SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 250800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 25.05.2014 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang zu TM
Am Sonntagabend von Südwesten her kräftige Gewitter. Ab Montag wieder Unwetter durch
schwere Gewitter. Am Montag und Dienstag in der Mitte und im Osten ergiebiger Dauerregen
möglich.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Sonntag... liegen wir auf der Vorderseite eines langwelligen Troges, der sich über
Großbritannien bis nach Nordspanien erstreckt in einer südlichen Höhenströmung. Im
Tagesverlauf wandert auf der Trogvorderseite ein schwacher Keil langsam nach Norden. Er
stützt ein ebenfalls flaches Hochdruckgebiet, das sich anfangs über die Mitte und den
Süden erstreckt und im Tagesverlauf nach Norddeutschland verlagert. Für unser Wetter
bedeutet dies, dass heute größtenteils ein ruhiger und sonnenscheinreichen Tag ansteht.
Lediglich im Norden können die Reste der Okklusion eines Tiefs über Großbritannien für
Wolken sorgen. Die Auslösetemperatur wird zwar teilweise überschritten, für mehr als für
ein paar Quellwolken sollte es zunächst aber nicht reichen.
Gegen Abend schwenkt der Südteil des westeuropäischen Langwellentroges nach Osten und
weitet sich in Richtung Norditalien aus. Auf seiner Vorderseite bildet sich über
Süddeutschland, gestützt durch den Trog und die kräftige niedertroposphärische Erwärmung,
eine zonal ausgerichtete Tiefdruckrinne. Daher kann es gegen Abend im Südwesten mit
orografischer Unterstützung zu Schauern und Gewittern kommen. Mit der weiteren Annäherung
des Troges verstärkt sich der Hebungsantrieb und bis Montagmorgen kommt es in einem
Streifen von Rheinland-Pfalz bis nach Nord-Baden und Nordbayern zu Schauern und Gewittern.
Lokal ist bei den Gewittern auch Starkregen möglich. Auch mit starken oder stürmischen
Böen und kleinem Hagel muss dabei gerechnet werden. Cosmo-DE EPS gibt sogar im Bereich der
Alpen auch Signale für unwetterartige Entwicklungen.
Der Ost- bis Nordostwind weht abseits von Schauern und Gewittern meist nur schwach aus
östlichen Richtungen, im Bergland frischt er allerdings auf und es kann in exponierten
Lagen Böen der Stärke 7 geben.
Montag... schwenkt der Randtrog langsam weiter nordwärts und stützt die Verlagerung der
Tiefdruckrinne nach Norden. In der Rinne wird die dort befindliche feuchte und labil
geschichtete Luft gehoben und bereits am Morgen kommt in einem Streifen von NRW bis nach
Südostbayern zu schauerartigen und gewitterigen Regenfällen, die sich im Tagesverlauf noch
intensivieren können. Bei PPW Werten von 25 bis über 30mm (Cosmo-EU) und CAPE Werten von
1000 bis 1500J/kg muss von kräftigen Regenfällen aber auch örtlich von Hagel ausgegangen
werden. Aufgrund der recht langsamen Zuggeschwindigkeit muss gebietsweise mit Unwettern
gerechnet werden. Von den Modellen wird vor allem im Bereich Eifel/Sauerland/Mittelhessen
(Cosmo-EU) und Nordwürttemberg/Nordbaden (GME) unwetterartige Tagesmengen über 50mm
gerechnet. Die externen Modelle liegen ein ganzes Stück darunter. Die Ensembles geben nur
geringe Wahrscheinlichkeiten für über 30mm Niederschlag und kaum Signale für
unwetterartige Mengen.
Nördlich davon bleibt es am Montag von Niedersachsen bis zur Oder meist trocken. Auch im
Südwesten schwächt sich am Morgen nach Abzug der Gewitterlinie die konvektive Aktivität
ab. Erst am Abend sorgt die Intensivierung Troges über Norditalien wieder für eine
Intensivierung der Konvektion. Auch hier sind dann in der Nacht zu Dienstag unwetterartige
Gewitter mit heftigem Starkregen möglich. Vor allem die deutsche Modellkette simuliert im
Südwesten über 40mm/12h.
Der Wind nimmt vor allem im Norden wieder etwas zu, Warnschwellen werden aber abseits der
Schauer und Gewitter vor allem auf den Berggipfeln überschritten.
Dienstag... liegen wir auf der Nordseite des Troges, der sich mittlerweile bis zum Balkan
ausgeweitet hat. Im Bereich des Troges hat sich ein Tief über Südfrankreich abgeschnürt.
Auf der Vorderseite davon befinden wir uns weiterhin im Bereich der zonal orientierten
Tiefdruckrinne. In ihrem Bereich kommt es weiterhin zu gewittrigen Regenfällen oder
kräftigen Gewittern mit Unwettergefahr. Nach den neuesten Modellläufen trifft dies vor
allem einen Bereich in der Mitte, der sich von Belgien und Holland über Hessen und
Thüringen bis nach Sachsen ausdehnt. Die Niederschlagssimulation der Modelle zeigen in
besagtem Streifen im 24-stündigen Zeitraum zwischen 50mm (GFS) und bis über 100mm (GME).
Offensichtlich verlagert sich die Hauptniederschlagsaktivität am Dienstag dann zunehmend
in den Osten und dauert auch noch bis zum Mittwoch an, sodass dort dann von einem
Dauerregenereignis bzw. von ergiebigem Dauerregen auszugehen ist. Ob dies alles so
eintreffen muss und ob die räumliche Zuordnung so stimmt, wie aktuell von den Modellen
gezeichnet, muss noch bezweifelt werden. Man sollte daher noch weitere Läufe abwarten.
Nördlich davon, d.h. im Wesentlichen im Küstenbereich und den angrenzenden Gebieten bleibt
es meist trocken. Aufgrund des kräftigen Gradienten zwischen der Tiefdruckrinne und hohem
Druck über Skandinavien nimmt der Ostwind zu. Vor allem im Küstenbereich kommt es zu
starken bis stürmischen Böen. In exponierten Küstenlagen können auch Sturmböen auftreten.
Auch im Bergland im Süden nimmt der Südwestwind zu, mehr als Bft 8 werden allerdings nicht
simuliert.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die anderen Modelle simulieren die Entwicklung ähnlich wie die deutsche Modellkette. Auf
Unterschiede bei der Niederschlagssimulation wurde im Text bereits eingegangen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Rolf Ullrich
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 25.05.2014 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang zu TM
Am Sonntagabend von Südwesten her kräftige Gewitter. Ab Montag wieder Unwetter durch
schwere Gewitter. Am Montag und Dienstag in der Mitte und im Osten ergiebiger Dauerregen
möglich.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Sonntag... liegen wir auf der Vorderseite eines langwelligen Troges, der sich über
Großbritannien bis nach Nordspanien erstreckt in einer südlichen Höhenströmung. Im
Tagesverlauf wandert auf der Trogvorderseite ein schwacher Keil langsam nach Norden. Er
stützt ein ebenfalls flaches Hochdruckgebiet, das sich anfangs über die Mitte und den
Süden erstreckt und im Tagesverlauf nach Norddeutschland verlagert. Für unser Wetter
bedeutet dies, dass heute größtenteils ein ruhiger und sonnenscheinreichen Tag ansteht.
Lediglich im Norden können die Reste der Okklusion eines Tiefs über Großbritannien für
Wolken sorgen. Die Auslösetemperatur wird zwar teilweise überschritten, für mehr als für
ein paar Quellwolken sollte es zunächst aber nicht reichen.
Gegen Abend schwenkt der Südteil des westeuropäischen Langwellentroges nach Osten und
weitet sich in Richtung Norditalien aus. Auf seiner Vorderseite bildet sich über
Süddeutschland, gestützt durch den Trog und die kräftige niedertroposphärische Erwärmung,
eine zonal ausgerichtete Tiefdruckrinne. Daher kann es gegen Abend im Südwesten mit
orografischer Unterstützung zu Schauern und Gewittern kommen. Mit der weiteren Annäherung
des Troges verstärkt sich der Hebungsantrieb und bis Montagmorgen kommt es in einem
Streifen von Rheinland-Pfalz bis nach Nord-Baden und Nordbayern zu Schauern und Gewittern.
Lokal ist bei den Gewittern auch Starkregen möglich. Auch mit starken oder stürmischen
Böen und kleinem Hagel muss dabei gerechnet werden. Cosmo-DE EPS gibt sogar im Bereich der
Alpen auch Signale für unwetterartige Entwicklungen.
Der Ost- bis Nordostwind weht abseits von Schauern und Gewittern meist nur schwach aus
östlichen Richtungen, im Bergland frischt er allerdings auf und es kann in exponierten
Lagen Böen der Stärke 7 geben.
Montag... schwenkt der Randtrog langsam weiter nordwärts und stützt die Verlagerung der
Tiefdruckrinne nach Norden. In der Rinne wird die dort befindliche feuchte und labil
geschichtete Luft gehoben und bereits am Morgen kommt in einem Streifen von NRW bis nach
Südostbayern zu schauerartigen und gewitterigen Regenfällen, die sich im Tagesverlauf noch
intensivieren können. Bei PPW Werten von 25 bis über 30mm (Cosmo-EU) und CAPE Werten von
1000 bis 1500J/kg muss von kräftigen Regenfällen aber auch örtlich von Hagel ausgegangen
werden. Aufgrund der recht langsamen Zuggeschwindigkeit muss gebietsweise mit Unwettern
gerechnet werden. Von den Modellen wird vor allem im Bereich Eifel/Sauerland/Mittelhessen
(Cosmo-EU) und Nordwürttemberg/Nordbaden (GME) unwetterartige Tagesmengen über 50mm
gerechnet. Die externen Modelle liegen ein ganzes Stück darunter. Die Ensembles geben nur
geringe Wahrscheinlichkeiten für über 30mm Niederschlag und kaum Signale für
unwetterartige Mengen.
Nördlich davon bleibt es am Montag von Niedersachsen bis zur Oder meist trocken. Auch im
Südwesten schwächt sich am Morgen nach Abzug der Gewitterlinie die konvektive Aktivität
ab. Erst am Abend sorgt die Intensivierung Troges über Norditalien wieder für eine
Intensivierung der Konvektion. Auch hier sind dann in der Nacht zu Dienstag unwetterartige
Gewitter mit heftigem Starkregen möglich. Vor allem die deutsche Modellkette simuliert im
Südwesten über 40mm/12h.
Der Wind nimmt vor allem im Norden wieder etwas zu, Warnschwellen werden aber abseits der
Schauer und Gewitter vor allem auf den Berggipfeln überschritten.
Dienstag... liegen wir auf der Nordseite des Troges, der sich mittlerweile bis zum Balkan
ausgeweitet hat. Im Bereich des Troges hat sich ein Tief über Südfrankreich abgeschnürt.
Auf der Vorderseite davon befinden wir uns weiterhin im Bereich der zonal orientierten
Tiefdruckrinne. In ihrem Bereich kommt es weiterhin zu gewittrigen Regenfällen oder
kräftigen Gewittern mit Unwettergefahr. Nach den neuesten Modellläufen trifft dies vor
allem einen Bereich in der Mitte, der sich von Belgien und Holland über Hessen und
Thüringen bis nach Sachsen ausdehnt. Die Niederschlagssimulation der Modelle zeigen in
besagtem Streifen im 24-stündigen Zeitraum zwischen 50mm (GFS) und bis über 100mm (GME).
Offensichtlich verlagert sich die Hauptniederschlagsaktivität am Dienstag dann zunehmend
in den Osten und dauert auch noch bis zum Mittwoch an, sodass dort dann von einem
Dauerregenereignis bzw. von ergiebigem Dauerregen auszugehen ist. Ob dies alles so
eintreffen muss und ob die räumliche Zuordnung so stimmt, wie aktuell von den Modellen
gezeichnet, muss noch bezweifelt werden. Man sollte daher noch weitere Läufe abwarten.
Nördlich davon, d.h. im Wesentlichen im Küstenbereich und den angrenzenden Gebieten bleibt
es meist trocken. Aufgrund des kräftigen Gradienten zwischen der Tiefdruckrinne und hohem
Druck über Skandinavien nimmt der Ostwind zu. Vor allem im Küstenbereich kommt es zu
starken bis stürmischen Böen. In exponierten Küstenlagen können auch Sturmböen auftreten.
Auch im Bergland im Süden nimmt der Südwestwind zu, mehr als Bft 8 werden allerdings nicht
simuliert.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die anderen Modelle simulieren die Entwicklung ähnlich wie die deutsche Modellkette. Auf
Unterschiede bei der Niederschlagssimulation wurde im Text bereits eingegangen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Rolf Ullrich