DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 24.10.2013 um 10.30 UTC
Zunächst wechselhaft und windig, dabei noch sehr mild, ab Dienstag Abkühlung auf
Normalwerte. Ab Mittwoch dann voraussichtlich Wetterberuhigung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 31.10.2013
Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums, am Sonntag, verläuft die Frontalzone
von Neufundland über den Nordatlantik zu den Britischen Inseln und Nordfrankreich. Der
Einfluss eines Rückens, der vom Mittelmeerraum über den Balkan zur Ukraine reicht, wird
über Deutschland schwächer, so dass die Frontalzone von Westen her nach Polen vorstößt.
Eine in die Strömung eingelagerte Kaltfront überquert Deutschland mit Regen und Sturmböen
im Tagesverlauf zügig ostwärts.
Am Montag kommt es zu einer Austrogung westlich der Britischen Inseln, was vorderseitig zu
einer kräftigen Zyklogenese und letztlich zu einem Orkan- bzw. Sturmtief über England
führt. Dieses zieht unter allmählicher Abschwächung bis Dienstag nach Skandinavien, die
dazugehörige Kaltfront erreicht den Nordwesten Deutschlands bereits am Montag, um
Deutschland bis Dienstagabend dann vollends zu überqueren. Rückseitig fließt ein Schwall
maritimer Polarluft (Rückgang der 850-Temperaturen von Werten zwischen 5 und 10 Grad auf
Werte um 0 Grad) zu uns eins. Bei der Kaltfrontpassage muss mit einer markanten
Windzunahme gerecht werden und besonders auf deren Rückseite könnte es durch die
Gradientverschärfung im Norden zu schweren Sturmböen kommen. Nach Süden zu ist aber nicht
mit derart kräftigen Böen zu rechnen.
Ab Mittwoch kommt die eingeflossene frische Meeresluft durch zunehmenden Hochdruckeinfluss
von Südwesten her zur Ruhe, lediglich der äußerste Norden wird von weiteren
Tiefausläufern, die in der sich nach Norden verlagernden Frontalzone nach Osten ziehen,
gestreift. Am Donnerstag entsteht über Osteuropa ein kräftiges Hoch, dessen Einfluss sich
vorübergehend auf die gesamte Republik ausdehnt und vorübergehend für ruhiges Herbstwetter
sorgen wird.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die oben angesprochene kräftige Zyklogenese bei den Britischen Inseln wurde auch in den
vorangegangenen Läufen in ähnlicher Weise, aber nicht unbedingt mit dieser Intensität
angedeutet. Von daher ist vom synoptischen Scale aus betrachtet die Konsistenz des ECMWF
recht gut. Auch die anschließende antizyklonale Westlage über Deutschland wird wiederholt
angedeutet.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bei den anderen globalen Modellen findet die kräftige Zyklogenese entweder weiter im
Norden über Schottland (GME) oder abgeschwächt (GFS) statt. Insgesamt zeigen die globalen
Modelle daher ähnliche Strömungsmuster, im Detail gibt es insbesondere für die Sturm- bzw.
Orkantiefentwicklung und die Auswirkungen auf unseren Raum dann aber entscheidende
Unterschiede. Bei ECMWF wären die Auswirkungen für den Norden Deutschlands am
gravierendsten, bei GME am geringsten. Von daher kann man für Deutschland mit einer
Sturmentwicklung, aber zunächst noch nicht von einer Orkansituation ausgehen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
In den Meteogrammen und Rauchfahnen machen sich die Unterschiede bei der Behandlung der
Kurzwellentröge vor allem als Streuung der Wind- und Niederschlagsvorhersage bemerkbar. Im
relevanten Mittelfristbereich (120 bis 168 Stunden) liefern die EZMW-Ensembles 6 Cluster,
die sich vor allem im Bereich der kurzwelligen Strukturen unterscheiden. Ihre Besetzung
mit 10, 10, 9, 8, 8 und 6 Membern lässt keine klare Präferenz für eine Lösung erkennen.
Allerdings tauchen in den Einzellösungen des EPS weiterhin heftige Zyklogenesen auf, die
teils den westeuropäischen Bereich, aber auch Mitteleuropa zu Beginn der kommenden Woche
treffen könnten. Auch die nachfolgende Wetterberuhigung mit der Entwicklung hin zu einer
antizyklonalen Westlage ist doch eher unsicher.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Die Ensembleprodukte sprechen mehr oder weniger deutlich auf die Windentwicklung in Europa
an. Dass die Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten von Sturmböen, die am Sonntag im
Westen und Nordwesten teils über 90 Prozent liegt, zum Montag aber sinkt, sollte als rein
statistischer Effekt gewertet werden. Die (theoretische) Gefahr einer Orkanentwicklung zu
Wochenbeginn ist gegeben, zumal EFI gleichzeitig im Norden Frankreichs, den
Benelux-Staaten und im Nordwesten Deutschlands teils von einer extremen Windsituation
ausgeht.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, ECMWF-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Stefan Külzer
ausgegeben am Donnerstag, den 24.10.2013 um 10.30 UTC
Zunächst wechselhaft und windig, dabei noch sehr mild, ab Dienstag Abkühlung auf
Normalwerte. Ab Mittwoch dann voraussichtlich Wetterberuhigung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 31.10.2013
Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums, am Sonntag, verläuft die Frontalzone
von Neufundland über den Nordatlantik zu den Britischen Inseln und Nordfrankreich. Der
Einfluss eines Rückens, der vom Mittelmeerraum über den Balkan zur Ukraine reicht, wird
über Deutschland schwächer, so dass die Frontalzone von Westen her nach Polen vorstößt.
Eine in die Strömung eingelagerte Kaltfront überquert Deutschland mit Regen und Sturmböen
im Tagesverlauf zügig ostwärts.
Am Montag kommt es zu einer Austrogung westlich der Britischen Inseln, was vorderseitig zu
einer kräftigen Zyklogenese und letztlich zu einem Orkan- bzw. Sturmtief über England
führt. Dieses zieht unter allmählicher Abschwächung bis Dienstag nach Skandinavien, die
dazugehörige Kaltfront erreicht den Nordwesten Deutschlands bereits am Montag, um
Deutschland bis Dienstagabend dann vollends zu überqueren. Rückseitig fließt ein Schwall
maritimer Polarluft (Rückgang der 850-Temperaturen von Werten zwischen 5 und 10 Grad auf
Werte um 0 Grad) zu uns eins. Bei der Kaltfrontpassage muss mit einer markanten
Windzunahme gerecht werden und besonders auf deren Rückseite könnte es durch die
Gradientverschärfung im Norden zu schweren Sturmböen kommen. Nach Süden zu ist aber nicht
mit derart kräftigen Böen zu rechnen.
Ab Mittwoch kommt die eingeflossene frische Meeresluft durch zunehmenden Hochdruckeinfluss
von Südwesten her zur Ruhe, lediglich der äußerste Norden wird von weiteren
Tiefausläufern, die in der sich nach Norden verlagernden Frontalzone nach Osten ziehen,
gestreift. Am Donnerstag entsteht über Osteuropa ein kräftiges Hoch, dessen Einfluss sich
vorübergehend auf die gesamte Republik ausdehnt und vorübergehend für ruhiges Herbstwetter
sorgen wird.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die oben angesprochene kräftige Zyklogenese bei den Britischen Inseln wurde auch in den
vorangegangenen Läufen in ähnlicher Weise, aber nicht unbedingt mit dieser Intensität
angedeutet. Von daher ist vom synoptischen Scale aus betrachtet die Konsistenz des ECMWF
recht gut. Auch die anschließende antizyklonale Westlage über Deutschland wird wiederholt
angedeutet.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bei den anderen globalen Modellen findet die kräftige Zyklogenese entweder weiter im
Norden über Schottland (GME) oder abgeschwächt (GFS) statt. Insgesamt zeigen die globalen
Modelle daher ähnliche Strömungsmuster, im Detail gibt es insbesondere für die Sturm- bzw.
Orkantiefentwicklung und die Auswirkungen auf unseren Raum dann aber entscheidende
Unterschiede. Bei ECMWF wären die Auswirkungen für den Norden Deutschlands am
gravierendsten, bei GME am geringsten. Von daher kann man für Deutschland mit einer
Sturmentwicklung, aber zunächst noch nicht von einer Orkansituation ausgehen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
In den Meteogrammen und Rauchfahnen machen sich die Unterschiede bei der Behandlung der
Kurzwellentröge vor allem als Streuung der Wind- und Niederschlagsvorhersage bemerkbar. Im
relevanten Mittelfristbereich (120 bis 168 Stunden) liefern die EZMW-Ensembles 6 Cluster,
die sich vor allem im Bereich der kurzwelligen Strukturen unterscheiden. Ihre Besetzung
mit 10, 10, 9, 8, 8 und 6 Membern lässt keine klare Präferenz für eine Lösung erkennen.
Allerdings tauchen in den Einzellösungen des EPS weiterhin heftige Zyklogenesen auf, die
teils den westeuropäischen Bereich, aber auch Mitteleuropa zu Beginn der kommenden Woche
treffen könnten. Auch die nachfolgende Wetterberuhigung mit der Entwicklung hin zu einer
antizyklonalen Westlage ist doch eher unsicher.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Die Ensembleprodukte sprechen mehr oder weniger deutlich auf die Windentwicklung in Europa
an. Dass die Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten von Sturmböen, die am Sonntag im
Westen und Nordwesten teils über 90 Prozent liegt, zum Montag aber sinkt, sollte als rein
statistischer Effekt gewertet werden. Die (theoretische) Gefahr einer Orkanentwicklung zu
Wochenbeginn ist gegeben, zumal EFI gleichzeitig im Norden Frankreichs, den
Benelux-Staaten und im Nordwesten Deutschlands teils von einer extremen Windsituation
ausgeht.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, ECMWF-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Stefan Külzer