SXEU31 DWAV DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST (Morgen)
SXEU31 DWAV 240800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 24.10.2013 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
SW z
Sturmböen in exponierten Berg- und Küstenlagen, sonst keine.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Donnerstag... liegt Deutschland unter einer südwestlichen, im wesentlichen zyklonal
gekrümmten Strömung. "Im wesentlichen" heißt, dass in dieser Strömung kurzwellige Tröge
nach Nordosten ablaufen, welchen flache Rücken folgen. Dabei überwiegt jedoch der Einfluss
der Tröge.
Einer dieser Kurzwellentröge, der wie die Tröge zuvor keine eindeutige Achse aufweist,
überquert heute ohne wesentlich wetterwirksam zu sein, den Norden Deutschlands. Diesem
Trog folgt ein breiter, aber relativ flacher Rücken, der bis zum Abend den äußersten
Westen Deutschlands erreicht. Dieser Rücken wird durch Warmluftadvektion gestützt und kann
sich daher noch ein wenig aufwölben.
Im Bodendruckfeld ist ein ausgedehntes Hoch über Südost- und dem östlichen Mitteleuropa zu
finden, das einen weiteren Schwerpunkt über dem Ostalpenraum aufweist. Absinken in dessen
Bereich sorgt größtenteils für freundliches Wetter. Da sich der Schwerpunkt des Bodenhochs
vom Ostalpenraum eher südostwärts verlagert und somit ein leichter Gradient aufkommt,
dürfte sich der aktuell im Süden noch vorhandene Nebel alsbald auflösen.
Lediglich die Gebiete von der Küste bis zum Mittelgebirgsraum werden von dichteren
Wolkenfeldern gestreift. Dort sorgt der o.g. Trog auch für einzelne Schauer. Aufgrund der
Nähe der Frontalzone sind bevorzugt in Küstennähe und in höheren Berglagen auch Windböen,
in exponierten Lagen auch Sturmböen möglich. Mit dem Hereinschwenken des Höhenrückens wird
aber auch dort der Gradient schwächer, so dass die Böen im späteren Tagesverlauf
weitestgehend zum Erliegen kommen dürften.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen in Küstennähe und in den höheren Lagen der
Mittelgebirge Werte um 14 und sonst 16 bis 20 Grad.
In der Nacht zum Freitag kräftigt sich der mit seiner Achse über dem äußersten Westen
Deutschlands liegende Höhenrücken noch etwas. Der stromaufwärts liegende Trog erreicht das
Seegebiet vor der Iberischen Halbinsel und weitet sich dabei nach Süden aus. Druckfall
über Westeuropa sorgt auch über Deutschland für eine leichte Gradientzunahme. Nebel sollte
daher nur noch auf Den Südosten Deutschlands beschränkt bleiben.
Freitag... verlagert sich die Achse des Höhenrückens in den Osten Deutschlands. An der
Vorderseite des unmittelbar vor der Iberischen Halbinsel liegenden Troges steilt die
Strömung noch etwas auf; mit dieser Strömung gelangt Luft subtropischern Ursprungs in den
Westen Deutschlands.
Weit nach Norden ausgreifende Warmluftadvektion und der damit verbundene Hebungsantrieb
lässt im Norden und Westen mehrschichtige Bewölkung aufkommen, die im Nordwesten und
Westen auch für gelegentliche Niederschläge sorgt. Dabei wird der Gradient auch wieder
etwas stärker, so dass an der Küste und im höheren Bergland Windböen, in exponierten Lagen
stürmische und vielleicht auch Sturmböen auftreten können. Im Osten und Süden hält sich
dagegen noch der Einfluss des südosteuropäischen Hochs. Der dort vorhandene Nebel dürfte
sich bis Mittag auflösen; Absinken sorgt für Auflockerungen und zu den Alpen hin auch für
Aufheiterungen.
Die Tageshöchsttemperaturen ändern sich gegenüber heute nur unwesentlich. Im Süden ist ein
leichter Temperaturanstieg möglich. In tieferen Lagen Südwest- und Süddeutschlands sowie
am Alpenrand kann bei leicht föhnigem Einfluss die 20 Grad-Marke noch einmal überschritten
werden.
