DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 24.08.2013 um 10.30 UTC



Im Süden kräftige Schauer und einzelne Gewitter. Dabei lokal Stark/Dauerregen möglich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 31.08.2013


Die Blockierungslage bei gleichzeitig meridional konfigurierter Strömung über Europa setzt
sich fort.

Gestützt durch einen Höhenkeil über Nordeuropa dehnt sich ein Hochdruckkeil im
Bodendruckfeld vom Nordostatlantik über die Nordsee und Südskandinavien nach
Nordwestrussland aus. In seinem Einflussbereich herrscht über Norddeutschland zunächst
eine trockene östliche Strömung mit der warme bis mäßig-warme Luft herangeführt wird.

Im Süden ist das Wetter alles andere als ungetrübt. Dort wirkt sich niedriges Geopotential
in Form eines Höhentroges aus, der von Osteuropa über Süddeutschland nach Frankreich
weist, wobei zunächst auch zwei Höhentiefs über den Westalpen und Osteuropa eingelagert
sind. Die dort lagernde Luftmasse ist zwar von den Temperaturen in 850 hPa (nahe +10 Grad)
auch als warm zu bezeichnen, mangels Einstrahlung werden dort aber kaum mehr als 20 Grad
erreicht, bei längerem Regen eher weniger.
Von Dienstag bis Freitag dehnt sich Einfluss der Hochdruckzone zögernd von Norden nach
Süden aus und der Bereich der instabilen Luft, in der es zu kräftigen Schauern und
Gewittern kommen kann, wird sukzessive nach Südosten zurückgedrängt.
Zum Ende der nächsten Woche verliert die Hochdruckzone bei weiterer Südverlagerung an
Kontur und schwächt sich ab, während sich westlich der Britischen Inseln ein markanter
Rücken aufwölbt und es zum Aufbau eines neuen kräftigen Bodenhochdruckgebietes kommen
soll.

An der Ostflanke dieses Rückens stößt über die Nordsee und Skandinavien quasi als
Downstreamdevelopment ein Trog nach Süden vor und tropft schließlich über Deutschland ab.
Das resultierende Höhentief, dann Marke "Kaltlufttropfen", soll letztendlich zum Ende der
Mittelfrist über Deutschland nach Süden zu den Alpen wandern und würde zyklonales,
wechselhafteres und deutlich kühleres Wetter von Nordwesten her bedeuten.
In den Mittelkarten des ECM taucht diese Entwicklung allerdings nicht auf, so dass die
Abkühlung, Abtropfen des Troges, wie auch die auf Nord drehende Strömung als weniger
wahrscheinlich zu betrachten sind. Vielmehr deutet sich antizyklonales Wetter mit einer
nur leichten Abkühlung an.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz zum gestrigen 00 UTC Lauf, der (abgesehen von der erweiterten Mittelfrist)
ein ähnliches Szenario für uns entwarf ist gut, die zum gestrigen 12 UTC nicht ganz so
gut, da dort vom Trog und den resultierenden Abtropfen ab nächsten Samstag nichts zu sehen
war.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Von der groben Struktur her ähnelt GFS den Europäern schon, doch treten selbst zu Beginn
der Mittelfrist Unterschiede zu Tage. GFS dehnt den Einfluss der feuchteren, zu Gewittern
neigenden Luft am stärksten nordwärts, teils bis ins norddeutsche Küstengebiet aus. Im
Gegensatz zu den Europäern erfolgt auch keine Südverlagerung der Hochdruckzone, sie
verbleibt nördlich unseres Bereichs, was auch im weiteren Verlauf der nächsten Woche eine
erhöhte Schauer- und Gewitterbereitschaft bis hinein nach Norddeutschland bedeuten würde.
GME präsentiert eine Außenseiterlösung. Mit einem Trog über der Nordsee, auf dessen
Vorderseite am Mittwoch eine Kaltfront von Nordwesten her auf Deutschland übergreift, wird
eine zyklonale West- bis Nordwestlage eingeläutet. Diese Großwetterlage ist mittelfristig
sonst in keinem Modell zu finden.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die vom Hauptlauf entworfene Entwicklung wird vom Kontrolllauf und den Ensembles gestützt,
wobei sich die Kurven des operationellen Laufs und des Kontrolllaufs sehr gut in den
wahrscheinlichsten Bereich der Ensembles in der Rauchfahne für Offenbach einfügen. Nur der
abtropfende Trog in der erweiterten Mittelfrist scheint eine Eigenart der höherauflösenden
Läufe zu sein, die Ensembles zeigen dies nicht!
In der Clusterung im Zeitraum bis +168h werden nur Cluster gebildet, die weiterhin eine
Blockierungslage in der nächsten Woche zeigen. Die Unterschiede liegen somit im Detail.
Der operationelle Lauf liegt im recht kleinen Cluster 3 (11 Members), wobei der größte
Cluster 1 (20 Members) den Keil kräftiger, aber auch etwas weiter im Norden zeigt und
damit in Richtung GFS Lösung tendiert.
In der erweiterten Mittelfrist streuen die Lösungen deutlich stärker; es deuten sich aber
(nach Cluster 1+2, insgesamt 26 Members) mit einem Trogvorstoß von Skandinavien nach
Osteuropa niedrigere Temperaturen und zumindest leicht wechselhaftes Wetter in Richtung
Nordosten an, während dies nach Westen zu nur in abgeschwächter Form bemerkbar werden
dürfte.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Zunächst treten im Süden kräftige Regenfälle und Gewitter auf, teilweise muss mit Stark-
und Dauerregenwarnungen bis in den Unwetterbereich operiert werden. Zur Wochenmitte nimmt
zum Einen die Wahrscheinlichkeit dafür ab, zum Anderen wird der Bereich mit Niederschlägen
nach Südosten zurückgedrängt. EFI deutet für das Wochenende die Möglichkeit von extremem
Niederschlag im Vergleich zum Modellklima über Süddeutschland an.
Cosmo Leps zeigt Signale für mehr als 35mm/6h am Sonntag und Montag über dem Süden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MosMix, ECM, ECM EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner