SXDL31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 251800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 25.04.2016 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Weiterhin kalt mit Schneefällen z. t. bis in tiefe Lagen, dabei gebietsweise
stürmisch.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC
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Aktuell ... Innerhalb des europäischen Langwellentroges, mit dem bereits sehr
kalte Luft nach Mitteleuropa gelangt ist, formiert sich an dessen Westflanke
über der Nordsee ein weiterer Kaltluftvorstoß. Verantwortlich dafür ist ein
Tief, das sich unter Intensivierung vom Nordmeer in die südliche Nordsee
verlagert hat. Sein Frontensystem hat von Westen her auf die Westhälfte
Deutschlands übergegriffen, wobei der Wind im Vorfeld deutlich zunimmt und im
Bergland Sturmböen erwartet werden. Gleichzeitig steigt die Schneefallgrenze
durch WLA zunächst auf 700 bis 800 an, wird dann aber nach Kaltfrontdurchgang
deutlich sinken. Frost wird in Form von Bodenfrost verbreitet im Westen und
Nordwesten, geringer Luftfrost dagegen fast nur im Nordwesten erwartet.

Dienstag ... Die Kaltfront des Tiefs über der südlichen Nordsee kommt bis zum
Mittag bis zu den Alpen voran. Dahinter gelangt eine weitere Staffel Kaltluft
nach ganz Deutschland. Das Bodentief selbst verbleibt den weit überwiegenden
Teil des Tages mit seinem Zentrum im Bereich der Elbmündung und füllt sich dort
nur sehr langsam auf. Mit der Höhenkaltluft von weiter unter -35 Grad werden um
das Höhentief herum immer wieder Schauer mit eingelagerten Gewittern geführt.

Wegen der Labilität werden dabei auf der Südflanke des Höhentiefzentrums auch
die Höhenwinde von 30 bis 40 kn bis nach untern durchgemischt, sodass vor allem
in den stärksten Entwicklungen über der Mitte Sturmböen möglich sind.

Die Schneefallgrenze steigt tagesgangbedingt auf etwa 400 bis 600 m an. Bei
stärkeren linienhaften Entwicklungen ist aber durchaus auch bis in tiefere Lagen
vorübergehend die feste Phase möglich. Im höheren Bergland werden von
COSMO-LEPS, Cosmo DE EPS teils um 5 cm Neuschnee angeboten, lokal auch etwas
mehr.

Südlich der Donau sorgt die Kaltlfront für skalige Niederschläge, die ebenfalls
bis in tiefe Lagen als Schnee fallen und anfangs teils zur vorübergehenden
Ausbildung einer Schneedecke führen können. In höheren Lagen werden
Neuschneemengen zwischen 5 und 10 cm, lokal im Allgäu und im Südschwarzwald auch
bis 15 cm in 12 h erwartet. Zum Nachmittag lassen die Niederschläge insgesamt
langsam nach.

Es werden Höchsttemperaturen zwischen 4 und 9 Grad erwartet. Im höheren Bergland
herrscht teilweise Dauerfrost.

In der Nacht auf Mittwoch liegt das Höhentief weiter über Deutschland.
Dementsprechend bleibt die Schauer- und Gewitteraktivität bestehen, nimmt im
Vergleich zum Tage aber etwas ab. An der Südflanke des Tiefzentrums bleibt es
bei 30 bis 40 kn Oberwind, sodass weiterhin Böen Bft 7/8 in Verbindung mit
stärkeren Entwicklungen möglich sind. Im höheren Bergland bleibt es stürmisch.

Die Schneefallgrenze liegt zwischen 200 und 400 m. In den Mittelgebirgen und an
den Alpen sind um 5 cm, lokal staubedingt auch bis 10 cm Neuschnee in 12 h
möglich.
Die Tiefstwerte liegen um den Gefrierpunkt, bei längerem Aufklaren darunter. Die
Glättegefahr bleibt bestehen.

Mittwoch ... setzt sich die Trogsituation fort. Bei Temperaturen von -33 bis -36
Grad in 500 hPa treten teils kräftige Schneeregen-, Regen und Graupelschauer
auf, die von kurzen Gewittern begleitet sind. Die größten Windgeschwindigkeiten
in der unteren Troposphäre, mithin auch die stärksten Böen in Schauern gibt es
über der Mitte und dem Süden wo starke bis stürmische Böen, vereinzelt Sturmböen
möglich sind. Auf einigen Berggipfeln bleibt es stürmisch mit teils schweren
Sturmböen.

Die Schneefallgrenze steigt etwas an auf 500 bis 600m, was der guten
Durchmischung und der vor allem in der unteren Troposphäre leicht steigenden
Temperaturen zu verdanken ist. Die Maxima liegen mit 5 bis 10 Grad kaum höher
als zuletzt. Im höheren Bergland herrscht teilweise leichter Dauerfrost.

In der Nacht zum Donnerstag schwenkt ein weiterer Randtrog zu den Britischen
Inseln, vorderseitig zonalisiert die Strömung über Deutschland. Im Norden bleibt
es labil mit Schauern und kurzen Gewittern. Über die Mitte ziehen
Hebungsgebiete, die teilweise auf Warmluftadvektion, teils auf positive
Vorticityadvektion zurückgehen. Bei einer Schneefallgrenze von 300 bis 400m ist
vor allem im Bergland wieder etwas Neuschnee zu erwarten, bis in tiefe Lagen
Glätte durch etwas Schneematsch oder gefrierende Nässe.
Der Wind ist vor allem im Bergland über der Mitte und dem Süden signifikant,
lässt aber auch dort langsam nach.

Donnerstag ... Auch an diesem Tag ändert sich an der Situation gegenüber den
Vortagen nur wenig. Lediglich der Wind schwächt sich am Vormittag mit Auffüllung
des mit seinem Kern mittlerweile über Schleswig-Holstein und dem Kattegat
liegenden Bodentiefs rasch ab, im Süden stellt sich sogar eine windschwache
Situation ein. Sonst aber bleibt hochreichend kalte Luft wetterbestimmend, wobei
einzelne Schauer und Gewitter hauptsächlich im Norden und in der Mitte
auftreten. Die Schneefallgrenze steigt im Tagesverlauf allmählich auf Höhen von
700 bis 800 m an.


Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------Auch die übrigen
vorliegenden Modelle zeigen einen sehr ähnlichen Ablauf der synoptischen
Strukturen wie die deutsche Modellkette.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. R. Hering-Zieringer

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