SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 25.05.2015 um 10.30 UTC



Leicht unbeständig und relativ kühl. Ab Sonntag vorübergehend ansteigende
Temperaturen.
__________________________________________________________

Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 01.06.2015


Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum stellt sich über dem nördlichen
Ostatlantik und West- bzw. Mitteleuropa vorübergehend eine westliche
Höhenströmung ein, so dass das leicht unbeständige und relativ kühle Wetter in
Deutschland erhalten bleibt.

Am Donnerstag befindet sich das steuernde und hochreichende Tief über dem
Seegebiet zwischen Island und Skandinavien. Das zugehörige Frontensystem greift
im Tagesverlauf von Nordwesten auf Deutschland über. Es schwächt sich allerdings
auf seinem weiteren Weg Richtung Südosten ab, da ausgehend von dem Azorenhoch
ein Keil bis nach Süddeutschland reicht.
Am Freitag und Samstag schwenkt ein flacher Randtrog über den Nordwesten
Deutschlands hinweg. Dem vorgelagert ist das Frontensystem eines Randtiefs über
dem Süden Skandinaviens. Es greift zunächst auf den Nordwesten und Norden über,
wird allerdings aufgrund einer Tiefdruckbildung südwestlich von Island leicht
rückläufig und kommt somit nicht weiter nach Süden voran. In den weiteren
Landesteilen überwiegt weiterhin hoher Luftdruck. Allerdings sorgt ein weiterer
flach ausgeprägter Randtrog über dem Süden für leichte Hebung und somit für die
Bildung von Niederschlägen.

Am Sonntag kommt das atlantische Tief weiter ostwärts voran, wobei es in der
Höhe zu einer Austrogung kommt. Aufgrund des nach wie vor über Deutschland
dominierenden Hochdruckeinflusses, greift dessen Frontensystem ebenfalls nur in
abgeschwächter Form auf Deutschland über. Vorderseitig wird in der auf Südwest
drehenden Strömung wärmere Luft heran geführt, so dass die Temperaturen in 850
hPa in der Mitte und im Süden auf über 10 Grad ansteigen.
Am Montag setzt sich die Austrogung über Westeuropa weiter fort. Über
Deutschland baut sich eine Tiefdruckrinne auf, so dass sich die Niederschläge an
der nur noch langsam nach Südosten voran kommenden Front verstärken.
Postfrontal fließt von Nordwesten wieder kühlere Luft ein (T850 hPa um 2 Grad).

__________________________________________________________

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Ausbildung einer westlichen Höhenströmung von Donnerstag bis Sonntag wurde
bereits in den Vorläufen gezeigt, so dass die Konsistenz diesbezüglich als gut
bezeichnet werden kann. Unterschiede ergeben sich allerdings bezüglich der
Randtiefs, die im neuen 00 UTC Lauf schwächer ausgeprägt sind, als in den
Vorläufen. Insofern sind die genaue Niederschlagsverteilung und -entwicklung
noch unsicher. Ab Montag lässt die Konsistenz deutlich nach. Die beginnende
Austrogung deutete sich zwar auch im gestrigen 00 UTC Lauf an. Allerdings sollte
sich nachfolgend wieder eine relativ glatte Höhenströmung einstellen. Seit dem
gestrigen 12 UTC Lauf wird dagegen eine markante Austrogung über Westeuropa
prognostiziert.
__________________________________________________________

Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die Großwetterlage über Europa wird von den anderen betrachteten Globalmodellen
bis Sonntag ähnlich prognostiziert. Allerdings bestehen ebenfalls Unsicherheiten
bezüglich der Randtiefentwicklungen.
Markanter werden die Unterschiede ab Sonntag. Nach ICON verläuft die
Höhenströmung ähnlich zu dem gestrigen 00 UTC Lauf des EZMW über dem Ostatlantik
und Westeuropa relativ glatt. Nach den jüngeren EZMW-Läufen und auch nach GFS
beginnt die Strömung hingegen zu mäandrieren, was letztlich in die beschriebene
Austrogung über Westeuropa mündet.
__________________________________________________________

Bewertung der Ensemblevorhersagen


In der Rauchfahne von Offenbach verbleiben sowohl das Geopotential in 500 hPa
als auch die Temperatur in 850 hPa auf relativ niedrigem Niveau. Dabei ist bis
zum Ende des mittelfristigen Vorhersagezeitraums ein leichter Anstieg der
Temperaturen zu erkennen. Ab Sonntag ist ein großer Spread vorhanden, wobei die
Mehrheit der Member dem Haupt- und Kontrolllauf folgt und somit ein erneutes
Absinken der Temperatur zeigen. Insgesamt deuten schwache Niederschlagssignale
auf eine leicht unbeständige Witterung hin.

Die Clusterung des EZMW zeigt für den Zeitraum 72 bis 96 Stunden fünf Cluster,
wobei über Mitteleuropa keine signifikanten Unterschiede zu erkennen sind. Vier
Cluster sind für den Zeitraum von 120 bis 168 vorhanden, wobei die Höhenströmung
über dem Ostatlantik bzw. Westeuropa vor allem in Cluster 1 und 3 nach der
Austrogung am Wochenende am Montag wieder in eine eher westliche Strömung
übergeht. Der Kontroll- bzw. Hauptlauf befindet sich in Cluster 4 bzw. 2.
_________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Donnerstag, Freitag und Samstag sind in exponierten Gipfellagen und im
Nordwesten (teilweise in Verbindung mit Gewittern) stürmische Böen aus West bis
Südwest möglich. Hinweise hierfür gibt es auch bei COSMO-Leps und EZMW-EPS,
wenngleich die Wahrscheinlichkeiten relativ gering sind. EFI zeigt ebenfalls
leicht erhöhte Signifikanzen für Windböen.
Hinweise auf markante Niederschlagsmengen sind nicht vorhanden. Dennoch sind am
Wochenende vor allem im Süden einzelne Gewitter mit Starkregen nicht
ausgeschlossen.
________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, EZMW-EPS, operationelle Modelle
________________________________________________________


VBZ Offenbach / Dipl. Met. Johanna Anger

Beliebte Posts aus diesem Blog

DWD -> WARNLAGEBERICHT für Baden-Württemberg -

FPUS54 KOHX FORECAST SUMNER - INCLUDING THE CITY OF GALLATIN

IDW10100 Western Australia Forecast (Australian Government Bureau of Meteorology)