In der Nacht zum Samstag gelangt dann Deutschland unter eine südwestliche Höhenströmung.
Eine darin eingelagerte Kaltfront erreicht schleifend und unter Wellenbildung den
Nordwesten Deutschlands. Im Bereich dieser Front kommt es zu kräftigen Niederschlägen. Ob
diese warnrelevant sind und ob dann aufgrund der Labilität auch Starkregen dabei sein kann
ist noch nicht sicher. Aufgrund der Labilität ist eingelagerte Konvektion durchaus
möglich. Feuchte und Scherung sind hinreichend vorhanden. Aufgrund der relativ "glatten"
Strömung, d.h. dem Nicht-Vorhandensein von trogartigen Strukturen, sollte nicht viel
passieren. Aufgrund der annähernd strömungsparallelen Lage bleibt der Osten und Süden
Deutschlands noch von diesen Niederschlägen verschont.
Samstag... greift der Nordteil des Troges auf den Norden Deutschlands über und wird rasch
ostwärts gesteuert. Der sich in die Länge ziehende Trog kommt in seinem mittleren Teil bis
zur Iberischen Halbinsel voran und tropft in seinem Südteil nach Marokko aus. Da aber über
den Nordteil dieses Troges Kaltluftadvektion nach Osten ausgreift, geht die
Wetterwirksamkeit des Troges verloren, d.h. die Niederschläge, die im Bereich der
schleifenden Front auftreten, schwächen sich deutlich ab. In der Mitte und im Süden
Deutschlands dürfte es dabei größtenteils trocken bleiben. Lediglich ganz im Südwesten ist
eine erneute Aktivierung der Front vorstellbar, so dass dort etwas Niederschlag möglich
ist. Dort kann erneut eine Welle ansetzen.
Gleichzeitig formiert sich über dem mittleren Nordatlantik eine straff organisierte und
kaum mäandrierende Frontalzone, die sich rasch nach Osten durchsetzt.
Allerdings nimmt mit der Passage des Troges der Gradient zu, so dass im Norden und in der
Mitte auch in tieferen Lagen Windböen auftreten können. An der See und im höheren Bergland
sind dann stürmische Böen, in exponierten Lagen durchaus auch Sturmböen zu erwarten.
Die Temperaturen können deutschlandweit sogar noch etwas ansteigen. An der Küste und im
Mittelgebirgsraum sind Maxima um 15, sonst 16 bis 22 Grad und mit Hilfe der Sonne bzw.
eines leicht föhnigen Einflusses sogar noch etwas darüber, zu erwarten.
In der Nacht zum Sonntag wird durch dem über dem Südwesten "zurückhängenden" Trog die dort
liegende schleifende Kaltfront aktiviert, so dass in einem breiten Streifen vom Südwesten
Deutschlands bis in den östlichen Mittelgebirgsraum hinein kräftige Niederschläge
auftreten können. Ob dann auch konvektive Umlagerungen dabei sind, ist noch nicht sicher.
Aufgrund der vorhandenen Labilität und der Scherung wäre dies durchaus vorstellbar.
Mit der Annäherung einer weiteren Kaltfront, die ausgangs der Nacht wahrscheinlich die
deutsche Bucht erreicht, erfolgt im Nordwesten eine deutliche Gradientzunahme; hierdurch
sind an der Nordseeküste Sturmböen möglich.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die vorliegenden Modelle zeigen durchweg eine ähnliche Entwicklung. Prognoserelevante
Unterschiede lassen sich anhand der synoptischen Basisfelder nicht ableiten. Auch
hinsichtlich der wesentlichen Niederschlagsereignisse lassen sich Parallelen zwischen den
einzelnen Modellen finden.
Unterschiede ergeben sich höchstens in der Lage der Niederschlagsstrukturen, die durch die
schleifenden Fronten hervorgerufen werden. So soll nach EZMW und GFS das Niederschlagsband
weiter südlich ansetzen. Die Aktivierung der Front, die am Ende des Vorhersagezeitraumes
zu erwarten ist, wird nach EZMW und GFS weiter nördlich, d.h. etwa von der Pfalz bis in
die Lausitz hinein, gesehen. Für die Überschreitung warnrelevanter Schwellenwerte finden
sich weder bei deterministischen Verfahren noch COSMO-LEPS oder des EPS des EZMW Indizien.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 24.10.2013 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
SW z
Sturmböen in exponierten Berg- und Küstenlagen, sonst keine.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
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Donnerstag... liegt Deutschland unter einer südwestlichen, im wesentlichen zyklonal
gekrümmten Strömung. "Im wesentlichen" heißt, dass in dieser Strömung kurzwellige Tröge
nach Nordosten ablaufen, welchen flache Rücken folgen. Dabei überwiegt jedoch der Einfluss
der Tröge.
Einer dieser Kurzwellentröge, der wie die Tröge zuvor keine eindeutige Achse aufweist,
überquert heute ohne wesentlich wetterwirksam zu sein, den Norden Deutschlands. Diesem
Trog folgt ein breiter, aber relativ flacher Rücken, der bis zum Abend den äußersten
Westen Deutschlands erreicht. Dieser Rücken wird durch Warmluftadvektion gestützt und kann
sich daher noch ein wenig aufwölben.
Im Bodendruckfeld ist ein ausgedehntes Hoch über Südost- und dem östlichen Mitteleuropa zu
finden, das einen weiteren Schwerpunkt über dem Ostalpenraum aufweist. Absinken in dessen
Bereich sorgt größtenteils für freundliches Wetter. Da sich der Schwerpunkt des Bodenhochs
vom Ostalpenraum eher südostwärts verlagert und somit ein leichter Gradient aufkommt,
dürfte sich der aktuell im Süden noch vorhandene Nebel alsbald auflösen.
Lediglich die Gebiete von der Küste bis zum Mittelgebirgsraum werden von dichteren
Wolkenfeldern gestreift. Dort sorgt der o.g. Trog auch für einzelne Schauer. Aufgrund der
Nähe der Frontalzone sind bevorzugt in Küstennähe und in höheren Berglagen auch Windböen,
in exponierten Lagen auch Sturmböen möglich. Mit dem Hereinschwenken des Höhenrückens wird
aber auch dort der Gradient schwächer, so dass die Böen im späteren Tagesverlauf
weitestgehend zum Erliegen kommen dürften.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen in Küstennähe und in den höheren Lagen der
Mittelgebirge Werte um 14 und sonst 16 bis 20 Grad.
In der Nacht zum Freitag kräftigt sich der mit seiner Achse über dem äußersten Westen
Deutschlands liegende Höhenrücken noch etwas. Der stromaufwärts liegende Trog erreicht das
Seegebiet vor der Iberischen Halbinsel und weitet sich dabei nach Süden aus. Druckfall
über Westeuropa sorgt auch über Deutschland für eine leichte Gradientzunahme. Nebel sollte
daher nur noch auf Den Südosten Deutschlands beschränkt bleiben.
Freitag... verlagert sich die Achse des Höhenrückens in den Osten Deutschlands. An der
Vorderseite des unmittelbar vor der Iberischen Halbinsel liegenden Troges steilt die
Strömung noch etwas auf; mit dieser Strömung gelangt Luft subtropischern Ursprungs in den
Westen Deutschlands.
Weit nach Norden ausgreifende Warmluftadvektion und der damit verbundene Hebungsantrieb
lässt im Norden und Westen mehrschichtige Bewölkung aufkommen, die im Nordwesten und
Westen auch für gelegentliche Niederschläge sorgt. Dabei wird der Gradient auch wieder
etwas stärker, so dass an der Küste und im höheren Bergland Windböen, in exponierten Lagen
stürmische und vielleicht auch Sturmböen auftreten können. Im Osten und Süden hält sich
dagegen noch der Einfluss des südosteuropäischen Hochs. Der dort vorhandene Nebel dürfte
sich bis Mittag auflösen; Absinken sorgt für Auflockerungen und zu den Alpen hin auch für
Aufheiterungen.
Die Tageshöchsttemperaturen ändern sich gegenüber heute nur unwesentlich. Im Süden ist ein
leichter Temperaturanstieg möglich. In tieferen Lagen Südwest- und Süddeutschlands sowie
am Alpenrand kann bei leicht föhnigem Einfluss die 20 Grad-Marke noch einmal überschritten
werden.
In der Nacht zum Samstag gelangt dann Deutschland unter eine südwestliche Höhenströmung.
Eine darin eingelagerte Kaltfront erreicht schleifend und unter Wellenbildung den
Nordwesten Deutschlands. Im Bereich dieser Front kommt es zu kräftigen Niederschlägen. Ob
diese warnrelevant sind und ob dann aufgrund der Labilität auch Starkregen dabei sein kann
ist noch nicht sicher. Aufgrund der Labilität ist eingelagerte Konvektion durchaus
möglich. Feuchte und Scherung sind hinreichend vorhanden. Aufgrund der relativ "glatten"
Strömung, d.h. dem Nicht-Vorhandensein von trogartigen Strukturen, sollte nicht viel
passieren. Aufgrund der annähernd strömungsparallelen Lage bleibt der Osten und Süden
Deutschlands noch von diesen Niederschlägen verschont.
Samstag... greift der Nordteil des Troges auf den Norden Deutschlands über und wird rasch
ostwärts gesteuert. Der sich in die Länge ziehende Trog kommt in seinem mittleren Teil bis
zur Iberischen Halbinsel voran und tropft in seinem Südteil nach Marokko aus. Da aber über
den Nordteil dieses Troges Kaltluftadvektion nach Osten ausgreift, geht die
Wetterwirksamkeit des Troges verloren, d.h. die Niederschläge, die im Bereich der
schleifenden Front auftreten, schwächen sich deutlich ab. In der Mitte und im Süden
Deutschlands dürfte es dabei größtenteils trocken bleiben. Lediglich ganz im Südwesten ist
eine erneute Aktivierung der Front vorstellbar, so dass dort etwas Niederschlag möglich
ist. Dort kann erneut eine Welle ansetzen.
Gleichzeitig formiert sich über dem mittleren Nordatlantik eine straff organisierte und
kaum mäandrierende Frontalzone, die sich rasch nach Osten durchsetzt.
Allerdings nimmt mit der Passage des Troges der Gradient zu, so dass im Norden und in der
Mitte auch in tieferen Lagen Windböen auftreten können. An der See und im höheren Bergland
sind dann stürmische Böen, in exponierten Lagen durchaus auch Sturmböen zu erwarten.
Die Temperaturen können deutschlandweit sogar noch etwas ansteigen. An der Küste und im
Mittelgebirgsraum sind Maxima um 15, sonst 16 bis 22 Grad und mit Hilfe der Sonne bzw.
eines leicht föhnigen Einflusses sogar noch etwas darüber, zu erwarten.
In der Nacht zum Sonntag wird durch dem über dem Südwesten "zurückhängenden" Trog die dort
liegende schleifende Kaltfront aktiviert, so dass in einem breiten Streifen vom Südwesten
Deutschlands bis in den östlichen Mittelgebirgsraum hinein kräftige Niederschläge
auftreten können. Ob dann auch konvektive Umlagerungen dabei sind, ist noch nicht sicher.
Aufgrund der vorhandenen Labilität und der Scherung wäre dies durchaus vorstellbar.
Mit der Annäherung einer weiteren Kaltfront, die ausgangs der Nacht wahrscheinlich die
deutsche Bucht erreicht, erfolgt im Nordwesten eine deutliche Gradientzunahme; hierdurch
sind an der Nordseeküste Sturmböen möglich.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die vorliegenden Modelle zeigen durchweg eine ähnliche Entwicklung. Prognoserelevante
Unterschiede lassen sich anhand der synoptischen Basisfelder nicht ableiten. Auch
hinsichtlich der wesentlichen Niederschlagsereignisse lassen sich Parallelen zwischen den
einzelnen Modellen finden.
Unterschiede ergeben sich höchstens in der Lage der Niederschlagsstrukturen, die durch die
schleifenden Fronten hervorgerufen werden. So soll nach EZMW und GFS das Niederschlagsband
weiter südlich ansetzen. Die Aktivierung der Front, die am Ende des Vorhersagezeitraumes
zu erwarten ist, wird nach EZMW und GFS weiter nördlich, d.h. etwa von der Pfalz bis in
die Lausitz hinein, gesehen. Für die Überschreitung warnrelevanter Schwellenwerte finden
sich weder bei deterministischen Verfahren noch COSMO-LEPS oder des EPS des EZMW Indizien.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann