SXEU31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 241800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 24.11.2013 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Kommende Nacht im Süden noch Schneefall, sonst bei leichtem bis mäßigem Frost Glättegefahr
verschiedener Genese.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... macht die zum östlichen Mitteleuropa gerichtete Austrogung weitere
Fortschritte, wobei eine Verbindung zum "alten" Höhentief über Italien bevorsteht.
Zwischen dem lang gestreckten Trog und dem umfangreichen Höhenrücken über dem nahen
Ostatlantik stellt sich über dem Vorhersageraum eine nördliche Höhenströmung. Gleiches
gilt für das Bodenniveau, wo zwischen dem kräftigen Hoch mit Schwerpunkt bei UK/Irland und
Tiefs über der Barentssee sowie einer Neubildung nordwestlich des Schwarzen Meeres, ein
mehrere tausend Kilometer langer Nord-Süd-Fetch entstanden ist. Darin eingelagert ist eine
Kaltfront, die in der ersten Nachthälfte die Alpen erreicht. Dahinter strömt auf direktem
Wege Polarluft arktischen Ursprungs in den Vorhersageraum, die bei Überströmen der
norwegischen Gebirge Feuchtigkeit verloren, beim Überstreichen der Nordsee Feuchtigkeit
aufgenommen hat, was gut an der Wolkenverteilung, aber auch an den Taupunkten zu erkennen
ist.
Die frontalen Niederschläge erreichen ebenfalls die Alpen, wobei die Schneefallgrenze bis
in die Tallagen absinkt. Im äußersten Süden fällt dabei noch etwas Schnee, in den Alpen
sind bis Montagfrüh noch mal 5 bis 10, in exponierten Staulagen bis 15 cm möglich.
Abgesetzt vom Süden fällt am Erzgebirge noch etwas Schnee, und auch im Nordwesten sind vor
der Nordsee her noch einzelne Regen-, Graupel oder Schneeregenschauer möglich.
In der einfließenden Kaltluft gibt es verbreitet leichten, im Mittelgebirgsraum örtlich
auch mäßigen Frost. Nur unmittelbar an der Küste (auflandiger Wind) sowie im äußersten
Westen im Grenzbereich zu Belgien und den Niederlanden (Bewölkung, Nordseeeffekt) bleibt
es gebietsweise frostfrei. Es besteht allgemeine Glättegefahr durch Reif, gefrierende
Nässe oder etwas Schnee bzw. Schneematsch.
An der See sowie in einigen Hochlagen kann der NW-N-Wind noch Böen der Stärke 7 Bft, in
exponierten Gipfellagen des Erzgebirges und des Böhmerwaldes auch 8 Bft erreichen.
Montag ... tropft der Höhentrog im Laufe des Tages über der nördlichen Adria ab, während
sich gleichzeitig der Höhenrücken etwas nach Osten ausweitet und dabei noch verstärkt. Für
unseren Raum bedeutet das weiterhin eine nördliche, leicht antizyklonale konturierte
Höhenströmung.
Auch am Boden bleibt die Nordströmung zwischen dem Tief über der westlichen Ukraine (12
UTC) und dem sich auf über 1040 hPa verstärkenden Hoch bei UK/Irland erhalten. In der
weiterhin einfließenden Polarluft scheint besonders im Norden und Osten häufig die Sonne.
Sonst ist es wechselnd bewölkt, an den Nordrändern der Mittelgebirge und der Alpen
zeitweise auch stärker bewölkt. Am Alpenrand und am Erzgebirge fällt hin und wieder noch
etwas Schnee, in der Akkumulation kommen aber nur ein oder wenige Zentimeter zusammen.
Stärkere Bewölkung gibt es auch in den westlichen Regionen durch den Feuchteeinschub von
der Nordsee her. Besonders im Bereich der westlichen Mittelgebirge fällt vorübergehend
etwas Schnee oder Schneeregen, die sich im Tagesverlauf in den Südwesten verlagern.
Der Gradient bleibt nach Osten hin noch spürbar, so dass dort der nördliche Wind mitunter
böig auffrischt. An der Ostsee und in den Hochlagen sind Böen 7 Bft, exponiert auch 8 Bft
möglich.
Die Temperatur erreicht Maxima zwischen 0 und +5°C, oberhalb 400 bis 600 m stellt sich
leichter Dauerfrost ein. Nur ganz im Westen, etwa zwischen Niederrhein und Ostfriesland,
sind +6 oder +7°C drin.
In der Nacht zum Dienstag ändert sich wenig an der Strömungskonfiguration, die
antizyklonale Nordlage bleibt erhalten. Bevorzugt im Stau von Alpen und Erzgebirge,
bedingt aber auch im Schwarzwald und auf der Alb fällt etwas Schnee, nach COSMO-EU am
östlichen Alpenrand sogar um 10 cm, was möglicherweise etwas zu hoch gegriffen ist.
Ansonsten klart es vielerorts auf und es gibt leichten, in den Mittelgebirgen sowie im
äußersten Süden z.T. auch mäßigen Frost. In geschützten Lagen ist bei längerem Aufklaren
und vorhandener Schneedecke punktuell auch strenger Frost von knapp unter
-10°C denkbar.
Dienstag ... schiebt sich der vom nahen Ostatlantik bis in den baltischen Raum gerichtete
Höhenrücken etwas nach Süden vor und kräftigt dabei den Bodenhochkeil, der ebenfalls nach
Osten exponiert ist und über den Vorhersageraum verläuft. Der Gradient fächert auf, so
dass der NW-N-Wind allenfalls in den östlichen Mittelgebirgen anfangs noch ein paar
7er-Böen induziert.
Ansonsten gestaltet sich der Wetterablauf tagsüber relativ unspektakulär. Im Norden viel
Sonne, sonst wechselnde Bewölkung, im Süden und im östlichen Mittelgebirgsraum etwas
Schneefall, dazu Temperaturmaxima von 0 bis 5°C, im Bergland sowie vielerorts im Süden
leichter Dauerfrost.
In der Nacht zum Mittwoch zieht sich der Hochkeil nach Süden zurück und von Nordwesten her
setzt teils kräftige WLA ein. Schließlich nähert sich eine Warmfront, in deren Vorfeld
Niederschläge induziert werden, die sich nach Lesart der deutschen Modelle bis zum Morgen
bis in den Mittelgebirgsraum ausbreiten. Dabei sind die Simulationen gegenüber dem Vorlauf
erheblich progressiver geworden, was die Ausbreitungsgeschwindigkeit angeht. Während
Küstenbereich sehr wahrscheinlich die Regenphase überwiegt, nimmt mit jedem Kilometer
landeinwärts die Wahrscheinlichkeit für Schneefall zu. Im Übergangsbereich von Regen zu
Schnee ist aber auch ein Streifen mit gefrierendem Regen und Glatteis möglich. Für Details
ist es nicht zuletzt wegen der heterogenen Modellvorhersagen noch zu früh.
Tatsache ist aber, dass es im Süden weitgehend niederschlagsfrei bleibt und bei Aufklaren
vielfach mäßiger, lokal auch strenger Frost auftritt. Darüber hinaus frischt der auf West
bis Südwest rückdrehende Wind im Küstenbereich und in Teilen Norddeutschlands auf.
Mittwoch ... setzt sich die WLA nach Süden durch, wodurch sich auch die Niederschläge
südwärts verlagern - so die Lösung von GME und COSMO-EU, aber auch GFS. Dabei kommt es im
Süden und in der Mitte längere Zeit zu Schneefall oder gefrierendem Regen mit Glatteis,
bevor sich von Norden her die flüssige Phase durchsetzt bzw. die Niederschläge aufhören.
Im Grunde bleiben wir an der Ostflanke des Hochs unweit von Irland liegen, mit westlicher
bis nordwestlicher Strömung gelangt nun aber eine ganz andere Luftmasse in den
Vorhersageraum als vorher. Es handelt sich um gealterte Subtropikluft, die westlich und
nördlich um das Hoch herumgeführt wird und dabei weitere Feuchtigkeit aufnimmt. Trotz
vorhandenem Gradienten dauert es aber, bis die Kaltluft im Süden und in Teilen der Mitte
weggeräumt wird - ein synoptisch wie warnTECHNISCH! spannender Tag.
Modellvergleich und -einschätzung
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Anfangs simulieren die Modelle sehr ähnlich, bevor die Unterschiede ab Dienstag deutlich
zunehmen (sieh auch Text).
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 24.11.2013 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Kommende Nacht im Süden noch Schneefall, sonst bei leichtem bis mäßigem Frost Glättegefahr
verschiedener Genese.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC
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Aktuell ... macht die zum östlichen Mitteleuropa gerichtete Austrogung weitere
Fortschritte, wobei eine Verbindung zum "alten" Höhentief über Italien bevorsteht.
Zwischen dem lang gestreckten Trog und dem umfangreichen Höhenrücken über dem nahen
Ostatlantik stellt sich über dem Vorhersageraum eine nördliche Höhenströmung. Gleiches
gilt für das Bodenniveau, wo zwischen dem kräftigen Hoch mit Schwerpunkt bei UK/Irland und
Tiefs über der Barentssee sowie einer Neubildung nordwestlich des Schwarzen Meeres, ein
mehrere tausend Kilometer langer Nord-Süd-Fetch entstanden ist. Darin eingelagert ist eine
Kaltfront, die in der ersten Nachthälfte die Alpen erreicht. Dahinter strömt auf direktem
Wege Polarluft arktischen Ursprungs in den Vorhersageraum, die bei Überströmen der
norwegischen Gebirge Feuchtigkeit verloren, beim Überstreichen der Nordsee Feuchtigkeit
aufgenommen hat, was gut an der Wolkenverteilung, aber auch an den Taupunkten zu erkennen
ist.
Die frontalen Niederschläge erreichen ebenfalls die Alpen, wobei die Schneefallgrenze bis
in die Tallagen absinkt. Im äußersten Süden fällt dabei noch etwas Schnee, in den Alpen
sind bis Montagfrüh noch mal 5 bis 10, in exponierten Staulagen bis 15 cm möglich.
Abgesetzt vom Süden fällt am Erzgebirge noch etwas Schnee, und auch im Nordwesten sind vor
der Nordsee her noch einzelne Regen-, Graupel oder Schneeregenschauer möglich.
In der einfließenden Kaltluft gibt es verbreitet leichten, im Mittelgebirgsraum örtlich
auch mäßigen Frost. Nur unmittelbar an der Küste (auflandiger Wind) sowie im äußersten
Westen im Grenzbereich zu Belgien und den Niederlanden (Bewölkung, Nordseeeffekt) bleibt
es gebietsweise frostfrei. Es besteht allgemeine Glättegefahr durch Reif, gefrierende
Nässe oder etwas Schnee bzw. Schneematsch.
An der See sowie in einigen Hochlagen kann der NW-N-Wind noch Böen der Stärke 7 Bft, in
exponierten Gipfellagen des Erzgebirges und des Böhmerwaldes auch 8 Bft erreichen.
Montag ... tropft der Höhentrog im Laufe des Tages über der nördlichen Adria ab, während
sich gleichzeitig der Höhenrücken etwas nach Osten ausweitet und dabei noch verstärkt. Für
unseren Raum bedeutet das weiterhin eine nördliche, leicht antizyklonale konturierte
Höhenströmung.
Auch am Boden bleibt die Nordströmung zwischen dem Tief über der westlichen Ukraine (12
UTC) und dem sich auf über 1040 hPa verstärkenden Hoch bei UK/Irland erhalten. In der
weiterhin einfließenden Polarluft scheint besonders im Norden und Osten häufig die Sonne.
Sonst ist es wechselnd bewölkt, an den Nordrändern der Mittelgebirge und der Alpen
zeitweise auch stärker bewölkt. Am Alpenrand und am Erzgebirge fällt hin und wieder noch
etwas Schnee, in der Akkumulation kommen aber nur ein oder wenige Zentimeter zusammen.
Stärkere Bewölkung gibt es auch in den westlichen Regionen durch den Feuchteeinschub von
der Nordsee her. Besonders im Bereich der westlichen Mittelgebirge fällt vorübergehend
etwas Schnee oder Schneeregen, die sich im Tagesverlauf in den Südwesten verlagern.
Der Gradient bleibt nach Osten hin noch spürbar, so dass dort der nördliche Wind mitunter
böig auffrischt. An der Ostsee und in den Hochlagen sind Böen 7 Bft, exponiert auch 8 Bft
möglich.
Die Temperatur erreicht Maxima zwischen 0 und +5°C, oberhalb 400 bis 600 m stellt sich
leichter Dauerfrost ein. Nur ganz im Westen, etwa zwischen Niederrhein und Ostfriesland,
sind +6 oder +7°C drin.
In der Nacht zum Dienstag ändert sich wenig an der Strömungskonfiguration, die
antizyklonale Nordlage bleibt erhalten. Bevorzugt im Stau von Alpen und Erzgebirge,
bedingt aber auch im Schwarzwald und auf der Alb fällt etwas Schnee, nach COSMO-EU am
östlichen Alpenrand sogar um 10 cm, was möglicherweise etwas zu hoch gegriffen ist.
Ansonsten klart es vielerorts auf und es gibt leichten, in den Mittelgebirgen sowie im
äußersten Süden z.T. auch mäßigen Frost. In geschützten Lagen ist bei längerem Aufklaren
und vorhandener Schneedecke punktuell auch strenger Frost von knapp unter
-10°C denkbar.
Dienstag ... schiebt sich der vom nahen Ostatlantik bis in den baltischen Raum gerichtete
Höhenrücken etwas nach Süden vor und kräftigt dabei den Bodenhochkeil, der ebenfalls nach
Osten exponiert ist und über den Vorhersageraum verläuft. Der Gradient fächert auf, so
dass der NW-N-Wind allenfalls in den östlichen Mittelgebirgen anfangs noch ein paar
7er-Böen induziert.
Ansonsten gestaltet sich der Wetterablauf tagsüber relativ unspektakulär. Im Norden viel
Sonne, sonst wechselnde Bewölkung, im Süden und im östlichen Mittelgebirgsraum etwas
Schneefall, dazu Temperaturmaxima von 0 bis 5°C, im Bergland sowie vielerorts im Süden
leichter Dauerfrost.
In der Nacht zum Mittwoch zieht sich der Hochkeil nach Süden zurück und von Nordwesten her
setzt teils kräftige WLA ein. Schließlich nähert sich eine Warmfront, in deren Vorfeld
Niederschläge induziert werden, die sich nach Lesart der deutschen Modelle bis zum Morgen
bis in den Mittelgebirgsraum ausbreiten. Dabei sind die Simulationen gegenüber dem Vorlauf
erheblich progressiver geworden, was die Ausbreitungsgeschwindigkeit angeht. Während
Küstenbereich sehr wahrscheinlich die Regenphase überwiegt, nimmt mit jedem Kilometer
landeinwärts die Wahrscheinlichkeit für Schneefall zu. Im Übergangsbereich von Regen zu
Schnee ist aber auch ein Streifen mit gefrierendem Regen und Glatteis möglich. Für Details
ist es nicht zuletzt wegen der heterogenen Modellvorhersagen noch zu früh.
Tatsache ist aber, dass es im Süden weitgehend niederschlagsfrei bleibt und bei Aufklaren
vielfach mäßiger, lokal auch strenger Frost auftritt. Darüber hinaus frischt der auf West
bis Südwest rückdrehende Wind im Küstenbereich und in Teilen Norddeutschlands auf.
Mittwoch ... setzt sich die WLA nach Süden durch, wodurch sich auch die Niederschläge
südwärts verlagern - so die Lösung von GME und COSMO-EU, aber auch GFS. Dabei kommt es im
Süden und in der Mitte längere Zeit zu Schneefall oder gefrierendem Regen mit Glatteis,
bevor sich von Norden her die flüssige Phase durchsetzt bzw. die Niederschläge aufhören.
Im Grunde bleiben wir an der Ostflanke des Hochs unweit von Irland liegen, mit westlicher
bis nordwestlicher Strömung gelangt nun aber eine ganz andere Luftmasse in den
Vorhersageraum als vorher. Es handelt sich um gealterte Subtropikluft, die westlich und
nördlich um das Hoch herumgeführt wird und dabei weitere Feuchtigkeit aufnimmt. Trotz
vorhandenem Gradienten dauert es aber, bis die Kaltluft im Süden und in Teilen der Mitte
weggeräumt wird - ein synoptisch wie warnTECHNISCH! spannender Tag.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Anfangs simulieren die Modelle sehr ähnlich, bevor die Unterschiede ab Dienstag deutlich
zunehmen (sieh auch Text).
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann