SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 260800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 26.07.2015 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
Wz.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
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Sonntag... lag um 00 UTC in 300 hPa ein Trog über der Nordosthälfte
Deutschlands, der bis zum Vormittag nach Polen abzieht. Ein anfangs über Irland
befindlicher kurzwelliger Rücken kräftigt sich auf seinem Weg nach Osten. Er
erreicht nachmittags Deutschland und liegt um 24 UTC bereits über dem äußersten
Nordosten, während ein weiterer, nahezu zonal ausgerichteter Trog den Südwesten
unseres Landes erreicht.

Auf der Rückseite des nach Südschweden abgezogenen Sturmtiefs treten aktuell an
den Küsten noch Böen Bft 8 bis 9 aus West bis Westnordwest auf. Im weiteren
Tagesverlauf schwächt sich der Gradient mehr und mehr ab und mittags liegen wir
unter dem Einfluss eines Zwischenhochkeils. Dann sind aber trotzdem im
Küstenbereich (vor allem Ostsee) noch Böen Bft 8, an exponierten Stellen auch
Bft 9 zu erwarten, die um Rügen herum noch bis in den Abend hinein anhalten
werden. Ab späterem Abend sind im Norden dann keine Windwarnungen mehr
erforderlich. Abends frischt dafür der meist südliche Wind in der Westhälfte
schon wieder vor der nahenden Okklusion des ostatlantischen Zentraltiefs auf,
das sich derzeit westlich der Britischen Inseln befindet. Dies macht sich
besonders in den Hochlagen des Schwarzwaldes bemerkbar, wo um 24 UTC bereits
Sturmböen wahrscheinlich sind.
Bis zum Vormittag ziehen sich die schauerartigen Regenfälle im Norden weiter in
Richtung Ostsee zurück und der Tag gestaltet sich vorderseitig des Rückens
durchaus nicht unfreundlich. Die im Westen bereits vorhandene WLA weitet sich
allmählich ostwärts aus und führt im Verlauf der zweiten Tageshälfte zu einer
Bewölkungsverdichtung im Westen und Südwesten. Dort setzt dann abends Regen ein,
der sich bis 24 UTC auch teilweise schon bis in die Osthälfte ausbreiten dürfte.

Von 00 bis 24 UTC simuliert COSMO-EU in weiten Teilen Deutschlands moderate
Niederschläge, von denen als einziges Bundesland Sachsen noch komplett
ausgenommen bleibt. Die Summen sind abseits jeglicher Warnrelevanz; maximal sind
es nach C-EU knapp 7 mm im südlichen Emsland. ICON prognostiziert über 5 mm im
äußersten Südwesten von Baden-Württemberg und im südwestlichen
Nordrhein-Westfalen. GFS hat das Maximum am Alpenrand mit knapp über 15 mm,
ECMF16 ebendort mit bis zu 8 mm.


Montag... liegen wir im Einflussbereich des sich von den Britischen Inseln nach
Mitteleuropa erstreckenden Troges, wobei der Süden und später auch die Mitte
Deutschlands trogrückseitig in den Bereich der Frontalzone mit einer kräftigen
westlichen Höhenströmung gerät.

Das okkludierende Frontensystem des um 00 UTC über den Britischen Inseln
liegenden kräftigen Zentraltiefs greift bereits in der Frühe auf den Westen über
und bis 12 UTC hat die Front den größeren Teil Deutschlands schon überquert. Das
Tief zieht im Tagesverlauf unter leichter Vertiefung unter 990 hPa zunächst über
die Britischen Inseln, dann über die Nordsee ostwärts. Bis zum Abend hat die
Front unser Land nach Osten und Süden hin verlassen.
Der meist südwestliche Wind frischt im Tagesverlauf von Südwesten her weiter auf
und es ist bis Mittag in der Südwesthälfte vielfach mit starken, nach Südwesten
zu verbreitet auch steifen Böen zu rechnen. In den Hochlagen der südwestlichen
Mittelgebirge sind mittags Böen Bft 8 bis 10 zu erwarten. Zum Nachmittag und
Abend nimmt der Wind noch etwas zu, womit dann die gesamte Südwesthälfte mit
Böen Bft 7 bewarnt werden kann (Berge weiterhin Bft 8 bis 10). Zum Ende des
Tages hin lässt der Wind im Flachland soweit nach, dass dort voraussichtlich
dann keine Warnungen mehr erforderlich sind; allerdings nimmt der Wind an der
Nordsee abends auf einzelne Böen Bft 7 zu.
Postfrontal kommt es von Westen her zu Schauern und Gewittern, wovon primär die
Nordhälfte Deutschlands betroffen ist (CAPE ML abends im Osten teilweise über
500 J/kg). In der Umgebung dieser Schauer und Gewitter sind Böen Bft 8 bis 9
möglich.

C-EU lässt setzt den Niederschlagsschwerpunkt (00 bis 24 UTC) um die Nordsee
herum (ostfriesische Inseln bis 30 mm). Auch ICON simuliert den meisten Regen um
Borkum und Norderney, bis 23 mm. GFS und ECMF16 prognostizieren ebenfalls um die
Nordsee herum die meisten Niederschläge (GFS Borkum 24 mm, ECMF16 27 mm
nordfriesische Inseln).


Dienstag... verbleiben die Mitte und der Süden unseres Landes bei unverändertem
Geopotential im Bereich der leicht zyklonal gekrümmten kräftigen westlichen
Höhenströmung.

Unser Vorhersageraum liegt an der Südflanke des unter allmählicher Abschwächung
von der östlichen Nordsee nach Dänemark und Südschweden ziehenden Zentraltiefs.
Dabei bleibt es hierzulande windig, wobei Frontpassagen aber nicht zu erwarten
sind. Es bleibt wechselhaft mit Schauern oder Gewittern in der Nordhälfte, wobei
die Temperatur in 500 hPa noch etwas niedriger liegt als am Vortag. Die
CAPE-ML-Werte sind aber auch wesentlich niedriger als Montag. Im Westen (NRW)
sind zeitweise auch mehr stratiforme Regenfälle möglich. Nach C-EU bleibt
jedenfalls die Südhälfte komplett trocken; das Maximum befindet sich abermals
über den ostfriesischen Inseln mit 38 mm von 00 bis 24 UTC. ICON rechnet mit bis
zu 23 mm über den nordfriesischen Inseln und lässt auch etwas weiter nach Süden
einige Tropfen zu. Auch GFS bringt den meisten Regen um die Nordsee, bis 17 mm.
ECMF gibt sogar bis 48 mm nördlich der Elbmündung.
Der Tag ist noch windiger als der Montag; mittags/nachmittags gibt es nach OOG
verbreitet steife, vereinzelt stürmische Böen und in den Gebirgen ist wieder die
Stärke 8 bis 10 die Regel. Abends erfolgt von Süden her eine
Gradientabschwächung, so dass zum Tagesende lediglich im Küstenbereich noch mit
Böen Bft 7 bis 8, Nordsee vereinzelt Bft 9, gerechnet werden muss.

Modellvergleich und -einschätzung
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Im mitteleuropäischen Scale prognostizieren alle Modelle die gleiche Entwicklung
für die nächsten 72 Stunden (Großwetterlage West, zyklonal).

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch.

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