SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 251800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 25.10.2014 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Meist ruhiges Herbstwetter
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 12 UTC
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Aktuell ... sind die markantesten Geopotentialgebilde im 500-hPa-Niveau (auf
Europa bezogen) ein kräftiger Langwellentrog über dem Nordatlantik sowie ein
abgetropftes Höhentief über dem östlichen Mittelmeer. Innerhalb der Struktur des
Langwellentroges lässt sich ein kurzwelliger Anteil über Norddeutschland
ausmachen, der sich in östlicher Richtung verlagert. Dieser steht im
Zusammenhang mit einem Frontensystem, welches zu einem Tief südöstlich von
Island gehört. Dieses wiederum korrespondiert mit dem besagten nordatlantischen
Langwellentrog. Das Frontensystem selbst überquert, im nördlichen Teil schon
okkludiert, Deutschland aktuell von Ost nach West. Dabei ist die Warmfront
aktuell schon in der Nähe der polnischen Grenze zu finden, während die Kaltfront
etwa über der Mitte Deutschlands liegt. Die Wetterwirksamkeit der Front ist
dabei hauptsächlich durch die dichte Bewölkung geprägt. Weder lässt sie sich
deutlich im Temperaturfeld erkennen, noch sind mit ihr nennenswerte
Niederschläge verbunden. In dieser Hinsicht sind sich alle Modelle einig, Mengen
in 2-stelliger Höhe haben selbst die niederschlagsaffinen deutschen Modelle in
den relevanten 12-Stunden-Intervallen nicht auf der Agenda. Rückseitig der Front
schiebt sich von der Biskaya bzw. Südfrankreich ein schwacher Höhenrücken in
Richtung Mitteleuropa, der bis zum Morgen etwa die Seine erreicht. Im
300-hPa-Niveau schiebt sich dieser schon bis nach Ostdeutschland, wo er
Anstalten macht, sich mit einem weiteren Rücken, der sich vom Schwarzen Meer
nach Norden erstreckt, zu verbinden. Dabei erklärt die die besagte
Geopotentialsituation zum Teil auch die schwachen Niederschläge an der Front.
Wie dem auch sei: Sicher ist, dass es Rückseitig der Front von Nordwesten her
teilweise Aufklart, was dort eine erhöhte Nebelgefahr vermuten lässt. Ebenfalls
nebelträchtig ist der Südwesten, wobei hier neben der etwas geringeren
"klassischen" Nebelgefahr in tieferen Lagen auch noch die durch aufliegende
Wolken hinzukommt. Eine Frostgefahr besteht allenfalls lokal in den Hochlagen
Ost- und Südbayerns, ansonsten bleibt es unter meist dichten Wolken frostfrei.
Sonntag ... kräftigt sich der Höhenrücken, der von Frankreich in den Westen
Deutschlands hereinragt, weiter. Im 500-hPa-Niveau reicht die 576 gpdm-Isohypse
bis etwa zur Oder, im 300-hPa-Niveau "schafft" es die 936 gpdm-Isohypse sogar
bis etwa ins Baltikum. Dabei deutet sich schon an, dass der Rücken im
500-hPa-Niveau bald Verbindung mit einem eigenständigen Geopotentialmaximum über
Osteuropa aufnehmen wird. Da der Rücken, der mehr zonal als meridional
Ausgerichtet ist, eine nur geringe Wellenlänge aufweist, kommt die Höhenströmung
über Süddeutschland aus Nordost, während sie über Norddeutschland aus Südwest
kommt. Bodennah bildet sich zu Tagesbeginn eine Hochdruckbrücke aus, die vom
westlichen Mittelmeer und der Iberischen Halbinsel bis weit nach Russland
reicht. Diese wird allerdings im Tagesverlauf über den Seealpen abgebaut, so
dass sich Deutschland am Abend und in der Nacht an der Westflanke eines
kräftigen Hochs mit Schwerpunkt über dem Südural und der Wolga befindet. Die
ablaufenden Prozesse sorgen zunehmend für Absinken und damit für ein Auflösen
der frontalen Reste über Deutschland. Damit lassen auch die am Vormittag noch
lokal über Süddeutschland fallenden Niederschläge nach. Auch hierin sind sich
die deutschen und die externen Modelle einig. Absinken bedeutet in der feuchten
Luft allerdings nicht unbedingt freundliches Wetter, teils dürften sich aus der
Nacht wieder Dunst und Nebel zäh über den ganzen Tag halten, und sich in der
Nacht zu Montag wieder zu verdichten. Das Temperaturniveau steigt im Vergleich
zum Vortag etwas an. Zwischen etwa 5 und 8 Grad bewegen sich die 850er
Temperaturen in der Nacht zu Montag, wobei diese im Nordwesten in der
südwestlichen Strömung am höchsten liegen. Im Südosten ist es dagegen kältesten,
dort kann man sich in den Frühstunden des Dienstags gebietsweise leichte Frost
oder Bodenfrost vorstellen. Die angesprochene Strömung im Nordwesten ist auch am
Boden recht kräftig ausgeprägt, so dass es ab den frühen Vormittagsstunden auf
und an der Nordsee zu starken, mitunter an exponierten Stellen auch zu einzelnen
stürmischen Böen kommt.
Montag ... verbindet sich der Langwellenrücken mit dem Höhenhoch über Osteuropa,
so dass eine Geopotentialbrücke entsteht, die von der Iberischen Halbinsel bis
nach Osteuropa reicht. Da diese im Tagesverlauf aber über Deutschland abreißt
und das Potential sinkt, bleiben in der Nacht zu Dienstag erneut ein singuläres
Geopotentialmaximum über Osteuropa und ein schwacher Höhenrücken über der
Iberischen Halbinsel als Residuum zurück. Entsprechend sinkt auch bodennah der
Druck, das Russlandhoch zieht sich etwas nach Osten zurück, ohne seine
dominierende Rolle über Ost- und Mitteleuropa aufzugeben. Da die beschriebenen
Prozesse nichts Grundlegendes an der Situation über Mitteleuropa ändern, bleibt
es bei ruhigem und trockenem Herbstwetter mit entsprechender Nebelneigung. Auch
ändern sich die Temperaturen über Deutschland nicht wesentlich, so dass es
weiterhin fast überall frostfrei bleibt, mit Ausnahme vielleicht einzelner
exponierter Lagen im Südosten.
Dienstag ... liegen Deutschlands Mitte sowie der Osten weiter im Einflussbereich
des Höhenhochs, dessen Schwerpunkt nunmehr über Russland zu finden ist. Der
Nordwesten und Westen liegen im Einflussbereich des sich an das Höhenhoch
anschließenden flachen Höhenrückens. Anzumerken ist, dass die Höhenströmung über
dem Nordwesten unseres Landes durch Annäherung des nordatlantischen
Langwellentroges etwas zyklonaler wird. Dadurch wird etwas Hebung induziert,
auch nähert sich die Front des mit dem Langwellentrog korrespondierenden
Bodentiefs, das bei der Nordspitze Norwegens liegt. In Folge dessen werden die
Wolken im Norden dichter, Regen fällt - wenn überhaupt - aber nur wenig. Die
Temperaturen im 850-hPa-Niveau liegen dabei im Nordwesten über 10, im Südosten
bei Werten um 5 Grad.
Modellvergleich und -einschätzung
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Der wenig spektakuläre Wetterverlauf der kommenden Tage wird von allen Modellen
recht ähnlich simuliert.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 25.10.2014 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Meist ruhiges Herbstwetter
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 12 UTC
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Aktuell ... sind die markantesten Geopotentialgebilde im 500-hPa-Niveau (auf
Europa bezogen) ein kräftiger Langwellentrog über dem Nordatlantik sowie ein
abgetropftes Höhentief über dem östlichen Mittelmeer. Innerhalb der Struktur des
Langwellentroges lässt sich ein kurzwelliger Anteil über Norddeutschland
ausmachen, der sich in östlicher Richtung verlagert. Dieser steht im
Zusammenhang mit einem Frontensystem, welches zu einem Tief südöstlich von
Island gehört. Dieses wiederum korrespondiert mit dem besagten nordatlantischen
Langwellentrog. Das Frontensystem selbst überquert, im nördlichen Teil schon
okkludiert, Deutschland aktuell von Ost nach West. Dabei ist die Warmfront
aktuell schon in der Nähe der polnischen Grenze zu finden, während die Kaltfront
etwa über der Mitte Deutschlands liegt. Die Wetterwirksamkeit der Front ist
dabei hauptsächlich durch die dichte Bewölkung geprägt. Weder lässt sie sich
deutlich im Temperaturfeld erkennen, noch sind mit ihr nennenswerte
Niederschläge verbunden. In dieser Hinsicht sind sich alle Modelle einig, Mengen
in 2-stelliger Höhe haben selbst die niederschlagsaffinen deutschen Modelle in
den relevanten 12-Stunden-Intervallen nicht auf der Agenda. Rückseitig der Front
schiebt sich von der Biskaya bzw. Südfrankreich ein schwacher Höhenrücken in
Richtung Mitteleuropa, der bis zum Morgen etwa die Seine erreicht. Im
300-hPa-Niveau schiebt sich dieser schon bis nach Ostdeutschland, wo er
Anstalten macht, sich mit einem weiteren Rücken, der sich vom Schwarzen Meer
nach Norden erstreckt, zu verbinden. Dabei erklärt die die besagte
Geopotentialsituation zum Teil auch die schwachen Niederschläge an der Front.
Wie dem auch sei: Sicher ist, dass es Rückseitig der Front von Nordwesten her
teilweise Aufklart, was dort eine erhöhte Nebelgefahr vermuten lässt. Ebenfalls
nebelträchtig ist der Südwesten, wobei hier neben der etwas geringeren
"klassischen" Nebelgefahr in tieferen Lagen auch noch die durch aufliegende
Wolken hinzukommt. Eine Frostgefahr besteht allenfalls lokal in den Hochlagen
Ost- und Südbayerns, ansonsten bleibt es unter meist dichten Wolken frostfrei.
Sonntag ... kräftigt sich der Höhenrücken, der von Frankreich in den Westen
Deutschlands hereinragt, weiter. Im 500-hPa-Niveau reicht die 576 gpdm-Isohypse
bis etwa zur Oder, im 300-hPa-Niveau "schafft" es die 936 gpdm-Isohypse sogar
bis etwa ins Baltikum. Dabei deutet sich schon an, dass der Rücken im
500-hPa-Niveau bald Verbindung mit einem eigenständigen Geopotentialmaximum über
Osteuropa aufnehmen wird. Da der Rücken, der mehr zonal als meridional
Ausgerichtet ist, eine nur geringe Wellenlänge aufweist, kommt die Höhenströmung
über Süddeutschland aus Nordost, während sie über Norddeutschland aus Südwest
kommt. Bodennah bildet sich zu Tagesbeginn eine Hochdruckbrücke aus, die vom
westlichen Mittelmeer und der Iberischen Halbinsel bis weit nach Russland
reicht. Diese wird allerdings im Tagesverlauf über den Seealpen abgebaut, so
dass sich Deutschland am Abend und in der Nacht an der Westflanke eines
kräftigen Hochs mit Schwerpunkt über dem Südural und der Wolga befindet. Die
ablaufenden Prozesse sorgen zunehmend für Absinken und damit für ein Auflösen
der frontalen Reste über Deutschland. Damit lassen auch die am Vormittag noch
lokal über Süddeutschland fallenden Niederschläge nach. Auch hierin sind sich
die deutschen und die externen Modelle einig. Absinken bedeutet in der feuchten
Luft allerdings nicht unbedingt freundliches Wetter, teils dürften sich aus der
Nacht wieder Dunst und Nebel zäh über den ganzen Tag halten, und sich in der
Nacht zu Montag wieder zu verdichten. Das Temperaturniveau steigt im Vergleich
zum Vortag etwas an. Zwischen etwa 5 und 8 Grad bewegen sich die 850er
Temperaturen in der Nacht zu Montag, wobei diese im Nordwesten in der
südwestlichen Strömung am höchsten liegen. Im Südosten ist es dagegen kältesten,
dort kann man sich in den Frühstunden des Dienstags gebietsweise leichte Frost
oder Bodenfrost vorstellen. Die angesprochene Strömung im Nordwesten ist auch am
Boden recht kräftig ausgeprägt, so dass es ab den frühen Vormittagsstunden auf
und an der Nordsee zu starken, mitunter an exponierten Stellen auch zu einzelnen
stürmischen Böen kommt.
Montag ... verbindet sich der Langwellenrücken mit dem Höhenhoch über Osteuropa,
so dass eine Geopotentialbrücke entsteht, die von der Iberischen Halbinsel bis
nach Osteuropa reicht. Da diese im Tagesverlauf aber über Deutschland abreißt
und das Potential sinkt, bleiben in der Nacht zu Dienstag erneut ein singuläres
Geopotentialmaximum über Osteuropa und ein schwacher Höhenrücken über der
Iberischen Halbinsel als Residuum zurück. Entsprechend sinkt auch bodennah der
Druck, das Russlandhoch zieht sich etwas nach Osten zurück, ohne seine
dominierende Rolle über Ost- und Mitteleuropa aufzugeben. Da die beschriebenen
Prozesse nichts Grundlegendes an der Situation über Mitteleuropa ändern, bleibt
es bei ruhigem und trockenem Herbstwetter mit entsprechender Nebelneigung. Auch
ändern sich die Temperaturen über Deutschland nicht wesentlich, so dass es
weiterhin fast überall frostfrei bleibt, mit Ausnahme vielleicht einzelner
exponierter Lagen im Südosten.
Dienstag ... liegen Deutschlands Mitte sowie der Osten weiter im Einflussbereich
des Höhenhochs, dessen Schwerpunkt nunmehr über Russland zu finden ist. Der
Nordwesten und Westen liegen im Einflussbereich des sich an das Höhenhoch
anschließenden flachen Höhenrückens. Anzumerken ist, dass die Höhenströmung über
dem Nordwesten unseres Landes durch Annäherung des nordatlantischen
Langwellentroges etwas zyklonaler wird. Dadurch wird etwas Hebung induziert,
auch nähert sich die Front des mit dem Langwellentrog korrespondierenden
Bodentiefs, das bei der Nordspitze Norwegens liegt. In Folge dessen werden die
Wolken im Norden dichter, Regen fällt - wenn überhaupt - aber nur wenig. Die
Temperaturen im 850-hPa-Niveau liegen dabei im Nordwesten über 10, im Südosten
bei Werten um 5 Grad.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Der wenig spektakuläre Wetterverlauf der kommenden Tage wird von allen Modellen
recht ähnlich simuliert.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas