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Thema des Tages
Winterzeit? - Aber nur auf der Uhr!
In der Nacht auf den heutigen Sonntag war es mal wieder so weit: Die
Uhr wurde umgestellt. Somit wurde den Bürgern in Deutschland die im
Frühjahr "geklaute" Stunde zurückgegeben.
In Deutschland wurde die derzeit gültige Umstellung zwischen der
"Normalzeit", die vielen auch als "Winterzeit" bekannt ist, und der
sogenannten "Sommerzeit" im Jahre 1980 eingeführt. Als ein wichtiger
Grund für die zweimalige Zeitumstellung während eines Jahres wurde
die bessere Nutzung des Tageslichts und somit die Möglichkeit Energie
zu sparen angeführt. Dieser Grund wurde insbesondere noch durch die
Nachwirkung der Ölkrise in Deutschland von 1973 gestützt. Ein
weiterer Grund war zudem die Anpassung an die Nachbarländer, die
diese zeitliche Regelung schon früher eingeführt hatten.
Erstmals wurde die Zeitumstellung in Deutschland und Österreich im
Jahre 1916 vorgenommen. Wenige Wochen später folgten damals
Großbritannien und Irland. Im englischsprachigen Raum wurde die
Zeitumstellung als "Daylight Saving Time" bezeichnet, was
gleichzeitig den Zweck - das Optimum an Tageslicht zu nutzen -
beschreibt. Jedoch wurde in Deutschland zeitweise nicht nur eine
"Sommerzeit" definiert. Vor 1950 existieren teilweise mehrere
Umstellungen, so gab es beispielsweise 1947 in der "Sommerzeit"
eingebettet sogar noch eine "Hochsommerzeit". Zwischen 1950 und 1980
wurde schließlich auf eine Zeitumstellung in den Sommerrhythmus
verzichtet.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sich bereits im Jahre 1784
Benjamin Franklin mit dem Aufsatz "An Economical Project for
Diminishing the Cost of Light (26. April 1784)" wissenschaftlich mit
dieser Thematik beschäftigte. Erneut aufgegriffen wurde das Thema
jedoch erst wieder 1906, als der Engländer William Willett mit seiner
Abhandlung "The Waste of Daylight" eine breite Diskussion anfachte.
Zunächst wurde die Einführung 1908 vom Britischen Unterhaus
allerdings abgelehnt und erst im Jahre 1916 realisiert. Weltweit
haben sich zumindest vorübergehend zahlreiche Staaten für die
Einführung einer "Sommerzeit" entschieden. Die Graphik gibt
diesbezüglich einen Überblick.
Allgemein wird über die derzeit gültige Zeitumstellung heftig
diskutiert. Insbesondere die These, dass durch die Nutzung des
Tageslichts mehr Energie gespart werden kann, wird zunehmend
widerlegt. Laut neueren Studien wird während der Sommerzeit abends
zwar elektrisches Licht gespart, jedoch in den kalten Monaten (März,
April und Oktober) dagegen vor allem morgens stärker geheizt. Zudem
haben Mediziner negative Auswirkungen der Zeitumstellung auf den
menschlichen Körper festgestellt.
Was das Wetter betrifft, so hält sich dieses nur selten an die
"Winterzeit (Normalzeit)". Auch in diesem Jahr lässt sich diese
zunächst lediglich auf der Uhr feststellen. Ansonsten dominiert
nämlich typisches Herbstwetter. Während am heutigen Sonntag
vielerorts noch die Farbe Grau vorherrscht, bekommt in den nächsten
Tagen die Sonne wieder größere Anteile. Neben Nebel und Hochnebel,
die sich vor allem nachts weiterhin ausbilden können und sich je nach
Region auch nur zögerlich auflösen, sorgt Hochdruckeinfluss sowie
eine zunehmend auf östliche bis südöstliche Windströmung regional für
längere sonnige Abschnitte. Bei zweistelligen Höchstwerten, meist
zwischen 10 und 17 Grad, scheint zumindest bis einschließlich
Mittwoch dem "Goldenen Oktober" der Weg frei zu sein. Auch
mittelfristig ist in den nächsten 10 Tagen vom Winter keine Spur,
aber kommen wird er bestimmt.
Die nächste Zeitumstellung beschäftigt uns erst wieder am 27. März
2016, wenn die Uhren um eine Stunde vorgestellt werden, ganz nach dem
Merksatz: "Zeitumstellung ist wie alles im Leben. Man muss immer erst
etwas geben, bevor man etwas zurückbekommt."
Dipl.-Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.10.2015
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Diesen Artikel und das Archiv der "Themen des Tages"
finden Sie unter www.dwd.de/tagesthema
Weitere interessante Themen zu Wetter und Klima finden
Sie auch im DWD-Wetterlexikon unter: www.dwd.de/lexikon
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Sie können diesen Newsletter über die Webseite
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zu jeder Zeit wieder abbestellen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Pressestelle des DWD
Telefon: 069 8062 4501
Fax: 069 8062 4509
E-Mail: pressestelle@dwd.de
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Winterzeit? - Aber nur auf der Uhr!
In der Nacht auf den heutigen Sonntag war es mal wieder so weit: Die
Uhr wurde umgestellt. Somit wurde den Bürgern in Deutschland die im
Frühjahr "geklaute" Stunde zurückgegeben.
In Deutschland wurde die derzeit gültige Umstellung zwischen der
"Normalzeit", die vielen auch als "Winterzeit" bekannt ist, und der
sogenannten "Sommerzeit" im Jahre 1980 eingeführt. Als ein wichtiger
Grund für die zweimalige Zeitumstellung während eines Jahres wurde
die bessere Nutzung des Tageslichts und somit die Möglichkeit Energie
zu sparen angeführt. Dieser Grund wurde insbesondere noch durch die
Nachwirkung der Ölkrise in Deutschland von 1973 gestützt. Ein
weiterer Grund war zudem die Anpassung an die Nachbarländer, die
diese zeitliche Regelung schon früher eingeführt hatten.
Erstmals wurde die Zeitumstellung in Deutschland und Österreich im
Jahre 1916 vorgenommen. Wenige Wochen später folgten damals
Großbritannien und Irland. Im englischsprachigen Raum wurde die
Zeitumstellung als "Daylight Saving Time" bezeichnet, was
gleichzeitig den Zweck - das Optimum an Tageslicht zu nutzen -
beschreibt. Jedoch wurde in Deutschland zeitweise nicht nur eine
"Sommerzeit" definiert. Vor 1950 existieren teilweise mehrere
Umstellungen, so gab es beispielsweise 1947 in der "Sommerzeit"
eingebettet sogar noch eine "Hochsommerzeit". Zwischen 1950 und 1980
wurde schließlich auf eine Zeitumstellung in den Sommerrhythmus
verzichtet.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sich bereits im Jahre 1784
Benjamin Franklin mit dem Aufsatz "An Economical Project for
Diminishing the Cost of Light (26. April 1784)" wissenschaftlich mit
dieser Thematik beschäftigte. Erneut aufgegriffen wurde das Thema
jedoch erst wieder 1906, als der Engländer William Willett mit seiner
Abhandlung "The Waste of Daylight" eine breite Diskussion anfachte.
Zunächst wurde die Einführung 1908 vom Britischen Unterhaus
allerdings abgelehnt und erst im Jahre 1916 realisiert. Weltweit
haben sich zumindest vorübergehend zahlreiche Staaten für die
Einführung einer "Sommerzeit" entschieden. Die Graphik gibt
diesbezüglich einen Überblick.
Allgemein wird über die derzeit gültige Zeitumstellung heftig
diskutiert. Insbesondere die These, dass durch die Nutzung des
Tageslichts mehr Energie gespart werden kann, wird zunehmend
widerlegt. Laut neueren Studien wird während der Sommerzeit abends
zwar elektrisches Licht gespart, jedoch in den kalten Monaten (März,
April und Oktober) dagegen vor allem morgens stärker geheizt. Zudem
haben Mediziner negative Auswirkungen der Zeitumstellung auf den
menschlichen Körper festgestellt.
Was das Wetter betrifft, so hält sich dieses nur selten an die
"Winterzeit (Normalzeit)". Auch in diesem Jahr lässt sich diese
zunächst lediglich auf der Uhr feststellen. Ansonsten dominiert
nämlich typisches Herbstwetter. Während am heutigen Sonntag
vielerorts noch die Farbe Grau vorherrscht, bekommt in den nächsten
Tagen die Sonne wieder größere Anteile. Neben Nebel und Hochnebel,
die sich vor allem nachts weiterhin ausbilden können und sich je nach
Region auch nur zögerlich auflösen, sorgt Hochdruckeinfluss sowie
eine zunehmend auf östliche bis südöstliche Windströmung regional für
längere sonnige Abschnitte. Bei zweistelligen Höchstwerten, meist
zwischen 10 und 17 Grad, scheint zumindest bis einschließlich
Mittwoch dem "Goldenen Oktober" der Weg frei zu sein. Auch
mittelfristig ist in den nächsten 10 Tagen vom Winter keine Spur,
aber kommen wird er bestimmt.
Die nächste Zeitumstellung beschäftigt uns erst wieder am 27. März
2016, wenn die Uhren um eine Stunde vorgestellt werden, ganz nach dem
Merksatz: "Zeitumstellung ist wie alles im Leben. Man muss immer erst
etwas geben, bevor man etwas zurückbekommt."
Dipl.-Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.10.2015
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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