SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 240800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 24.06.2014 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
NW

Bis Mittwoch vor allem im Norden und Osten einzelne Gewitter, vereinzelt
Starkregen nicht ausgeschlossen. Bei wiederholten Schauern in Schauerstraßen
Starkregen in 6 Stunden möglich (>20mm). Mittwoch im Nordosten örtlich
Starkregen im 1- oder 6-Stunden Zeitraum.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Dienstag... liegen wir am Rand eines umfangreichen Troges über Nordosteuropa.
Vor einem Randtrog, der von der Nordsee und Südskandinavien nach Süden schwenkt,
hat die Höhenströmung über Mitteleuropa auf westliche Richtungen zurückgedreht.
Am Boden liegen wir immer noch an der Westflanke einer Hochdruckzone über
Westeuropa, die vom Seegebiet westlich der Iberischen Halbinsel bis ins Nordmeer
reicht und von der ein Keil ausgeht, der über Deutschland nach Osten reicht.
Allerdings schwächt sich der Keil ab, wie auch die aktuellen Drucktendenzen
anzeigen.

Unter diesem Keil klarte es in der vergangenen Nacht über der Mitte verbreitet
auf und die Luft kühlte sich stark ab, so dass gebietsweise einstellige
Tiefstwerte zu verzeichnen waren. Am Erdboden lagen die Minima teilweise unter 5
Grad.
Diese Aufklarungszone wurde eingerahmt von starker Bewölkung über dem Süden und
dem Norden unseres Landes. Die Bewölkung im Süden gehört zu einer
Luftmassengrenze, die die kühle Luft bei uns von wärmerer und feuchter Luft über
dem Alpenraum trennt. Sie verlagert sich nach Südosten, so dass die wärmere Luft
über dem äußersten Süden auch wieder aus Deutschland verdrängt wird. An der
Bodenfrontalzone kommt es aber vor allem heute Vormittag noch zu schauerartigen,
vereinzelt gewittrigen Regenfällen, die gebietsweise auch kräftig sind und die
Starkregenkriterien erfüllen.
Am Nachmittag beruhigt sich die Lage über dem Süden und es kommt wahrscheinlich
höchstens noch am Alpenrand oder über dem Bayerischen Wald zu vereinzelten
Schauern oder Gewittern. Die Starkregenwarnungen können vormittags auslaufen

Die starke Bewölkung über dem Norden steht im Zusammenhang mit einer flachen
Welle und trogvorderseitiger Hebung, die zögernd nach Süden an Raum gewinnt.
Örtlich gab es auch nachts im Norden schon kräftigere, bzw. wiederholte Schauer,
die an der Nordsee punktuell schon 20 mm Regen hinterlassen haben. Die Bewölkung
und die Niederschläge breiten sich bis zum Abend bis nahe an die Mainlinie aus,
werden aber nur vereinzelt kräftiger sein, bzw. falls sich Schauerstraßen
bilden, sind durch wiederholte Schauer größere Regenmengen in 6 Stunden möglich.
Da der Welle höhenkalte Luft folgt, sind über dem Norden und Osten auch einzelne
Gewitter möglich, meist reicht die Konvektion aber nicht sehr hoch und es bleibt
bei Schauern. Bei limitiertem Wasserangebot und langsamer Verlagerung der Zellen
dürften sowohl Starkregen als auch stürmische Böen eher selten auftreten und die
Gewitter können mit "gelben" Warnungen abgehandelt werden.

Außerhalb der Konvektion, wo bei Schauern und Gewittern vielleicht mal Windböen
um 50 km/h auftreten, spielt der Wind bei schwachgradientiger Lage kaum eine
Rolle. Er kommt meist aus westlicher bis nördlicher Richtung und frischt
vielleicht mal an der Nordsee und im höheren Bergland stärker auf, meist ohne
Warnschwellen zu erreichen.

Über dem Süden und Südwesten steht häufig ein strahlungsreicher Tag an, im
Südwesten mit Höchstwerten im sommerlichen Bereich. Dazu langt es im Norden
nicht. Hier liegen die Maxima unter der 20 Grad-Marke.

In der Nacht zum Mittwoch verlagert sich der Trog weiter nach Süden und erreicht
mit seiner Achse den Norden. Dabei wirkt sich über der Nordosthälfte die
Trogvorderseite weiter mit Hebung aus, so dass die Schauer über die Nacht hinweg
andauern, auch vereinzelte Gewitter sind nachts nicht ausgeschlossen, obwohl der
Tagesgang dem etwas entgegensteht.
Abgesehen von vereinzelten Schauern am Alpenrand bleibt es im Süden und Westen
meist trocken bei aufgelockerter oder geringer Bewölkung.

Mittwoch... schwenkt der Höhentrog im Tagesverlauf über Deutschland nach
Südosten, ein weiterer Randtrog steht abends über der Nordsee bereit und
verlagert sich in der Nacht zum Donnerstag über die Nordosthälfte südostwärts.
Im Bodendruckniveau verbleiben wir am Rand der Hochdruckzone über West- und
Nordwesteuropa in einer schwachen nördlichen bis nordöstlichen Strömung, die in
der deutschen Modellkette eher antizyklonal geformt ist, nach externen
Berechnungen (u.a. ECMWF, GFS) sieht das Ganze deutlich zyklonaler aus. Dabei
kommt die Kaltfront der Welle über uns nach Süden voran und erreicht auch die
Gebiete zwischen Main und Donau. Dahinter verstärkt sich die Zufuhr kühler
Luftmassen nach Deutschland noch etwas.

Die externen Modelle simulieren teilweise auch ein kleinräumiges Höhentief
eingebettet in den Trog über dem Nordosten.
Allen Modellen gemein ist aber, dass der Trog mit teilweise kräftiger Hebung
über uns hinweg zieht und demnach auch verbreitet Schauer, teilweise auch
Gewitter auslöst, die große Teile des Landes betreffen werden mit Ausnahme
höchstens des Westens und Südwestens. Für den Nordosten gibt es seitens der
Numerik (ECMWF, 12 UTC) auch Hinweise auf Starkregen (>20mm) im 6 Stunden
Zeitraum, der von den probabilistischen Verfahren mit leichten Signale gestützt
wird. Die Unterschiede bei der Niederschlagssimulation der Modelle sind auf die
unterschiedliche Simulation des Troges, bzw. des eingelagerten Höhentiefs
zurückzuführen. Neben dem Starkregen im 6 Stunden Zeitraum ist dieser auch im 1
Stunden Intervall nicht ausgeschlossen, da die Zellen nur wenig ziehen und PPW
bei 15 bis 20 mm liegt. Hagel und stürmische Böen bei den Gewittern sind eher
unwahrscheinlich.

Trocken bleibt es allenfalls im Westen und im äußersten Norden, wo auf der
Rückseite des Troges wieder kräftigeres Absinken einsetzt, bzw. von Skandinavien
wieder trockenere Luft folgt. Vor allem über dem Süden und Südwesten erfolgt mit
verstärkter Advektion kühlerer Luftmassen ein Temperaturrückgang, die 25 Grad
werden auch dort nicht mehr erreicht.

Aus warntechnischer Sicht spielt der Wind kaum eine Rolle, nur bei Schauern und
Gewittern ist er mal stärker mit starken, vereinzelt stürmischen Böen.

