DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.10.2013 um 10.30 UTC



Ab Dienstag Temperaturrückgang.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 01.11.2013


Am Montag erfolgt über dem östlichen Nordatlantik eine Intensivierung des dortigen
Langwellentroges. Im Bodenfeld beherrscht ein umfangreiches Tiefdrucksystem große Teile
des nördlichen und mittleren Europas. Ein Randtief mit seinem Sturmfeld verlagert sich vom
Seegebiet südwestlich Irlands über die Britischen Inseln hinweg nach Südskandinavien. Die
Kaltfront dieses Tiefs passiert unser Land weitgehend südostwärts. Vom Sturm dürfte in
Deutschland in erster Linie der Nordwesten betroffen sein, orkanartige Böen an der Nordsee
sind nicht auszuschließen.
Am Dienstag kommt der LW-Trog unter Verkürzung seiner Wellenlänge bis zur Westgrenze
Deutschlands voran, das Sturmtief zieht nach Karelien ab, womit sich die Windsituation
über Norddeutschland entspannt.
Am Mittwoch passiert der Trog unser Gebiet ostwärts; der Bodendruck steigt weiter und
gegen Abend bildet sich über Mitteleuropa eine Hochzelle aus, die sich weiter kräftigt.
Am Donnerstag zonalisiert sich die Höhenströmung und es entsteht eine "nördliche
Westlage", wobei die Südhälfte Deutschlands nach wie vor antizyklonal geprägt bleibt,
während eine Kaltfront im wesentlichen in der zweiten Tageshälfte den Norden beeinflussen
dürfte.
Am Freitag dauert die Westlage an (Deutschland auf der "warmen" Seite); vor einer weiteren
Kaltfront nimmt von Nordwesten her im Tagesverlauf der südwestliche bis südliche Wind zu.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des heutigen 00 UTC-ECMF-Laufs zum gestrigen Lauf von 00 UTC ist gut,
wenngleich Donnerstag und Freitag die Westlage nun stärker antizyklonal geprägt ist
(höheres Geopotential und höherer Bodendruck, vor allem über Norddeutschland und damit
dort auch weniger windig). Die Passage einer Kaltfront, die gestern im wesentlichen schon
für den Freitag angedacht war, verzögert sich nun um etwa 24 Stunden.
Zum gestrigen 12 UTC-Lauf ist die Konsistenz insgesamt ebenfalls gut, Freitag 00 UTC wurde
allerdings schon ein LW-Trog über den Britischen Inseln simuliert, der nach der heutigen
Prognose erst südlich von Grönland/Island liegt. Dieser Trog beeinflusst unser
Wochenendwetter - hierin sind sich aber beide Läufe wieder einig.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Im wesentlichen stützt GME die Prognose des deterministischen ECMF-Laufs, ab Wochenmitte
prognostiziert das GME jedoch noch stärker antizyklonale Verhältnisse, vor allem im
Bodendruckfeld. Nach diesem Modell würde die Kaltfrontpassage am Donnerstag entfallen; die
Front verbleibt nördlich von Deutschland.
GFS ist dem ECMF noch ähnlicher, die Kaltfront passiert unser Land aber am Donnerstag
ebenfalls noch nicht. 168stündig ist die Höhenströmung schon stärker meridional geprägt
als im ECMF.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Der deterministische ECMF-Lauf repräsentiert heute recht gut das gesamte Ensemble.
Der 120- bis 168stündige Vorhersagezeitraum wird in vier Cluster unterteilt; Kontrolllauf
und deterministischer Lauf liegen im mit 16 Fällen knapp am stärksten besetzten C1.
Während dieses Cluster den Trog 168stündig über der Nordsee sieht und C4 ihn über
Südkandinavien, liegt er nach C2 und C3 über den Britischen Inseln. Der Zeitraum 192 bis
240 Stunden ist in drei Cluster aufgeteilt, wovon C3 in der 240stündigen Vorhersage die
stärkste meridionale Ausprägung aufweist (intensiver LW-Trog über Westeuropa mit einem
abgeschlossenen Höhentief über der Nordsee). Im Bodenfeld herrscht nach allen Varianten
aber über Deutschland eine südwestliche Strömung.
Die Rauchfahne von Offenbach macht den anstehenden Temperaturrückgang in 850 hPa deutlich:
Von Werten bis 12 Grad heute sinkt diese bis Mittwoch auf -1 bis -2 Grad, unterbrochen
durch einen kräftigen Anstieg in der ersten Hälfte des Montags. Bis Mittwoch ist auch die
Schwankungsbreite innerhalb des Ensembles relativ gering. Danach ist ein allmählicher
Anstieg zu sehen, wobei aber die Ensemblemitglieder am Wochenende stark streuen. Mittwoch
und Donnerstag sind voraussichtlich die niederschlagsärmsten Tage.
ENS/GFS (40 Member) unterscheidet sich prinzipiell nicht gravierend vom operationellen
Lauf des ECMFs, 192stündig (Freitag 12 UTC) liegt der Trog (relativ flach) über
Großbritannien, während ECMF ihn - intensiver - über dem mittleren Nordatlantik
prognostiziert.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Im Hinblick auf die Windböen gibt es von EFI starke Signale: Für Sonntag werden große
Teile Deutschlands mit einem Indexwert von 0.7 bis 0.8 versehen (höchste Werte knapp über
0.8 im Südwesten - Rheinland-Pfalz/Saarland). Auch am Montag liegen die Werte mit Ausnahme
Südostbayerns über 0.7 und erreichen an der Nordsee bzw. im Grenzbereich zu Dänemark Werte
von 0.9. Am Dienstag entspannt sich die Situation allmählich, so dass südlich 50° keine
Werte über 0.5 auftreten. An der Ostsee und in Schleswig-Holstein betragen die Indexwerte
noch 0.7.
Bezüglich Niederschlag gibt es sonntags Werte um 0.5 im nördlichen Bayern und im
nördlichen Schleswig-Holstein. Montag und Dienstag wird dieser Wert knapp im dänischen
Grenzgebiet bzw. an der Nordsee erreicht.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, EPS.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Burkhard Kirsch.

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