SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 270800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 27.03.2015 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
TrM, übergehend zu Ww, dann zu NWz.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
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Freitag... lag um 00 UTC in 300 hPa ein langwelliger Trog über Mitteleuropa
(Achse über dem Westen und Südwesten Deutschlands), der sich südwärts bis nach
Italien, Tunesien und Algerien hin erstreckte. Bis zum Ende des Tages passiert
die Trogachse Deutschland ostwärts.
Die Okklusion des Tiefs über der südöstlichen Nordsee beeinflusste morgens noch
die östliche Hälfte Deutschlands mit leichten Regenfällen. Das Tief zieht bis
zum Abend unter Auffüllung über den äußersten Norden unseres Landes hinweg nach
Osten. Seine rückwärtige, über die Nordsee südwärts schwenkende Okklusion
erreicht vormittags die Niederlande und den Nordwesten Niedersachsens und
befindet sich abends etwa auf einer Position Schwerin-Ummendorf-Kassel. Ab dem
Abend bestimmt dann vorübergehend der Keil des Hochs westlich der Iberischen
Halbinsel das Wetter. Am Tagesende hat die Warmfront des aktuell über dem
mittleren Nordatlantik befindlichen Tiefs, das dann nordwestlich von Irland
liegen soll, England und Frankreich erreicht und die präfrontale WLA überdeckt
zu diesem Zeitpunkt bereits die Westhälfte Deutschlands.
COSMO-EU simuliert heute (00 bis 24 UTC) maximal knapp über 10 mm im
südwestlichen Allgäu und 8 bis 9 mm im Weststau des Harzes und in
Schleswig-Holstein. ICON legt den Schwerpunkt mehr auf den Alpenrand (bis 15
mm), ebenso GFS mit teils über 20 mm dort. ECMF16 ähnelt in der
Niederschlagsprognose sehr der deutschen Modellkette. Die Schneefallgrenze liegt
tagsüber vielfach zwischen 500 und 1000 Metern. Die Neuschneemenge in den
Mittelgebirgen beträgt heute meist 1 bis 3 cm, am Alpenrand lokal bei 5 bis 10
cm.
Im Bergland ist meist mit Böen Bft 7 in Gipfellagen zu rechnen, auf dem Brocken
und dem Fichtelberg auch mit Böen Bft 8 bis 9, vor allem zum Abend hin. In den
tieferen Regionen kann in Schauernähe der Wind in Böen auf Bft 7 auffrischen.
In der Nacht zum Samstag tritt vornehmlich in der Südwesthälfte, aber auch
örtlich im Norden leichter Frost in Bodennähe auf, so dass es streckenweise zum
Überfrieren von nassen oder feuchten Straßen kommt. Nebel bildet sich bevorzugt
im Norden.
Samstag... folgt dem Trog von Nordwesten her ein Rücken unter Verkürzung seiner
Wellenlänge; seine Achse liegt mittags diagonal über unserem Vorhersagegebiet.
Während in der zweiten Tageshälfte dieser Rücken unter weiterer Abflachung nach
Österreich weiterzieht, folgt aus der atlantischen Frontalzone heraus ein
Kurzwellentrog nach, dessen Achse abends über dem äußersten Westen, am Tagesende
über den östlichen Bundesländern liegen wird.
Zum Mittag hin erreicht die Warmfront des dann schon östlich von Schottland
liegenden Tiefs die Westteile Deutschlands. Präfrontal verstärkt sich die WLA
weiter und erfasst auch den Osten Deutschlands. Auch im Warmsektor herrscht noch
WLA, ehe die Kaltfront abends in den Nordwesten und Westen eindringt und bis 24
UTC die Nordhälfte bereits weitgehend überquert haben wird.
Gemäß C-EU ist faktisch im ganzen Land Niederschlag zu erwarten, wobei die
Schwerpunkte mit über 10 mm in NRW (17 mm im Stau des Westerwaldes), in
Nordfriesland und am Alpenrand liegen. GFS hat im Norden und Nordwesten bis
knapp über 10 mm, ECMF16 geht dort nicht über 7 mm hinaus. Abgesehen von
geringfügigem Schneefall morgens/vormittags im Harz/Erzgebirge/Bayerischen
Wald/Berchtesgadener Land ist durchweg mit Regen zu rechnen.
Der Süd- bis Südwestwind nimmt zu und erreicht ab Mittag vielfach Bft 6, teils
Bft 7, an der Nordsee Bft 7 bis 8. In Gipfelregionen sind nachmittags zunehmend
Böen Bft 8 bis 10 zu erwarten, auf dem Brocken abends auch orkanartige Böen.
In der Nacht zum Sonntag muss allenfalls in Alpennähe mit geringem Bodenfrost
und örtlicher Glätte gerechnet werden.
Sonntag... verlagert sich vom Seegebiet westlich der Britischen Inseln ein
flacher Trog rasch unter Intensivierung ostwärts, erreicht mittags die westliche
Nordsee und abends Deutschland. Zum Abend hin verstärkt sich die Höhenströmung
über unserem Gebiet deutlich, womit wir quasi in den Delta-Bereich der
Frontalzone geraten.
Nach Passage des Frontensystems vom Samstag gibt es in der zweiten Nachthälfte
zum Sonntag eine kurze Wetterberuhigung und ein Abflauen des Windes (sehr
schwacher Zwischenhochkeil), ehe vor allem in der Nordwesthälfte erneut WLA vor
dem nächsten Frontensystem einsetzt, das sich nördlich von Großbritannien
ostwärts bewegt. Die Okklusion erreicht mittags den äußersten Nordwesten
Deutschlands und liegt abends über den östlichen Bundesländern. Wie schon abends
über großen Teilen der Nordhälfte, beherrscht KLA zum Tagesende weite Teile
unseres Vorhersagegebietes.
Die 24stündige Niederschlagsmenge steigert sich gegenüber jener des Samstags
deutlich: C-EU berechnet gebietsweise in den Gebirgs- und Stauregionen über 30
mm (maximal 52 mm im Südschwarzwald). ICON simuliert bis 42 mm
(Nordschwarzwald), GFS bis 66 mm resp. 71 mm (Nord-/Südschwarzwald). ECMF16 hat
dagegen nur in wenigen Regionen Deutschlands 20 mm oder etwas mehr.
Angesichts der vor allem im Schwarzwald von mehreren Modellen prognostizierten
hohen Niederschlagsmengen ist ab Samstag vormittag resp. mittag das 48stündige
Dauerregenkriterium von über 40 mm in der Eifel, im Sauerland, im Schwarzwald,
im Allgäu und im Bayerischen Wald gemäß C-EU erfüllt, im Schwarzwald ist auch
eine Unwetter-Dauerregenwarnung ins Auge zu fassen.
Niederschlag über 30 mm am Sonntag (24stündiges Dauerregenkriterium) wird nach
COSMO-LEPS von gestern 12 UTC im Schwarzwald und im Allgäu mit den höchsten
Wahrscheinlichkeiten belegt (bis 56% Südschwarzwald).
Zum Vormittag hin frischt von Südwesten her der SW- bis WSW-Wind markant auf,
womit nach OOG mittags in der Südwesthälfte bereits verbreitet Böen Bft 7, nach
Südwesten zu auch vielfach Böen Bft 8 auftreten. Bis Mitternacht nimmt der Wind
weiter zu, womit dann im ganzen Land verbreitet Böen Bft 7 bis 8, teilweise auch
Bft 9 im Flachland gemessen werden. Auf den Berggipfeln treten ab Mittag
vielfach Böen BFt 10 bis 12 auf. COSMO-LEPS von gestern 12 UTC gibt für Sonntag
24 UTC im Nordwesten Wahrscheinlichkeiten über 50% für Sturmböen (>18 m/s).
Modellvergleich und -einschätzung
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Die kurzfristige Weiterentwicklung wird von allen Modellen in den großscaligen
Feldern identisch gesehen; gewisse Unterschiede ergeben sich in den
Niederschlagsprognosen, wo ECMF16 etwas gegenüber den anderen Modellen
zurückbleibt.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch.
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 27.03.2015 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
TrM, übergehend zu Ww, dann zu NWz.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
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Freitag... lag um 00 UTC in 300 hPa ein langwelliger Trog über Mitteleuropa
(Achse über dem Westen und Südwesten Deutschlands), der sich südwärts bis nach
Italien, Tunesien und Algerien hin erstreckte. Bis zum Ende des Tages passiert
die Trogachse Deutschland ostwärts.
Die Okklusion des Tiefs über der südöstlichen Nordsee beeinflusste morgens noch
die östliche Hälfte Deutschlands mit leichten Regenfällen. Das Tief zieht bis
zum Abend unter Auffüllung über den äußersten Norden unseres Landes hinweg nach
Osten. Seine rückwärtige, über die Nordsee südwärts schwenkende Okklusion
erreicht vormittags die Niederlande und den Nordwesten Niedersachsens und
befindet sich abends etwa auf einer Position Schwerin-Ummendorf-Kassel. Ab dem
Abend bestimmt dann vorübergehend der Keil des Hochs westlich der Iberischen
Halbinsel das Wetter. Am Tagesende hat die Warmfront des aktuell über dem
mittleren Nordatlantik befindlichen Tiefs, das dann nordwestlich von Irland
liegen soll, England und Frankreich erreicht und die präfrontale WLA überdeckt
zu diesem Zeitpunkt bereits die Westhälfte Deutschlands.
COSMO-EU simuliert heute (00 bis 24 UTC) maximal knapp über 10 mm im
südwestlichen Allgäu und 8 bis 9 mm im Weststau des Harzes und in
Schleswig-Holstein. ICON legt den Schwerpunkt mehr auf den Alpenrand (bis 15
mm), ebenso GFS mit teils über 20 mm dort. ECMF16 ähnelt in der
Niederschlagsprognose sehr der deutschen Modellkette. Die Schneefallgrenze liegt
tagsüber vielfach zwischen 500 und 1000 Metern. Die Neuschneemenge in den
Mittelgebirgen beträgt heute meist 1 bis 3 cm, am Alpenrand lokal bei 5 bis 10
cm.
Im Bergland ist meist mit Böen Bft 7 in Gipfellagen zu rechnen, auf dem Brocken
und dem Fichtelberg auch mit Böen Bft 8 bis 9, vor allem zum Abend hin. In den
tieferen Regionen kann in Schauernähe der Wind in Böen auf Bft 7 auffrischen.
In der Nacht zum Samstag tritt vornehmlich in der Südwesthälfte, aber auch
örtlich im Norden leichter Frost in Bodennähe auf, so dass es streckenweise zum
Überfrieren von nassen oder feuchten Straßen kommt. Nebel bildet sich bevorzugt
im Norden.
Samstag... folgt dem Trog von Nordwesten her ein Rücken unter Verkürzung seiner
Wellenlänge; seine Achse liegt mittags diagonal über unserem Vorhersagegebiet.
Während in der zweiten Tageshälfte dieser Rücken unter weiterer Abflachung nach
Österreich weiterzieht, folgt aus der atlantischen Frontalzone heraus ein
Kurzwellentrog nach, dessen Achse abends über dem äußersten Westen, am Tagesende
über den östlichen Bundesländern liegen wird.
Zum Mittag hin erreicht die Warmfront des dann schon östlich von Schottland
liegenden Tiefs die Westteile Deutschlands. Präfrontal verstärkt sich die WLA
weiter und erfasst auch den Osten Deutschlands. Auch im Warmsektor herrscht noch
WLA, ehe die Kaltfront abends in den Nordwesten und Westen eindringt und bis 24
UTC die Nordhälfte bereits weitgehend überquert haben wird.
Gemäß C-EU ist faktisch im ganzen Land Niederschlag zu erwarten, wobei die
Schwerpunkte mit über 10 mm in NRW (17 mm im Stau des Westerwaldes), in
Nordfriesland und am Alpenrand liegen. GFS hat im Norden und Nordwesten bis
knapp über 10 mm, ECMF16 geht dort nicht über 7 mm hinaus. Abgesehen von
geringfügigem Schneefall morgens/vormittags im Harz/Erzgebirge/Bayerischen
Wald/Berchtesgadener Land ist durchweg mit Regen zu rechnen.
Der Süd- bis Südwestwind nimmt zu und erreicht ab Mittag vielfach Bft 6, teils
Bft 7, an der Nordsee Bft 7 bis 8. In Gipfelregionen sind nachmittags zunehmend
Böen Bft 8 bis 10 zu erwarten, auf dem Brocken abends auch orkanartige Böen.
In der Nacht zum Sonntag muss allenfalls in Alpennähe mit geringem Bodenfrost
und örtlicher Glätte gerechnet werden.
Sonntag... verlagert sich vom Seegebiet westlich der Britischen Inseln ein
flacher Trog rasch unter Intensivierung ostwärts, erreicht mittags die westliche
Nordsee und abends Deutschland. Zum Abend hin verstärkt sich die Höhenströmung
über unserem Gebiet deutlich, womit wir quasi in den Delta-Bereich der
Frontalzone geraten.
Nach Passage des Frontensystems vom Samstag gibt es in der zweiten Nachthälfte
zum Sonntag eine kurze Wetterberuhigung und ein Abflauen des Windes (sehr
schwacher Zwischenhochkeil), ehe vor allem in der Nordwesthälfte erneut WLA vor
dem nächsten Frontensystem einsetzt, das sich nördlich von Großbritannien
ostwärts bewegt. Die Okklusion erreicht mittags den äußersten Nordwesten
Deutschlands und liegt abends über den östlichen Bundesländern. Wie schon abends
über großen Teilen der Nordhälfte, beherrscht KLA zum Tagesende weite Teile
unseres Vorhersagegebietes.
Die 24stündige Niederschlagsmenge steigert sich gegenüber jener des Samstags
deutlich: C-EU berechnet gebietsweise in den Gebirgs- und Stauregionen über 30
mm (maximal 52 mm im Südschwarzwald). ICON simuliert bis 42 mm
(Nordschwarzwald), GFS bis 66 mm resp. 71 mm (Nord-/Südschwarzwald). ECMF16 hat
dagegen nur in wenigen Regionen Deutschlands 20 mm oder etwas mehr.
Angesichts der vor allem im Schwarzwald von mehreren Modellen prognostizierten
hohen Niederschlagsmengen ist ab Samstag vormittag resp. mittag das 48stündige
Dauerregenkriterium von über 40 mm in der Eifel, im Sauerland, im Schwarzwald,
im Allgäu und im Bayerischen Wald gemäß C-EU erfüllt, im Schwarzwald ist auch
eine Unwetter-Dauerregenwarnung ins Auge zu fassen.
Niederschlag über 30 mm am Sonntag (24stündiges Dauerregenkriterium) wird nach
COSMO-LEPS von gestern 12 UTC im Schwarzwald und im Allgäu mit den höchsten
Wahrscheinlichkeiten belegt (bis 56% Südschwarzwald).
Zum Vormittag hin frischt von Südwesten her der SW- bis WSW-Wind markant auf,
womit nach OOG mittags in der Südwesthälfte bereits verbreitet Böen Bft 7, nach
Südwesten zu auch vielfach Böen Bft 8 auftreten. Bis Mitternacht nimmt der Wind
weiter zu, womit dann im ganzen Land verbreitet Böen Bft 7 bis 8, teilweise auch
Bft 9 im Flachland gemessen werden. Auf den Berggipfeln treten ab Mittag
vielfach Böen BFt 10 bis 12 auf. COSMO-LEPS von gestern 12 UTC gibt für Sonntag
24 UTC im Nordwesten Wahrscheinlichkeiten über 50% für Sturmböen (>18 m/s).
Modellvergleich und -einschätzung
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Die kurzfristige Weiterentwicklung wird von allen Modellen in den großscaligen
Feldern identisch gesehen; gewisse Unterschiede ergeben sich in den
Niederschlagsprognosen, wo ECMF16 etwas gegenüber den anderen Modellen
zurückbleibt.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch.