SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 251800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 25.12.2013 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Nachlassender Föhn an den Alpen. Nachts noch orkanartige Böen auf einigen Alpengipfeln. Im
Südwesten und Süden gebietsweise Dauerregen, in Lagen über 800m in Schnee übergehende
Niederschläge.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 12 UTC
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Aktuell ... liegen wir im Übergangsbereich von sehr milder, teils subtropischer Luft im
Südosten und weniger warmer, dennoch milder Meeresluft im Westen und Nordwesten. Diese
Luftmassengrenze wird markiert von einer wellenden Kaltfront, die das östliche Deutschland
erreicht hat, sich aber nur noch sehr langsam weiter nach Osten verlagert. Präfrontal
lagen die Temperaturen am Nachmittag im Südosten örtlich bei +18 Grad, im Regen bei +7 bis
+10 Grad.
Die hauptsächlichen Niederschläge fallen postfrontal in einem Streifen vom Südwesten bis
zur Ostsee. In einigen Staulagen regnet es für längere Zeit, zunächst vor allem im
Südwesten, im Schwarzwald teilweise auch ergiebig. Bis Donnerstagvormittag sind dort
weitere 10 bis 15mm Niederschlag zu erwarten, so dass die Warnungen vor Dauerregen dort in
Kraft bleiben. Die Niederschläge kommen aber auch nach Osten voran. Cosmo EU, NAE zeigen
für die Nacht auch im Bereich des Bodensees 12-stündige Mengen um 20mm.
Mit Annäherung eines Troges von Westeuropa her sinkt das Temperaturniveau langsam und die
Niederschläge fallen im Südwesten oberhalb von 800 bis 1000 am Morgen des
2.Weihnachtstages als Schnee, so dass in Hochlagen auch 5 bis 10cm, vereinzelt bis 15 cm
Neuschnee möglich sind.
Der Trog greift auch bis in das westliche Mittelmeer aus und führt über dem Löwengolf zu
einer Zyklogenese, wobei das entstehende Tief langsam Richtung Golf von Genua weiterzieht.
Dies führt unter Anderem dazu, dass die Luftmassengrenze kaum noch Osten vorankommt und
sich der Niederschlag bei uns nachts von Süden her wieder verstärkt und nach Norden
ausbreitet. Im Laufe der Nacht kann auch das westliche Bayern von den Niederschlägen
tangiert werden und im Allgäu kann es zum Donnerstagmorgen auch schneien. Im Nordwesten
dürfte sich in der kommenden Nacht recht verbreitet Nebel bilden.
An der Vorderseite des Troges herrscht über den Alpen und dem östlichen Mitteleuropa eine
kräftige südliche Höhenströmung, die orkanartige Böen in den Alpen und Föhn an der
Alpennordseite hervorruft. Erst mit Annäherung des Troges geht sowohl die Föhnlage an den
Alpen, als auch die Sturmlage auf den Alpengipfeln in der kommenden Nacht langsam zu Ende.
Darüber hinaus hat sich über Bayern ein Leetief gebildet, das nachts und am Donnerstag
langsam nach Norden zieht.
Donnerstag ... erreicht der Trog mit seiner Achse Ostfrankreich und tropft zum westlichen
Mittelmeer ab. Das Tief über Oberitalien kräftigt sich noch und es erstreckt sich von dort
aus eine Rinne tiefen Druckes über die Ostalpen und Tschechien bis zur unteren Oder. Darin
eingelagert ist die Luftmassengrenze und auch das Leetief, welches sich im Tagesverlauf
Richtung Ostsee in Bewegung setzt.
Ganz im Osten und Südosten (Ostbayern, Teile von Sachsen) bleibt es trocken. Sonst fällt
bei bedecktem Himmel verbreitet Regen, der vor allem im Süden und dort speziell in
Alpennähe, wo sich die Zyklogenese südlich der Alpen bemerkbar macht, recht ergiebig sein
kann. Innerhalb von 12 Stunden sind in Alpennähe 10 bis 20mm, vereinzelt im Allgäu bis 25
mm Niederschlag möglich, die oberhalb von 700 bis 800m als Schnee fallen. Akkumuliert über
24 Stunden sind dann vom Bodensee bis hinüber zum Allgäu warnwürdige Niederschlagsmengen
möglich. Von Mittwochabend bis in die Nacht zum Freitag können dort 30 bis nahe 50mm
Niederschlag zusammen kommen.
Im Nordwesten macht sich bedingt durch Kaltluftadvektion und Absinken in Bodennähe
leichter antizyklonaler Einfluss bemerkbar, so dass dort keine nennenswerten Niederschläge
mehr auftreten.
Mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 3 und 8 Grad wird es nicht mehr so mild wie bisher.
In der Nacht zum Freitag überquert der Resttrog das Vorhersagegebiet, wobei dessen
Wetterwirksamkeit durch über die Trogachse ostwärts übergreifende Kaltluftadvektion
gedämpft wird. An den Alpen können noch einmal, bedingt durch die Tiefentwicklung südlich
der Alpen, 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee hinzukommen. Ansonsten setzt sich von Südwesten
her Zwischenhocheinfluss durch. Ausgangs der Nacht erfolgt im Westen erneut
Warmluftadvektion.
Freitag ... greift die Warmluftadvektion vom Westen Deutschlands her weiter ostwärts über.
Diese steht in Verbindung mit dem Frontensystem eines weiteren Orkantiefs, das sich
Schottland nähert. Dieses Tief wandelt sich im Laufe des Tages in ein Zentraltief um. Der
stromabwärts über Deutschland liegende Höhenkeil wird rasch nach Osten gedrückt, bis zum
Abend stellt sich wieder überall eine südwestliche Strömung ein, mit der wieder deutlich
wärmere Luft advehiert wird.
Mit der Annäherung des Frontensystems dieses Tiefs setzt im Nordwesten und im Westen
erneut Regen ein. Zudem verstärkt sich der Gradient, so dass in einem Bereich von der
Küste bis in den Südwesten Deutschlands Windböen bzw. stürmische Böen, später an der
Küste, und im Bergland Sturmböen und in höheren Berglagen schwere Sturmböen zu erwarten
sind.
Die Warmluftzufuhr macht sich auch in Bodennähe bemerkbar, so dass Tageshöchsttemperaturen
zwischen 4 und 10 Grad zu erwarten sind.
In der Nacht zum Samstag weitet sich der von dem Zentraltief nördlich von Schottland
ausgehende Trog nach Süden aus, was die Strömung erneut aufsteilen lässt. Die dem Trog
vorgelagerte wellende Kaltfront kommt schleifend nach Osten voran, und erfasst den
Nordwesten Deutschlands. Am östlichen Ende der Pyrenäen setzt eine weitere Wellenbildung
ein, was die Verlagerung der Kaltfront bremst. Die Niederschläge verstärken sich dann über
dem Nordwesten und Westen Deutschlands. Warnschwellen in Bezug auf Dauerregen werden
wahrscheinlich nicht erreicht.
Im Bergland bleibt es stürmisch, nach Nordwesten zu windig. Im Südosten gibt es bei
aufgelockerter Bewölkung leichten, Richtung Alpen mäßigen Frost und stellenweise Nebel und
Glätte.
Samstag ... liegen wir an der Südostflanke des steuernden Tiefs bei den Färöerinseln in
einer südwestlichen Strömung. Die Frontalzone verlagert sich dabei über unser Gebiet nach
Südosten, wodurch auch der wellende Tiefausläufer über Deutschland nach Südosten gedrückt
wird.
Während es postfrontal im Nordwesten teilweise wieder auflockert, wird der äußerste
Südosten vom frontalen Geschehen noch nicht erfasst. Dabei wird zunächst weiter sehr milde
Luft herangeführt in der es im Bereich des Tiefausläufers leicht bis mäßig regnet.
Erst mit Passage des Tiefausläufers gehen die Temperaturen von Westen her allmählich
wieder zurück und der Niederschlag geht in Hochlagen des Schwarzwaldes, Schneefallgrenze
über 1000m, wieder in Schnee über.
Da sich das Tief bei den Färöern bei seiner Ostverlagerung abschwächt und der Gradient
nach Passage der Kaltfront auffächert, lässt der Wind im Tagesverlauf deutlich nach.
Anfangs sind an den Küsten und im Bergland Böen der Stärke 7 bis 8 zu erwarten. In
exponierten Kamm- und Gipfellagen Böen der Stärke 10 bis 11.
Im Tagesverlauf beschränken sich warnwürdige Böen auf windanfällige Küstenlagen und das
höhere Bergland.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren die Entwicklung im synoptischen Scale ähnlich mit Unterschieden
lediglich im Detail.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 25.12.2013 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Nachlassender Föhn an den Alpen. Nachts noch orkanartige Böen auf einigen Alpengipfeln. Im
Südwesten und Süden gebietsweise Dauerregen, in Lagen über 800m in Schnee übergehende
Niederschläge.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 12 UTC
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Aktuell ... liegen wir im Übergangsbereich von sehr milder, teils subtropischer Luft im
Südosten und weniger warmer, dennoch milder Meeresluft im Westen und Nordwesten. Diese
Luftmassengrenze wird markiert von einer wellenden Kaltfront, die das östliche Deutschland
erreicht hat, sich aber nur noch sehr langsam weiter nach Osten verlagert. Präfrontal
lagen die Temperaturen am Nachmittag im Südosten örtlich bei +18 Grad, im Regen bei +7 bis
+10 Grad.
Die hauptsächlichen Niederschläge fallen postfrontal in einem Streifen vom Südwesten bis
zur Ostsee. In einigen Staulagen regnet es für längere Zeit, zunächst vor allem im
Südwesten, im Schwarzwald teilweise auch ergiebig. Bis Donnerstagvormittag sind dort
weitere 10 bis 15mm Niederschlag zu erwarten, so dass die Warnungen vor Dauerregen dort in
Kraft bleiben. Die Niederschläge kommen aber auch nach Osten voran. Cosmo EU, NAE zeigen
für die Nacht auch im Bereich des Bodensees 12-stündige Mengen um 20mm.
Mit Annäherung eines Troges von Westeuropa her sinkt das Temperaturniveau langsam und die
Niederschläge fallen im Südwesten oberhalb von 800 bis 1000 am Morgen des
2.Weihnachtstages als Schnee, so dass in Hochlagen auch 5 bis 10cm, vereinzelt bis 15 cm
Neuschnee möglich sind.
Der Trog greift auch bis in das westliche Mittelmeer aus und führt über dem Löwengolf zu
einer Zyklogenese, wobei das entstehende Tief langsam Richtung Golf von Genua weiterzieht.
Dies führt unter Anderem dazu, dass die Luftmassengrenze kaum noch Osten vorankommt und
sich der Niederschlag bei uns nachts von Süden her wieder verstärkt und nach Norden
ausbreitet. Im Laufe der Nacht kann auch das westliche Bayern von den Niederschlägen
tangiert werden und im Allgäu kann es zum Donnerstagmorgen auch schneien. Im Nordwesten
dürfte sich in der kommenden Nacht recht verbreitet Nebel bilden.
An der Vorderseite des Troges herrscht über den Alpen und dem östlichen Mitteleuropa eine
kräftige südliche Höhenströmung, die orkanartige Böen in den Alpen und Föhn an der
Alpennordseite hervorruft. Erst mit Annäherung des Troges geht sowohl die Föhnlage an den
Alpen, als auch die Sturmlage auf den Alpengipfeln in der kommenden Nacht langsam zu Ende.
Darüber hinaus hat sich über Bayern ein Leetief gebildet, das nachts und am Donnerstag
langsam nach Norden zieht.
Donnerstag ... erreicht der Trog mit seiner Achse Ostfrankreich und tropft zum westlichen
Mittelmeer ab. Das Tief über Oberitalien kräftigt sich noch und es erstreckt sich von dort
aus eine Rinne tiefen Druckes über die Ostalpen und Tschechien bis zur unteren Oder. Darin
eingelagert ist die Luftmassengrenze und auch das Leetief, welches sich im Tagesverlauf
Richtung Ostsee in Bewegung setzt.
Ganz im Osten und Südosten (Ostbayern, Teile von Sachsen) bleibt es trocken. Sonst fällt
bei bedecktem Himmel verbreitet Regen, der vor allem im Süden und dort speziell in
Alpennähe, wo sich die Zyklogenese südlich der Alpen bemerkbar macht, recht ergiebig sein
kann. Innerhalb von 12 Stunden sind in Alpennähe 10 bis 20mm, vereinzelt im Allgäu bis 25
mm Niederschlag möglich, die oberhalb von 700 bis 800m als Schnee fallen. Akkumuliert über
24 Stunden sind dann vom Bodensee bis hinüber zum Allgäu warnwürdige Niederschlagsmengen
möglich. Von Mittwochabend bis in die Nacht zum Freitag können dort 30 bis nahe 50mm
Niederschlag zusammen kommen.
Im Nordwesten macht sich bedingt durch Kaltluftadvektion und Absinken in Bodennähe
leichter antizyklonaler Einfluss bemerkbar, so dass dort keine nennenswerten Niederschläge
mehr auftreten.
Mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 3 und 8 Grad wird es nicht mehr so mild wie bisher.
In der Nacht zum Freitag überquert der Resttrog das Vorhersagegebiet, wobei dessen
Wetterwirksamkeit durch über die Trogachse ostwärts übergreifende Kaltluftadvektion
gedämpft wird. An den Alpen können noch einmal, bedingt durch die Tiefentwicklung südlich
der Alpen, 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee hinzukommen. Ansonsten setzt sich von Südwesten
her Zwischenhocheinfluss durch. Ausgangs der Nacht erfolgt im Westen erneut
Warmluftadvektion.
Freitag ... greift die Warmluftadvektion vom Westen Deutschlands her weiter ostwärts über.
Diese steht in Verbindung mit dem Frontensystem eines weiteren Orkantiefs, das sich
Schottland nähert. Dieses Tief wandelt sich im Laufe des Tages in ein Zentraltief um. Der
stromabwärts über Deutschland liegende Höhenkeil wird rasch nach Osten gedrückt, bis zum
Abend stellt sich wieder überall eine südwestliche Strömung ein, mit der wieder deutlich
wärmere Luft advehiert wird.
Mit der Annäherung des Frontensystems dieses Tiefs setzt im Nordwesten und im Westen
erneut Regen ein. Zudem verstärkt sich der Gradient, so dass in einem Bereich von der
Küste bis in den Südwesten Deutschlands Windböen bzw. stürmische Böen, später an der
Küste, und im Bergland Sturmböen und in höheren Berglagen schwere Sturmböen zu erwarten
sind.
Die Warmluftzufuhr macht sich auch in Bodennähe bemerkbar, so dass Tageshöchsttemperaturen
zwischen 4 und 10 Grad zu erwarten sind.
In der Nacht zum Samstag weitet sich der von dem Zentraltief nördlich von Schottland
ausgehende Trog nach Süden aus, was die Strömung erneut aufsteilen lässt. Die dem Trog
vorgelagerte wellende Kaltfront kommt schleifend nach Osten voran, und erfasst den
Nordwesten Deutschlands. Am östlichen Ende der Pyrenäen setzt eine weitere Wellenbildung
ein, was die Verlagerung der Kaltfront bremst. Die Niederschläge verstärken sich dann über
dem Nordwesten und Westen Deutschlands. Warnschwellen in Bezug auf Dauerregen werden
wahrscheinlich nicht erreicht.
Im Bergland bleibt es stürmisch, nach Nordwesten zu windig. Im Südosten gibt es bei
aufgelockerter Bewölkung leichten, Richtung Alpen mäßigen Frost und stellenweise Nebel und
Glätte.
Samstag ... liegen wir an der Südostflanke des steuernden Tiefs bei den Färöerinseln in
einer südwestlichen Strömung. Die Frontalzone verlagert sich dabei über unser Gebiet nach
Südosten, wodurch auch der wellende Tiefausläufer über Deutschland nach Südosten gedrückt
wird.
Während es postfrontal im Nordwesten teilweise wieder auflockert, wird der äußerste
Südosten vom frontalen Geschehen noch nicht erfasst. Dabei wird zunächst weiter sehr milde
Luft herangeführt in der es im Bereich des Tiefausläufers leicht bis mäßig regnet.
Erst mit Passage des Tiefausläufers gehen die Temperaturen von Westen her allmählich
wieder zurück und der Niederschlag geht in Hochlagen des Schwarzwaldes, Schneefallgrenze
über 1000m, wieder in Schnee über.
Da sich das Tief bei den Färöern bei seiner Ostverlagerung abschwächt und der Gradient
nach Passage der Kaltfront auffächert, lässt der Wind im Tagesverlauf deutlich nach.
Anfangs sind an den Küsten und im Bergland Böen der Stärke 7 bis 8 zu erwarten. In
exponierten Kamm- und Gipfellagen Böen der Stärke 10 bis 11.
Im Tagesverlauf beschränken sich warnwürdige Böen auf windanfällige Küstenlagen und das
höhere Bergland.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren die Entwicklung im synoptischen Scale ähnlich mit Unterschieden
lediglich im Detail.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner