SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 24.04.2015 um 10.30 UTC



Kaltfrontpassage zu Beginn der Woche leitet wechselhaften und kühlen
Witterungsabschnitt ein.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 01.05.2015


Zu Beginn der neuen Woche am Montag befindet sich Deutschland zunächst noch auf
der Vorderseite eines Troges über Westeuropa. Am Boden erstreckt sich von
Skandinavien über Deutschland hinweg bis in das westliche Mittelmeer eine Zone
tiefen Luftdrucks. Darin eingebettet ist eine Frontalzone, die am Montagabend
diagonal von Südwest nach Nordost über Deutschland verläuft. Postfrontal fließt
deutlich kühlere Luft ein, die in 850 hPa Temperaturen um minus drei Grad
aufweist. Präfrontal kommt es in der noch warmen und labilen Luftmasse zu teils
kräftigen Gewittern.

Am Dienstag hat sich die Tiefdruckrinne ostwärts verlagert. Der Osten und
Südosten Deutschlands liegt zunächst noch in dessen Einflussbereich, so dass es
dort gebietsweise noch längere Zeit regnen kann. In den weiteren Teilen
Deutschlands sorgt Zwischenhocheinfluss für eine Wetterberuhigung. Die kältere
Luft hat mittlerweile ganz Deutschland geflutet.

Am Mittwoch kommen Höhentrog und höhenkälteste Luft weiter nach Deutschland
voran. Am Boden dominiert zunächst noch hoher Luftdruck. Dennoch ist im
Tagesverlauf mit der Entwicklung einzelner Schauer zu rechnen.

Am Donnerstag schwenkt ein Randtrog Richtung Westeuropa und tropft schließlich
am Freitag Richtung westliches Mittelmeer ab. Das korrespondierende Bodentief
zieht am Donnerstag und Freitag von Frankreich kommend über Deutschland und
Italien hinweg und befindet sich am Freitagmittag mit seinem Kern über der
nördlichen Adria. In Verbindung mit dem Tief kommt es hierzulande gebietsweise
zu skaligen Regenfällen, wobei diese am Freitag insbesondere am Alpenrand durch
Staueffekte länger anhaltend und kräftiger ausfallen können.
Zwar kommt es auf der Vorderseite des Tiefs vorübergehend zur Zufuhr etwas
wärmerer Luftmassen in den Süden und die Mitte Deutschlands (850 hPa
Temperaturen um zwei Grad), die kühle Witterung bleibt aber insgesamt erhalten
und setzt sich auch in der erweiterten Mittelfrist fort.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Umstellung der Wetterlage hin zu einem wechselhafteren und kühleren
Witterungsabschnitt wird auch von dem neuesten Lauf des EZMW prognostiziert.
Insofern kann die Konsistenz als gut bezeichnet werden.
Gegen Ende des Vorhersagezeitraums zeigen die jüngsten Läufe des EZWM
Unterschiede bezüglich der Phase und Amplitude des Randtroges über West- bzw.
Mitteleuropa. Somit ist die genaue Niederschlagsentwicklung bezüglich der
räumlichen Ausdehnung und der Intensität noch unsicher.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die Umstellung der Wetterlage wird auch von den anderen Globalmodellen
prognostiziert, wobei es noch geringe zeitliche Unterschiede bezüglich der
Frontpassage am Montag und Dienstag gibt.
Deutlich markanter werden die Modellunterschiede bezüglich des Randtroges
beziehungsweise des Bodentiefs am Donnerstag und Freitag. Nach ICON sind
Höhentrog und Bodentief am schwächsten ausgeprägt. Bei GFS ist der Trog am
markantesten, allerdings befindet sich der Kern des Bodentiefs in der Nacht zum
Freitag über der südlichen und mittleren Nordsee. Bei EZMW liegt dieser über
Süddeutschland bzw. Norditalien. Die Fortsetzung des zyklonal geprägten Wetters
scheint also sicher, die genaue Niederschlagsentwicklung hingegen bleibt noch
abzuwarten.
Die Unsicherheiten diesbezüglich werden durch das Kanadische Modell nicht
minimiert. Die Höhenströmung ist deutlich zonaler ausgeprägt (Westwetterlage),
so dass auch der Randtrog eine kleinere Amplitude aufweist. Am Boden befindet
sich über der Nordsee ein Sturmtief.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Der Temperaturverlauf der Rauchfahne von Offenbach zeigt zu Beginn der Woche
einen markanten Rückgang. Nachfolgend verharrt die Temperatur auf dem
niedrigeren Niveau. Der Spread ist insgesamt gering. Ähnlich ist der Verlauf des
Geopotentials in 500 hpa. Dieses erreicht am Dienstag sein Minimum, wobei
nachfolgend kein wesentlicher Anstieg zu erkennen ist. Der Spread wird zwar ab
Dienstag größer, häufige Niederschlagssignale sprechen aber für ein zyklonal
geprägtes Wetter und somit für das beschriebene Szenario.
Der meist geringe Spread zeigt sich auch in der Clusterung des EZMW, welches für
die Zeiträume 72 bis 96 Stunden und 120 bis 168 Stunden jeweils ein Cluster
aufweist. In der erweiterten Mittelfrist gibt es drei Cluster, wobei sich bei
allen gemeinsam ein allmählicher Übergang hin zu einer Westwetterlage andeutet.

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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Mit Durchzug der Kaltfront am Montag und Dienstag sind präfrontal markante
Gewitter in Verbindung mit Starkregen und Sturmböen wahrscheinlich. Die
Hagelgefahr ist aufgrund der niedrigen CAPE-Werte gering.
Am Dienstag ist insbesondere am östlichen Alpenrand markanter Dauerregen nicht
ausgeschlossen. Die Niederschlagsentwicklung am Freitag ist noch unsicher.
EFI zeigt am Montag über dem Osten und Süden Deutschlands erhöhte Signifikanzen
bezüglich des Niederschlags, vereinzelt auch bezüglich Windböen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, EZMW-EPS, operationelle Modelle
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Johanna Anger

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