SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 25.07.2015 um 10.30 UTC
Zunächst stürmisch und nur mäßig warm, im Norden kühl. In der zweiten
Wochenhälfte von Süden her wieder wärmer.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 01.08.2015
Am Dienstag beginnt der Mittelfristzeitraum nach dem EZMW-Modell mit einer recht
weit südlich liegenden Frontalzone, nämlich über Deutschland und dem nördlichen
Mittelmeerraum. Dabei liegen wir recht zentral im Bereich eines sehr
langwelligen flachen Troges, wobei ein Höhentiefkern über Jütland simuliert
wird. Dort befindet sich auch ein kräftiges Bodentief das Meeresluft polaren
Ursprungs mehr oder weniger direkt aus der Ostgrönlandsee nach Deutschland
importiert. Dennoch erreicht die Temperatur in 850 hPa immerhin über Deutschland
zwischen 6 Grad im Nordwesten und 11 Grad im Südosten. Vor allem in den Norden
gelangt viel Feuchtigkeit, wobei die Luftmasse im Trogbereich gehoben wird, so
dass es zu schauerartigen Regenfällen kommt, die vor allem an der Nordsee recht
ergiebig sein können. Zudem weht der westliche bis südwestliche Wind am Rand des
kräftigen Bodentiefs frisch mit Böen teils bis in den Sturmbereich hinein.
Bis Mittwoch verlagert sich das Bodentief nach Finnland, so dass die Luft noch
direkter aus Norden zu uns kommt und die Temperatur noch etwas zurückgeht. Im
Norden kommt es unter Trogeinfluss nach wie vor zu Schauern, zudem ist der
Gradient immer noch stark, so dass es in Ostseenähe zu stürmischen Böen kommt.
An der Frontalzone bildet sich vorderseitig eines Kurzwellentroges ein Tief über
der Biskaya, dessen Warmfrontregen in der nach zum Donnerstag den Südwesten
erreicht.
Donnerstag bildet sich zwischen dem Tief im Norden und dem immer noch recht
flachen Wellentief über der Biskaya (hat sich kaum verlagert) über
Norddeutschland ein flacher Hochkeil aus, der zu einem kräftigen Hoch
nordwestlich der Azoren gehört. Damit nimmt der Wind deutlich ab. Zu Regenfällen
kommt es vor allem im Bereich der jetzt wieder über dem Süden Deutschlands
liegenden Front und im Bereich des in der westlichen Höhenströmung immer noch
vorhandenen flachen Troges im Norden.
Am Freitag und Samstag kommt es über Westeuropa zu einer Austrogung, so dass die
Höhenströmung bei uns auf Südwest dreht und allmählich wieder antizyklonal
gekrümmt ist. Damit gelangt wieder deutlich wärmere Luft vor allem in den Süden
(dort am Samstag schon wieder bis zu 18 Grad in 850 hPa, im Norden nur 6).
Allerdings verbleibt die Feuchtigkeit im Süden, so dass es dort weiter
unbeständig bleibt, dann aufgrund des Energiegehaltes der Luftmasse aber wieder
mit zahlreichen starken Gewittern.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des aktuellen EZMW-Laufs mit seinen beiden Vorgängern ist nur
grob gesehen gut. Insbesondere zeigt sich die Tendenz, dass nächsten Mittwoch
eventuell doch ein Trog anstelle eines flachen Rückens (gestern, 00 UTC) bei uns
liegen könnte. Danach deuten die drei letzten Läufe alle leichten
Bodenhochdruckeinfluss im Norden an, während im Süden mehr Feuchte im Bereich
eines sich wieder bildenden Frontensystems liegen soll. Dabei werden ab Freitag
auch von allen Läufen flache Tiefs über dem Süden Deutschlands gerechnet. Lage
und Amplitude von Trögen und Rücken in der westlichen Höhenströmung werden aber
jeden Lauf anders simuliert.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
GFS ähnelt nächste Woche grob dem EZMW, allerdings bleibt bei GFS der
Langwellentrog nicht so lange über Westeuropa liegen, sondern schwenkt bereits
am nächsten Samstag bis Mitteleuropa, so dass wieder eine deutliche Abkühlung
einsetzt.
