagszeit in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern einzelne
Gewitter möglich. Im restlichen Deutschland (Mitte, Süden) herrscht nach
Nebelauflösung heiteres bis wolkiges und weitgehend niederschlagsfreies Wetter
vor. C-EU prognostiziert von 00 bis 24 UTC den meisten Regen auf den
nordfriesischen Inseln (bis 28 mm). GME, GFS und ECMF16 haben ebenfalls um die
Nordsee herum die höchsten Mengen. ECMF16 und auch GFS ziehen den Niederschlag
wesentlich weiter nach Süden als die deutsche Modellkette.
Der südwestliche, später auch westliche Wind nimmt im Tagesverlauf in der
Nordhälfte deutlich zu, so dass es an den Küsten und auch im norddeutschen
Flachland zu Böen Bft 7 kommt. Brocken und Fichtelberg haben dann auch zeitweise
stürmische Böen oder Sturmböen.
In der Nacht zu Donnerstag ist wieder in den gleichen Gebieten mit Nebel zu
rechnen wie in der Vornacht, die Wahrscheinlichkeiten sind aber generell etwas
geringer. Bodenfrost ist dann kein Thema mehr.

Modellvergleich und -einschätzung
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GFS, LFPW und insbesondere auch ECMF16 verlagern am Mittwoch den Trog langsamer
als GME. Nach ECMF16 liegt er mittwochs um 12 UTC erst über den Niederlanden und
dem äußersten Westen Deutschlands (GME hat ihn zu diesem Zeitpunkt schon über
der Osthälfte). Die Niederschlagsverteilungsunterschiede wurden bereits im Text
angesprochen (beziehen sich im wesentlich auch auf den Mittwoch).

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch.

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