SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 261800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 26.03.2015 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Vorerst keine markanten Wetterereignisse. Zunehmend aber wechselhaft mit mehr
Wind.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 12 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland zunächst noch vorübergehend unter schwachem
Zwischenhocheinfluss. Von Westen her nähert sich rasch ein bereits weitgehend
okkludiertes Frontensystem, das einem lang gestreckten Trog vorgelagert ist.
Dieser weitet sich nach Süden aus und tropft dabei in mehreren Etappen ab. Da
dieser Trog von Kaltluftadvektion überlaufen wird, ist dessen Wetterwirksamkeit
relativ gering. Die von Westen her auf Deutschland übergreifenden Niederschläge
sind fernab von jeglicher Warnrelevanz. Oberhalb von 700 bis 800 Metern fallen
diese Niederschläge als Schnee bzw. sind mit Schnee vermischt; für die
Ausbildung einer Schneedecke wird dies jedoch nicht reichen. Glätte ist nur in
Lagen oberhalb von 800 Metern vorstellbar. Lediglich an den Alpen kann es
oberhalb von etwa 1000 Metern 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee geben.
Das mit dem Trog korrespondierende Bodentief gelangt bis Freitagfrüh in die
Nordsee. An dessen Südflanke verschärft sich der Gradient, so dass in den
westlichen Mittelgebirgen Wind- und vielleicht auch stürmische Böen auftreten
können. Im höheren Bergland Südwestdeutschlands sind dann Böen bis Sturmstärke
möglich.

Freitag ... verlagert sich der Resttrog in den Osten Deutschlands; von Westen
her setzt sich rasch wieder Zwischenhocheinfluss durch. Die in Verbindung mit
dem vorgelagerten okkludierten Frontensystem stehenden Niederschläge werden
unter Abschwächung in den Osten und Südosten Deutschlands abgedrängt. Allerdings
nehmen, gestützt durch den Tagesgang, diese Niederschläge zusehends einen
konvektiven Charakter an. Allzu labil ist die Schichtung jedoch nicht, so dass
Gewitter eher unwahrscheinlich sind. In Verbindung mit Schauern können jedoch
bis in tiefere Lagen Windböen und im Bergland vielleicht auch stürmische Böen
auftreten.
Ganz im Westen und im Südwesten sorgt der Zwischenhocheinfluss für
Auflockerungen. Nennenswerte Niederschläge sind dort nicht zu erwarten.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 7 bis 12 Grad, wobei Werte über 10 Grad
dem Nordosten und den tieferen Lagen West- und Südwestdeutschlands vorbehalten
bleiben.
In der Nacht zum Samstag schiebt sich der Zwischenhochkeil nach Deutschland. In
dessen Bereich lassen die Niederschläge nach bzw. werden in den östlichen
Mittelgebirgsraum und an die Alpen abgedrängt; dabei fällt oberhalb von etwa 800
Metern Schnee. Vor allem im Westen und Südwesten kann es aufklaren. Bei
Tiefsttemperaturen, die bei längerem Aufklaren und im Bergland im Bereich
leichten Frostes liegen, besteht Glättegefahr durch überfrorene Nässe. Sehr
wahrscheinlich ist das Aufklaren nur von vorübergehender Natur. Von Westen her
setzt kräftige Warmluftadvektion ein, die einen raschen Wolkenaufzug mit sich
bringt.

Samstag ... überquert ein weiterer Kurzwellentrog Westeuropa und erreicht bis
zum Abend den äußersten Westen Deutschlands. Das korrespondierende Bodentief
verlagert sich auf einer relativ weit nördlich liegenden (deutlich weiter
nördlich als noch in den Vorläufen zu sehen war) Zugbahn in die Nordsee. An
dessen Südflanke verschärft sich der Gradient, so dass bis in tiefere Lagen
Windböen bis Bft 7, im Bergland und an der Nordsee stürmische und auf
exponierten Berggipfeln durchaus auch Sturmböen auftreten können. Am Abend und
in der ersten Nachthälfte sind an der Südflanke dieses Tiefs an der Nordseeküste
Sturmböen, an der nordfriesischen Küste auch schwere Sturmböen möglich.
Das mit dem Tief in Verbindung stehende Frontensystem lässt Niederschläge auf
Deutschland übergreifen, wobei noch unsicher ist, wie weit diese nach Osten
ausgreifen. Sehr wahrscheinlich werden von diesen Niederschlägen auch die
mittleren Regionen erfasst. Auch wenn mehr Niederschläge fallen als bisher, so
zeichnet sich eine Überschreitung warnrelevanter Schwellenwerte jedoch nicht ab.

Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 8 bis 13, südlich der westlichen
Mittelgebirge in tieferen Lagen bis 15 Grad.
In der Nacht zum Sonntag setzt sich die Frontalzone vom Nordatlantik her auch
über Mitteleuropa durch. Ein darin eingelagerter flacher Rücken wird rasch über
das Vorhersagegebiet hinweg nach Osten gesteuert. Diesem folgt ein weiterer,
aber relativ breiter Trog, der ausgangs der Nacht Westeuropa erreicht.
Vorgelagerte Warmluftadvektion sorgt von Westen her rasch wieder für einen
Aufzug mehrschichtiger Bewölkung. Auflockerungen sind daher nur von
vorübergehender Natur.
Im Südwesten und im Süden macht sich, bedingt durch den flachen Rücken, eine
vorübergehende Gradientabnahme bemerkbar. In der Mitte und im Norden bleibt der
Gradient bestehen, so dass in höheren Berglagen und an der Küste weiterhin mit
stürmischen Böen und in exponierten Berggipfeln mit Böen bis Sturmstärke zu
rechnen ist. Bis weit ins nördliche Binnenland können Windböen auftreten.

Sonntag ... greift der Trog von Westeuropa her auf Deutschland über. Danach,
d.h. weiter stromaufwärts, zonalisiert die Strömung vollends und zeigt keine
Mäandrierungen mehr. Das mit dem Trog korrespondierende Zentraltief verlagert
sich in die nördliche Nordsee. An dessen Südflanke kann sich ein Randtief
bilden, das aus einer Okklusionspunktzyklogenese hervorgeht, in den Skagerrak
gelangt und sich dort weiter intensiviert. An dessen Südflanke erfolgt im
Tagesverlauf über dem gesamten Vorhersagegebiet eine markante
Gradientverschärfung, wodurch der Wind überall stärker wird. Bis in tiefere
Lagen sind stürmische Böen zu erwarten, im Bergland und an der Küste treten
Sturmböen, auf höheren Berggipfeln schwere Sturm- und orkanartige Böen auf. Eine
Ausnahme stellen lediglich der äußerste Osten und Südosten dar; dort sind
vorerst nur Windböen zu erwarten.
Mit dem Frontensystem dieses Randtiefs verstärken sich von Westen her erneut die
Niederschläge, die in Staulagen durchaus auch länger andauern können. Eine
Überschreitung warnrelevanter Schwellenwerte ist nach wie vor nicht erkennbar.
Auflockerungen sind, sofern sie überhaupt auftreten, auf die Leegebiete der
Mittelgebirge beschränkt.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 11 bis 15, im Bergland und unmittelbar an
der See Werte um 8 Grad.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle zeigen durchweg eine ähnliche Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten.
Unterschiede ergeben sich in der Frage, wie rasch am Samstag die Niederschläge
auf Deutschland übergreifen. Während nach der deutschen Modellkette bis auf den
äußersten Osten und Südosten ansonsten das gesamte Vorhersagegebiet von
Niederschlägen erfasst wird, setzt bis zum Abend nach EZMW gerade mal im
Nordwesten und Westen Niederschlag ein. GFS zeigt bzgl. der Niederschläge eine
Zwischenlösung, die als das wahrscheinliste Szenario angesehen wird. Für den
Zeitraum danach gleichen sich die Modelle wieder an.
Die markante Windzunahme bis in den Bereich von Sturmböen am Sonntag wird von
allen Modellen gesehen. Gegenüber der deutschen Modellkette wird aber nach EZMW
und von probabilistischen Produkten wie COSMO-LEPS und dem EPS des EZMW die
Windentwicklung etwas verzögert.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

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