SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 261800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 26.01.2014 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Schneeverwehungen im Bergland.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC
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Aktuell ... hat über Mitteleuropa im Vorfeld eines Sturmtiefs mit Kern westlich von
Schottland starker Druckfall eingesetzt. Damit sind auch bei uns die Weichen gestellt für
einen Luftmassenwechsel, durch den vor allem die kalte Festlandsluft über Nord- und
Ostdeutschland weitgehend weggeräumt und durch mildere Meeresluft ersetzt wird. Im
äußersten Osten ist zumindest eine deutliche Frostabschwächung zu erwarten. Das
entsprechende Frontensystem ist im Begriff, von Westen her mit Niederschlägen und deutlich
auffrischendem Wind auf Deutschland überzugreifen. Dabei fällt im Nordwesten Schnee, sonst
zunächst nur oberhalb 300 bis 400 m. Dazu kommt ein starker, in den Gipfellagen der
Mittelgebirge stürmischer Wind mit Sturm--und schweren Sturmböen. Dadurch sind dort, aber
auch im Nordwesten Schneeverwehungen zu erwarten. Mit weiterem Vordringen des
Frontensystems fallen die Niederschläge durchwegs als Schnee. Sie enden kurz nach
Frontpassage wieder, bis dahin summieren sich die Schneemengen nach Cosmo-Eu auf 3 bis 10
cm, im Bergland auf 8 bis 15 cm.

Montag ... liegt Deutschland an der Südostflanke eines vor Schottland liegenden
Zentraltiefs. Dabei sorgt der kräftige Gradient und die vorstoßende Höhenkaltluft mit
Temperaturen im 500 hPa-Niveau bis -35 Grad für eine gute Durchmischung. Von Westen her
nehmen daher die Niederschläge konvektiven Charakter an. Bis auf den Nordosten setzt sich
bis zum Abend sonst nahezu überall eine labil geschichtete Luftmasse durch. Dabei sind
auch kurze Gewitter nicht ganz auszuschließen. Dazwischen sind auch immer wieder
Auflockerungen, vor allem im Lee der Gebirge durchaus auch Aufheiterungen möglich.
Generell kann von einer Abschwächung der Niederschläge ausgegangen werden. Ganz im
Nordosten und in Staulagen kann es noch um 5 Zentimeter Neuschnee geben, ansonsten sind
die Neuschneehöhen durchweg geringer. Im Westen und Südwesten liegt die Schneefallgrenze
bei etwa 400 bis 600 Metern, in den anderen Gebieten schneit es auch in tieferen Lagen.
Die Tageshöchsttemperaturen bewegen sich zwischen 2 und 6, im höheren Bergland um 0 Grad.
Von der Ostseeküste bis zur Lausitz herrscht auch tagsüber leichter Dauerfrost.
In der Nacht zum Dienstag verlagert sich das Zentraltief zu den Britischen Inseln. Der von
diesem Tief ausgehende Trog, der vollständig auf Deutschland übergreift, weitet sich nach
Süden aus. Leichte schauerartige Niederschläge, die durchweg als Schnee fallen dürften,
sind noch in den Staulagen der Gebirge zu erwarten. Ansonsten bleibt es, da keine Antriebe
für Hebungsprozesse auszumachen sind, sehr wahrscheinlich weitgehend niederschlagsfrei.
Erst ausgangs der Nacht können ganz im Westen erneut Niederschläge einsetzen.

Dienstag ... gliedert sich dem Zentraltief, das sich mittlerweile über den Britischen
Inseln etabliert hat, vom Nordatlantik kommend eine Welle an, die sich rasch zu einem
Randtief entwickelt. Dieses Randtief unkreist das Zentraltief dipolartig und füllt sich
über Nordwestfrankreich/Belgien auf. An seiner Ostflanke können Niederschläge den
äußersten Westen Deutschlands erfassen, die oberhalb von etwa 400 Metern als Schnee
fallen. Das über Nordosteuropa liegende Boden- und Höhenhoch wirkt weiterhin blockierend,
so dass diese Niederschläge nicht allzu weit ostwärts übergreifen dürften. Da der von
diesem Zentraltief ausgehende Trog mit höhenkalter Luft weiterhin über Mitteleuropa liegt,
ist weiterhin eine gute Durchmischung zu erwarten. Abgesehen vom äußersten Westen sollten
jedoch keine nennenswerten Niederschläge auftreten.
In der Nacht zum Mittwoch beginnt sich der über Deutschland liegende Höhentrog
abzuschwächen. Da sich das über Nordosteuropa liegende Bodenhoch weiter kräftigt, dürfte
der Gradient etwas zunehmen. An der Küste und in höheren Berglagen können dann Böen bis
Sturmstärke auftreten. Möglicherweise kommt ganz im Nordosten etwas Niederschlag auf, der
durchweg als Schnee fällt. Es sollte jedoch nur für wenige Zentimeter Neuschnee reichen.
Dabei können vor allem in Ostseenähe leichte Schneeverwehungen auftreten.

Mittwoch ... Zwischen tiefem Luftdruck über Westeuropa und dem westrussischen Kältehoch
stellt sich eine lebhafte östliche Bodenströmung in ganz Deutschland ein. Mir ihr gelangt
kalte Luft nun auch zunehmend in die westlichen und südlichen Landesteile. In großen
Teilen Deutschlands ist mit einem Eistag zu rechnen.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die übrigen vorliegenden Modelle zeigen eine sehr ähnliche Entwicklung der synoptischen
Strukturen im Kurzfristzeitraum wie die deutsche Modellkette.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. R. Hering-Zieringer

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