Bei GEM bildet sich die Hochdruckzone in der zweiten Wochenhälfte etwas weiter
südlich aus und die Warmluft kommt nicht mehr in den Süden zurück. Zudem bringt
ein Bodentrog am Donnerstag dem Norden noch einmal Sturm. Auch NAVGEM und UKMO
ähneln eher den Kanadiern.
Noch eine weitere Variante zeigt ICON, wo das Biskayatief ab der Nacht zum
Freitag über Deutschland hinwegzieht und anschließend eine allmähliche
Austrogung von Westen her erfolgen soll, ähnlich wie bei GFS.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EZMW-Ensemble verteilt sich im Mittelfristzeitraum (Do, 00 UTC bis Sa, 00
UTC) auf vier Cluster. Diese zeigen vor allem zum Samstag hin ein
unterschiedliches Verhalten des von Westen heranrückenden Troges: C1 und C3
(zusammen 28 Mitglieder plus Hauptlauf) lassen den Trog recht flach und schnell
(Achse Sa 00 UTC schon über Frankreich) heranziehen. Bei C2 (17 Mitglieder incl.
Kontrolllauf) ist der Trog stärker und langsamer, bei C4 (6 Mitglieder) tropft
er über dem Westen der Iberischen Halbinsel ab.
In der erweiterten Mittelfrist zeigen 2 von 3 Clustern (30 Mitglieder) den
Aufbau eines schwachen Rückens, während einer (21 Mitglieder) auf einen Trog
baut.
Die Rauchfahnen für Hamburg zeigen bis nächsten Freitag anhaltend recht niedrige
Temperaturen (T850 um 4 Grad) bei leicht ansteigendem Spread, erst ab Samstag
steigt das Ensemblemittel wieder deutlich an. Die Niederschlagssignale haben
Freitag und Samstag ein Minimum. Das Potenzial beginnt bereits ab Dienstag zu
steigen, was ein Signal für Hochdruckeinfluss von Mittwoch bis Freitag ist.
In Stuttgart ist letztendlich das Gleiche zu sehen, nur auf etwas höherem
Temperatur- und Potenzialniveau.
Bei den GFS-Ensembles findet sich insgesamt ein etwas niedrigeres
Temperaturniveau.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Regen:
Im 24-stündigen Zeitraum bis Dienstag, 18 UTC zeigen Cosmo-LEPS (gestern, 12
UTC) und EZMW-EPS schwache Signale für Dauerregen über 30 mm an der Nordsee, vor
allem in Nordfriesland.
Sturm:
Am Dienstag bestehen nach Cosmo-LEPS im Nordwesten wieder erhöhte
Wahrscheinlichkeiten (bis 40 % im Binnenland, über 70 % auf den Ostfriesischen
Inseln) für stürmische Böen. EZMW-EPS zeigt sogar 70 % im Raum Aachen. Auch der
EFI zeigt am Dienstag hohe Signale für Sturm. Am Mittwoch sind stürmische Böen
vor allem noch an der Ostsee wahrscheinlich (zeigen sowohl Cosmo-LEPS als auch
EZMW-EPS.
Gewitter:
Bei einzelnen Gewittern am Dienstag und Mittwoch im Norden besteht hauptsächlich
Sturmböenpotenzial, diese wurden oben schon angesprochen. Hagel und Starkregen
dürften bei nur mäßiger Labilität und hohen Zuggeschwindigkeiten kein Thema
sein.
Ab Donnerstag und vor allem am Freitag und Samstag gelangt dann wieder
feuchtwarme und labile Mittelmeerluft in den Süden Deutschlands, in der wieder
starke Gewitter mit Starkregen und Hagel zu erwarten sind, wobei bezüglich
beider Größen auch wieder die Unwetterschwelle zumindest örtlich erreicht werden
dürfte.
