SXEU31 DWAV DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST (Abend)
SXEU31 DWAV 251800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.10.2013 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Am Wochenende zunehmend windig, vor allem am Sonntag und Montag verbreitet stürmisch, zum
Montag und am Montag im Norden Gefahr schwerer Sturmböen, an der See und auf den Bergen
auch orkanartiger Böen.
Synoptische Entwicklung bis Montag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... Zwischen einem vor der Iberischen Halbinsel weit südwärts ausgreifenden und
partiell abtropfenden Trog und einem über der Nordsee und Jütland nordostwärts
abwandernden Rücken liegt Deutschland unter einer leicht antizyklonal gekrümmten
südwestlichen Höhenströmung. Allein die massive WLA vor der Warmfront eines bei Schottland
angelangten Tiefs hat dabei großflächig mehrschichtige Bewölkung erzeugt, aus der von der
Ostsee bis nach Thüringen und Sachsen gebietsweise noch etwas Regen fällt. Der vor der
nachfolgenden Kaltfront zunehmende Gradient sorgt an der See und im Bergland für Windböen
aus südlicher Richtung.
Die heute Abend und in der Nacht zum Samstag auf den Norden übergreifende Kaltfront
beginnt dann über dem Nordwesten zu schleifen, im Bereich dieser Wellenbildung kommt es zu
kräftigeren Niederschlägen. Ob diese warnrelevant sind und ob dann aufgrund von Labilität
auch Starkregen dabei sein kann ist noch nicht sicher. COSMO-EU ist von Werten über 40
mm/12h in der Signalstärke inzwischen deutlich zurückgefahren, sogar leicht unter die
Warnschwelle, auch NAE und andere weniger hoch auflösende Modelle bleibnen weiterhin unter
der Warnschwelle für Stark -bzw. Dauerregen. Wegen der relativ "glatten" Höhenströmung
erscheint das Auftreten von Stark -oder Dauerregen ohnehin nicht sehr wahrscheinlich!
Präfrontal bleibt der Osten und Süden Deutschlands noch von diesen Niederschlägen
verschont und die Nacht zeigt sich teils wolkig, teils klar, nur örtlich bildet sich
Nebel.
Samstag ... Nach Abtropfung des Trogsüdteils Richtung Marokko beginnt der Nordteil des
Troges zügig ostwärts zu laufen und kommt dabei unter deutlicher Abflachung und
südwestwärts zurückhängend bis ins nördliche Deutschland ostwärts voran. Das
Nordost-Südwest orientierte Frontensystem bewegt sich dabei unter neuer Wellenbildung nur
langsam südostwärts und nimmt später eine fast strömungsparallele Orientierung an. Im
Bereich der angesprochenen zweiten Wellenbildung simuliert COSMO-EU später über dem
südlichen NRW und Nordhessen relativ eng begrenzt noch einmal Summen von 10 bis 15 mm
innerhalb von 6 bis 12 h(GFS ähnlich) Dabei liefert die Wetterinterpretation auch
Gewitter. Bei anderen Modellen ist dieser Randtrog aber bereits unter
Zonalisierungstendenz nordostwärts abgelaufen, so dass der Welle oder der Front keine
markanteren Niederschläge mehr zukommen.
Im Süden und Südosten dürfte es unter noch dominierendem leichten Absinken größtenteils
trocken bleiben, mit heiteren Phasen. Im Lee der süddeutschen Bergländer und der Alpen
sind dann Höchsttemperaturen bis 22°C möglich.
Der Gradient nimmt an der Nordflanke des Frontensystems im Tagesverlauf noch etwas zu, so
dass dann im Norden und in der Mitte auch in tieferen Lagen Windböen erwartet werden
können, an der See und im höheren Bergland stürmische Böen BFT 8.
In der Nacht zum Sonntag kommt die noch leicht schleifende Front nach Süddeutschland
voran, je nach Modelloutput etwa in die Gebiete zwischen Main und Donau, da wirksame
dynamische Hebung aber zu fehlen scheint, wird vergleichsweise in einem breiten Streifen
um den Main herum nur noch wenig Niederschlag ( meist um 5 mm).
Aufgrund der Bewölkung liegen die Tiefstwerte in der Mitte und im Süden nur wenig unter
15°C, im Norden bei Aufklaren und am Alpenrand sind Tiefstwerte unter 10°C drin. Im Süden
bleibt eine gewisse Nebelneigung erhalten.
Sonntag ... Über den Nordatlantik dringt eine straff organisierte und zunächst kaum
mäandrierende Frontalzone( mit kräftigem Jet) rasch ostwärts zum europäischen Kontinent
vor. Am diffluenten Aushang dieser neuen Frontalzone mit Trogentwicklung setzt deutlicher
Druckfall im Bodendruckfeld ein und der Gradient nimmt von Westen und Nordwesten her
deutlich zu, so dass in weiten Teilen auch in tieferen Lagen teils stürmischen Böen
erwartet werden können, örtlich auch Sturmböen BFT 9, an der See und im höheren Bergland
Sturmböen BFT 10, auf Gipfeln BFT 11.
Der neue Trog im Delta der Frontalzone dringt dabei zügig von Westen her auf Deutschland
über und aktiviert zum einen die im Süden stagnierende alte Luftmassengrenze, zum anderen
die neue, von Nordwesten her vordringende Kaltfront eines Schottland erreichenden
Sturmtiefs.
So muss zunächst an der alten Luftmassengrenze, etwa vom Saarland und dem Schwarzwald bis
nach Nordbayern und Thüringen mit Starregen gerechnet werden(Cos-EU, NAE) im Tagesverlauf
auch sonst verbreitet mit schauerartigem Regen oder Schauern, auch kurze Gewitter sind
möglich.
Die Temperaturmaxima gehen im Nordwesten und Norden in der einströmenden frischen
Meeresluft auf Werte um 14°C zurück, während es sonst mit 16 bis 20 °C noch
vergleichsweise mild bleibt.
In der Nacht zum Montag entwickelt sich in der kräftigen nordatlantischen Frontalzone
vorderseitig eines weiteren nachfolgenden und sehr markant ausgeprägten Troges und im
Bereich kräftiger Frontogenese aus einem markanten Randtief im Seegebiet südwestlich von
Irland ein Orkantief, das als "Schnellläufer Kurs auf die Britischen Inseln und die
Nordsee nimmt.
Montag ... Dieses "Schneelläufer-Orkantief wandert dann sehr rasch über die Nordsee nach
Jütland. Dessen südflankiges Sturmfeld erfasst dann am Montag große Teile Deutschlands,
wobei im Nordwesten und Norden schwere Sturmböen BFT 10 wahrscheinlich erscheinen, an der
See und auf höheren bergen sogar orkanartige Böen BFT 11 oder Orkanböen BFT 12.
Mit der Warmfront und der nachfolgenden Kaltfront des Orkantiefs dringenden dann auch
kräftige Regenfälle über den Norden Deutschlands ostwärts vor(Starkregen möglich!)
Mit der Präfrontal kräftigen Südwestströmung wird die wärmere Luft im Süden immer noch
nicht weggeräumt, so dass dort noch einmal 20°C möglich sind.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Differenzen gibt es insbesondere hinsichtlich des Niederschlagsoutputs in Verbindung mit
der in der Nacht zum Freitag und Samstag bis Sonntag früh über Deutschland unter
Wellenbildung südwärts laufenden Front.
Die Signalstärken in der Nacht zum Samstag wurden insgesamt weiter zurückgenommen, jetzt
auch vom COS-EU, das nicht mehr die Warnschwellen für Stark -bzw. Dauerregen erreicht.
Gewisse Hinweise auf Starkregen/Dauerregen findet man noch beim neusten EPS-COS-DE. Die
Probabilistik ist aber hier möglicherweise auch wieder zu stark modellastig(COSMO-DE
selbst liefert diese Schwellenüberschreitung)
Bezüglich der Orkantiefentwicklung zum Montag und am Montag hat sich die Deutsche
Modellkette nun an die vorangegangenen Versionen des EZMW und des GFS angenähert! Das
Hauptsturmfeld des Orkantiefs mit orkanartigen Böen im Nordwesten und Orkanböen an der See
erreicht danach nicht schon in der Nacht zum Montag, sondern erst im Tagesverlauf des
Montags Deutschland.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Michael Goethel
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.10.2013 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Am Wochenende zunehmend windig, vor allem am Sonntag und Montag verbreitet stürmisch, zum
Montag und am Montag im Norden Gefahr schwerer Sturmböen, an der See und auf den Bergen
auch orkanartiger Böen.
Synoptische Entwicklung bis Montag 12 UTC
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Aktuell ... Zwischen einem vor der Iberischen Halbinsel weit südwärts ausgreifenden und
partiell abtropfenden Trog und einem über der Nordsee und Jütland nordostwärts
abwandernden Rücken liegt Deutschland unter einer leicht antizyklonal gekrümmten
südwestlichen Höhenströmung. Allein die massive WLA vor der Warmfront eines bei Schottland
angelangten Tiefs hat dabei großflächig mehrschichtige Bewölkung erzeugt, aus der von der
Ostsee bis nach Thüringen und Sachsen gebietsweise noch etwas Regen fällt. Der vor der
nachfolgenden Kaltfront zunehmende Gradient sorgt an der See und im Bergland für Windböen
aus südlicher Richtung.
Die heute Abend und in der Nacht zum Samstag auf den Norden übergreifende Kaltfront
beginnt dann über dem Nordwesten zu schleifen, im Bereich dieser Wellenbildung kommt es zu
kräftigeren Niederschlägen. Ob diese warnrelevant sind und ob dann aufgrund von Labilität
auch Starkregen dabei sein kann ist noch nicht sicher. COSMO-EU ist von Werten über 40
mm/12h in der Signalstärke inzwischen deutlich zurückgefahren, sogar leicht unter die
Warnschwelle, auch NAE und andere weniger hoch auflösende Modelle bleibnen weiterhin unter
der Warnschwelle für Stark -bzw. Dauerregen. Wegen der relativ "glatten" Höhenströmung
erscheint das Auftreten von Stark -oder Dauerregen ohnehin nicht sehr wahrscheinlich!
Präfrontal bleibt der Osten und Süden Deutschlands noch von diesen Niederschlägen
verschont und die Nacht zeigt sich teils wolkig, teils klar, nur örtlich bildet sich
Nebel.
Samstag ... Nach Abtropfung des Trogsüdteils Richtung Marokko beginnt der Nordteil des
Troges zügig ostwärts zu laufen und kommt dabei unter deutlicher Abflachung und
südwestwärts zurückhängend bis ins nördliche Deutschland ostwärts voran. Das
Nordost-Südwest orientierte Frontensystem bewegt sich dabei unter neuer Wellenbildung nur
langsam südostwärts und nimmt später eine fast strömungsparallele Orientierung an. Im
Bereich der angesprochenen zweiten Wellenbildung simuliert COSMO-EU später über dem
südlichen NRW und Nordhessen relativ eng begrenzt noch einmal Summen von 10 bis 15 mm
innerhalb von 6 bis 12 h(GFS ähnlich) Dabei liefert die Wetterinterpretation auch
Gewitter. Bei anderen Modellen ist dieser Randtrog aber bereits unter
Zonalisierungstendenz nordostwärts abgelaufen, so dass der Welle oder der Front keine
markanteren Niederschläge mehr zukommen.
Im Süden und Südosten dürfte es unter noch dominierendem leichten Absinken größtenteils
trocken bleiben, mit heiteren Phasen. Im Lee der süddeutschen Bergländer und der Alpen
sind dann Höchsttemperaturen bis 22°C möglich.
Der Gradient nimmt an der Nordflanke des Frontensystems im Tagesverlauf noch etwas zu, so
dass dann im Norden und in der Mitte auch in tieferen Lagen Windböen erwartet werden
können, an der See und im höheren Bergland stürmische Böen BFT 8.
In der Nacht zum Sonntag kommt die noch leicht schleifende Front nach Süddeutschland
voran, je nach Modelloutput etwa in die Gebiete zwischen Main und Donau, da wirksame
dynamische Hebung aber zu fehlen scheint, wird vergleichsweise in einem breiten Streifen
um den Main herum nur noch wenig Niederschlag ( meist um 5 mm).
Aufgrund der Bewölkung liegen die Tiefstwerte in der Mitte und im Süden nur wenig unter
15°C, im Norden bei Aufklaren und am Alpenrand sind Tiefstwerte unter 10°C drin. Im Süden
bleibt eine gewisse Nebelneigung erhalten.
Sonntag ... Über den Nordatlantik dringt eine straff organisierte und zunächst kaum
mäandrierende Frontalzone( mit kräftigem Jet) rasch ostwärts zum europäischen Kontinent
vor. Am diffluenten Aushang dieser neuen Frontalzone mit Trogentwicklung setzt deutlicher
Druckfall im Bodendruckfeld ein und der Gradient nimmt von Westen und Nordwesten her
deutlich zu, so dass in weiten Teilen auch in tieferen Lagen teils stürmischen Böen
erwartet werden können, örtlich auch Sturmböen BFT 9, an der See und im höheren Bergland
Sturmböen BFT 10, auf Gipfeln BFT 11.
Der neue Trog im Delta der Frontalzone dringt dabei zügig von Westen her auf Deutschland
über und aktiviert zum einen die im Süden stagnierende alte Luftmassengrenze, zum anderen
die neue, von Nordwesten her vordringende Kaltfront eines Schottland erreichenden
Sturmtiefs.
So muss zunächst an der alten Luftmassengrenze, etwa vom Saarland und dem Schwarzwald bis
nach Nordbayern und Thüringen mit Starregen gerechnet werden(Cos-EU, NAE) im Tagesverlauf
auch sonst verbreitet mit schauerartigem Regen oder Schauern, auch kurze Gewitter sind
möglich.
Die Temperaturmaxima gehen im Nordwesten und Norden in der einströmenden frischen
Meeresluft auf Werte um 14°C zurück, während es sonst mit 16 bis 20 °C noch
vergleichsweise mild bleibt.
In der Nacht zum Montag entwickelt sich in der kräftigen nordatlantischen Frontalzone
vorderseitig eines weiteren nachfolgenden und sehr markant ausgeprägten Troges und im
Bereich kräftiger Frontogenese aus einem markanten Randtief im Seegebiet südwestlich von
Irland ein Orkantief, das als "Schnellläufer Kurs auf die Britischen Inseln und die
Nordsee nimmt.
Montag ... Dieses "Schneelläufer-Orkantief wandert dann sehr rasch über die Nordsee nach
Jütland. Dessen südflankiges Sturmfeld erfasst dann am Montag große Teile Deutschlands,
wobei im Nordwesten und Norden schwere Sturmböen BFT 10 wahrscheinlich erscheinen, an der
See und auf höheren bergen sogar orkanartige Böen BFT 11 oder Orkanböen BFT 12.
Mit der Warmfront und der nachfolgenden Kaltfront des Orkantiefs dringenden dann auch
kräftige Regenfälle über den Norden Deutschlands ostwärts vor(Starkregen möglich!)
Mit der Präfrontal kräftigen Südwestströmung wird die wärmere Luft im Süden immer noch
nicht weggeräumt, so dass dort noch einmal 20°C möglich sind.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Differenzen gibt es insbesondere hinsichtlich des Niederschlagsoutputs in Verbindung mit
der in der Nacht zum Freitag und Samstag bis Sonntag früh über Deutschland unter
Wellenbildung südwärts laufenden Front.
Die Signalstärken in der Nacht zum Samstag wurden insgesamt weiter zurückgenommen, jetzt
auch vom COS-EU, das nicht mehr die Warnschwellen für Stark -bzw. Dauerregen erreicht.
Gewisse Hinweise auf Starkregen/Dauerregen findet man noch beim neusten EPS-COS-DE. Die
Probabilistik ist aber hier möglicherweise auch wieder zu stark modellastig(COSMO-DE
selbst liefert diese Schwellenüberschreitung)
Bezüglich der Orkantiefentwicklung zum Montag und am Montag hat sich die Deutsche
Modellkette nun an die vorangegangenen Versionen des EZMW und des GFS angenähert! Das
Hauptsturmfeld des Orkantiefs mit orkanartigen Böen im Nordwesten und Orkanböen an der See
erreicht danach nicht schon in der Nacht zum Montag, sondern erst im Tagesverlauf des
Montags Deutschland.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Michael Goethel