SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 240800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 24.04.2015 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
SWz
Zunächst warnfrei, ab Samstagabend von Westen her Gefahr von Gewittern mit
Starkregen und Sturmböen

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
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Freitag... Ausgehend von einem Höhentief über dem östlichen Atlantik nähert sich
im Tagesverlauf von Westen her ein Höhentief der Iberischen Halbinsel.
Vorderseitig liegt bei uns noch ein Höhenrücken, der sich im weiteren Verlauf
des Tages weiter abflacht und dessen Achse sich ostwärts verlagert. Damit stellt
sich bei uns eine vorerst noch antizyklonal geprägte Strömung ein und im
Tagesverlauf gelangt etwas feuchtere und weiterhin milde Luft in den Westen
Deutschlands. In der kommenden Nacht erreicht uns von Nordwesten und Westen die
weitgehend okkludierte Front eines Tiefs über England und liegt morgen früh über
dem Westen und Norden.

Nach Auflösung örtlicher Nebelfelder ist es damit heute bei uns meist freundlich
und warnfrei bei milden bis sehr milden Temperaturen von 18 bis 23 Grad.
Lediglich an der Küste wird bei auflandigem Wind lediglich 13 bis 15 Grad
erreicht.

Am Abend und in der kommenden Nacht ziehen von Westen her mit der Front Wolken
auf und im Westen und Norden kann es etwas Regen geben. Die Mengen liegen nach
allen Modellen im Bereich 2 bis maximal 5mm/12h. Weiterhin nimmt der West- bis
Südwestwind zu und auf den Gipfeln der Mittelgebirge können starke, vereinzelt
auch stürmische Böen geben. Die Nacht bleibt teilweise recht mild und auch im
Süddeutschland frostfrei. Lediglich in den Hochtälern der Alpen ist leichter
Frost möglich.


Samstag... verlagert sich der Höhenhochkeil ostwärts und die Strömung bei uns
steilt weiter auf. Die westsüdwestliche Strömung ist dabei leicht zyklonal
konturiert. In der Folge wird feuchte Luft in den Westen und in die Mitte
geführt. In den tieferen Schichten hält sich zunächst noch trockene Luft. Zudem
sorgt an den Alpen leichter Föhneifluss noch für Austrocknung. Im Bodendruckfeld
greift die weitgehend okkludierte Front des mittlerweile nach Südnorwegen
gezogenen Bodentiefs vom Westen auf die Mitte über. Im Bereich der Front gibt es
wiederholt Regen, teilweise auch schauerartig verstärkt. Größere Mengen sind in
der Fläche allerdings nicht zu erwarten. Lediglich die deutsche Modellkette und
hier vor allem ICON geben für den Schwarzwald und die Eifel Signale für über
10mm Niederschlag in 12h. Signifikanter ist allerdings die Windzunahme aufgrund
der Verschärfung des Gradienten zum oben erwähnten Tief. In den Gipfellagen der
Mittelgebirge kann es starke bis stürmische Böen geben. Auch fließt hinter der
Kaltfront etwas kühlere Luft von Nordwesten und Westen her ein. Daher liegen die
Tageshöchsttemperaturen in der Westhälfte meist unter 20 Grad. Im Osten und
Südosten werden bei teilweise längerem Sonnenschein noch Werte über 20 Grad
erreicht.

In der Nacht zu Sonntag sorgen Reste der Okklusion noch für Regen in der Mitte
und im Osten. Von Norden her nähert sich die Kaltfront des Tiefs vor der
norwegischen Küste und greift auf den Norden über. Hierbei simuliert vor allem
C-EU im Westen kräftigere Niederschläge, teilweise auch schauerartig verstärkt,
bis nahe an die Warnschwelle von 25mm/12h. Die anderen Modelle einschließlich
ICON folgen dieser Lösung allerdings nicht und simulieren die
Hauptniederschlagsgebiete im Süden und Osten mit maximal 10mm/12h. Die
Regenfälle sind meist skaliger Natur. Nennenswerte Labilität ist vor allem im
Westen und Südwesten zu erwarten. Der Wind lässt im Laufe der Nacht nach.


Sonntag... verstärkt sich das Tief vor der norwegischen Küste weiter und zieht
in Richtung Nordmeer. Seine zweite Front erreicht wellend den Norden und
rückseitig davon wird deutlich kühlere Luft in den Norden geführt. Im Südwesten
schwenkt der Trog in Richtung Spanien und in der Folge verstärkt sich die
südwestliche, von Trog-Keil-Strukturen geprägte Strömung. Die Randtröge
intensivieren die Wetteraktivität an der Front. Davon betroffen ist vor allem
der westliche Mittelgebirgsraum. Hier sind aufgrund der Labilität die Regenfälle
schauerartig verstärkt. Auch Gewitter kann es geben. Südlich der Front herrscht
noch die feuchtwarme Luft mit PPW Werten von teilweise über 25mm vor. Hinzu
kommt vor allem in der zweiten Tageshälfte die dynamische Hebung durch die
Randtröge und eine zunehmende Scherung. Die CAPE Werte halten sich mit bis
250J/kg allerdings in Grenzen. So werden die entstehenden Gewitter aufgrund der
vorherrschenden Frühjahrsluftmasse meist im Ockerbereich liegen. Die
unwetterträchtige PPWs sind aufgrund der deutlichen Zuggeschwindigkeiten
wahrscheinlich nicht so gefährlich. Eine weitere Begleiterscheinung bei den
Gewittern stellt der Wind dar. Hier simuliert vor allem GFS im Westen in 850hPa
Wind bis 40kt, was auf das Auftreten von Sturmböen hindeutet. Allerdings liegen
die anderen Modelle bei ihren Prognosen deutlich darunter.
Die Temperaturen liegen am Sonntag im Norden bei 15 bis 19 Grad, im Süden bei
bis zu 22 Grad. Vor allem im Südosten lässt sich zeitweise auch die Sonne sehen.


In der Nacht zum Montag gibt es nach der deutschen Modellkette vor allem im
Westen und Süden, im Bereich einer Tiefdruckrinne, Signale für kräftigen
Niederschlag, teilweise über 20mm/6h. Die anderen Modelle bestätigen das nicht.
Auch bei den Ensembles gibt es nur sehr schwache Signale für über 25mm/12h
Niederschlag. Weiterhin muss auf den Bergen Süddeutschlands anfangs mit
stürmischen Böen in Gipfellagen gerechnet werden. Auch an der Küste frischt der
Nordwind auf. Mehr als starke Windböen sind allerdings nicht zu erwarten.

Modellvergleich und -einschätzung
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Die externen Modelle zeigen keine grundsätzlich anderen Lösungen. Auf die
Unterschiede wurde bereits im Text eingegangen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Rolf Ullrich

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