SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 25.04.2015 um 10.30 UTC



Wechselhaft mit zeitweiligen Regenfällen, vereinzelten Gewittern, bei kühlen
Temperaturen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 02.05.2015


Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums, am Dienstag, befindet sich
Deutschland im Bereich eines west- und mitteleuropäischen Troges, während über
Osteuropa und Russland sich ein ausgedehnter Höhenrücken befindet. Im
Bodendruckfeld schiebt sich von Frankreich her ein flacher Bodenkeil nach
Deutschland vor, während sich vom Balkan über Polen bis nach Finnland eine
Tiefdruckrinne mit eingelagertem Frontenzug erstreckt. Dort sind kräftige und
teils langanhaltende Regenfälle zu erwarten und auch im Südosten Deutschlands
sind anfangs noch stärkere Regenfälle, mit eingelagerten Gewittern nicht
auszuschließen. In den übrigen Landesteilen bringt die eingeflossene kühle
Meeresluft (T850 rund -2 Grad) lediglich einzelne, teils auch noch gewittrige
Schauer.

Am Mittwoch bringt ein flacher Hochkeil mit einem dazugehörigen Bodenhoch über
Tschechien und Ostdeutschland eine gewisse Wetterberuhigung. Im Nordwesten kommt
es dabei im Tagesverlauf noch mancherorts zu Schauern. Sonst sind kaum noch
Schauer zu erwarten. Bei wechselnder Bewölkung kommt gelegentlich auch die Sonne
durch. Die 850-hPa Temperaturen steigen vorübergehend auf Werte um +1 Grad an.

Am Donnerstag greift von den Britischen Inseln her kommend ein sich
verstärkender Randtrog auf Deutschland über. Das dazugehörende Bodentief zieht
unter Verstärkung von der westlichen Nordsee zur Deutschen Bucht. Dabei sind vor
allem im Nordwesten sowie in Alpennähe kräftige Regenfälle zu erwarten. Auch
kann es im Westen zu starken bis stürmischen Böen kommen, in exponierten Lagen
auch zu Sturmböen.

Am Freitag und Samstag verlagert sich der mittlerweile langwellige Trog mit
seiner Achse nach Polen. Über Deutschland bleibt die Frontalzone mit einer
westlichen, teils auch nordwestlichen Höhenströmung erhalten. Das Botentief
zieht unter ganz allmählicher Auffüllung von der Deutschen Bucht über die Ostsee
zum Baltikum. Dabei setzt sich von Westen und Nordwesten her erneut kühle
Meeresluft durch (T850 rund -2). Es muss daher immer mal wieder mit teils
gewittrigen Schauern gerechnet werden.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des ECMWF ist zunächst gut. Die Umstellung auf eine
Westwetterlage wird nach wie vor simuliert. Allerdings treten ab Donnerstag
bzgl. Phase und Amplitude des von den Britischen Inseln kommenden Randtroges
teils größere Unterschiede auf. Dieser sollte gestern ins östliche Mittelmeer
abtropfen. Heute wird eine lineare Verlagerung nach Osteuropa simuliert.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Auch die anderen globalen Modelle simulieren eine Umstellung auf eine
Westwetterlage. Anfangs stimmen Amplitude und Phase recht gut überein. Am Ende
des eigentlichen mittelfristigen Vorhersagezeitraums treten aber insbesondere
bei ECMWF und ICON teils eklatante Unterschiede auf. ICON lässt von Süden her
einen Keil nach Süddeutschland aufwölben. Nach ECMWF verbleiben wir an der
Westflanke eines langwelligen Troges, dessen Achse von Finnland nach Polen
gerichtet ist.
Da auch GFS eher der Version des ECMWF ähnelt, wird die ICON Variante zunächst
mal verworfen und eher auf die Ergebnisse des ECMWF-MOS gesetzt.
Von daher sollte man die MOS-MIX Ergebnisse nicht als Guidance verwenden und
eher der ECMWF-MOS Variante vertrauen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Der Temperaturverlauf der Rauchfahne von Offenbach zeigt zu Beginn der Woche
einen markanten Rückgang. Nachfolgend verharrt die Temperatur auf dem
niedrigeren Niveau. Der Spread ist insgesamt gering. Ähnlich ist der Verlauf des
Geopotentials in 500 hpa. Dieses erreicht am Dienstag sein Minimum, wobei
nachfolgend kein wesentlicher Anstieg zu erkennen ist. Der Spread wird zwar ab
Dienstag größer, häufige Niederschlagssignale sprechen aber für ein zyklonal
geprägtes Wetter und somit für das beschriebene Szenario.
Der meist geringe Spread zeigt sich auch in der Clusterung des EZMW, welches für
die Zeiträume 72 bis 96 Stunden und 120 bis 168 Stunden jeweils ein Cluster
aufweist. Auch in der erweiterten Mittelfrist gibt es nur einen Cluster, wobei
sich die Westwetterlage dadurch manifestiert.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Mit Durchzug der Kaltfront am Montag und Dienstag sind präfrontal markante
Gewitter in Verbindung mit Starkregen und Sturmböen wahrscheinlich. Die
Hagelgefahr ist aufgrund der niedrigen CAPE-Werte gering.
Am Dienstag ist im Südosten und insbesondere am Alpenrand markanter Dauerregen
nicht ausgeschlossen. Die Niederschlagsentwicklung von Donnerstag bis Samstag
ist weiterhin noch unsicher. Voraussichtlich kommt es zu weiteren teils auch
kräftigen Niederschlagsereignissen.
EFI zeigt am Montag über dem Osten und Süden Deutschlands erhöhte Signifikanzen
bezüglich des Niederschlags, am Dienstag noch über dem Südosten. Vereinzelt
werden Montag und Dienstag im Süden auch erhöhte Signifikanzen für Wind- bzw.
Sturmböen simuliert.
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Basis für Mittelfristvorhersage
ECMWF-EPS, ECMWF-MOS, operationelle Modelle
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Stefan Külzer

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