SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 251800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 25.07.2015 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
In der Nordhälfte noch stürmisch, teils mit Böen 10 oder 11 Bft, Wind von SW her
tendenziell nachlassend.
Am Sonntag allgemeine Wetterberuhigung, nur im N und NO anfangs noch windig bzw.
stürmisch.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... Heute Nachmittag 15 UTC befand sich Sturmtief ZELJKO über der
Deutschen Bucht mit einem Kerndruck von etwas über 995 hPa. Ein zweites
Druckminimum mit ebenfalls 996 hPa konnte zum gleichen Zeitpunkt unmittelbar an
der niedersächsisch-niederländischen Grenze ausgemacht werden, was dem gesamten
Tief eine leicht dipolartige Struktur verlieh, die bis jetzt noch andauert. Das
ganze System befindet sich auf Nordostkurs, wobei der südliche Teil
wahrscheinlich durch Reibung und zunehmend überlagerten Druckanstieg allmählich
getilgt wird, während der nördliche Teil via Jütland in Richtung Südschweden
zieht. "Begleitet" wird ZELJKO von einem scharfen, nahezu achsensenkrechten
KW-Trog in der Höhe, dessen Exposition eine weitere Vertiefung des Tiefs wenig
wahrscheinlich erscheinen lässt. Hinter dem Tief gelangt staffelartig Meeresluft
subpolaren Ursprungs in den Vorhersageraum, wobei die 5°C-Isotherme in 850 hPa
bis zum Morgen knapp die Mainlinie knapp südwärts überschritten hat. Bereits
aktuell hat verbreitet Druckanstieg eingesetzt, der von Südwesten her für den
Aufbau eines Hochkeils und damit einhergehend ein deutliches Auffächern des
Luftdruckgradienten sorgt.
So ist es denn auch kein Wunder, dass sich das Starkwind- bzw. Sturmfeld des
Tiefs mit Böen 8 bis 9 Bft in den Abendstunden und vor allem in der Nacht mehr
und mehr in den Norden und Nordosten des Landes verlagert, wo es tagsüber -
abgesehen von einigen, allerdings durchaus knackigen konvektiven Böen - noch
vergleichsweise geschmeidig ablief. Zudem wird für die mittleren Landesteile
(etwa vom nördlichen NRW über das südliche Niedersachsen bis nach Sachsen-Anhalt
plus einer kleinen Karenzzone, die die numerischen Unschärfen widerspiegeln)
zunächst noch ein Windmaximum simuliert (und auch verifiziert, siehe mehrere
10er-Böen in Westfalen), was einerseits der scharf-gradientigen Südwestflanke
des Tiefs, andererseits einem überlagerten Jet (Struktur eines Sting-Jets) vor
allem in der unteren Troposphäre geschuldet ist. Zum Teil liegen die
Windgeschwindigkeiten in 925 und 950 hPa über 50, vereinzelt über 60 Kt, was für
das bodennahe bzw. 10m-Niveau eben diese Böen 10 Bft, vereinzelt vielleicht
sogar mal eine 11 Bft bedeutet, wobei die Wahrscheinlichkeit dafür immer mehr
abnimmt.
Das zweite Maximum deutet sich für die Nordsee an, wo nach Passage des Tiefkerns
der Gradient mächtig anzieht und über der Deutschen Bucht einen veritablen und
für Ende Juli durchaus bemerkenswerten Nordweststurm entfacht. Böen 9 bis 10 Bft
stehen auf der Karte, vereinzelt auch 11 Bft. Ob es letztlich irgendwo für eine
12er-Böe reicht, muss abgewartet werden, auf Basis einiger numerischer Tools
scheint das nicht ausgeschlossen. Immerhin wurde am Nachmittag an der
niederländischen Küste einmal die volle Orkanstärke gemessen.
Abgesehen vom Wind gilt es noch ein paar Worte über die Niederschläge respektive
Gewitter zu verlieren. Mit dem Tagesgang werden die Gewitter im Norden im Laufe
der Nacht immer weniger, auch wenn der thermische Trog dem Potenzialtrog etwas
hinterherläuft. Insgesamt ist aber zu wenig Höhenkaltluft im Spiel, die die
fehlende Einstrahlung von unten kompensieren könnte. Was bleibt sind aber
insbesondere im Norden teils schauerartige, von Westen her aber auch skalige
Regenfälle, die von um das Tief "herumgeholter" Warmluft generiert werden. Zwar
reicht es im äußersten Norden gebietsweise für etwas mehr als 15 mm innert 12
Stunden, Warnschwellen werden wahrscheinlich aber nicht überschritten.