Hitze:
Ab Freitag könnte sich im Süden (vor allem Oberrhein) erneut eine mehrtätige
Periode mit Höchstwerten über 30 Grad und eventuell hoher Schwüle einstellen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-EZMW, EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Peter Hartmann
ausgegeben am Samstag, den 25.07.2015 um 10.30 UTC
Zunächst stürmisch und nur mäßig warm, im Norden kühl. In der zweiten
Wochenhälfte von Süden her wieder wärmer.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 01.08.2015
Am Dienstag beginnt der Mittelfristzeitraum nach dem EZMW-Modell mit einer recht
weit südlich liegenden Frontalzone, nämlich über Deutschland und dem nördlichen
Mittelmeerraum. Dabei liegen wir recht zentral im Bereich eines sehr
langwelligen flachen Troges, wobei ein Höhentiefkern über Jütland simuliert
wird. Dort befindet sich auch ein kräftiges Bodentief das Meeresluft polaren
Ursprungs mehr oder weniger direkt aus der Ostgrönlandsee nach Deutschland
importiert. Dennoch erreicht die Temperatur in 850 hPa immerhin über Deutschland
zwischen 6 Grad im Nordwesten und 11 Grad im Südosten. Vor allem in den Norden
gelangt viel Feuchtigkeit, wobei die Luftmasse im Trogbereich gehoben wird, so
dass es zu schauerartigen Regenfällen kommt, die vor allem an der Nordsee recht
ergiebig sein können. Zudem weht der westliche bis südwestliche Wind am Rand des
kräftigen Bodentiefs frisch mit Böen teils bis in den Sturmbereich hinein.
Bis Mittwoch verlagert sich das Bodentief nach Finnland, so dass die Luft noch
direkter aus Norden zu uns kommt und die Temperatur noch etwas zurückgeht. Im
Norden kommt es unter Trogeinfluss nach wie vor zu Schauern, zudem ist der
Gradient immer noch stark, so dass es in Ostseenähe zu stürmischen Böen kommt.
An der Frontalzone bildet sich vorderseitig eines Kurzwellentroges ein Tief über
der Biskaya, dessen Warmfrontregen in der nach zum Donnerstag den Südwesten
erreicht.
Donnerstag bildet sich zwischen dem Tief im Norden und dem immer noch recht
flachen Wellentief über der Biskaya (hat sich kaum verlagert) über
Norddeutschland ein flacher Hochkeil aus, der zu einem kräftigen Hoch
nordwestlich der Azoren gehört. Damit nimmt der Wind deutlich ab. Zu Regenfällen
kommt es vor allem im Bereich der jetzt wieder über dem Süden Deutschlands
liegenden Front und im Bereich des in der westlichen Höhenströmung immer noch
vorhandenen flachen Troges im Norden.
Am Freitag und Samstag kommt es über Westeuropa zu einer Austrogung, so dass die
Höhenströmung bei uns auf Südwest dreht und allmählich wieder antizyklonal
gekrümmt ist. Damit gelangt wieder deutlich wärmere Luft vor allem in den Süden
(dort am Samstag schon wieder bis zu 18 Grad in 850 hPa, im Norden nur 6).
Allerdings verbleibt die Feuchtigkeit im Süden, so dass es dort weiter
unbeständig bleibt, dann aufgrund des Energiegehaltes der Luftmasse aber wieder
mit zahlreichen starken Gewittern.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des aktuellen EZMW-Laufs mit seinen beiden Vorgängern ist nur
grob gesehen gut. Insbesondere zeigt sich die Tendenz, dass nächsten Mittwoch
eventuell doch ein Trog anstelle eines flachen Rückens (gestern, 00 UTC) bei uns
liegen könnte. Danach deuten die drei letzten Läufe alle leichten
Bodenhochdruckeinfluss im Norden an, während im Süden mehr Feuchte im Bereich
eines sich wieder bildenden Frontensystems liegen soll. Dabei werden ab Freitag
auch von allen Läufen flache Tiefs über dem Süden Deutschlands gerechnet. Lage
und Amplitude von Trögen und Rücken in der westlichen Höhenströmung werden aber
jeden Lauf anders simuliert.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
GFS ähnelt nächste Woche grob dem EZMW, allerdings bleibt bei GFS der
Langwellentrog nicht so lange über Westeuropa liegen, sondern schwenkt bereits
am nächsten Samstag bis Mitteleuropa, so dass wieder eine deutliche Abkühlung
einsetzt.
Bei GEM bildet sich die Hochdruckzone in der zweiten Wochenhälfte etwas weiter
südlich aus und die Warmluft kommt nicht mehr in den Süden zurück. Zudem bringt
ein Bodentrog am Donnerstag dem Norden noch einmal Sturm. Auch NAVGEM und UKMO
ähneln eher den Kanadiern.
Noch eine weitere Variante zeigt ICON, wo das Biskayatief ab der Nacht zum
Freitag über Deutschland hinwegzieht und anschließend eine allmähliche
Austrogung von Westen her erfolgen soll, ähnlich wie bei GFS.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EZMW-Ensemble verteilt sich im Mittelfristzeitraum (Do, 00 UTC bis Sa, 00
UTC) auf vier Cluster. Diese zeigen vor allem zum Samstag hin ein
unterschiedliches Verhalten des von Westen heranrückenden Troges: C1 und C3
(zusammen 28 Mitglieder plus Hauptlauf) lassen den Trog recht flach und schnell
(Achse Sa 00 UTC schon über Frankreich) heranziehen. Bei C2 (17 Mitglieder incl.
Kontrolllauf) ist der Trog stärker und langsamer, bei C4 (6 Mitglieder) tropft
er über dem Westen der Iberischen Halbinsel ab.
In der erweiterten Mittelfrist zeigen 2 von 3 Clustern (30 Mitglieder) den
Aufbau eines schwachen Rückens, während einer (21 Mitglieder) auf einen Trog
baut.
Die Rauchfahnen für Hamburg zeigen bis nächsten Freitag anhaltend recht niedrige
Temperaturen (T850 um 4 Grad) bei leicht ansteigendem Spread, erst ab Samstag
steigt das Ensemblemittel wieder deutlich an. Die Niederschlagssignale haben
Freitag und Samstag ein Minimum. Das Potenzial beginnt bereits ab Dienstag zu
steigen, was ein Signal für Hochdruckeinfluss von Mittwoch bis Freitag ist.
In Stuttgart ist letztendlich das Gleiche zu sehen, nur auf etwas höherem
Temperatur- und Potenzialniveau.
Bei den GFS-Ensembles findet sich insgesamt ein etwas niedrigeres
Temperaturniveau.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Regen:
Im 24-stündigen Zeitraum bis Dienstag, 18 UTC zeigen Cosmo-LEPS (gestern, 12
UTC) und EZMW-EPS schwache Signale für Dauerregen über 30 mm an der Nordsee, vor
allem in Nordfriesland.
Sturm:
Am Dienstag bestehen nach Cosmo-LEPS im Nordwesten wieder erhöhte
Wahrscheinlichkeiten (bis 40 % im Binnenland, über 70 % auf den Ostfriesischen
Inseln) für stürmische Böen. EZMW-EPS zeigt sogar 70 % im Raum Aachen. Auch der
EFI zeigt am Dienstag hohe Signale für Sturm. Am Mittwoch sind stürmische Böen
vor allem noch an der Ostsee wahrscheinlich (zeigen sowohl Cosmo-LEPS als auch
EZMW-EPS.
Gewitter:
Bei einzelnen Gewittern am Dienstag und Mittwoch im Norden besteht hauptsächlich
Sturmböenpotenzial, diese wurden oben schon angesprochen. Hagel und Starkregen
dürften bei nur mäßiger Labilität und hohen Zuggeschwindigkeiten kein Thema
sein.
Ab Donnerstag und vor allem am Freitag und Samstag gelangt dann wieder
feuchtwarme und labile Mittelmeerluft in den Süden Deutschlands, in der wieder
starke Gewitter mit Starkregen und Hagel zu erwarten sind, wobei bezüglich
beider Größen auch wieder die Unwetterschwelle zumindest örtlich erreicht werden
dürfte.
Hitze:
Ab Freitag könnte sich im Süden (vor allem Oberrhein) erneut eine mehrtätige
Periode mit Höchstwerten über 30 Grad und eventuell hoher Schwüle einstellen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-EZMW, EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Peter Hartmann