In der Nacht zum Donnerstag ziehen die Schauer, bzw. schauerartigen Regenfälle
aus dem Osten langsam nach Polen und Tschechien ab, nachfolgend klart es von
Westen her teilweise auf und das Wetter beruhigt sich. Stellenweise kann sich
Nebel bilden. Der neue Randtrog über dem Norden wirkt sich, da von
Kaltluftadvektion überlaufen, höchstens an der Küste mit einigen Schauern,
vielleicht anfangs auch mit einem kurzen Gewitter aus. Ansonsten steigt der
Druck auf der Rückseite des abgezogenen Troges wieder und es stellt sich
schwacher Hochdruckeinfluss ein. Stellenweise bildet sich Nebel vor allem dort
wo es vorher mehr geregnet hat.


Donnerstag... beginnt sich die Wetterlage wieder umzustellen. Zunächst
verschwindet die Hochdruckzone über Westeuropa aus den simulierten
Bodendruckfeldern, da sich als Folge eines Abtropfprozesses über dem Atlantik
ein Höhentief ins Seegebiet westlich Irlands verlagert. Das zugehörige Tief am
Boden nimmt mit einer Tiefdruckrinne, die über Frankreich nach Osten reicht,
Verbindung auf mit dem tiefem Druck über dem nördlichen Mittelmeerraum.

Zum einen führt dies zur Verlagerung des Hochschwerpunktes nach Norden, etwa zur
Norwegischen See und zum anderen fällt der Druck bei uns schon wieder und die
Rinne arbeitet sich über die Alpen Richtung Süddeutschland vor. Mit Drehung der
Bodenströmung auf östliche bis nordöstliche Richtung wird die Zufuhr der kühlen
Luft abgeschnitten und die Temperaturen steigen vor allem nach Süden zu wieder
spürbar an.

Von der Höhe her verbleiben wir aber zunächst noch am Rand des großen Troges
über Nordosteuropa in einer schwächer werdenden nordwestlichen Höhenströmung.
Ein weiterer kurzwelliger Troganteil kann noch den Norden überqueren, allerdings
ist dieser mit nicht mehr so viel Dynamik ausgestattet, wieder der vom Vortag.
Über Norddeutschland entwickeln sich aber noch einzelne Schauer und Gewitter,
die wieder eher dem "gelben Warnsegment" angehören dürften.

Davon abgesehen überwiegt tagsüber Absinken auf der Vorderseite eines flachen
Rückens, der sich zwischen dem Trog im Nordosten und dem über dem Atlantik über
Westeuropa aufwölbt. Es gibt zwar einige hohe, bzw. mittelhohe Wolken, die aber
die Einstrahlung nicht so sehr beeinträchtigen und die Temperatur steigt
allgemein auf 20 bis 25 Grad mit den höheren Werten im Südwesten.


Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Für den heutigen Tag zeigen die Ensembleverfahren, allen voran C DE EPS über dem
Nordosten schwache Signale für Starkregen im 1 und 6 Stunden Zeitraum. In der
kommenden Nacht simulieren die deutschen Modelle (GME, C EU, C DE) über dem
Norden ein deutliches Nachlassen der Konvektion und später nur noch wenig
Niederschlag. Das dürfte in dem Maße nicht stattfinden, da die Trogvorderseite
weiter für Hebung sorgt und die Schauer (und vereinzelte Gewitter) nachts
wahrscheinlich eher weitergehen.
Für den Mittwoch divergieren die Modelle was die Niederschlagsaussagen angeht
weiterhin. Die deutschen Modelle beschränken die Schauer mehr auf den Norden und
Osten, während GFS und ECMWF diese weiter nach Westen ausgreifen lassen und
darüber hinaus größere Niederschlagsmengen berechnen (siehe Text). Starkregen im
6-stündigen Zeitscale erscheint im Nordosten weiter möglich.

Bei der Simulation der Basisfelder im großen Scale sind sich die Modelle im
Großen und Ganzen einig.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner

Beliebte Posts aus diesem Blog

FPUS54 KOHX FORECAST SUMNER - INCLUDING THE CITY OF GALLATIN

IDW10100 Western Australia Forecast (Australian Government Bureau of Meteorology)

Special Weather Statement for Gallatin, TN