Sonntag ... beruhigt sich die Wetterlage weiter. Der Trog zieht endgültig
nordostwärts ab und stromauf wölbt sich sogar ein flacher Rücken auf, dessen
Achse in 500 hPa um 12 UTC bereits von der Nordsee bis zur östlichen Mitte
reicht. Der Rücken stützt den o.e. Bodenhochkeil, der sich im Tagesverlauf aber
bereits wieder abschwächt, wobei er seinen Schwerpunkt langsam nach Osten
verlagert. Zunächst mal sorgt das Hoch aber nahezu deutschlandweit für einen
aufgefächerten Gradienten, bei dem der Wind keine prominente Rolle spielt - mit
einer Ausnahme: dem äußersten Norden und Nordosten. Zwar zieht Tief ZELJKO peu a
peu weiter in Richtung Mittelschweden, sein Wirkungsradius reicht aber noch bis
nach MV und SH, am Vormittag sogar noch bis in den Hamburger Raum bzw. ins
nördliche BB. Dort muss weiterhin mit Böen 7 bis 8 Bft, an der Ostsee auch 9 Bft
gerechnet werden, Tendenz am Nachmittag und Abend von SW her aber nachlassend.
Zudem kommt es in den genannten Regionen noch zu einzelnen Schauern, die später
aber auch nachlassen.
Im großen Rest des Landes stellt sich in der frisch eingeflossenen maritimen
Luftmasse eine zunächst trockene Mischung aus Sonne und einigen Quellwolken, die
sich zum Teil an einer etwa bei 850 hPa liegenden Inversion ausbreiten und
zeitweise für einen wolkigen bis stark bewölkten Wettercharakter sorgen. Die
Tageshöchstwerte liegen zwischen 20 und 24°C, im äußersten Norden etwas
darunter.
Am Abend und in der Nacht zum Montag wandert unser Blick möglicherweise auf den
TATORT im Ersten, aber auch in Richtung Westen, wo der nächste Namensumlauf
männlicher Tiefdruckgebiete eingeleitet wird. ANDREAS heißt das gute Stück, das
morgen Mittag mit seinem okkludierten Frontensystem knapp westlich von Irland
liegt, sich von dort aber langsam nach Osten aufmacht und in der Nacht UK in
Richtung Nordsee passiert. Vorderseitig einsetzende WLA beschert dem Westen in
den Abendstunden nicht nur mehrschichtige Bewölkung sondern nachfolgend auch
Regen, der sich bis zum Morgen auf große Teile des Vorhersageraums ausbreitet,
den Osten und Nordosten aber noch weitgehend ausspart. Signifikante Mengen sind
nach heutigem Stand nicht zu erwarten, meist bleiben die 12h-Mengen im
einstelligen Bereich.
Der auf südliche Richtungen rückdrehende Wind frischt nach Westen hin sowie in
einigen Mittelgebirgen auf, wobei sich warnwürdige Böen 7 Bft, exponiert 8 bis 9
Bft, aufgrund der stabilen Schichtung auf die Hochlagen sowie wenige exponierte
Orte beschränken.
Montag ... kommen wir in den Bereich eines sehr breit aufgestellten Höhentroges,
der sich von Westen her zunehmend nach Mitteleuropa vorschiebt. Besonders die
Südhälfte gelangt dabei unter eine lebhafte west-südwestliche Höhenströmung,
während nach Norden hin - quasi auf der kalten Seite der Frontalzone - der
Potenzialgradient aufgefächert ist.
Tief ANDREAS zieht am Tage langsam über die Nordsee in Richtung Jütland, wobei
es auf seiner Südflanke eine flotte westliche Bodenströmung aufbaut, mit der das
okkludierte Frontensystem rasch über Deutschland ost-südostwärts gesteuert wird.
Dahinter gelangt ein neuerlicher Schwall erwärmter und leicht labil
geschichteter Meereskaltluft zu uns, die zwar aus polaren Breiten stammt, über
UK/Irland aber einen weiten Bogen schlagen muss, bevor sie bei uns anlandet. So
steigt die Temperatur verbreitet auf 21 bis 26°C mit den höchsten Werten im
Süden. Lediglich im N und NW bleibt es mit 18 bis 21°C etwas frischer.
Im Norden und in der Mitte kommt es von Westen her zu häufigen Schauern und
Gewittern, die aufgrund ihrer Vitalität am ehesten mit Sturmböen 8 bis 9 Bft,
weniger mit Starkregen einhergehen. Unabhängig von der Konvektion frischt der
südwestliche Wind besonders im mittleren und südlichen Drittel mitunter stark
böig auf, wobei in tiefen Lagen Böen 7 Bft, in höheren sowie in einigen
exponierten Lagen 8 bis 9 Bft, in einigen Kamm- und Gipfellagen (z.B. Feldberg
im Schwarzwald) sogar 10 Bft auftreten.
