SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 251800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 25.04.2015 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Am Sonntag Gefahr von Gewittern mit Starkregen. In der Nacht zu Montag im Westen
und Norden und in der Nacht zu Dienstag am Alpenrand teils skaliger
Stark/Dauerregen möglich. Am Montag von Nordwesten her markante Abkühlung.


Synoptische Entwicklung bis Dienstag 12 UTC
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Aktuell ... stellt sich die Strömung bei uns auf eine südwestliche bis westliche
Richtung ein. Im Bodendruckfeld verläuft von dem östlichen Nordatlantik bis nach
Norwegen eine Tiefdruckrinne, deren Passage in den nächsten Tagen das Wetter bei
uns beeinflusst. Auf seiner Vorderseite wird sehr milde und feuchte Luft zu uns
geführt. Im thermischen Feld zeigt sich eine pseudofrontale Struktur die vor
allem den Norden beeinflusst und dort für schauerartigen Regen und teilweise
auch kurze Gewitter sorgt. Die Struktur wandert bis zum Abend nach Osten ab.
In der kommenden Nacht gibt es in der Westhälfte zunächst einmal
Wetterberuhigung, ehe in der 2. Nachthälfte ein, an einen vor allem in 300hPa
erkennbaren Randtrog gekoppeltes Niederschlagsgebiet den Westen erreicht. Dies
sorgt für schauerartige Niederschläge die von Benelux auf NRW und das
südwestliche Niedersachsen übergreifen. Auch ein paar Gewitter sind darin
eingelagert. Die Modelle simulieren dabei in der Westhälfte meist nur 2 bis 5,
vereinzelt auch 5 bis 10mm Niederschlag in 12 Stunden. Vor allem C-EU hat seine
Prognose im Vergleich zum Vorlauf stark zurück genommen. Auch die Ensembles
geben keine Hinweise auf möglichen Stark- oder Dauerregen.


Sonntag ... verlagert sich ein, in die Tiefdruckrinne, die sich von West- bis
nach Nordeuropa erstreckt, eingelagertes Randtief von der Biskaya in unseren
Westen. Auf seiner Vorderseite erfasst ein neuerlicher Warmluftschub vor allem
die Südosthälfte. In die Warmluftrinne ist ein Frontensystem eingelagert,
welches sich morgen Mittag von Nordfrankreich über die Mitte und den Osten
Deutschlands erstreckt. Sie trennt kühlere Luft im Norden von feuchter und
milderer Luft im Süden. Dort nimmt im Tagesverlauf die Feuchtinstabilität etwas
zu. Der CAPE steigt auf Werte um 300, die PPWs liegen im Bereich der Front und
südlich davon bei 23 bis 27mm und in Verbindung mit dynamischer Hebung ist dort
die Gewitterbereitschaft deutlich höher als heute. Die Konvektion erscheint
hauptsächlich entlang der nach Südosten verlagernden Tiefdruckrinne zu
verlaufen. Hinweise auf eine mögliche vorlaufende Gewitterlinie finden sich
momentan nicht. Die Modelle geben bis zum Abend vor allem in Norden Signale für
Starkregen, hiervon betroffen vor allem Niedersachsen. Die Ensembles geben
allerdings keine Hinweise auf mögliche signifikante Niederschlagsereignisse.
Hinter der Kaltfront sorgt KLA von Nordwesten her für eine Stabilisierung der
Schichtung.

Am Abend und in der Nacht zum Montag gibt es vor allem im Westen und in der
Mitte weitere, zum Teil recht kräftige Niederschläge. Sie sind im Süden meist
konvektiv verstärkt, nach Nordwesten zu meist skaliger Natur. Hier wirkt sich im
Westen und Norden die starke Scherung auf der Rückseite der Tiefdruckrinne mit
Aufgleiten aus. Die Modelle simulieren dort die höchsten Mengen, zum Beispiel
von ICON und C-EU mit über 25mm/12h auch Hinweise auf möglichen Stark- oder
Dauerregen. Davon betroffen sind insbesondere die Eifel sowie das
Rothaargebirge. Auch bei den Ensembles gibt es schwache Signale für ein
mögliches signifikantes Niederschlagsereignis.
An der Front frischt zudem der Südwest-, später dann Nordwind auf. Warnschwellen
werden aller Voraussicht nach aber nur in den höheren Lagen des Berglandes
überschritten.


Montag ... verlagert sich das in der Rinne eingelagerte Bodentief rasch in
Richtung Nordosten. Die gesamte Rinne verlagert sich in der zweiten Tageshälfte
zügig in Richtung Osten und Südosten. Davor wird in den Osten noch teils
instabile Warmluft geführt und auf der Vorderseite der Rinne können wieder
Schauer und Gewitter auftreten. Wie auch am Vortrag sind die Gewitter wiederum
mit Starkregen verbunden. Auf der Rückseite der Rinne dominiert aufgrund von
Aufgleitvorgängen dagegen wieder skaliger Niederschlags.
Rückseitig der Rinne geht die Temperatur doch deutlich zurück und es stellt sich
ein kräftiger Temperaturgradient zwischen Westen und Osten ein. Die
Höchsttemperaturen im Nordwesten erreichen noch 11 Grad. Dagegen steigen sie
vorderseitig der Rinne im Osten nochmals auf 21 bis 23 Grad an.

In der zweiten Tageshälfte und in der Nacht zu Montag kommt in Verbindung mit
einer sich von Westen nähernden Trogspitze und dem damit verbundenen
Hebungsantrieb, im Bereich von Süddeutschland zu kräftigem Aufgleiten. Hier
geben alle Modelle in der Nacht Signale für ein Stark/Dauerregenereignis.
Besonders betroffen dabei vor allem der Bodensee- und Alpenraum. Anfangs gibt es
hier auch noch Gewitter, verbunden mit Starkregen und Sturmböen.
Weiterhin kommt es an der Trogspitze im Bereich des Löwengolfs zu einem Cut-Off.

Im übrigen Land bleibt es in der Nacht trocken und teilweise lockert es auf.
Dann kann es vor allem in Mittelgebirgslagen zu Bodenfrost kommen.


Dienstag ... greift der nördliche Teil des Troges von Westen her auf uns über
und seine Achse überquert uns im Tagesverlauf von Südwest nach Nordost. Dahinter
stellt sich eine Westströmung ein, in der Trog- und Keilstrukturen eingelagert
sind.

Im Bodendruckfeld steigt rückseitig der durchschwenkenden Trogachse der Druck an
und es bildet einen flachen Keil des ostatlantischen Hochs aus.
Der Trog sorgt vor allem im Osten noch für weitere Regenfälle, nach Westen zu
lassen die Wolken nach und es kommt nach Westen zu mehr und mehr zu
Aufheiterungen. Im Südosten ist anfangs noch der Wind ein Thema. Vor allem auf
den exponierten Gipfel der Alpen sowie der östlichen Mittelgebirge kann es
nochmals stürmische Böen oder Sturmböen geben. Diese lassen aber im Tagesverlauf
mit dem Abzug der Tiefdruckrinne nach. In der zweiten Tageshälfte rückt der Wind
an der Nordseeküste wieder in den Fokus mit Westwindböen der Stärke 6 bis 7.
Schuld daran ist der zunehmende Gradient auf der Vorderseite eines Tiefs
westlich der Britischen Inseln.
Nach Abzug der Rinne ist Deutschland komplett im Bereich von maritimer Polarluft
und die Tageshöchstwerte liegen überall nur noch bei 9 bis 13 Grad.



Modellvergleich und -einschätzung
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Insgesamt simulieren die Modelle einen ähnlichen Ablauf. Unsicherheiten gibt es
vor allem noch beim Ablauf und der Geschwindigkeit der Passage der
Tiefdruckrinne am Montag.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Rolf Ullrich

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