SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 240800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 24.06.2015 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
NW z
Von Südwesten sich verstärkender Hochdruckeinfluss. Somit vorerst keine markant
zu bewarnenden Wetterereignisse.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
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Mittwoch... gelangt Deutschland an den Rande eines sich nach Osteuropa
verlagernden Troges. Dieser ist zunächst noch im Osten wetterwirksam, was sich
dort in Form von einzelnen Schauern geringer Intensität äußert. Für Gewitter
sollte es nicht mehr reichen. Ohnehin macht einsetzende Warmluftadvektion der
anfangs dort noch vorhandenen Restlabilität den Garaus.
Das mit dem Trog korrespondierende und sich allmählich auffüllende Zentraltief
liegt mittlerweile über der Ostsee vor Stockholm und verlagert sich weiter nach
Norden. Zwischen diesem Tief und dem sich von Südwesten verstärkenden
Hochdruckeinfluss bleibt im Norden etwas Gradient bestehen, so dass es an der
Küste Windböen geben kann. Im Tagesverlauf sind auch, bedingt durch den
Tagesgang, etwas weiter landeinwärts vor allem nach Nordosten hin einzelne
Windböen auftreten können. Mit der Abschwächung des Tiefs wird der Gradient
weiter auseinandergezogen. Die Gradientabnahme wird anfangs noch durch den
Tagesgang kompensiert; zum Abend hin sollten aber auch an der Küste kaum noch
Windböen auftreten. Aber abgesehen davon steht einem weitgehend warnfreien Tag
nicht viel im Wege.
Wenn auch von einem zunehmenden Hochdruckeinfluss bereits die Rede ist, der
durch einen breiten Höhenrücken über Westeuropa gestützt wird, so sollte man
sich in Bezug auf eine rasche Wetterbesserung nicht allzu viel Hoffnung machen.
Von der Nordsee her wird mit einer nordwestlichen Strömung Sc-St-Bewölkung
eingesteuert, die bereits die westlichen Mittelgebirge überquert hat. Die aus
der Warmluftadvektion resultierende Hebung sorgt auch hin und wieder für etwas
Sprühregen. Zwar lockert vor allem südlich der Mittelgebirge die Wolkendecke
später zusehends auf, aber längere sonnige Abschnitte sind, falls überhaupt,
allenfalls im äußersten Südwesten vorstellbar.
Somit bleibt auch die Temperaturentwicklung gedämpft. Mit Hilfe der Sonne sind
um oder etwas über 20 Grad, am Oberrhein vielleicht 23 Grad möglich. Ansonsten
bewegen sich die Temperaturen zwischen 13 und 18 Grad.
In der Nacht zum Donnerstag wird der breite, über Westeuropa liegende Rücken
durch einen Kurzwellentrog überlaufen, der eigentlich relativ breit ist und
keine definierte Achse aufweist. Somit dürfte sich am Wettercharakter nicht
allzu viel ändern. Größere Wolkenlücken sind vor allem im Süden möglich. Dabei
kann sich gebietsweise Nebel bilden.

Donnerstag... überquert auch dieser Trog unter Vergrößerung der Amplitude das
Vorhersagegebiet und regeneriert den über Osteuropa liegenden Langwellentrog.
Dies geht allerdings alles ohne nennenswerte dynamische Antriebe vonstatten.
Zwar ist mit diesem Trog ein Einschub labilerer Luft verbunden, aber der Trog
überläuft die ihm vorgelagerte schwache Tiefdruckrinne und hat bereits den Osten
Deutschlands erreicht, bevor der Tagesgang so recht wirksam werden kann. Auch
ist ein Erreichen der Auslösetemperatur, die zwischen 21 und 24 Grad liegt, kaum
vorstellbar. Konvektive Umlagerungen sind somit eher unwahrscheinlich.
Für unser Wettergeschehen wesentlich mehr von Bedeutung ist die nordwestliche
Strömung an der Vorderseite des sich über den Britischen Inseln erneut
aufwölbenden Höhenrückens. In diese werden die Reste einer Warmfront über der
Nordsee eingesteuert. Möglicherweise kann an dieser Warmfront eine flache Welle
ablaufen, wodurch dann im Nordwesten und im Norden erneut Niederschläge
aufkommen werden. Diese sind allerdings fernab von jeglicher Warnrelevanz. Aber
auch die anderen Gebiete bleiben von der von Nordwesten hereindriftenden tiefen
Bewölkung nicht verschont, so dass im wesentlichen auf Erhaltungsneigung gesetzt
werden kann. Da sich eine ausgesprochen gradientschwache Lage einstellt, kommt
auch eine Durchmischung nicht so recht in Gang. Vielleicht sind südlich der
Mittelgebirge die Wolkenlücken größer als heute, aber die Modelle haben ihren
Optimismus in Bezug auf die Sonnenscheindauer etwas zurückgefahren. Da aber
nieder- und mitteltroposphärisch ein Temperaturanstieg einsetzt, sollten hiervon
auch die bodennahen Schichten ein wenig profitieren. Somit dürften die
Temperaturen auf 17 bis 22, in Oberrheinnähe mit Hilfe der Sonne bis 25 Grad
steigen.
In der Nacht zum Freitag greift der Höhenrücken auf die Nordsee und
Ostfrankreich über. Dieser wird durch Warmluftadvektion gestützt, so dass,
abgesehen vielleicht vom Süden, weiterhin tiefe und mittelhohe Bewölkung mit
vereinzelten geringen Niederschlägen, dominieren dürfte.

Freitag... verlagert sich der Höhenrücken nach Mitteleuropa, kann aber über dem
Vorhersagegebiet nicht so recht Fuß fassen und rutscht nach Südosten ab, d.h. er
wird in den über Südosteuropa liegenden Trog eingesteuert. Danach stellt sich
eine west-südwestliche Strömung ein, die im Norden und in der Mitte leicht
mäandriert. Durch diese Mäandrierungen können einzelne Schauer ausgelöst werden.
Für Gewitter dürfte die Labilität nicht hinreichend sein.
Derweil hat über dem Atlantik bereits wieder eine Zonalisierung eingesetzt. Aus
der Zonalströmung läuft ein breiter Trog heraus, der bis zum Abend die
Britischen Inseln erreicht. Diesem Trog ist ein schwaches okkludierendes
Frontensystem vorgelagert, das im späteren Tagesverlauf die westliche Nordsee
und Ostfrankreich erreicht. Vorderseitig gelangt in den Südwesten und Westen
etwas labilere Luft subtropischen Ursprungs, deren Herkunftsgebiet sehr
wahrscheinlich der südliche Nordatlantik vor der Iberischen Halbinsel ist. Eine
Auslösetemperatur, die zwischen 26 Grad im Westen und 32 Grad im Südwesten
liegt, sollte wohl nur mit Mühe erreicht werden. Hochreichende Konvektion ist
somit im Bereich der westlichen Mittelgebirge und dort vor allem westlich des
Rheins am wahrscheinlichsten. Dort sind alle Zutaten vorhanden, so dass auch
kräftigere Entwicklungen vorstellbar sind, auch wenn das von einigen Modellen
niederschlagstechnisch noch nicht so recht gesehen wird
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen in den tieferen Lagen Südwest- und
Süddeutschlands 24 bis 28 Grad und in den anderen Gebieten 17 bis 23 Grad.
In der Nacht zum Samstag greift ein in die südwestliche Strömung eingelagerter
kräftigerer Kurzwellentrog auf das Vorhersagegebiet über. Dieser vor allem in
höheren Troposphärenschichten ausgeprägte Trog könnte Bewegung in die Lage
bringen, indem er den hierfür erforderlichen Hebungsantrieb liefert. Das
Resultat wären kräftigere Niederschläge; möglicherweise sogar
Starkniederschläge, die anfangs auch noch mit Gewittern einhergehen können und
vielleicht sogar die Unwetterschwelle überschreiten. Ausgenommen hiervon bleibt
sicherlich der Süden, wo noch schwacher Hochdruckeinfluss wetterwirksam ist.
Welche Gebiete von diesen Starkniederschlägen betroffen werden und ob diese
überhaupt auftreten, ist noch unsicher.

Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle zeigen bis etwa Freitagmittag eine weitgehend ähnliche
Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine
prognoserelevanten Unterschiede ableiten.
Danach wird die in Verbindung mit dem übergreifenden Frontensystem nach
Deutschland vordringende flache Tiefdruckrinne unterschiedlich simuliert. GFS,
EZMW(00 und 12 UTC) und auch das kanadische Modell verzögern dieses Übergreifen
gegenüber den deutschen Modellen um bis zu 12 Stunden und zeigen diese
Tiefentwicklung zum Teil auch etwas kräftiger (vor allem EZMW). Ansonsten
liefern meist die deutschen Modelle die intensivere Entwicklung. Dementsprechend
unterscheiden sich die Modelle auch hinsichtlich der Regionalisierung der
Starkniederschläge (sofern sich überhaupt welche hieraus ableiten lassen).
Auch anhand probabilistischer Verfahren lässt sich hierzu noch keine Aussage
treffen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann