DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 25.11.2013 um 10.30 UTC



Unbeständig mit zeitweiligen Niederschlägen, bis in tiefe Lagen sinkende Schneefallgrenze.
Ab Sonntag Übergang zu ruhigem Wetter mit Nebel, Hochnebel und örtlichem Frost.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 02.12.2013


Zu Beginn der Mittelfrist liegen wir in einer nordwestlichen Strömung zwischen hohem
Geopotential über dem Nordostatlantik und Westeuropa und der über das Nordmeer und
Skandinavien nach Südosten verlaufenden Frontalzone. Dabei wird ein Frontensystem über uns
gegen die Alpen gesteuert.
Bei hohem Druck-, bzw. Geopotentialniveau ist diesem Gebilde aber nur geringe
Wetterwirksamkeit beschieden. Im Süden hält sich bodennah zuvor noch kalte Luft, was dort
die leichten Niederschläge in teilweise gefrierender Form auftreten lässt.
Dahinter gelangt zunächst in flacher Schicht frische Meeresluft polaren Ursprungs vor
allem in den Osten Deutschlands, eine deutlichere Abkühlung in der Höhe setzt erst weit
hinter der Front ein.
Im Lee Südgrönlands findet unterdessen eine weitere Zyklogenese ein und das entstandene
Sturmtief zieht am Freitag über die Norwegische See nach Skandinavien.
Nach kurzer Wetterberuhigung zieht damit am Freitag wieder starke Bewölkung mit
Niederschlägen auf, wobei gleichzeitig der Wind im Norden und der Mitte kräftig
auffrischt. Vorübergehend wird milde Meeresluft herangeführt, die aber rasch von einem
Schwall kalter Meeresluft verdrängt wird.
Bereits am Freitag beginnt die Schneefallgrenze wieder zu sinken und in der Nacht zum
Samstag schneit es teilweise bis in tiefe Lagen der Mittelgebirge.
Der Samstag steht ganz im Zeichen eines Troges, der über uns nach Südosten schwenkt und
dabei zum westlichen Mittelmeer hin abtropft. Bei Temperaturen um -5 Grad in 850 hPa
fallen die Niederschläge im Bergland als Schnee, im Flachland zumindest teilweise, vor
allem nachts.
Der sich dahinter über dem Atlantik aufwölbende kräftige Rücken greift am Sonntag stärker
auf Mitteleuropa über und sorgt für eine Wetterberuhigung. Tiefausläufer können aber
nochmals in stark abgeschwächter Form von Norden her auf Mitteleuropa übergreifen.
Für die kommende Woche simuliert ECM aktuell wieder antizyklonal geprägtes Wetter. Dabei
wölbt sich ein Rücken von den Azoren in einem Bogen über Westeuropa nach Mitteleuropa und
stützt eine zonal orientierte Hochdruckzone vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer. Dann
stellt sich wieder grenzschichtdominiertes Wetter ein, teilweise mit Nebel und Hochnebel,
gebietsweise mit leichtem Frost. Nur der Norden wird in der Nähe zur über Skandinavien
verlaufenden Frontalzone von schwachen Tiefausläufern gestreift.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Zu Beginn der Mittelfrist wird der zeitliche Ablauf, bzw. das Tempo der Entwicklung von
den neueren Läufen immer langsamer gerechnet, bspw. das Vordringen der Tiefausläufer nach
Süden am Donnerstag.
Insgesamt simuliert das europäische Modell auch in den Vorläufen den Beginn der
Mittelfrist aber sehr ähnlich. Diskrepanzen gibt es dann in der Entwicklung ab dem
kommenden Wochenende. Der unmittelbaren Vorlauf ähnelt dabei noch stark dem aktuellen
Lauf, der gestrige 00 UTC Lauf sah ab Sonntag aber deutlich zyklonaleres Geschehen vor mit
einer über uns nach Osten bis Südosten verlaufenden Frontalzone.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Großräumig bieten die anderen globalen Modelle zunächst keine alternative
Wetterentwicklung an. Das Tief am Freitag wird von GME sehr flott unterwegs und kräftig
gerechnet. Es liegt Freitag 12 UTC über der Ostsee mit einem Kerndruck von 990 hPa, GFS
und ECM lassen es ruhiger, vor allem aber langsamer angehen und zeigen das Tief dann erst
vor der Küste Norwegens.
Danach zieht das Tief laut GME nach Osten ab, die anderen Modelle lassen es süd- bis
südostwärts über uns hinweg ziehen. An dem wechselhaften, nasskalten Wetter am Wochenende
ändert das aber nur wenig.
Danach zeigen sich größere Unterschiede. Während die Europäer stark auf die
Hochdruckvariante setzen, verläuft im GME die Frontalzone in unserer Nähe, was einer
zyklonalen West- bis Nordwestströmung entspräche. GFS liegt in etwa dazwischen. Das lässt
zumindest Zweifel an der stark in Richtung Hochdruck tendierenden ECM Lösung aufkommen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


In der Rauchfahne von Offenbach zeigt sich, dass die Ensembles im Wesentlichen die
Aussagen des operationellen Laufs stützen. Die Kurve des Hauptlaufs fügt sich bis zum Ende
der Mittelfrist gut in den vorhandenen Medianbereich der Ensemblekurven ein.
Niederschlagssignale gibt es in schwacher Form schon ab Donnerstag, vor allem aber mit
Passage der Tiefausläufer und Trogpassage am Freitag und Samstag. Danach bleibt es wieder
bei hohem Geopotential meist trocken.
Die Clusterung bietet im Zeitraum +120 bis +168h in allen 5 gebildeten Clustern einen
Rücken über dem Atlantik an, was bei uns eine mal mehr, mal weniger zyklonale Nordwest-
bis Nordströmung über Mitteleuropa zur Folge hat. Auch hier zeigen sich in einigen
Clustern stärker zyklonale Lösungen zum Wochenwechsel und in der nächsten Woche.
In der erweiterten Mittelfrist bis +240h (5 Cluster) deuten sich in Cluster 1 und 2, die
beiden größten mit 16 und 11 Member, eine Abschwächung des hohen Geopotentials an und die
Frontalzone kommt von Norden her wieder nach Mitteleuropa voran, was eine Zonalisierung
des Wettergeschehens bei zunehmender Unbeständigkeit zur Folge hätte.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Zu Beginn ist im Süden Glätte durch gefrierenden Niederschlag, teilweise auch durch Schnee
möglich. Im Norden und im Bergland kommt es ab Freitag vermehrt zu stürmischen Böen
teilweise auch zu Sturmböen. In exponierten Lagen der Berge und an der Küste sind schwere
Sturmböen möglich.
Im Bergland muss mit Schneefällen gerechnet werden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MosMix, ECM EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner

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