SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 25.06.2015 um 10.30 UTC



Anfangs mäßig warm und gewittrig, in der nächsten Woche vor allem im Südwesten
deutlich wärmer.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 02.07.2015


Am Sonntag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, bestimmt nach dem EZMW-Modell
zunächst noch mäßig warme (um 8 Grad in 850 hPa) Atlantikluft das Wetter in
Deutschland. Diese ist rückseitig eines nach Osten abziehenden Frontensystems
eingeflossen, das einem umfangreichen steuernden Zentraltief südwestlich von
Island weit vorausgelaufen ist. Rückseitig des o.e. Frontensystems befindet sich
auch noch ein Kurzwellentrog, der im Tagesverlauf nach Osten abzieht. Von Westen
greift im Tagesverlauf ein Keil auf Deutschland über, der für Absinken sorgt, so
dass sich ein Ableger des Azorenhochs über Mitteleuropa aufbauen kann. Damit
herrscht am Sonntag meist noch wolkiges Wetter, im Osten mit Schauergefahr, am
meisten Sonne dürfte es schon im Südwesten geben.
In der Nacht zum Montag schwenkt der Keil unter Abflachung schon über
Deutschland hinweg und nachfolgend überquert eine Okklusion (ebenfalls zu o.e.
Zentraltief gehörend) unser Land, mit schauerartigen Regenfällen vor allem im
Norden.
Am Montag stellt sich vorübergehend eine recht glatte westnordwestliche
Höhenströmung ein, mit der von Westen sogar etwas wärmere Luft herangeführt
wird. Im Bodendruckfeld verbleiben wir im Bereich einer Hochruckzone mit
mehreren Schwerpunkten. Schauer und einzelne Gewitter sind vor allem im Norden
zu erwarten.
Am Dienstag stellt sich die Wetterlage um. Am Südrand des Zentraltiefs hat sich
ein neues kräftiges Bodentief entwickelt, das die Aufgaben des Zentraltiefs
übernimmt. Es lenkt recht kühle Luft in den Bereich der Azoren, was dort einen
recht kräftigen Trog zur Folge hat. Das Azorenhoch wird nach Westen abgedrängt
und hat dann keinen Einfluss mehr auf Europa. Stromabwärts wölbt sich ein
mächtiger Rücken von Algerien über Frankreich bis zur Nordsee auf. Damit steigt
auch über der Nordsee der Bodendruck und ganz Deutschland gelangt unter schwache
Druckgegensätze. Unter antizyklonalem Einfluss herrscht ruhiges Sommerwetter,
nur im Osten kann es noch ein paar Schauer oder Gewitter geben.
Am Mittwoch und Donnerstag vergrößert sich die Amplitude der Höhenströmung noch
und die Keilachse (mit 592 gpdam bis über der Nordsee) erreicht den Westen
Deutschlands. Über der Ostsee steigt der Druck auf 1030 hPa, während über
Westfrankreich ein Hitzetief entsteht. Mit der südöstlichen Strömung erreicht
die 20-Grad-Isotherme in 850 hPa nicht nur den Südwesten Deutschlands sondern
auch ganz Frankreich und Nordengland. Im Nordosten Deutschlands verbleibt
dagegen die 10-Grad-Isotherme und damit "normales" Sommerwetter. Unter dem
antizyklonalen Einfluss herrscht verbreitet sonniges Wetter, Gewitter gibt es
höchstens in den Alpen.
In der erweiterten Mittelfrist kommt das Trog-Rückensystem langsam ostwärts
voran. Damit steigt auch im Osten die Temperatur, im Westen steigt dagegen die
Gewitterneigung.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz zwischen den letzten drei EZMW-Läufen ist sehr hoch. Alle drei
Läufe simulieren im Prinzip bis kommenden Donnerstag die gleiche Entwicklung,
Unterschiede gibt es nur in Details. Selbst in der erweiterten Mittelfrist kann
man noch von hoher Konsistenz sprechen.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die verschiedenen Globalmodelle zeigen teils unterschiedliche Entwicklungen.
Auffällig ist, das ICON und GFS mit der Okklusion in der Nacht zum Montag auch
einen stärkeren Kurzwellentrog übergreifen lassen. Damit dürfte nach diesen
Modellen die Gewittergefahr deutlich höher sein. Zudem bleibt die Strömung vor
allem über dem Osten am Dienstag noch leicht zyklonal. Damit bleibt es dort
anfangs dort noch unbeständiger und die Erwärmung setzt sich in allen
Landesteilen etwas zögernder durch. UKMO ähnelt eher den Europäern, NAVGEM ist
nächste Woche noch deutlich antizyklonaler und sehr heiß. Danach könnten
nächsten Mittwoch die 40 Grad, die vereinzelt schon durch die Medien gegeistert
sind, geknackt werden. Die Kanadier zeigen dagegen sogar ein Höhentief über der
Ostsee nächsten Mittwoch.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Im Mittelfristzeitraum (t+120 bis t+168) verteilen sich die EZMW-Ensembles auf 5
Cluster. Dabei sind sich die ersten 4 (45 Mitglieder + Hauptlauf) recht einig.
Sie zeigen alle die oben beschriebene Entwicklung und haben zumindest teilweise
noch leichte Signale für schwachen zyklonalen Einfluss bis Mittwoch im Osten.
Sie unterscheiden sich dagegen leicht in der genauen Lage des kräftigen Rückens
(Donnerstag 00 UTC zwischen 0° und 10° Ost). Anders sieht der 5. Cluster aus. Er
zeigt anfangs noch deutlichen Höhentiefeinfluss im Osten und belässt den Keil
noch weiter westlich.
Die Rauchfahnen für Offenbach zeigen ab Montag erheblichen Spread. So liegen am
kommenden Mittwoch die 850-hPa-Temperaturen über Offenbach zwischen 6 und 22
Grad, im Mittel 12 Grad. Danach steigt das Ensemblemittel bis nahe 20 Grad. Auch
das Potenzial soll bis kommenden Freitag konsequent ansteigen und erreicht dann
im Ensemblemittel 593 gpdam. Die Niederschlagssignale sind schwach. Sieht man
sich dagegen Prag an (als repräsentativ für den äußersten Osten Deutschlands),
so weisen die Temperaturen am Mittwoch ebenso einen Spread zwischen 5 und 22
Grad auf, aber im Mittel nur 10 Grad. Auch danach kommen Anstieg von Temperatur
und Potenzial langsamer und fallen schwächer aus.
GFS zeigt vor allem für den Westen Deutschlands ein leicht niedrigeres
Temperaturniveau, allerdings gibt es nach wie vor einzelne Ausreißer mit
850-hPa-Temperaturen über 20 Grad zur Mitte der nächsten Woche, auch in Prag.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Gebunden an den o.e. Kurzwellentrog, dem am Sonntagabend eine Okklusion
vorläuft, kann es im Nordwesten, in der Nacht dann im Norden und später im Osten
Gewitter geben. Hauptgefahr wäre dabei Starkregen.
Je nach genauer Entwicklung der Lage könnte es an den Folgetagen bis Mittwoch im
Osten weiterhin leicht zyklonal bleiben, was dort dann weitere Gewitter zur
Folge hätte, die vor allem wieder Starkregen bringen könnten. Zudem könnte die
allmähliche Aufheizung im Laufe der Woche in den Alpen für einiges an Labilität
sorgen, so dass dort Gewitter mit Starkregen und Hagel möglich werden.

An den Alpen gibt es im Zeitraum Samstagabend bis Sonntagmittag schwache Signale
(EZMW-EPS und COSMO-LEPS) für Dauerregen von über 25 l/qm in 12 Stunden.

Des Weiteren soll nicht unerwähnt bleiben, dass nach aktuellem Stand zumindest
im Südwesten Deutschlands die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sich eine
mehrtätige Periode mit Tageshöchstwerten jenseits der 30 Grad einstellt. Auch
Höchstwerte über 35 Grad liegen am Oberrhein durchaus im Rahmen des Möglichen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Peter Hartmann

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