DWD -> Regionenwetter - Baden-Württemberg -

VHDL16 DWSG 231000
Regionenwetter-aktuell für Baden-Württemberg

ausgegeben von der Regionalen Wetterberatung Stuttgart
am Donnerstag, 23.11.2017, 11:30 Uhr

Sonne und Wolken und sehr mild. Im Bergland windig, auf
Schwarzwaldgipfeln Sturmböen. Kommende Nacht weiterhin windig.

Vorhersage für Baden-Württemberg:
Heute Mittag scheint verbreitet die Sonne. Im Tagesverlauf nehmen die
Wolken von Westen her zu. Es bleibt aber meist trocken. Die
Temperaturen reichen von 11 Grad in Oberschwaben bis zu sehr milden
19 Grad im Breisgau. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südwest und
frischt tagsüber teils stark böig auf, im höheren Schwarzwald treten
verbreitet starke bis stürmische Böen, in Gipfellagen Sturmböen auf.

In der Nacht zum Freitag ist es anfangs oft gering bewölkt. Im Laufe
der Nacht ziehen vor allem im Westen und Norden zeitweise
Wolkenfelder durch und im Norden können ausgangs der Nacht erste
Tropfen fallen. Insgesamt ist die Nebelneigung gering, nur im Süden
kann sich ganz vereinzelt Nebel bilden. Die Luft kühlt auf 9 bis 0
Grad ab. Im Hochschwarzwald kommt es zu starken bis stürmischen Böen,
exponiert auch zu Sturmböen.

Am Freitag nehmen die Wolken von Westen her zu. Nebelfelder im Süden
lösen sich am Vormittag auf. Gegen Mittag setzt von Westen Regen ein,
der sich im Tagesverlauf bis in den Osten ausbreitet. Gebiete
Oberschwabens können tagsüber noch trocken bleiben. Die Höchstwerte
liegen zwischen 10 Grad bei längerem Nebel im Süden und 18 Grad im
Breisgau. Der schwache bis mäßige Südwestwind frischt zeitweise stark
böig auf. Auf Schwarzwaldgipfeln muss mit stürmischen Böen, am
Feldberg auch mit Sturmböen gerechnet werden.

In der Nacht zum Samstag überwiegen die Wolken, verbreitet regnet es,
im Schwarzwald auch kräftig. Die Tiefstwerte liegen zwischen 9 und 3
Grad. Auf Schwarzwaldgipfeln kann es weiterhin zu starken bis
stürmische Böen, am Feldberg zu Sturmböen kommen.

Am Samstag ist es bedeckt und verbreitet fällt mäßiger, im
Schwarzwald teils kräftiger Regen. Zum Abend lassen die Niederschläge
nach, es kommt zu einzelnen Schauern, die im Bergland dann zunehmend
auch als Schnee fallen. Die Temperatur erreicht Werte zwischen 6 Grad
im Schwarzwald und 11 Grad im Breisgau. Der Wind weht schwach bis
mäßig, in Böen teils stark, im Schwarzwald stark bis stürmisch aus
südwestlichen Richtungen.

In der Nacht zum Sonntag ist es weiter stark bewölkt, zeitweise fällt
noch etwas Regen, im Bergland Schnee. Dort muss örtlich mit Glätte
gerechnet werden. Die Temperatur geht auf +2 Grad am Rhein und -3
Grad im Bergland zurück. Der Südwestliche Wind weht in den Hochlagen
des Schwarzwaldes teils stark bis stürmisch.

Am Sonntag ist es stark bewölkt. Dabei kommt es zeitweise zu
Schauern, die im Bergland und zum Teil auch bis in tiefe Lagen als
Schnee fallen. Im höheren Bergland muss streckenweise mit
entsprechender Glätte gerechnet werden. Die Temperatur steigt auf -1
Grad im Bergland und 7 Grad entlang des Rheins. Der Wind weht schwach
bis mäßig, in Böen auch stark aus westlichen Richtungen.

In der Nacht zum Montag ist es stark bewölkt oder bedeckt. Die
Schneeschauer klingen weitgehend ab. Örtlich muss mit Schneeglätte
gerechnet werden. Die Tiefstwerte liegen zwischen +2 Grad im
Kraichgau und -4 im Bergland. Der Wind bläst weiterhin stark böig aus
südwestlicher Richtung, in Gipfellagen stark bis stürmisch.

Deutschlandübersicht:
Offenbach, Donnerstag, den 23.11.2017, 11:30 Uhr -
"Derzeit kann in weiten Teilen des Landes bei zeitweiligem
Sonnenschein und sehr milden bis warmen Temperaturen der sogenannte
Martinssommer genossen werden. Verantwortlich für die frühlingshafte
bis sommerliche Witterungsperiode ist die Luftdruckverteilung über
dem Atlantik und Europa.

Während sich von den Azoren über die Britischen Inseln hinweg bis
nach Skandinavien um die Tiefs "Sebastian" und "Reinhard" herum ein
Tiefdruckkomplex breit gemacht hat, der vor allem zwischen
Großbritannien und der norwegischen See im Bereich des Zweitgenannten
sehr intensiv daherkommt, dominiert von der Iberischen Halbinsel über
Italien hinweg bis zum Schwarzen Meer hoher Luftdruck. Von diesem
profitiert auch der Südosten Deutschlands etwas. Der Norden und
Nordwesten liegen dagegen eher im Einflussbereich atlantischer
Tiefausläufer. Grundsätzlich konnte sich zwischen den beiden
Luftdruckgegensätzen jedoch eine kräftige südwestliche bis westliche
Strömung ausbilden, die schließlich subtropische Luft aus dem
Meeresgebiet zwischen den Azoren und den Kanaren sowie der Iberischen
Halbinsel anzapfte und bis nach Nordeuropa transportierte.

Schon am gestrigen Dienstag schnupperten die Temperaturhöchstwerte im
Novembervergleich ungewöhnliche Höhenluft. So wurden im Südwesten des
Landes Temperaturmaxima zwischen 12 und 18 Grad erreicht. Den
Spitzenwert lieferte schließlich Müllheim (BW) am Oberrhein mit 18,1
Grad. Gefolgt von Freiburg mit 17, 8 Grad und Metzingen mit 17, 5
Grad. In Bezug zu den 3,7 Grad im vieljährigen Mittel für
Baden-Württemberg kommt bei den beschriebenen Höchstwerten des
gestrigen Tages durchaus ein "Sommerfeeling" auf.

Doch der Höhepunkt wird sogar erst am heutigen Donnerstag erwartet.
Vor allem im Südwesten sind Temperaturmaxima örtlich bis 20 Grad
möglich. Regional sind entsprechend neue Novemberrekorde bzw.
Dekadenrekorde in Sicht. Dennoch können vor allem bei sogenannten
Föhnwetterlagen vor allem im Süden immer mal wieder Temperaturen
knapp über 20 Grad erreicht werden. So auch im letzten Jahr, als am
22. November im Alpenvorland mit Föhnunterstützung bis 22 Grad
gemessen wurden.

Die sehr milde bis warme Luft wird uns auch am morgigen Freitag noch
erhalten bleiben. Jedoch macht sich von Nordwesten durch ein
Regenband allmählich schon der Wetterumschwung bemerkbar. Zunehmend
sickert dabei deutlich kühlere Luft von der Nordsee her ein.

Die Wetterlage stellt sich von einer Südwest- auf eine Nordwestlage
um. Der Tiefdruckwirbel um Tief "Reinhard" bleibt zwar über
Skandinavien liegen, allerdings kann sich über Westeuropa und dem
Ostatlantik ein Hochdruckgebiet ausweiten. Nachfolgend strömt polare
Luft vom Nordmeer über die Nordsee nach Deutschland, sodass die
Temperaturen zu einem Sinkflug ansetzen. Am Sonntag sollen die
Höchsttemperaturen schon nur noch zwischen 2 und 8 Grad liegen, bei
denen die Niederschläge bis in mittlere Höhenlagen zunehmend wieder
in die feste weiße Phase übergehen.

Der "Martinssommer" hält sich dieses Jahr also an die Bauernregeln,
in denen der Volksmund meint, dass "St. Martins Sommer nicht lange
währt." "

Das erklärt Dipl.-Met. Lars Kirchhübel von der
Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in
Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.


Hinweis:
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Die Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD ist rund um die Uhr
telefonisch erreichbar unter Tel.: 069/8062-3333

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