SXEU31 DWAV DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST (Morgen)

SXEU31 DWAV 240800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 24.08.2013 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
Im Süden und Westen sowie in der Mitte schauerartiger Regen, zum Teil durch Gewitter
verstärkt. Dabei Starkregen bis hin zu Unwetter möglich. Zum Teil auch Überschreiten der
Dauerregenschwelle bis hin zu ergiebigem Dauerregen.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
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Samstag... Während der Norden und Osten noch im Einflussbereich des blockierenden Hochs
über Skandinavien verbleiben, greift auf den Südwesten der Ausläufer eines Tiefs über dem
Ärmelkanal über. In der Höhe spaltet sich aus einem scharfen Trog über den Britischen
Inseln ein Tief ab, das zusammen mit dem Bodentief zum Tagesende im Bereich Nordfrankreich
in Grenznähe zu Belgien simuliert wird. Über Südwestdeutschland formiert sich eine
Tiefdruckrinne. Vorderseitig des Troges/Höhentiefs greift Hebung (vor allem verursacht
durch PVA) auf den Südwesten über und sorgt für Labilisierung (Cape-Werte steigen
gebietsweise auf 500 bis gut 1000 J/Kg). Wegen der langsam ziehenden Zellen (eingelagerte
Gewitter) simulieren die Deutschen Modelle ab 12 UTC teils unwetterartige Regenmengen
(CosmoEu bis 86 mm/6 Stunden auf der Alb; CosmoDe bis 55 mm westl. von Stuttgart, bis 91
mm Allgäu; GME nur vereinzelt bis 35 mm). Von 18 bis 00 UTC liegt der Schwerpunkt nach
CosmoEu im Alpenraum mit bis zu 100 mm und nach GME mit bis zu 44 mm im
Nordschwarzwald/Kraichgau.
Der Ostwind bleibt an der Küste und auf den Bergen frisch mit einzelnen Böen Bft 7.

Sonntag... Während das Höhentief von Frankreich zu den Alpen zieht, kommt die
Tiefdruckrinne am Boden über Deutschland kaum noch nach Norden voran. Ihre Konturen
verwischen sich zunehmend, gleichwohl erzeugt sie noch in Zusammenhang mit dem bis
nördlich der Alpen ausgreifenden Höhentief Wirkung. Diese manifestiert sich in weiteren
schauerartigen Regenfällen und einzelnen Gewittern, die etwa bis nach NRW, Hessen und
Südthüringen vorankommen. Nördlich davon bleibt es im Bereich des blockierenden
Hochdruckgebietes weiterhin trocken und nach Nordosten hin vielfach sonnig mit vor allem
an der Küste frischem Ostwind mit Böen 6 bis 7 Bft.

Wegen der geringen Verlagerung der gesamten synoptischen Konstellation besteht in der
Mitte und im Süden zumindest gebietsweise die Gefahr, dass aus Starkregen ein
Dauerregenereignis wird, auch im Hinblick auf die Tatsache, dass die Regenfälle z. T. bis
Montag andauern. Akkumuliert über 24 Stunden kommen bis 24 UTC laut CosmoEu im westlichen
Bayern, im nördlichen Baden-Württemberg und in Südhessen örtlich 50 bis 100 mm, vereinzelt
bis 189 mm zusammen. Nach GME liegen die Schwerpunkte in den Alpen und von der Ostalb bis
zum Odenwald mit 50 bis 118 mm. Dazu muss man feststellen, dass die heftigen
Starkregenfälle fast ausschließlich in Verbindung mit Gewittern auftreten.
Die externen Modelle liefern meist deutlich geringere Regenmengen (s. u.).

Montag... Das o. e. Höhentief verlagert sich von den Alpen bis Tagesende nach Tschechien.
Am Boden löst sich die Tiefdruckrinne allmählich auf, so dass der tiefe Luftdruck über
Italien und dem nördlichen Balkan maßgeblich wird. Nördlich von uns regeneriert sich das
blockierende Hoch, indem in der Höhe von Westen Potential ´angebaut´ wird. Damit wird der
ursprüngliche Regenstreifen sich von Nordbayern und dem nördlichen Baden-Württemberg
wieder Richtung Alpen verschoben. Insgesamt wird der Regen aber schwächer und erreicht
24stg. nur noch Mengen zwischen 10 und 30 mm.
Mit dem Regen vom Vortag wird aber örtlich das Dauerregenkriterium überschritten.
Dahingegen ist es im Norden weiterhin freundlich oder sonnig und auch die höchsten
Temperaturen sind dort mit 22 bis 25 Grad zu erwarten. Der Wind bleibt am Montag an der
Küste ein Thema. Er weht in Böen bis Stärke 7 aus östlichen Richtungen.

Modellvergleich und -einschätzung
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Alle Modelle zeichnen im Wesentlichen ein ähnliches Bild der großräumigen synoptischen
Strukturen. Unschärfen gibt es erwartungsgemäß dabei vor allem bei der Einschätzung der
Niederschlagsmengen.

EZMW, LF und GFS simulieren heute deutlich niedrigere Mengen zwischen 5 und 25 bis 30 mm.
Am Sonntag steigert sich bei EZMW die Regenmenge auf vereinzelt 60 mm (Franken), während
GFS weiter deutlich weniger Regen bringt.

PEPS liefert heute die größten Wahrscheinlichkeiten für Regenmengen über 25 mm (in der 2.
Tageshälfte) in einem Streifen vom Allgäu bis zur Eifel und morgen von den bayer. Alpen
bis zum Odenwald, in der 2. Tageshälfte dann im Norden von Bayern und Baden-Württ.

Wegen der stark schwankenden Modellergebnisse muss letztlich mit Hilfe von Nowcasting die
Warnung erstellt werden.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden

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