In der Nacht zum Dienstag ändert sich nichts Monumentales an der Großwetterlage.
Wir verbleiben auf der Südflanke des o.e. Tiefs, das sich bis nach Jütland
verlagert. Gleichzeitig schwenkt im Norden ein kurzwelliger Trog durch, der dort
die Konvektion aufrecht erhält (Schauer und Gewitter), während diese nach Süden
hin abebbt. Gleiches gilt für den Wind, der zwar nicht gänzlich einschläft, sich
aber ebenfalls abschwächt.
Dienstag ... liegt Deutschland auf der kalten Seite der Frontalzone, die über
dem südlichen Mitteleuropa von West nach Ost mit leicht zyklonaler Kontur
verläuft. Das Bodentief erreicht bis Mittag Südschweden, so dass die
Grundströmung bei uns mehr auf W bis NW dreht. Jetzt wird auf ziemlich direktem
Wege Meeresluft vom Europäischen Nordmeer advehiert, in der die
850-hPa-Temperatur im Tagesverlauf im NW auf unter 5°C zurückgeht, während sie
im äußersten S und SO noch bei 10°C liegt. Unter dem Strich resultieren daraus
Tageshöchstwerte von 17/18°C bei auflandigem Wind an der Nordsee und lokal 24
oder 35°C im Süden und Südosten.
Wettertechnisch gestaltet sich der Tag wechselhaft und windig mit schauerartigen
Regenfällen und Gewittern vornehmlich aber nicht nur im Norden. An der Nordsee
und in höheren Lagen wird es stürmisch (8 bis 9 Bft), in exponierten Kamm- und
Gipfellagen sind auch schwere Sturmböen 10 Bft möglich. Sonst kommt man
abgesehen von stärkerer Konvektion meist mit Böen 7 Bft aus.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Die großskalige Entwicklung wird weitgehend ähnlich simuliert. Bei der aktuellen
Wind-/Sturmlage kann ein allmählicher Abbau bzw. ein herunterfahren der
Warnungen von SW beginnen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 25.07.2015 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
In der Nordhälfte noch stürmisch, teils mit Böen 10 oder 11 Bft, Wind von SW her
tendenziell nachlassend.
Am Sonntag allgemeine Wetterberuhigung, nur im N und NO anfangs noch windig bzw.
stürmisch.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 12 UTC
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Aktuell ... Heute Nachmittag 15 UTC befand sich Sturmtief ZELJKO über der
Deutschen Bucht mit einem Kerndruck von etwas über 995 hPa. Ein zweites
Druckminimum mit ebenfalls 996 hPa konnte zum gleichen Zeitpunkt unmittelbar an
der niedersächsisch-niederländischen Grenze ausgemacht werden, was dem gesamten
Tief eine leicht dipolartige Struktur verlieh, die bis jetzt noch andauert. Das
ganze System befindet sich auf Nordostkurs, wobei der südliche Teil
wahrscheinlich durch Reibung und zunehmend überlagerten Druckanstieg allmählich
getilgt wird, während der nördliche Teil via Jütland in Richtung Südschweden
zieht. "Begleitet" wird ZELJKO von einem scharfen, nahezu achsensenkrechten
KW-Trog in der Höhe, dessen Exposition eine weitere Vertiefung des Tiefs wenig
wahrscheinlich erscheinen lässt. Hinter dem Tief gelangt staffelartig Meeresluft
subpolaren Ursprungs in den Vorhersageraum, wobei die 5°C-Isotherme in 850 hPa
bis zum Morgen knapp die Mainlinie knapp südwärts überschritten hat. Bereits
aktuell hat verbreitet Druckanstieg eingesetzt, der von Südwesten her für den
Aufbau eines Hochkeils und damit einhergehend ein deutliches Auffächern des
Luftdruckgradienten sorgt.
So ist es denn auch kein Wunder, dass sich das Starkwind- bzw. Sturmfeld des
Tiefs mit Böen 8 bis 9 Bft in den Abendstunden und vor allem in der Nacht mehr
und mehr in den Norden und Nordosten des Landes verlagert, wo es tagsüber -
abgesehen von einigen, allerdings durchaus knackigen konvektiven Böen - noch
vergleichsweise geschmeidig ablief. Zudem wird für die mittleren Landesteile
(etwa vom nördlichen NRW über das südliche Niedersachsen bis nach Sachsen-Anhalt
plus einer kleinen Karenzzone, die die numerischen Unschärfen widerspiegeln)
zunächst noch ein Windmaximum simuliert (und auch verifiziert, siehe mehrere
10er-Böen in Westfalen), was einerseits der scharf-gradientigen Südwestflanke
des Tiefs, andererseits einem überlagerten Jet (Struktur eines Sting-Jets) vor
allem in der unteren Troposphäre geschuldet ist. Zum Teil liegen die
Windgeschwindigkeiten in 925 und 950 hPa über 50, vereinzelt über 60 Kt, was für
das bodennahe bzw. 10m-Niveau eben diese Böen 10 Bft, vereinzelt vielleicht
sogar mal eine 11 Bft bedeutet, wobei die Wahrscheinlichkeit dafür immer mehr
abnimmt.
Das zweite Maximum deutet sich für die Nordsee an, wo nach Passage des Tiefkerns
der Gradient mächtig anzieht und über der Deutschen Bucht einen veritablen und
für Ende Juli durchaus bemerkenswerten Nordweststurm entfacht. Böen 9 bis 10 Bft
stehen auf der Karte, vereinzelt auch 11 Bft. Ob es letztlich irgendwo für eine
12er-Böe reicht, muss abgewartet werden, auf Basis einiger numerischer Tools
scheint das nicht ausgeschlossen. Immerhin wurde am Nachmittag an der
niederländischen Küste einmal die volle Orkanstärke gemessen.
Abgesehen vom Wind gilt es noch ein paar Worte über die Niederschläge respektive
Gewitter zu verlieren. Mit dem Tagesgang werden die Gewitter im Norden im Laufe
der Nacht immer weniger, auch wenn der thermische Trog dem Potenzialtrog etwas
hinterherläuft. Insgesamt ist aber zu wenig Höhenkaltluft im Spiel, die die
fehlende Einstrahlung von unten kompensieren könnte. Was bleibt sind aber
insbesondere im Norden teils schauerartige, von Westen her aber auch skalige
Regenfälle, die von um das Tief "herumgeholter" Warmluft generiert werden. Zwar
reicht es im äußersten Norden gebietsweise für etwas mehr als 15 mm innert 12
Stunden, Warnschwellen werden wahrscheinlich aber nicht überschritten.
Sonntag ... beruhigt sich die Wetterlage weiter. Der Trog zieht endgültig
nordostwärts ab und stromauf wölbt sich sogar ein flacher Rücken auf, dessen
Achse in 500 hPa um 12 UTC bereits von der Nordsee bis zur östlichen Mitte
reicht. Der Rücken stützt den o.e. Bodenhochkeil, der sich im Tagesverlauf aber
bereits wieder abschwächt, wobei er seinen Schwerpunkt langsam nach Osten
verlagert. Zunächst mal sorgt das Hoch aber nahezu deutschlandweit für einen
aufgefächerten Gradienten, bei dem der Wind keine prominente Rolle spielt - mit
einer Ausnahme: dem äußersten Norden und Nordosten. Zwar zieht Tief ZELJKO peu a
peu weiter in Richtung Mittelschweden, sein Wirkungsradius reicht aber noch bis
nach MV und SH, am Vormittag sogar noch bis in den Hamburger Raum bzw. ins
nördliche BB. Dort muss weiterhin mit Böen 7 bis 8 Bft, an der Ostsee auch 9 Bft
gerechnet werden, Tendenz am Nachmittag und Abend von SW her aber nachlassend.
Zudem kommt es in den genannten Regionen noch zu einzelnen Schauern, die später
aber auch nachlassen.
Im großen Rest des Landes stellt sich in der frisch eingeflossenen maritimen
Luftmasse eine zunächst trockene Mischung aus Sonne und einigen Quellwolken, die
sich zum Teil an einer etwa bei 850 hPa liegenden Inversion ausbreiten und
zeitweise für einen wolkigen bis stark bewölkten Wettercharakter sorgen. Die
Tageshöchstwerte liegen zwischen 20 und 24°C, im äußersten Norden etwas
darunter.
Am Abend und in der Nacht zum Montag wandert unser Blick möglicherweise auf den
TATORT im Ersten, aber auch in Richtung Westen, wo der nächste Namensumlauf
männlicher Tiefdruckgebiete eingeleitet wird. ANDREAS heißt das gute Stück, das
morgen Mittag mit seinem okkludierten Frontensystem knapp westlich von Irland
liegt, sich von dort aber langsam nach Osten aufmacht und in der Nacht UK in
Richtung Nordsee passiert. Vorderseitig einsetzende WLA beschert dem Westen in
den Abendstunden nicht nur mehrschichtige Bewölkung sondern nachfolgend auch
Regen, der sich bis zum Morgen auf große Teile des Vorhersageraums ausbreitet,
den Osten und Nordosten aber noch weitgehend ausspart. Signifikante Mengen sind
nach heutigem Stand nicht zu erwarten, meist bleiben die 12h-Mengen im
einstelligen Bereich.
Der auf südliche Richtungen rückdrehende Wind frischt nach Westen hin sowie in
einigen Mittelgebirgen auf, wobei sich warnwürdige Böen 7 Bft, exponiert 8 bis 9
Bft, aufgrund der stabilen Schichtung auf die Hochlagen sowie wenige exponierte
Orte beschränken.
Montag ... kommen wir in den Bereich eines sehr breit aufgestellten Höhentroges,
der sich von Westen her zunehmend nach Mitteleuropa vorschiebt. Besonders die
Südhälfte gelangt dabei unter eine lebhafte west-südwestliche Höhenströmung,
während nach Norden hin - quasi auf der kalten Seite der Frontalzone - der
Potenzialgradient aufgefächert ist.
Tief ANDREAS zieht am Tage langsam über die Nordsee in Richtung Jütland, wobei
es auf seiner Südflanke eine flotte westliche Bodenströmung aufbaut, mit der das
okkludierte Frontensystem rasch über Deutschland ost-südostwärts gesteuert wird.
Dahinter gelangt ein neuerlicher Schwall erwärmter und leicht labil
geschichteter Meereskaltluft zu uns, die zwar aus polaren Breiten stammt, über
UK/Irland aber einen weiten Bogen schlagen muss, bevor sie bei uns anlandet. So
steigt die Temperatur verbreitet auf 21 bis 26°C mit den höchsten Werten im
Süden. Lediglich im N und NW bleibt es mit 18 bis 21°C etwas frischer.
Im Norden und in der Mitte kommt es von Westen her zu häufigen Schauern und
Gewittern, die aufgrund ihrer Vitalität am ehesten mit Sturmböen 8 bis 9 Bft,
weniger mit Starkregen einhergehen. Unabhängig von der Konvektion frischt der
südwestliche Wind besonders im mittleren und südlichen Drittel mitunter stark
böig auf, wobei in tiefen Lagen Böen 7 Bft, in höheren sowie in einigen
exponierten Lagen 8 bis 9 Bft, in einigen Kamm- und Gipfellagen (z.B. Feldberg
im Schwarzwald) sogar 10 Bft auftreten.
In der Nacht zum Dienstag ändert sich nichts Monumentales an der Großwetterlage.
Wir verbleiben auf der Südflanke des o.e. Tiefs, das sich bis nach Jütland
verlagert. Gleichzeitig schwenkt im Norden ein kurzwelliger Trog durch, der dort
die Konvektion aufrecht erhält (Schauer und Gewitter), während diese nach Süden
hin abebbt. Gleiches gilt für den Wind, der zwar nicht gänzlich einschläft, sich
aber ebenfalls abschwächt.
Dienstag ... liegt Deutschland auf der kalten Seite der Frontalzone, die über
dem südlichen Mitteleuropa von West nach Ost mit leicht zyklonaler Kontur
verläuft. Das Bodentief erreicht bis Mittag Südschweden, so dass die
Grundströmung bei uns mehr auf W bis NW dreht. Jetzt wird auf ziemlich direktem
Wege Meeresluft vom Europäischen Nordmeer advehiert, in der die
850-hPa-Temperatur im Tagesverlauf im NW auf unter 5°C zurückgeht, während sie
im äußersten S und SO noch bei 10°C liegt. Unter dem Strich resultieren daraus
Tageshöchstwerte von 17/18°C bei auflandigem Wind an der Nordsee und lokal 24
oder 35°C im Süden und Südosten.
Wettertechnisch gestaltet sich der Tag wechselhaft und windig mit schauerartigen
Regenfällen und Gewittern vornehmlich aber nicht nur im Norden. An der Nordsee
und in höheren Lagen wird es stürmisch (8 bis 9 Bft), in exponierten Kamm- und
Gipfellagen sind auch schwere Sturmböen 10 Bft möglich. Sonst kommt man
abgesehen von stärkerer Konvektion meist mit Böen 7 Bft aus.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Die großskalige Entwicklung wird weitgehend ähnlich simuliert. Bei der aktuellen
Wind-/Sturmlage kann ein allmählicher Abbau bzw. ein herunterfahren der
Warnungen von SW beginnen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann